Der neue Chefredakteur: Ein paar Worte von Skinny

Ich habe neulich realisiert, dass ich mittlerweile schon fünf Jahre in dem ganzen Zirkus hier mitmische. Wenn ich „Zirkus“ sage, meine ich das nicht verbittert oder abwertend, aber diese halbe Dekade war an chaotischen, lustigen und prägenden Ereignissen kaum zu übertreffen. Besonders 2019 war turbulent und das nicht nur privat, ich habe auch neue Jobs angetreten und haufenweise spannende Aufträge abseits von meiner Tätigkeit bei rap.de erhalten.

Das ohnehin schon bewegteste Jahr meines Lebens gipfelt nun darin, dass Oliver Marquart das Zepter weiterreicht und ich den Posten als rap.de-Chefredakteur übernehme. Danke nicht nur dafür, lieber Oli – danke für alles! Dass du mir damals das Praktikum hier ermöglicht hast, hat alle Weichen für mein heutiges und mein zukünftiges Leben gestellt. Ich weiß noch, wie ich 2014 im weißen Hemd zum Vorstellungsgespräch aufgeschlagen bin, weil ich keine Vorstellung hatte, wie es hinter den Kulissen dieser Branche zugeht und auf Nummer sicher gehen wollte. Lachkiqq, jetzt weiß ich es besser und muss zugeben: Ich habe nicht auf alles Bock, das du dir die letzten Jahre als Chef von rap.de so antun musstest. Dennoch kann ich es kaum erwarten, ans Eingemachte zu gehen.

Das Eingemachte wird zwar bis nächstes Jahr warten müssen – im Dezember sind keine großen Sprünge mehr zu erwarten – aber dann geht’s weiter. Es ist schon einiges in Arbeit, es wird verhandelt, konzipiert und gebrainstormt, doch was konkrete Pläne und Ideen angeht, möchte ich noch keine Schnellschüsse abfeuern. Zur Zukunft von rap.de kann ich euch aber versichern: In Sachen Integrität und Courage werden wir nichts einbüßen! rap.de wird weiterhin für starke Meinungen und unbequeme Wahrheiten stehen. Ich schreibe mir durchaus auch auf die Fahne, einen großen Teil zu der Richtung beigetragen zu haben, die rap.de in den letzten Jahren eingeschlagen hat. Nicht unbedingt die politischen Impulse, vor allem die generell kritische Grundhaltung was bestimmte Verhaltensweisen, Industriemechanismen und lieblose (aka beschissene) Musik angeht. Natürlich bin ich nicht mehr der naive Idealist, der damals im Wochentakt heißblütige Kolumnen über jeden Unfug rausgeballert hat, aber die Mentatlität ist gleichgeblieben: Keine Toleranz für Scheiße.

Als neuer Slogan ist das vielleicht nicht unbedingt geeignet, aber der könnte trotzdem eine kleine Generalüberholung vertragen – wie so vieles anderes auch. Ich blicke jedenfalls freudig und zuversichtlich in die Zukunft und bin gespannt, wohin es mit rap.de und der gesamten Branche auf lange Sicht gehen wird, denn Umbrüche scheinen gerade einige zu passieren.

Grüsse Gruss
Skinny

 

Zeit zu gehen: Oliver Marquart verlässt rap.de

15 KOMMENTARE

  1. Soweit so gut, ich hoffe mal das dann auch wirklich mal wieder über gute Musik berichtet wird.

    Ihr habt nämlich auch einen Ü35 Leser, und der kann mit LaLaLe und den neuesten Fler/Bushido Zickenkrieg mal so gar nichts anfangen. Ab und an mal ein Interview oder eine Review zu einer guten Platte wird ja wohl drin sein, mehr verlangt man ja gar nicht.

    Viel Glück, Skinnymän

  2. „… die generell kritische Grundhaltung was bestimmte Verhaltensweisen, Industriemechanismen und lieblose (aka beschissene) Musik angeht.“

    Ich bin gespannt… Es gibt viel zu tun.

  3. Schon wieder ein weißer, heterosexueller CIS-Mann ist einer Machtposition. Es nervt!

    Wie wäre es mal mit einer Frau oder einem PoC? Representation matters.

  4. „Nicht unbedingt die politischen Impulse, vor allem die generell kritische Grundhaltung was bestimmte Verhaltensweisen, Industriemechanismen und lieblose (aka beschissene) Musik angeht.“

    Make Rap.de great again

  5. Und wie steht‘ s mit anti-Sexismus und anti-Rassismus??? Wir leben in politisch turbulenten Zeiten…bitte mal was neues.kein Bock mehr auf die alte bitch-scheisse…

  6. Menschen als PoC zu fremdzubezeichnen und alle nichtweißen darunter zu subsummieren ist auch nicht geiler als sich über Skinny (wie weiß ist er für dich?) in der Position zu erregen. Meinetwegen richtige Intention aber mit deiner Form der Kritik wirste nicht weit kommen.

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