1997 verünglückte Lady Di, nach einem tragischen Unfall mit mysteriösen Hintergründen, tödlich in Paris. Nächstes Jahr wird sich der Todestag zum 10.Mal jähren. Um ihre Mutter zu ehren, wollen die Söhne Prinz WIlliam und Prinz Harry ein Tribute Konzert zu Ehren ihrer verstorbenen Mutter organisieren. Geplant ist die Veranstaltung für den 1.Juli 2007, das Geburtsdatum von Lady Di. Künstler wie Beyoncé, Elton John, Madonna und auch Pharrell Williams von den Neptunes sollen hierbei für die musikalische Unterhaltung sorgen. Stattfinden würde das Konzert im neuen Wembley Stadium, das nach dem Neubau über 90000 Sitzplätze verfügen wird. Unter Dach und Fach ist noch nichts, man kann aber fest davon ausgehen, dass dieses Riesenspektakel auch seine zahlreichen Besucher und Zuschauer vor den Fernsehgeräten finden wird…
Und der Index lässt grüßen
Na, na, na – was heutzutage so alles in den Kinderzimmern (ab)läuft. Da geht doch ein verantwortungsvoller Vater, routinemäßig in das Zimmer seines Sohnes und findet die Exemplare "BadBoys 2" und "Geschäft ist Geschäft" der bekannten Berliner MOK und Frauenarzt. Nichts ahnend hört sich der süddeutsche Familienvater die LPs an und ist so geschockt und empört, dass er diese kurzerhand an die BpjM (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) schickt und zur Polizei geht, um Anzeige zu erstatten. Daraufhin reagierten die Gesetzeshüter ähnlich und stehen nun kurz davor, die besagten Objekte aus dem Verkehr zu ziehen. Naja – Klingeltöne sind jedenfalls weiterhin erlaubt.
Snoop Dogg – Tha Blue Carpet Treatment
Mit seinem achten Solo Album “Tha Blue Carpet Treatment” hat es Snoop Dogg mal wieder einwandfrei geschafft zeitgemäss zu sein, ohne seine Wurzeln zu vergessen. Ein typisches Snoop Album ist es geworden, gleichmäßig flowend, auch wenn der Doggfather diesmal seiner Leidenschaft für Experimente genug Raum gegeben hat, um mit ungewöhnlichen, überraschenden Tracks aufzuwarten, wie zum Beispiel der Letzte Track, „Conversations“ feat. Stevie Wonder.
Hier werden ganz selbstverständlich die Blues Mundharmonika und Stevie Wonder’s gospelartiger Gesang mit düsteren Synthieklängen unterlegt. Oder auch „Psst!“ mit Jamie Foxx als Feature und Produzent. Natürlich sind auch ein paar ganz typische Snoop Joints dabei, die im Prinzip auf jedem beliebigen Snoop Dogg Album hätten sein können, was angesichts der hohen Erwartungen die diesem Album entgegengebracht wurden auch zu Enttäuschungen führen kann. Aber „Tha Blue Carpet Treatment“ ist mit Perlen ausgestattet, die einige weniger brillianten Standartsongs vergessen lassen.
"Vato" mit B-Real (Cypress Hill) gehört auf jeden Fall dazu. Der Beat stammt von Pharrell, der ursprünglich auch als Feature geplant war (und es sich auch nicht verkneifen konnte am Ende des Songs noch mal ordentlich seinen Namen ins Spiel zu bringen). Snoop entschied sich allerdings für B-Real, da tat er auch gut dran, denn warum einen Pharrell mit spanischem Akzent rappen lassen wenn man einen echten Latino namens B-Real haben kann?
Das Ergebnis ist auf jeden Fall ein Burner geworden und hat als Street Single besagte Erwartungen noch hochgeschraubt. Auch ein Track den ich seit dem ersten Hören nicht mehr missen möchte ist „Imagine“ feat. Dr.Dre & D’Angelo. Genau wie bei „Vato“ ergänzen sich hier drei verschiedene Künstler perfekt: Dre hat einen Bombenbeat abgeliefert, dazu D’Angelos unverwechselbarer Gesang und Dre’s und Snoops Rap Parts ergeben einen wunderbar souligen HipHop Classic. Überhaupt hat die längst überfällige Zusammenarbeit von Dre und Snoop auch nach fünf Jahren mal wieder bestens funktioniert. Auch die Dre Produktion „Round Here“ ist für Snoop Liebhaber ein echter Leckerbissen.
Für die erste offizielle Single „That’s That“ hat er sich R.Kelly klargemacht, dabei herausgekommen ist ein smoother Partyjoint, auch davon befinden sich einige auf „Tha Blue Carpet Treatment“. Auch „Candy (Drippin’ Like Water)“ mit seinem, ja, ich möchte schon sagen „Pharrellesquen“ Beat wird seinen Weg auf die Dancefloors finden. Nicht zu vergessen „Get A Light“ feat. Damian Marley: hier hatte Timbaland die Finger im Spiel und auch hier ist es wieder das Zusammenspiel dreier Musiker, welches den Track perfekt macht.
Snoop Dogg hat sich neben seinem unvergleichbaren Style schon immer durch die richtige Auswahl der Features und Produzenten ausgezeichnet. Das hat er auch hier wieder teilweise genial umgesetzt. Alles in allem wäre vielleicht an manchen stellen dieses Longplayers weniger mehr gewesen, trotzdem präsentiert sich hier ein extrem entspannter Snoop Dogg mit einem überwiegend guten achten Solo-Album, das einige so geniale Tracks enthält, dass die schwachen Stellen nicht ins Gewicht fallen. Unbedingt hörenswert!
VA – Gang Member Vol. 1
Nach diversen Solo- bzw. Mixtape-Releases der Künstler Ren Da Gemini, Agent I, DJ iLL, Blessed Child und Sarajevo Kids, hat das Freiburger Untergrund-Label Rapkilla Records nun seinen ersten Labelsampler "Gang Member Vol. 1" veröffentlicht. Auf 20 Tracks, produziert von DJ iLL, Rocky Z, Skome und BeatGees, soll der deutsche Hardcorerap-Sektor wieder zum brennen gebracht werden.
Auch die Liste der Featuregäste macht dem Untergrund-Fan Hoffnung auf ein hartes Deutschrap-Album, bei dem es ordentlich was auf den Deckel gibt. Aci Krank & Boxxxstar, Frauenarzt, VS-Mafia, sowie die Newcomer von Dead Game Records, Keskin, geben sich die Ehre. Ausserdem zeigen auf "Konnekktet", zu dem auch gleich noch ein Video gedreht wurde, die Nürnberger Automatikk, wie gut die Rapkilla Artists vernetzt sind. Diese Kollabo ist dann auch schon perfekt gelungen und zählt definitiv zu den besten Tracks von "Gang Member Vol. 1", wie auch "Alles Echt", der Introsong des Samplers, der wunderbar aufgeräumt, wie eine Präsentation in Gangsterrap-Manier wirkt und am Anfang genau richtig platziert ist. In diese Kategorie zählen auch "Krieger, Hustler, Pimps" oder "Überfall", die verdeutlichen, dass mit den Gangmembers nicht zu spassen ist. Auch Tracks mit nachdenklichem Hintergrund wie "Ich Bin Verloren" und "Alptraum" werden durchaus gut und ehrlich klingend übermittelt und zeigen, dass die Rapkilla Artists auch einiges zu erzählen haben.
Andererseits hören sich auch einige Songs, wenn auch mit DJ iLLs Beats soundtechnisch gut bis sehr gut umgesetzt, etwas verbraucht an. Natürlich darf man bei Hardcore-Alben dieser Art nicht mit Blick auf Reimtechniken und Flows bewerten, was auch deutlich ausgedückt wird: "Was hier zählt sind nicht Skills, kein Doubletime/ Sag mir Bruder, was hast du von einem Doublerhyme." Das sind nicht die Ziele der Freiburger Jungs, dennoch klingt vieles einfach zu angepasst an diejenigen Acts, vor allem aus Berlin, die diese Art von Rap im deutschen Untergrund so populär gemacht haben. Das soll keinesfalls heissen, dass die Rapkilla Artists nicht rappen können. Glücklicherweise handelt es sich nicht um Möchtegern-Gangster, die einfach ausprobieren wollen, ob sich auch mit einigen Disstracks ein bisschen Geld verdienen lässt. Die meisten sind schon seit einigen Jahren dabei und können auch das Gefühl vermitteln ihre Sache ernst zu nehmen, trotzdem drängt sich einem beim Durchhören zwangsläufig der Gedanke auf, von gefickten Müttern, Drohungen und Lösegeldforderungen in diesem Umfang schon genug gehört zu haben.
Unterm Strich steht ein aggressives Straßenalbum, dass auf der einen Seite gut produziert, knallhart und auch interessant ist, jedoch teilweise auch zu durchschnittlich und konturlos klingt. Zwar wird dem Hörer guter, harter Rap geboten, diverse Tracks lassen aber einfach einen typischen Charakter von Rapkilla Records, einen besonderen Wiedererkennungswert, vermissen. Einige Ansagen, wie beispielsweise auf "Nimm Ihn" oder "Du Schwein" hätten auch interessanter verpackt werden können, das Talent und die Möglichkeiten sind zweifellos vorhanden.
American Music Awards
Vor 2 Tagen fanden die 34. American Music Awards in Los Angeles statt. Als Live-Acts gaben Beyoncé, Nelly Furtado, Snoop Dogg, Jay-Z und viele weitere Superstars ihr Bestes. The Black Eyed Peas gewannen gleich drei Awards, in den Kategorien "Favorite Hip Hop Group", "Best Hip Hop Album" und "Favorite Soul& R’n’B Group". Dieser Meinung waren allerdings nicht alle Zuschauer und Mitverfolger dieser Awards, unter einem Großteil machte sich eine unmissverständliche Empörung breit. will.i.am mag vielleicht als Produzent seine Anerkennung finden, die Black Eyed Peas sind aber inzwischen reiner Hip POP, da gibt es nichts zu leugnen.
Davon abgesehen gab es natürlich auch noch weitere Künstler, die sich über einen Award freuen durften. And the winners are…
Sean Paul – Male Artist/ Pop-Rock
Jamie Foxx – Male Artist/ Soul-R’n’B
Mary J. Blidge – Female Artist/ Soul-R’n’B
Mary J.Blidge – Album/ The Breakthrough
Eminem – Male Artist/ Rap-Hip Hop
Gemeinsam gegen Aids
The same day as every year : der 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. So auch in diesem Jahr mit folgendem Motto: "Gemeinsam gegen Aids. Wir übernehmen Verantwortung. Für uns selbst und andere." Träger dieser Aktion sind wie immer die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Die Deutsche Aidshilfe und Die Deutsche Aids-Stiftung. Was hat das Ganze mit HipHop zu tun? Abgesehen davon, dass dieser Tag immer eine Erwähnung wert ist, ist einer der prominenten Botschafter in diesem Jahr der allseits bekannte Samy Deluxe. "Leider wissen viele Jugendliche beim Thema Aids überhaupt nicht bescheid und denken, dass sie das nicht betrifft. Ihnen will ich sagen: es ist cool, Verantwortung zu zeigen.", lautet seine Botschaft.
Also, Jungs, am 1. Dezember und auch sonst immer an Kondome denken.
6. Berliner jugendFORUM
Morgen, am 25.11, werden ca. 1000 junge Menschen ins Berliner Abgeordnetenhaus kommen, um dort zu diskutieren, sich ins politische Geschehen einzumischen und mit den frisch gewählten Berliner Volksvertretern (Daniel Buchholz/SPD, Kurt Wansner/CDU, Ramona Pop/Grüne) aktuelle und brisante Themen zu verhandeln. Ebenfalls werden D Irie (Shok Muzik), Staiger vom Royal Bunker und auch wir von rap.de mit von der Partie sein. Titelthema dieser netten Runde: "Integration gegen die Wand? oder: Kann Musikkultur das leisten, was Politik nicht schafft?" Es geht also darum, dass Interpreten/Künstler sich selbst thematisieren, ihren Status etc. vermarkten ("Mein Block" etc). Frage also: Kann Politik das jemals leisten, was Migranten/Musiker sich selbst nehmen, selbst zum Thema machen, dadurch auch öffentlichkeitswirksam/erfolgreich sind? Weiteres Programm: ein Fußballturnier im Käfig, und Berlins Breakdance-Battle 2006 sowie zwei Bühnenprogramme mit Live-Acts von Lucry (Latino Allemagne) bis Pyranja und und und.
Wir sind gespannt, was am Ende dabei rauskommt…
Der legitime 2 Live Crew Nachfolger
Am Samstag, 25.11.06. gastiert DJ Assault aka Craig Diamonds aus Detroit im Berliner 103 Club und wird dabei eines seiner in Deutschland ganz seltenen DJ-Sets geben. Der sogenannte "Godfather Of Booty-Bass" hat quasi das musikalische Erbe der 2 Live Crew mitte der 90iger angetretten und bis zum heutigen Tage deren Miami Bass Sound weitergeführt und -entwickelt. Für alle Fans des Booty-Bass, Ghetto-Tech und Elektro also ein absoluter Pflichttermin. Bestimmt werden sich auch einige bekannte Berliner Rapper, in deren Produktionen der Elektroeinfluß unüberhörbar ist, dieses Event nicht entgehen lassen. Ab 23.30 Uhr gehts los!
Alle die dann doch lieber den altbewährten Hip Hop Sound bevorzugen, sollten die aktuellen Tourtermine von u.a. Oh No, Promoe, The Roots und The Game im Auge behalten.




