Fiva & Mnemonic – Rücken An Rücken

Fiva und Mnemonic: „Das sind zwei Herzen, eine Seele, zwei Herzen hier vereint“.

„Hier“ – auf ihrem ersten gemeinsamen Werk mit dem Titel „Rücken An Rücken“. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die EP bringt „Rap zurück, der bis in eure Herzen scheint.“   Oder anders gesagt, wer die Musik von Fiva und ihrem Produzenten Radrum mag, wird auch diese Platte lieben. DJ Radrum bleibt seiner Linie treu. Wie auf dem Album „Spiegelschrift“ und der darauffolgenden EP "Zurück (In Die Zukunft)" baut er Beats, die treiben und trotzdem nicht an Gefühl vermissen lassen.  Fiva und Mnemonic erzählen Geschichten. Aber es dreht sich nicht um Storytelling. Sie erzählen Geschichten von Träumen und Trauer, Hoffnung und Zweifel, Freundschaft und Schmerz ohne dabei Namen zu nennen. Doch welche Türen sie auch öffnen, in den Atempausen zwischen den Liedern steht immer fettgedruckt, dass sie es ernst meinen, dass für sie „Kein Weg Zurück“ führt. Was nicht weiter verwunderlich ist. Fiva und Radrum wissen wie viel Schweiß fließt, damit Musik zum Bindeglied werden kann. Nachdem kein Label ihrem zweiten Album „Kopfhörer“ den Weg zu seiner Hörerschaft ermöglichen wollte, schufen sie ihr eigenes. „Rücken An Rücken“ ist der erste Release auf „Kopfhörer Records“. Im Frühjahr wird hoffentlich ihr neuer Longplayer folgen…  

…Zurück zur EP. Die CD ist sechs Stücke stark und hört sich in einem Rutsch flüssig durch, ohne auf Durststrecken zu stoßen. Fiva und Mnemonic ergänzen sich glänzend, greifen Textpassagen des anderen auf und führen den Gedankengang weiter. Die Musik lebt nicht vom Flow der Mcees. Die Stimmen transportieren die Inhalte überzeugend, aber stechen nicht durch extravagante Stimmakrobatik hervor. Vielmehr steht das Gefühl, das die Reime vermitteln, im Vordergrund. Man hört den Zeilen an, dass die Beiden wohl gemeinsam geschrieben haben. Es lohnt sich die Texte im Booklet nachzulesen: Sie berühren auch ohne Musik.  

Und trotzdem ist es gerade die Einheit aus Wort und Klang, die „Rücken An Rücken“ auszeichnet. Raps treffen die Stimmung der Beats oder Beats sind für die Raps maßgeschneidert geschmiedet worden. Wie rum auch immer die Lieder entstanden sein mögen, Radrums Instrumentale harmonieren so reibungslos mit den Reimen, dass die Platte eigentlich nur eine Frage zurück lässt: Warum heißt es im Chorus von „Zwei Herzen“ nicht, „Wir sind drei Herzen, eine Seele“?      

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