Der New Yorker DJ Envy und Handy Betreiber Cellfish Media haben sich zusammen geschlossen, um das "Monthly Mixtape" anzubieten, einen Service, der die Kunden der Firma regelmäßig mit exklusiver Musik versorgt und direkt auf deren Mobiltelefon lädt. Als Teil der Vereinbarung wird Cellfish Media ein sieben Track starkes von DJ Envy gemixtes Mixtape vertreiben, dass unter anderem auch Klingeltöne, Hip Hop–Insider Tips und exklusive Interviews enthalten soll. Jonathan Dworkin, der Vizepräsident von Cellfish Media, zeigte sich begeistert über die Kooperation mit dem New Yorker DJ. „Yesterday, kids would have to wait for a mixtape to be pressed up and distributed; today, they have to run home to their computers and search for it; tomorrow, the instant something is blowing up, it shows up in your pocket. Yesterday is over.”
The Monthly Mixtape
Necro – Death Rap
Underground Held Necro polarisiert wie kaum ein zweiter. Seine Musik findet in der Regel direkt fanatischen Anklang oder sorgt für spontane Abneigung. Die Horror- und Psychoszenarien in seinen Texten sind einfach auch nicht für jeden Geschmack. Kombiniert werden seine Geschichten vorzugsweise mit brettharten Beats und treibenden Heavy Metal Gitarren die Necro aus dem Bereich des Death Metal holt.
Seine bisherigen Erfolg hatte er über sein komplett independent geführtes Label Psycho+Logical-Records aufgebaut und es dort zu einer Erfolgsstory geschafft, von der manch großer Majoract nur träumen kann. Für sein nun erscheinendes fünftes Studioalbum „Death Rap“ hat er sich überraschender Weise mit dem amerikanischen Independentriesen Koch Records zusammengetan und hofft, dass er so vielleicht doch zu noch größerer Bekanntheit gelangt. Nach eigener Aussage ist es immer etwas schwierig Hip Hoppern seine Ideen zu vermitteln. Daher sind außer seinem Bruder Ill Bill, und Mr. Hyde aus dem Psycho+Logical Camp keine weiteren Rapper auf dem Album vertreten, dafür aber die gewohnte Prominenz aus dem Bereich des Metal. Scott Ian von Anthrax, Mark Morton von Lamb of God, Dave Ellefson (ex-Megadeath) und noch einige mehr. Die Produktion hat Necro wie auf seinen bisherigen Alben auch hier wieder komplett selbst übernommen.
Auf „No Remorse“ kommt Necro auch direkt in gewohnter Härte zur Sache und zerlegt in Sachen Beat und Rhymes schon mal alles, bevor er dann in „Some Get Back (Revenge)“ Rache an all denjenigen verübt, die es seiner Meinung nach verdient haben. Auch wenn die Metaleinflüsse natürlich zu erwarten waren, ja eigentlich fast Pflicht sind bei einem Necro-Album, gehört „Beligerent Gangsters“ nicht wirklich zum Besten, was uns das von Necro propagierte Genre "Death Rap" zu bieten hat. Direkt beim folgenden Track „Suffocated By God´s Shadow” sieht das schon ganz anders aus. Harte Gitarren, treibender Drumbeat, Necro rappt in halsbrecherischer Geschwindigkeit und dann Heavy Metal Chorus zur Abrundung. Vom Beat her hätte „Keep On Driving“ durchaus ein schönes und melodiöses Ding werden können. Aber nicht mit Necro. Er macht das Ganze mal wieder zu einer Horrorgeschichte, die aber in Kombination mit der angesprochenen Melodie erstaunlich sanft ins Ohr geht. Mein Highlight findet sich bei „As Deadly As Can Be“, hier vereinen sich Necro und sein Bruder Ill Bill auf einem herrlichen, mit Piano unterlegten Beat. In der Hook singt eine gehauchte Frauenstimme und gibt dadurch noch einen leicht unheimlichen Touch dazu, perfekte Kombination. Bevor es zum Ende des Albums kommt gibt es mit dem Song „Evil Rules“ noch mal die volle Packung "Death Rap". Necro schließt das Album mit „Portait Of A Death Rapper“, großartiger Song, der zumindest zu diesem Thema keine Fragen mehr offen lässt und gespannt darauf macht, mit was Necro beim nächsten Album aufbieten wird.
Necro und „Death Rap“ sind definitiv anders als Vieles was man heutzutage im Hip Hop zu hören bekommt. Sowohl musikalisch als auch textlich hat er sich noch nie um irgend welche Regeln und Grenzen geschert.
Mit „Death Rap“ will Necro nun sein Genre zementieren und das gelingt im auch weitgehend, bis auf einige kleine Haken. Wer sich also nicht vor den doch oft sehr ungefilterten Texten scheut und gerne mal musikalisch etwas Neues ausprobieren möchte, sollte es auf jeden Fall mal mit „Death Rap“ probieren.
Texta – Paroli
Ist „Paroli“ das Abschiedsalbum von Texta? Ist es wirklich „Der letzte Schrei“ der Österreicher, wie sie im so benannten Track voller Frust klagen: „Was ihr hört ist unser letzter Schrei, letztes Mal am Mic, unsre Zeit ist längst vorbei“?
Ja, es scheint wirklich, als sei ihre Zeit vorbei, jedenfalls wenn man die Mentalität im derzeitigen Rapgeschehen und auch außerhalb dessen betrachtet. Und so ist es auch kein Wunder, dass „Oldschooler“ wie Texta – wenn sie nicht schon längst ausgestiegen sind – großteils sehr verbitterte, negative Texte schreiben. Bis auf ein paar Ausnahmen sind alle Tracks auf „Paroli“ sehr „anti“.
Wie der Titel vermuten lässt, wird auf dem Album angeklagt und Paroli geboten – gegen das kopflose Konsumverhalten, gegen die Mitschwimm-Mentalität, gegen die Trägheit und gegen die daraus resultierende Vereinheitlichung in der heutigen Gesellschaft. Im Gegensatz zu den Zeiten, in denen Gruppen wie Public Enemy hypten, hat die Rebellion heute Auszeit, so klagt Texta in „Pause für Rebellen“ auf einem stark an PE angelehnten Beat. Die Crew geht im Track „Jugend ohne Kopf“ sogar so weit, die gesamte Jugend von heute dafür zu verurteilen, dass sie ihr Jung-sein für Playstation und Party vergeudeten. Im selben Stück wird die Anklage dann aber durch treffende Selbstkritik relativiert: „Was soll die Ironie in eurer Lebensart, wenn ihr gegen etwas ankämpft, das ihr selbst vertreten habt?“ Doch Texta wettert nicht nur gegen die Jugend und den Gangsta-Rap. Auch der Glaube muss dran glauben. In „Um Gottes Willen“ richten die Rapper angesichts der Glaubenskriege und der Gewalt die oft vom Glauben ausgeht – heute und in der Vergangenheit – ihr lyrisches Schwert gegen alle Religionen: „Religion ist das Gift, das die Welt zerstört“.
Ja, und dann kriegen es natürlich auch – klar – die USA ab. „Weltpolizist“ ist ein starkes unter die Haut gehendes Globalisierungs- aber vor allem Amerika-kritisches Stück: „Ich weiß, du willst doch nur das Beste für die Besten: weiße Westen für den weißen Westen“ Doch „Paroli“ enthält nicht ausschließlich negative Kritik. Die Rapper von Texta können die Welt auch locker und mit Augenzwinkern sehen, wie in „Kein Problem“, bzw. der Mundartversion „Ka Problem“, wo sie über ihre unheilbare Verplantheit rappen. Er steckt wohl in jedem, „der zerstreute Professor, der die Zeit nicht versteht“. Die Zeit und das Unverständliche an ihr ist ein zentrales Thema auf „Paroli“. So gibt es auch ein eigenes Stück namens „Zeit“.
Ja, und wo schon beim Thema „Zeit“ sind …: ist sie nun für Texta wirklich vorbei, so wie für den Boxer in „Die Faust“, einem dramatischen Track über den letzten Kampf eines großen Boxers (nach dem Vorbild von Muhammed Alis legendärem letzten Kampf)? War das wirklich die „letzte Party“, wie in dem Abschiedssong „Morgengrauen“?
Texta war die erste Rapcrew, die ich live erlebte. Seitdem liebäugle ich ein wenig mit österreichischen Rap und alles was mit Texta zu tun hat (Die Unsichtbaren, Engelstaub, usw.) Ebenso, aber unabhängig davon, bin ich schon lange begeisterter Fan des österreichischen Neo-Volksmusik-Duos Attwenger, das – abgesehen von der gemeinsamen Heimat – eher weniger mit Texta zu tun hat und auch nur im weitesten Sinne ins Genre Rap passt. Als ich vor einigen Monaten dann aber ihre gemeinsame Kollabo, die Single „So schnö kaust gar net schaun“ (die auch auf dem Album ist) im Internet entdeckte, war ich begeistert – und gespannt auf das kommende Album.
Ich wurde in meiner Erwartung nicht enttäuscht. Texta steht weiterhin für schlauen, zeit- und gesellschaftskritischen Rap, vielseitig und musikalisch auf hohem Niveau. „Paroli“ ist ein gutes sechstes Album – und hoffentlich nicht das letzte.
Auch Haie haben Gefühle
Eine Reihe deutscher Wissenschaftler in 10 verschiedenen Forschungszentren hat entdeckt, dass auch Haie, die bisher vor allem als grausame Tötungsmaschinender Meere galten, eine gewiss Sentimentalität für Musik haben. Die Forscher konnten ein besseres Paarungsverhalten beobachten, wenn die richtige Musik gespielt wurde. Anscheinend nehmen die Tiere Musik ganz ähnlich wie Menschen auf und verarbeiten sie auch so. Zu den klaren Favoriten der Fische gehörten Songs wie Salt-N-Pepa`s „Push It“, Justin Timberlake mit „Rock Your Body“, oder der unsterbliche Klassiker von Joe Cocker „You Can Leave Your Hat On". Jens Hirzig von Sea Life Timmendorf berichtet von der Untersuchung, „Die Tiere schwammen umeinander und es machte den Eindruck, als ob sie miteinander tanzen würden. Durch die Studie bekommen wir die Möglichkeit zu erfahren, welchen Einfluss Musik auf das Paarungsverhalten von Haien wirklich hat.“ Zumindest in diesem Fall hat Hip Hop mal wieder für positive Stimmung gesorgt.
Hali Halisi
1999 wurde in dem afrikanischen Staat Tanzania eine Low-Budget-Dokumentation über tanzanischen HipHop gedreht. Der 30-minütige Film namens „Hali Halisi – Rap as an alternative medium“ wurde 2004 auf dem „H2O International Film Festival“ in New York als „best short documentary“ ausgezeichnet. Heute, acht Jahre später, ist der Film eine Zeitreise in eine Zeit, in der es beim Rap noch um Botschaften mit revolutionärem Geist ging, denn auch in Tanzania ist die Rapmusik – oder "Bongo Flava", wie sie dort genannt wird – inzwischen stark kommerzialisiert und verflacht. Der Film wurde nun ins Internet gestellt und man kann ihn auf YouTube oder www.africanhiphop.com angucken.
Ein Leben nach Snoop Dogg’s Doggystyle
Snoop Dogg wird am 26. Oktober auf der 28. Exotic Erotic Expo in San Francisco als Headliner performen. Auf der jährlich stattfindenden, zweitägigen Messe wird, wie dem Titel unschwer zu entnehmen ist, das Neueste aus der Welt der "Erwachsenen Unterhaltung" gezeigt. Am ersten Abend wird Snoop Dogg ein Konzert geben, am zweiten ist er außerdem noch Gastjuror bei der Wahl des besten Outfits auf dem diesjährigen Messe Ball. Für diesen Job hat er sich vermutlich unter anderem durch das Drehbuch und das Mitwirken für bzw. an den Pornos ‚Snoop Dogg’s Doggystyle‚ oder ‚Snoop Dogg’s Hustlaz: Diary of a pimp‚ qualifiziert. Mit diesen Verkaufsschlagern setzte Snoop Dogg den Trend X-Rated Videomaterial mit Hip Hop zu kombinieren.
Das Ende der Rapublik?
Ab dem 20. August wird JAM FM trotz der stetig wachsenden Erfolge der Sendung "JAM´s Rapublik" auf Deutschrap verzichten. Der Grund ist eine Neuausrichtung des Programms des Senders. Nach sechs erfolgreichen Jahren und über 300 Sendungen wird Moderator Nico Bielefeld heute Abend ab 22 Uhr zum vorerst letzten Mal die Rapublik rocken. Er wird einen Rückblick auf die letzten 6 Jahre "Jam´s Rapublik" liefern und wird so zusagen die REapublik revue passieren lassen.
Seit Juni 2001 hat Nico Bielefeld auf wechselnden Sendeplätzen für HipHop aus Deutschland einmaliges Format geschaffen. Mit der Entscheidung die Sendung zukünftig nicht mehr auf JAM FM auszustrahlen, geht eine wichtige Plattform für HipHop in den deutschen Medien verloren und es muss sich zeigen, wie das Loch, das entstanden ist geschlossen werden kann.
Für diejenigen unter Euch die genauso bestürtzt sind wie wir über die Entscheidung, die beste Deutschrap Radioshow abzusetzten, können wir nur sagen schreibt E-Mails an JAM FM, um eurem Unmut kund zu tun.
Stage Fever Contest 2007
Der Internetdienst Yahoo! startet zur diesjährigen Popkomm den „Stage Fever Contest 2007“. Dieser wird ausgetragen über den direkten Ableger der Seite Yahoo! Musik. Als Hauptgewinn winkt hierbei ein exklusiver Live-Gig, wodurch sich aufstrebende Musiker dem anwesenden Publikum und den immer zahlreich vertretenen Brachengrößen präsentieren können. Seit dem 13. August 2007 kann man sich unter yahoo.de/popkomm mit einem eigenen Musikvideo bewerben. Bei dem "Yahoo! Musik Stage Fever Contest" kann jeder mitmachen, der seine Performnce und sein Video für gut genug hält. Eine erste Vorauswahl wird dann von einer professionellen Jury,die aus Bachenkennern besteht getroffen. Die besten acht Acts dürfen sich und ihre Sounds vor knapp einer Million Internetnutzern von Yahoo! Musik in Deutschland präsentieren, die dann darüber entscheiden, wer der finale Sieger des Conests ist. Am 21. September wird der Gewinner im Berliner Popkomm-Club „Maria am Ostbahnhof“ seine Live-Qualitäten unter Beweis stellen.




