Flexis – Egotrips (Album)

By Jakob Dube
In REVIEW
Jan 24th, 2013
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Flexis, einst Teil von Da Flexiblez, ist seit zwei Jahren solo unterwegs. Nach seiner “Funny Games EP” erscheint nun sein erstes Soloalbum. Unterstützt wird er dabei von seinen Wegbestreitern Mach One, Mo, K.I.Z., Amewu, Chefket und den zwei durchaus talentierten Sängerinnen Mehira Cruz und Tatjana.

Nach einem doch sehr typischen zusammengescratchtem Intro gehts dann auch direkt los mit “Leierkastenmann“, das nicht nur durch sein Video zu überzeugen weiß, sondern auch als Track reinhaut. So werden hier Drogen in all ihren Facetten behandelt, vom Rausch über den Entzug bis hin zu den verzweifelten Taten, um auch nur die kleinste Dröhnung zu erhalten. Durch den sehr schnell treibenden Beat und Flow von Flexis hetzt man hier durch die Szenarien, die nur durch die entspannende Hook von Mo unterbrochen werden. Fear and Loathing in dreieinhalb Minuten.

Schnelle, basslastige Beats sind auf “Egotrips” ohnehin oft zu hören. So auch etwa bei “Schönsaufen“. Mit viel Witz beschreibt Flexis hier, wie Damen, die man nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, durch den zunehmenden Alkoholkonsum irgendwann doch ganz akzeptabel aussehen können und man Dinge tut, die man im nachhinein bereuen wird.

Eigentlich sollte einem der Tequila doch Freude bereiten,
frag mich, wieso meine Freunde mich nicht von der Reude befreiten.
Gestern quetschte sie ihr Fett noch ins Stretchhöschen,
gerade verdeckt das Fett das komplette Steckdöschen

Mit “Kinderkacke” gibt es auch einen klassischen Battletrack, in dem sich Flexis über die derzeitige HipHop-Szene auskotzt. Dabei regt er sich über immer poppiger werdende Musik, Hipsterrap bzw. Hipster im allgemeinen, Tweef und viele andere Missstände im HipHop auf. Ernüchterndes Fazit: “HipHop ist Kinderkacke!

Grund genug, sich vom Rest abzuheben, was Flexis gottlob immer wieder gelingt. “Internetjunkie” befand sich bereits auf der “Funny Games EP“, findet hier jedoch in Form eines Remixes nochmal aufs Album. Auf einem mitreißenden, dubsteplastigen Beat lässt sich Flexis über Fluch und Segen des Internets aus. Anonymes Haten, zahlreiche Freunde in sozialen Netzwerken, die man im Leben noch nie gesehen hat, Internetpiraterie und das Verlangen nach andauernder Online-Präsenz – man kennt das. “Strahlemann & Söhne” mit den Jungs von K.I.Z. und Mo sorgt dann für richtig gute Laune. Auf einem Beat, der einen an Super Nintendo-Zeiten erinnert, überbieten die Jungs hier selbst den aufgedrehtesten Clown mit ihrer Fröhlichkeit. Genau, was man sich erhofft, wenn man K.I.Z. als Feature liest.

Aber das Album hat auch ein paar langsamere und ruhigere Tracks. “Routine” beschreibt den Tag eines gelangweilten, in Routine verfallenen Menschen, dessen Leben nur aus seinem Job im Büro und den faden, einsamen Stunden daheim auf der Couch besteht. Dazu auch ein ruhiger Beat, der zwar mehr als gut zum Thema passt, sich jedoch nicht so wirklich ins Klangbild des Albums einreihen will.

Die Tracks mit Mach One (“Selbst schuld” und “Love, Peace & Harmony“) wirken wie eine Mischung aus “Meisterstück 2” und “Freakshow” und sorgen für verrückte Abwechslung auf “Egotrips“.

Zum Ende von “Egotrips” gibt es dann auch noch Urlaubsstimmung. “Direkt in die Sonne” mit Mehira Cruz ist genau das, was man im derzeitigen tristen deutschen Wetter braucht. Ein melodiöser Beat und Urlaubsgeschichten. Da kann man einfach mal die Augen schließen, sich zurücklehnen und sich an einen Strand in der Karibik denken, mit einem Cocktail in der Hand und der Sonne, die einem aufs Haupt brennt. Aua, Sonnenbrand…

Egotrips” ist ein thematisch abwechslungsreiches Album, das mit sehr viel Humor und Ironie und einem technisch versierten Flexis durchaus zu unterhalten weiß. Definitiv ein gutes Debütalbum, das nur an manchen Stellen nicht ganz ins Schwarze treffen will, da Tracks wie “Sag Ja!” oder “Routine” sich einfach nicht so passend ins Gesamtwerk einfügen wollen. Gerade durch die grandiosen Produktionen steigt auf jeden Fall die Lust, die Songs einmal auf einem Konzert zu hören. Sehr livetauglich das, was man zur Zeit ja auch auf der “Aussen Draussen“-Tour hören kann.

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