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So, da ist sie also, die langerwartete Fortsetzung des legendären ersten Teils aus dem Jahr 1997 – “The War Report 2“. Mit etwas Verspätung aber gespannt wie ein Flitzebogen widmen wir uns der bereits am 23. Juli erschienenen CD – so richtig mitbekommen hat es ja dann offensichtlich doch keiner.
Was ist nun anders, besser, schlechter oder neu? Die erste Übereinstimmung, die einem schon beim Betrachten der Tracklist ins Auge fällt ist “Live On Live Long Pt. 2“. Mit ähnlicher Hook und den Einspielern der Melodie des ersten Teils versucht das Stück an Emotionen vergangener Tage anzuknüpfen, was leider nicht so recht gelingen mag, weil man 13 Jahre auch nicht dadurch überbrücken kann, dass man dieselben alten Gimmicks einsetzt.
Was der ersten Platte allerdings in nichts nachsteht, ist die Liste der Featuregäste, die mit allem aufwartet, was in der amerikanische Hip Hop Welt am Start ist: Busta Rhymes, Reakwon, Nas & The LOX zum Beispiel.
Besonders “The Oath“ mit Busta und Raekwon geht gut ins Ohr und ist mit anständiger Storyline gesegnet. Prunkvolles Glanzstück der LP ist aber zweifelsohne “Brother From Another“, welches nicht nur die fürsorgliche Geschichte der beiden Rapveteranen erzählt und die beiden Brüder im Geiste wieder einmal vereint: ”You my brother from another mother - your mom’s ain’t here, your mom’s passed away – so my mother we share.”
Das ist inhaltlich also ganz anspruchvoll und hält mit Abstand den melodischsten Beat bereit.
Etwas militant und passend zum Cover, führt “The Corner“ mit Avery Storm die Camouflagetradition fort und trägt somit ein “Starkes Stück“ zum Gelingen des Gesamtwerks bei. Beat ist reduziert melodisch, mit Militärkapellen-Trommelwirbeln, Raps aggressiv und nach vorne gewandt sowie die Hook passend melodisch.
Die Liste der Produzenten ist diesmal mit Just Blaze, Scram Jones, The Alchemist, Dreddy, BT, Neo Da Matrix, SPK, Kyze, Hazardis Soundz, M3, Tony Heathcliff, Buckwild, Tha Bizness, Green Lantern und Araab Muzik doch relativ lang ausgefallen und bedeutet bei den gerade mal 15 Tracks auf der Platte, das fast jeder Beat von einem anderen Beatbastler geschraubt wurde.
Das wirkt dann letztendlich doch ein wenig wie ein Flickenteppich und ist mit Sicherheit für das Auf und Ab auf “The War Report 2“ verantwortlich.
Zu Tracks wie “Thug Planet“ mit Imma Thug & Musaliny mag sich auch nach mehrmaligem Hören einfach kein Kopfnicker-Feeling einstellen, da das Instrumental einfach zu abgehackt daherkommt. Auch “With Me“ mit Nas, passt vom Stil und Jahr eher auf „Nastradamus“ als auf “The War Report 2“. Authentisch die selbe Härte wie damals, beim ersten Teil, in Wort und Beat zu vermitteln, schlägt somit fehl.
Aber egal wie akribisch man auch sucht oder wie kritisch man es auch beäugt, so richtig fette Fehltritte lassen sich auf “The War Report 2“ zum Glück ebenfalls nicht entdecken, was jeden CNN-Fan beruhigt aufatmen lassen sollte.
Trotz allem ist das definitiv kein würdevoller Nachfolger für den Klassiker von 1997. Dafür ist das Prinzip, den alten Teebeutel noch mal aufzugießen ein bisschen zu plump. Vor allem, wenn das Ding seit 13 Jahren in der Tasse vertrocknete. So funktioniert es eben nicht.
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