187 Strassenbande: Das Geheimnis ihres Erfolgs

„Familie, Vertrauen, neidlose Barmherzigkeit“– diese Schlagworte wählte LX im September 2016, als er nach seiner Haftentlassung den Stellenwert seiner Rapcrew umschreiben sollte. Die 187 Strassenbande ist mehr als ein Kommerzprodukt, das geformt wurde, um die Euros in die Tasche der A&Rs, Labels und eigenen Künstler fließen zu lassen. Das wird nicht nur durch das Zitat von LX, sondern auch bei Betrachtung des Werdegangs der Bande aus Hamburg klar.

Die Erfolgsgeschichte, die seit 2006 in der norddeutschen Hansestadt mit Geduld, Ruhe und harter Arbeit geformt wurde, ist einmalig. Mit „Wolke 7″ – und höchstwahrscheinlich auch „Palmen aus Plastik 2″, an dem immerhin ein Bandenmitglied entscheidend beteiligt ist – werden sich 2018 wieder zwei Alben an der Spitze der Charts festbeißen. Passend zu den Krokos, die die 187er stolz auf der Brust tragen, zeigen sie auch in diesem Jahr sowohl wirtschaftlich als auch soundtechnisch ihre bissigen Zähne. Doch egal, ob die nächsten Alben nun von noch größeren Erfolgen oder einem allmählichen Ablaufen des Hypes geprägt sein werden, die Story um Bonez, Gzuz, Maxwell, LX und Co. wird immer geschichtsträchtig bleiben und exemplarisch veranschaulichen, wie man sich aus dem Dreck an die Spitze der Charts kämpfen kann.

In diesem Artikel befassen wir uns mit einigen der Faktoren, die für den Status der Crew ausschlaggebend waren. Gleichzeitig unterstreicht der Text, dass Erfolg kein Zufall ist, sondern ein Produkt von Kreativität, harter Arbeit, Schweiß, Tränen und einem Quäntchen Glück.

#1 Stabiles Fundament

Die 187 Strassenbande besteht bereits seit zwölf Jahren. 2006 setzten Bonez MC und der Writer Frost den Startpunkt für die Erfolgsgeschichte. Erste Tracks wurden veröffentlicht und man machte sich langsam aber sicher einen Namen in der Hansestadt.
Die 187er wollten damals bewusst einen Gegenpol zum Berliner Sound kreieren und beweisen, dass qualitativer und authentischer Straßenrap auch aus Hamburg kommen kann.

Erster Meilenstein

Die ersten beiden Sampler wurden 2009 und 2011 veröffentlicht. Danach droppte Bonez 2012 sein Debütalbum „Krampfhaft kriminell“. Damit gelang Bonez ein erster kommerzieller Achtungserfolg. Die LP stieg auf Platz 62 der Charts ein.

Lebensfähig – auch nach dem Hype

Diese Zahlen unterstreichen das langsame und gesunde wirtschaftliche Wachstum, welches die Crew über die Jahre vorzuweisen hatte. Ein Fundament, auf das Bonez auch heute noch gerne hinweist, wenn er mit dunklen Zukunftsszenarien oder Fragen bezüglich der Zeit nach dem Hype konfrontiert wird. Ihm ist bewusst, dass die 187 Strassenbande über eine solide Fanbase verfügt, die auch nach den astronomischen Charterfolgen der Gegenwart erhalten bleiben wird.

6 KOMMENTARE

  1. Dancehall ist einfach tanzbarer und spricht eine größere Zielgruppe an. Darüber hinaus verkauft sich Sex und Gewalt einfach besser an pubertierende Kiddies…nix besonderes. Wenn man dann noch bei MHD klaut (Top10) ist der Erfolg bereits einkalkuliert. Noch bisschen die stimme dunkler stellen, ein paar nackte Ärsche im video wackeln lassen und böse mit waffen rumfuchteln, fertig ist der nummer-eins-hit.
    Sich dann aber mit fremden Federn zu schmücken und zu behaupten, man wäre der „erste der dancehall auf deutsch macht“ ist schon beleidigend für so manchen IQ. Aber was solls. Beim Bohlen sagt ja auch keiner was und ich bin bloss neidisch 😉

    • Dancehall war immer eher Nische – bis PaP. Und Dancehall mit Straßentexten – wie im Original halt – gab es vorher auch nicht auf deutsch….
      Die Dancehallszene war immer eher klein in Deutschland. Die Leute haben Bounty Killer, Shabba Ranks und Mavado gefeiert, aber wenn jemand solche Sachen wie die auf deutsch gesagt hat, ging das gar nicht. Wer erinnert sich an Peter Fox‘ Line „Will ich Seeed-Fans schocken, sag ich Sido ist mein bester Freund.“? So war die Dancehallszene in Deutschland damals. Deswegen hat Trettmann damals dieses Verarschungsding auf sächsich gebracht und jetzt PaP krass gefeiert – weil das plötzlich authentischer Dancehall war. Seeed war natürlich Dancehall – aber immer noch sehr von der deutschen Szene geprägt und eben kein bisschen Street.
      Dein Hate ist nicht ganz gerechtfertigt.

      • Kein Plan welchen Dancehall du meinst aber gut. Dancehall ist jedenfalls keine Nischenmusik und dienst auf JK nicht zur Glorifizierung von Gewalt. Auch auf JK gibt es viele Textw die von Gewalt handeln. Ich kenne aber keinen einzigen Dancehallkünstler der vermittelt, dass ein Leben in den jamaikanischen Slums erstrebenswert ist. Es wird immer wieder vermittelt, in der Schule aufzupassen und sich im Leben anzustrengen. Wer auf Jamaika davon singt eine Waffe zutragen singt auf jeden Fall davon, weil er es auf jeden Fall nötig hat. Ein Menschenleben zählt auf JK nichr viel. In BRD kann ich davon glücklicherweise nichts finden. Warum also solche Texte? Seeed haben hammer Alben gebracht, die auch in Teilen der Musikszene Jamaikas Respekt zugesprochen bekommen haben, genauso wie Gentleman. Ronny Trettmann hat sicherlich kein „Verarschungsding“ gemacht sondern weit mehr. PaP ist nicht authentisch nur weil es einen dancehallriddim hat. Was ist denn dann als nächstes authentischer Dancehall? KMN-Gang? Na dann sind Raptile und seine Monsterblockaz auch authentischer Rap und die Killerpilze authentischer Punkrock.

  2. Das Geheimnis des Erfolgs ist die nicht mehr zu stoppende geistige Degeneration der „deutschen“ Gesellschaft. Gern geschehen.

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