Einmal Prinz Porno und zurück: Die Transformation des Friedrich Kautz

Die Anfänge

Prinz Pi aka Prinz Porno aka Friedrich Kautz stieg schon 1998 ins Rapgeschäft ein. Unter dem Künstlernamen Prinz Porno veröffentlichte der in Berlin-Zehlendorf aufgewachsene Rapper seinen ersten Track auf „Royal Bunker Nr. 1 Vol.1 – Berlin Nr. 1. Vol. 1.“ Der Name stammt eigentlich aus der Sprayer-Szene: Hier war Friedrich schon vor seinem Rapper-Dasein als „Porno“ aktiv. Das altgriechische Wort für „dreckig“ oder „schmutzig“.

Auf seinem ersten Track „Über Nacht“ spitteten Porno und seine (späteren) Beatfabrik-Kollegen Smexer und Kid Kobra garstige Punchlines über düster-rumpeligen LoFi-Boombap.

Mit bösartigen Lines wie „Ich hoffe du kriegst AIDS und krepierst auch an der Scheiße“ oder „Ich bete du kriegst Kinder, stirbst bei der Geburt und die Bälger sind behindert.“ (Du Hure) hinterließen Beatfabrik einen krassen Mittelfinger in der Szene. Besonders im Kontrast zu dem, was damals die Deutschrap-Landschaft prägte, Aggro Berlin waren längst noch nicht etabliert, fielen die Jungs im Zuge der WBM- und Royal Bunker-Welle nicht nur im Untergrund von Berlin auf. Auch die Thematisierung von Drogenkonsum, auch wenn es heutzutage wie eine Kleinigkeit erscheinen mag, war damals schockierend. Die gehörige Portion Arroganz fehlte auch nicht, so wurde gegen alles geschossen was im deutschen HipHop damals einen Namen hatte. Dem Beef mit der Crew Big Bud wurde damals sogar eine ganze EP gewidmet.

„Wenn Töne töten könnten, und das können sie, ich weiß es, wäre jetzt ein See mit Blut an dem Ort, wo Freundeskreis ist.“ (Bonnys Ranch 2)

„Eure Rhymes ohne Klasse, die in Schwulendiskos passen, lasst mich wissen, euch dissen, steht mit Rap im Einklang.(Starker Hass)

1998 erschien auch direkt Prinz Pornos erstes Album „Porno Privat“, welches eigentlich nur für Freunde und Familie gedacht war, angeblich aber über Umwege seinen Weg ins Internet fand. Darunter findet sich auch der Track „Keine Liebe“, ein Juwel der deutschen Rapgeschichte. So erfolgreich, dass er auch heute noch zu Prinz Pornos meistgestreamtem Songs zählt und Pi sein eigenes Label danach benennen sollte.

„Die Industrie hat mir diesen Computer in den Kopf gebaut und seitdem seh‘ ich manchmal verschwommen etwas, was ich nicht sehen sollte, was ich aber dann doch sehe. Aber wenn ich dann mein linkes Auge zuhalte, kann ich mit dem Rechten dann deutlich erkennen was passiert.“ (Intro)

Schon beim Intro des Songs wird klar: Porno liebt es, mit düsteren Verschwörungs-Theorien zu spielen. Dieses Stilmittel sollte ihn auch noch eine ganze Zeit lang weiter in seiner Karriere begleiten.

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