Morlockk Dilemma & Sylabil Spill – roh.kalt (EP)

By Janiv Koll
In REVIEW
Feb 5th, 2013
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Fokus: Punchlines. “roh.kalt. Für das vierte Kapitel der EP-Reihe besinnt man sich wieder auf die groben Tugenden, klemmt die Axt in den Mund, kommt als mahnende Gottheit mit Hagel und Donner ins Gemach deiner Tochter mit dem Äquator als Cockring und zelebriert den musikalischen Instrumental-Gangrape. Starring: Morlockk Dilemma & Sylabil Spill. Zwei MCs mit der Energie einer Kernschmelze kreieren von Hubert Daviz mit dem nötigen Gerüst versehen ein Wachs gewordenes verbales Ohrfeigen-Perpetuum Mobile. Eine über Intro, Interlude, Outro und 6 Songs minutiös ausformulierte unmißverständliche Einladung zum Biss in den staubigen Bordstein. “Frieden is’ nich’!

Nein, Frieden ist in der Tat nicht. Die Quintessenz von “roh.kalt” lässt sich bereits an der ersten Hookline deutlich ablesen. Wo andere dezent mit dem leicht abgestumpften Säbel rasseln, führen Morlockk Dilemma und Sylabil Spill den Angriffskrieg mit wehenden Fahnen. Jeder Track eine Kampfansage, der rote Faden: blutgetränkt.

roh.kalt“: Jedes Wort, jeder Sound, jeder Drumschnipsel wird der im Titel vorgegebenen Marschroute gerecht. Der Geist der Blütezeit des Wu-Tang, in Spiritus auf rostigem Löffel aufgekocht. Chanel ist für Pussys. Stinken tun sie trotzdem. Hier duftet es süßlich nach einer Katze, die sich im feuchten Keller zum Sterben gebettet hat.

Du bist eine Missgeburt, wieso lebst du?” Rhetorische Frage. Keine Kompromisse, klare Worte. Über die gesamte Spieldauer steht der erigierte Mittelfinger kerzengerade, als angesäuertes Statement gegen die fortschreitende Vewässerung des Deutschen Rap. “Wir sprechen nicht die selbe Sprache“, wird der Lächerlichkeit durch das maximal aufgedrehte Megaphon um die gepuderten Wangen und gezupften Brauen gefurzt.

Der gerappte Gegenentwurf zum kulinarischen Kuschelkurs eines Picknicks im Park, akustische Männernahrung. Eine gepfefferte Suppe Schwarzes mit Fleischklopsen, auf Empfehlung der Küche der Herren Morlockk Dilemma und Sylabil Spill in schmutziger Terrine “roh.kalt” serviert und freundlich hineingespuckt. Grauer Dunst, zischende Topfdeckel, blitzende Messer. Abgehangene Schweinehälften in der Kühlkammer. Roh. Kalt. ‘nen guten. 

 

 

 

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