#unhatewomen kritisiert verbale Gewalt gegen Frauen in Raptexten

In der vergangenen Woche wurde die Initiative „#unhatewomen“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine Kampagne, die auf verbale Gewalt gegen Frauen in Songtexten aufmerksam machen soll.

In einem dazugehörigen YouTube-Video lesen mehrere Frauen einzelne sexistische Textzeilen verschiedener Rapsongs der letzten Jahre vor. Die nüchterne Art und Weise des Vortrags lenkt den Fokus dabei auf den Inhalt der Textpassagen. Am Ende des Clips erscheint die Botschaft „Es ist Zeit, etwas zu ändern“, mit dem Verweis auf die eigene Website.

Die Initiative „#unhatewomen“ stammt von Terres de Femmes, einem gemeinnützigen Verein, der sich für ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen weltweit einsetzt. Die Organisation fordert die Bundesregierung auf, frauenverachtende Hasskriminalität im Internet aktiv und konsequent zu bekämpfen.

Auch wenn Rap seit jeher davon lebt, die Grenzen der Kunstfreiheit auszutesten, sollte man sich die Frage stellen, ob frauenverachtende Inhalte ein Teil davon sein sollten. Dass das Gesetz das Rappen derartiger Zeilen ermöglicht, heißt nämlich nicht zwingend, dass eine solche auch vor Kritik gefeit ist – denn für das, was man von sich gibt, ist einzig und allein man selbst verantwortlich.

13 KOMMENTARE

  1. „Dass das Gesetz das Rappen derartiger Zeilen ermöglicht, heißt nämlich nicht zwingend, dass eine solche auch vor Kritik gefeit ist – denn für das, was man von sich gibt, ist einzig und allein man selbst verantwortlich.“
    Was?

    • Damit ist lediglich gemeint, dass „Meinungsfreiheit“ (bzw. „Kunstfreiheit“) nicht auch „Freiheit von Kritik“ heisst.

  2. Bin genau derselben Meinung, wie die Autor*in – höchste Zeit, dass wir die Kunstfreiheit abschaffen, um mit diesem entarteten Gedankengut gründlich aufzuräumen!

    Danke, rap.de!

  3. Nur weil mir eine ernste Frau die Textzeile vorab vorliest, lass ich mir sicher nicht verbieten, meiner Freundin nach Genuss des Songs „Fick mich Finch“ Glassplitter ins Gleitgel zu mischen.
    Menschen, die denken, dass der geneigte Hörer sowas macht oder aufgrund der Musik ein frauenfeindliches Mindset hat, denken auch das K.I.Z.-Fans nach dem Konzert Messerklingen in die Journalistenfressen stechen oder Egoshooterspieler früher oder später Amoklaufen.

    Man hört es doch genau deswegen, weil man die Grenzüberschreitung als solche versteht und es so absurd und/oder überzeichnet ist. Aber klar, man kann sich auch an Musik abarbeiten, statt echte Probleme wie den Gender-Paygap ins Auge zu fassen.

  4. ohne jemanden in schutz nehmen zu wollen denn sexistische texte gehören dem mittelalter an aber:
    was ist eigentlich mit dancehall?? im dancehall wird noch ein viel frauenverachtenderes bild gezeichnet als im rap scheint aber niemanden zu kümmern bzw seh ich eigentlich nur frauen die dancehall cool finden und es auch feiern? ist die welt total verkehrt?? und ich kenne auch genügend frauen die sexistischen rap hören, und es auch gar nicht hinterfragen, reden wir hier also von einem gesellschaftsschichten problem denn anscheinend haben auch viele frauen kein problem damit!

    • Es geht doch aber nicht um die Frauen, die mit den frauenfeindlichen Texten kein Problem haben, sondern um die, die ein Problem damit haben! Und das ist ein nicht geringer Anteil der Bevölkerung, behaupte ich jetzt mal. Das Rauchverbot ist ja auch nicht entstanden wegen Nichtrauchern, die mit Rauchenden kein Problem haben, sondern wegen denen, die ein Problem damit haben. Vor allem wegen denen, die davor geschützt werden müssen und die nicht gehört werden.

  5. Ich bin eine Frau ich höre deutschrap seit ich 13 bin ich werde 25 also fast mein ganzes Leben! Ich liebe deutschrap gerade deshalb weil da solche Zeilen vorkommen! Ich stehe nicht auf Rap mit ich liebe dich oder sowas!
    DAS MACHT RAP AUS!!!! Also ich als Frau fühle mich nicht angesprochen wenn ich sowas höre! Ich liebe doch Deutschrap gerade wegen den Texten, den Beat, einfach alles daran! Auf Konzerten sieht man sehr, sehr viele Frauen & die scheinen auch kein Problem damit zu haben! Als ich das im Fernseher gehört habe musste ich einfach nur lachen Das zeichnet Rap aus & das wird auch immer so bleiben! Da kann auch diese Hetzkampagne nix dran ändern!

  6. Anlässlich des Vorfalls mit Fler und einer Aktivistin möchte der Zentralrat der Männer klarstellen, dass er sich voll und ganz von Arschlöchern wie Fler distanziert.
    Der ZdM reißt ab und an mal nen dummen Witz, ist sich aber vollkommen bewusst darüber, dass seine Meinung bzgl. #UnhateWomen vollkommen irrelevant ist. Hier zeigt sich mal wieder, dass es tatsächlich Männer gibt, die die Existenzberechtigung #Unhatewomen begründen. Der ZdM zieht sich jetzt zurück um weiter zu reflektieren.

  7. Mit der Frauenverachtung im Rap ist das etwa so wie mit der breiten Verfügbarkeit von pornographischen Inhalten und der allgegenwärtigen Gewalt in den Medien. Die verrohen unsere Gesellschaft und die sprachlichen und graphischen Bilder werden in die Realität hineingetragen.
    Sollte man alles verbieten und wieder zu christlichen Werten wie Nächstenliebe zurückkehren. Dann hätte sich auch das Problem mit dem sexuellen Missbrauch von Frauen erledigt. Man denke nur die katholische Kirche, da werden nur Jungs missbraucht.

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here