In der letzten Wochen bericheteten wir bereits über Foxy Browns Wechsel zu Koch Records und ihre handfeste Auseinandersetzung mit einer Nachbarin, nun wollen wir euch aber natürlich die neuesten Meldungen über die Diva nicht vorenthalten: Foxy liess verlauten sie sei schwanger und hätte ausserdem konkrete Hochzeitspläne. Mit wem sie sich vermählen möchte und ob dieser Mann auch der Vater ihres Kindes ist, darüber ist nichts bekannt.
Dokumentation in Arbeit
Nach Berichten der Fanseite biglonline.com befindet sich zur Zeit eine Dokumentation in Arbeit, die sich mit dem Leben des ermordeten MCs Lamont "Big L" Coleman befasst. Der ausschließlich auf DVD erscheinende Film wird den Titel „The Big L Story: Street Struck“ tragen. Der Regisseur des Films ist bisher nur unter dem Namen Jewlz bekannt, neben verschiedenen anderen Co-Produzente wird auch Pooch, ein enger Freund von Big L, eine wichtige Rolle in der Verwirklichung des Projekts spielen. Im Film wird es Interviews mit Freunden und Familienmitgliedern von Big L zu sehen geben, sowie noch nie gezeigte Konzertaufnahmen und Interviews mit Big L selbst. Eine der interessantesten Personen in der Dokumentation könnte Liza Rios, die Witwe des ebenfalls verstorbeneren Rappers Big Punisher sein, die von gemeinsamen Auftritten der beiden MCs erzählt. Der Film befindet sich zur Zeit noch in der Produktion und wird 2008 auf den Markt kommen.
Tha Dogg Pound zu Cash Money Records
Es ist offiziell. Nachdem die Gerüchteküche um Kurupt und Daz Dillinger nun schon eine ganze Weile brodelte, kann man es nun auf ihrer Homepage nachlesen: Tha Dogg Pound haben bei Cash Money Records unterschrieben, entsprechend wird dort auch ihr nächstes Album erscheinen. ‚Dogg Chit‚ (März 2007) erschien noch in Kooperation mit Koch Records, darüber, warum auf weitere Zusammenarbeit verzichtet wird, ist nichts bekannt.
Im Moment arbeiten Kurupt und Daz auch noch an einer DVD namens ‚Tha Dogg Pound: The Videos‚. Geplant ist auch noch ein Streetalbum von Daz Dillinger mit dem Titel ‚Gangsta Party‚, welches im September veröffentlicht werden soll.
The Chapter – The Prewreck
The Chapter, das sind Verbal E und 3Sixty. Ganz formell gesagt: ersterer übernimmt den Part des Rappers und letzterer ist vor allem für die Produktion zuständig, und das nicht nur am Sampler bzw. an der Drum-Machine, sondern auch an Drums, Bass, etc. Hinzukommen hie und da noch diverse Livemusiker. Man kann sich das Ganze also mehr oder weniger wie „The Roots“ vorstellen, womit wir auch zu einer Sache gelangen, die dem Hörer vielleicht als allererstes auffallen mag: The Chapter sind vom Klang her ?uestlove und Co. sehr ähnlich, besonders wenn man an ältere Releases der Band aus Philadelphia denkt. Nicht umsonst sieht ?uestlove diese Gruppe als Teil des nächsten Hip Hop-Movements. Nichtsdestoweniger lohnt es sich mal reinzuhören, speziell für die, die auf den Sound der Roots, Mos Def oder von ähnlichen Künstlern aus erfolgreichen Rawkus-Zeiten stehen. Die 17 Tracks des Tonträgers haben auf jeden Fall Kopfnicker-Potential. Dies wird unter anderem durch die Verwendung sehr funky, groovender Drumsets erreicht. Dabei kann man ohne Bedenken die Ähnlichkeiten vergessen und sich dem Hörgenuss hingeben. Meist geht es in den Texten darum, sowohl Hip Hop als auch die Wahrheit zu representen und oben zu halten. Wie man sich denken kann, liefern die Jungs Jazz, Blues, Funk und auch Rock beeinflusste Songs. Im guten alten Boom Bap-Style stehen die Basslines meist im Vordergrund. Also ganz klassisch; allerdings hat das, der heutigen Möglichkeiten sei Dank, nicht mehr den Sound der 90er. Deutlich wird diese Linie zum Beispiel in Song #8. Auf einem der besagten Drum-Sets und einer an Public Enemy No.1 erinnernden Bassline werden Ansagen im Stile eines smoothen James Brown gekickt. Ein weiterer interessanter Einblick wird in Titel 4 geboten. Verbal E erzählt in „Star Gazin´“ unter welchen Umständen sein Leben bzw. sein musikalisches Leben stattfindet. Fazit: Egal was kommt, er zieht es durch. Nicht neu, aber gut gemacht. Für wirklich gelungen, halte ich „Landuvbrokenenglish“ Part 1-3 feat. E-Dot. Drei zusammenhängende Beats, auf denen die Jungs representen und sich Styles um die Ohren schmeißen. Leider, aber irgendwie auch witzig, ähnelt E-Dot dem großenartigen Chubb Rock – oder war das etwa beabsichtigt? Mit Track 11 liefern The Chapter einen funky-freshen Song, in dem sich Verbal E einmal mehr als geschickter Lyricist erweist. Durch eine Menge Wortspiele und Bilder rechtfertigt er den Titel „Screwface“ mehr als gut („Make the shit that make you close your eyes and screw ya face“). Fünf Lieder weiter erwartet den Hörer einen der wohl längsten „Interludes“, den es auf einem Tonträger wohl geben mag. Knackige Drums und eine Bassline, die wohl auch einem Baby Huey gefallen hätte, gestalten hier die 3 Minuten und 47 Sekunden. Für den Freund von Loops wird das sicher nicht langweilig.
So weit so gut. Nachdem ich in den vorangegangenen Zeilen zugenüge mit Namen aus den 70ern und der Rap-Historie um mich geschmissen habe und auch ausreichend auf den Drums usw. herumgeritten bin, sollte spätestens jetzt klar sein, in welche Kerbe The Chapter schlägt. Ob das Ganze nun zeitgemäß oder längst überholt ist, sollte jeder für sich entscheiden. Wer auf den Geschmack gekommen ist, dem sei gesagt, dass dies nur der erste Teil einer Trilogie ist. Sozusagen ein Appetitanreger… Im Enddefekt würde ich sagen, dass The Chapter Musik machen, auf die sie feiern; und da von The Roots nichts kommt, machen sie es halt selbst. Okay, man kann das vielleicht auch als bite ansehen, aber damit kennen wir uns in Rap-Deutschland ja bestens aus. Um mit Nas zu schließen: „No idea is original, there is nothin’ new under the sun / It’s neither what you do but how it’s done.”
Killah Priest – The Offering
So richtig möchte man sich nicht an die Praxis der Plattenveröffentlichungen gewöhnen, oder? In einem Interview letzten Jahres (www.rap.de/features/614) war Killah Priest noch der festen Überzeugung, dass „The Offering“ noch in 2006 erscheinen würde. Aber wie sollte es anders sein, es hat natürlich wieder länger gedauert. Jetzt endlich ist Album Nr. 6 da und man darf gespannt sein, was KP auf seiner fortlaufenden Suche nach der Wahrheit entdeckt hat.
Rein handwerklich erlaubt sich Mr. Reed keine Patzer, dementsprechend kann man von einem sehr soliden und runden Album sprechen. Die 64:22 min., aufgeteilt in 17 Tracks, werden hauptsächlich durch dunkle, leicht melancholische Beats bestimmt. Bei solch einer musikalischen Untermalung wird man, meinem Empfinden nach, zwischendurch recht nachdenklich. Allerdings dürfte das ganz im Interesse Killah Priests sein, ist dies doch eines seiner selbst erklärten Anliegen. Den größten Teil seiner Songs bestreitet KP alleine, zum Rest gesellen sich anerkannte Rapper wie z.B.: Nas, Immortal Technique, Hell Razah, Canibus, Ras Kass und Kurupt. Auch sie lassen technisch keine Fragen offen. Inhaltlich bleibt der Gründer der Sunz of Man, seinen altbekannten Themen treu. Der Fan findet, wie gewohnt, reichlich biblische Bezüge vor und erfährt weiterhin vom täglichen Kampf im Ghetto und mit sich selbst. Letzteres ist z.B. auf Titel Nr. 2, „Salvation“, zu hören. Zum Titel passend, sind sowohl die Lyrics als auch der Beat recht dramatisch gestaltet. Wesentlich energischer geht es im darauf folgenden Song „Gun 4 Gun“ zur Sache. An der Seite von Nas wird klargemacht, dass man mehr als bereit ist, die eigene Mission zu Ende zu bringen und die Straße mit all ihren Problemen nicht vergisst. Ähnlich überzeugt, zeigt sich Killah Priest auf dem Song „Priesthood“. Hier sieht er sich sogar als neuer Rakim oder als Pharao of the Big Apple. Was aus meiner Sicht aber viel wichtiger ist, ist der Fakt, dass Priest seinen eigenen Style fährt: man erkennt einen Killah Priest sofort, wenn man ihn hört. Track Nr.8 macht mir persönlich schon Appetit, auf eine „Horsemen“-LP. Neben einer Online-Veröffentlichung vor einiger Zeit ist seit längerem auch ein ganzes Album angekündigt. Mit Canibus, Ras Kass, Kurupt und Killah Priest hat sich in diesem Projekt eine feine Anzahl von MCs gefunden, die solo oder eben wie hier im Zusammenschluss wunderbar miteinander agieren.
Der Titelsong spiegelt das Grand des Albums recht gut wieder; allgemein gesagt, wäre wohl deep die richtige Beschreibung. Allerdings sollte man sich vom Beat nicht über die Lyrics hinwegtäuschen lassen, ist der Song doch ein Aufruf, egal wie mies das Leben auch sein mag, seine Möglichkeiten abzuchecken. Zum Ende des Albums wird der Sound etwas heller und freundlicher. Titel 14 macht den Anfang, und eine Erklärung dafür könnte Young Priest sein, richtig, einer von Killah Priests Söhnen. Dieser ist im Chorus vertreten und darf auch ein paar Zeilen droppen. Eine coole Idee, wie ich finde, da es die angesprochene Problematik, „The PJs“, nicht auf den Rapper bzw. Erwachsenen beschränkt, sondern aufzeigt, dass auch die folgende Generation kaum Verbesserung erfährt.
Mit „The Offering“ hat Killah Priest, wie anfangs gesagt, ein grundsolides Werk abgeliefert. Zum Schluss bleibt es ein Tonträger sowohl für den Fan als auch für den, der auf diesen Style steht. Doch aus meiner Sicht hat dieses Album einen ganz entscheidenden Vorteil. Es wird bei mehrmaligem Hören eigentlich nur besser. Also ruhig nach dem ersten Durchlauf noch mal einlegen. Des Weiteren sollte man sich die Texte genauer anhören und sich selbst vielleicht auch mal auf die Suche nach der angeblichen Wahrheit begeben. In diesem Sinne: haltet euch gerade!
Reclaim Your U-Bahn
Heute Abend (20.08.2007) um 20:30 Uhr veranstaltet die Berliner Band K.I.Z. ein kleines U-Bahn Konzert. Eingeladen sind alle Berlinerinnen und Berliner, Freunde und Freundinnen des Hauses Royalbunker, die Berliner Polizei, sowie alle Menschen, die den festen Willen haben durchzudrehen. Treffpunkt für die Aktion ist der U-Bahnhof Schlesisches Tor in westlicher Fahrtrichtung, sprich Bahnsteig 1, Richtung Uhlandstraße. Um Punkt 20:30 Uhr werden die Gäste gebeten, gemeinsam mit der Band einen oder mehrere U-Bahnwaggons zu besteigen, um bei den Klängen einer mitgebrachten Gesangsanlage, sich die Kleider vom Leib zu reißen, zu tanzen, öffentlich Sex zu haben und bei schaukelndem Gedränge zu schwitzen. Sinn dieser Aktion ist es, die U-Bahn als öffentlichen Raum wieder zu entdecken, der jeder Bürgerin und jedem Bürger offen steht und diesen Raum auch individuell und bewusst wieder zu nutzen. Gerade in den letzten Jahren wurde der öffentliche Raum immer mehr verkommerzialisiert und ein einfaches Aufhalten, auch Abhängen genannt, ohne Geld in diesem Raum wurde immer mehr stigmatisiert. Gegen diese Tendenz wollen K.I.Z. gemeinsam mit den Berliner Verkehrsbetrieben ein Zeichen setzen. Hahahah! Nebenbei weisen K.I.Z. selbstverständlich darauf hin, dass am 24.08.2007 ihr neues Album „Hahnenkampf“ erscheint. Zu diesem Anlass dachte man sich aber auf der Seite der Geschäftsleitung, dass ein Konzert für 2,10 Euro eine nette Geste an Fans und die Berliner Bevölkerung gleichermaßen ist.
It’s all about Love!
Der Untergang von Death Row
Nachdem bereits die Mutter des verstorbenen Tupac Shakur Klage gegen die ehemalige Westcoast Hochburg Death Row Records eingereicht hatte, zog am vergangenen Mittwoch (15.August) Dr. Dre ebenfalls vor Gericht. Der Grund waren die Urheberrechte an seinem Klassikeralbum „The Chronic“ aus dem Jahr 1992. Nach Angaben der Associated Press forderte Dre das Gericht dazu auf, frühere Abmachungen mit dem Label aufzulösen. Er hatte zunähst die Vertriebsrechte an Death Row abgegeben, diese dann in einer Vereinbarung von 1996 aber damit verknüpfen lassen, dass er weiterhin Anteile vom Gewinn bekommt. Nachdem sich das Label 2000 weigerte zu zahlen, forderte Dre zu ersten Mal die Rückgabe der Copyrights an dem Album. Da bisher nichts geschehen ist hat er jetzt Klage eingereicht, die außerdem eine dauerhafte gerichtliche Verfügung gegen Death Row beinhaltet, um einen Verkauf der Rechte zu verhindern, sofern Dre nicht schriftlich persönlich zugestimmt hat. Dr. Dre sieht sich selbst als den Erschaffer, Produzent, und generell als wichtigsten Mann im Aufnahmeprozess von „The Chronic“.
Cyssero – Protege Of The Game
Immer wieder spannend ist die Analyse der Namensgebung einiger Künstler. Cyssero, ehemals aus dem Black Wallstreet-Camp um The Game bekannt, begibt sich bei seiner Benennung auf die Pfade des alten Rom und einem seiner gebildetsten Schriftsteller und Redner, der die lateinische Sprache in Ausdruck und Form zur Vollendung gebracht hat und darüber hinaus auch noch gegen die Alleinherrschaft Cäsars ankämpfte: Cicero. Außerdem hat der Name etwas Kämpferisches und mit dem Doppel-S auch noch ordentlich Westcoast-Slang. Fazit: guter Name.
Das hat nun alles nichts mit seinem Album „Protege of The Game“ zu tun, aber interessant ist es trotzdem. Kommen wir also zum Album. Es stammt noch aus der Black Wallstreet-Zeit und wird hier erst jetzt veröffentlicht. Aus den Credits gehen als einzige Features benannter Game und Ich-croone-auf-alles-was-Bumm-Tschakk-macht-Akon hervor. Erfrischend, wenn man an einige zusammengecastete Rap-Pop-Alben in der letzten Zeit denkt. The Game hört sich an wie auf „Hate It Or Love It“ und Akon nervt nicht, also zwei Pluspunkte.
Drei weitere Pluspunkte gibt es für des Storchen Scotts Samplewahl auf „So Fresh“ (Kool and the Gang), für die Hook auf „Stick Em“: „Braaa, Sticky, Ja haha Sticky“ und für die abwechslungsreiche und immer souveräne Delivery des Westcoaströmers. Alles andere auf diesem Album entspricht, und ich sage leider, nur dem Stand der Kunst. Wir finden alles was wir an den Staaten an verschiedenen Beats lieben auf diesem Album und Cyssero ist auf jedem Beat gleich gut und dabei sehr variabel. Thementechnisch liegt seine Innovation aber bei null, denn er ist nicht der erste seine Mutter liebende, auf Partys Frauen aufreißende, im Alltag struggelnde und Gegner tötende Straßenrapper in diesem Jahrtausend.
Ob er das nun überzeugend und authentisch rüberbringt oder nicht, ist eigentlich ziemlich egal, aber wirklich notwendig haben wir dieses Wiedergekäue nicht. Ich lasse mich dennoch dazu hinreißen dieses Album in Maßen zu feiern, da der Rap wirklich Power hat und trotz inhaltlicher Einfallslosigkeit einen gewissen hachhaltigen Eindruck hinterlässt, dem ich mit weiterem Hören noch auf den Grund gehen werde.




