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review | RJD2
Autor: Gelare
04.03.2010 RJD2
The Colossus

Label: RJ's Electrical Connections
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Der Mann, dessen Pseudonym sich aus seinem bürgerlichen Namen Ramble John Krohn und dem Roboter "R2D2" aus Star Wars zusammensetzt, ist laut Pressetext ein "Hip Hop Kultstar und gilt als einer der besten Underground Hip Hop Produzenten überhaupt".

Nachdem er seine ersten drei Alben auf Definitive Jux und XL Recordings heraus brachte, gründete er sein eigenes Label RJ's Electrical Connections und veröffentlichte seine aktuelle, vierte Scheibe selbst.

Der erste Track "Let There Be Horns" lässt mich aufhorchen. Ein solides und musikalisch einwandfreies Intro. In altbekannter RJD2 Manier versetzt er den Hörer in eine Welt zwischen James Bond, 1001 Nacht und dem Weltall. Surrealismus Deluxe. Er experimentiert und das ist das, was seinen typischen Sound ausmacht und auf mehr hoffen lässt.

Bei "Games You Can Win" wird er von Kenna (Star Track, VA Beach) gefeatured. Ein nett gesungener Titel, der so dermaßen seicht vor sich hinplätschert, dass man damit Kleinkinder in den Schlaf wiegen könnte. Zeilen wie "No one gets to know the one right way until they do the wrong ones" haben uns unsere Mütter auch schon gelehrt. Wir wissen Bescheid, Herr Krohn.

Ja, Fehler sind dazu da, um gemacht zu werden und aus ihnen zu lernen.

Das hätte RJD2 allerdings selbst auch tun sollen, denn bei "The Glow", "Gypsi Caravan“  und "Walk With Me" stellt er sich selbst an's Mikrofon und das ist definitiv ein Fehler. Was bei "The Glow" noch halbwegs Okay ist, klingt bei "Gypsi Caravan" ziemlich schräg und herzlos. Seine Stimme hat einfach nicht die Power, die der Track im Grunde genommen erfordert und auch verdient hätte.

"Walk With Me“ jagt einem schon Schauer über den Rücken ehe der Gesang überhaupt erst einsetzt. Ein fröhlich und furchtbar netter Beat, der an kitschige alte Filme erinnert, bei dem Schulmädchen frohlockend über eine Wiese hüpfen, aber garantiert nicht RJD2. Da helfen all die selbst eingespielten Instrumente auch nicht weiter und das Singen sollte er bei seinen nächsten Alben definitiv lieber richtigen Sängern überlassen.

"The Shining Path" gehört mit "A Son's cycle" und "The Stranger" zu meinen Favoriten.
Gesungen wird "The Shining Path" von Phonte Coleman (Little Brother, Foreign Exchange). Musik, die man sich laut auf Kopfhörern vorstellen kann. "A son's cycle" wird von den Rappern The Catalyst, Illogic und NP gefeatured. Ein wirklich gutes, experimentelles und abwechslungsreiches Werk. Er verwendet hier drei verschieden Beats, die er aus- und wieder einfadet und erhält somit die Spannung. Im übrigen ist das der einzig echte Rap- Track neben all dem anderen Pop-Jazz-Rock-Schrott auf dem Album, das sollte man an dieser Stelle einmal erwähnen.

"The Stranger" besteht wie "Let There Be Horns" fast ausschließlich aus zusammengewürfelten, aber perfekt kombinierten Samples, was wenigstens so halb nach dem alten RJD2 klingt. Im Gegensatz zu "Let There Be Horns" ist "The Stranger" aber weniger funky, sondern ziemlich düster. Eben genau so wie man es von Ramble erwartet. Leider bleiben diese beiden Stücke Raritäten auf dieser Scheibe.

Nach "The Deadringer“ wurde RJD2 bekanntlich als neuer DJ Shadow gehandelt und das damals absolut zu Recht. Nun lässt er den Musiker raushängen und langweilt uns zu Tode. Schade, dass er das was er im Intro versprochen hat, nicht halten konnte.

Das ist definitiv eine Scheibe, die man genauso schnell vergisst, wie man sie nicht kaufen muss.
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Kommentare:
deadringer   04.03.2010
guter & berechtiger verriss, hab sie mir glücklicherweise vorher gezogen & wusste dann das ich sie definitiv nicht brauch.

CW   06.03.2010
Wenn keiner meckert, wars ne gute Review. Weiter so.

räb.de   06.03.2010
kann über die review nichts sagen, da ich das album noch nicht kenn. aber dass keiner meckert liegt wohl eher daran, dass rap.de leser rjd2 nicht kennen. nur bushido und farid proll kriegen klicks. danke für diese review

skurriler verein seid ihr!   07.03.2010
mannomann, da wird ein rjd2 (!) hier verrissen, wobei ich die kritik nachvollziehen kann und mir ggf. ein eigenes urteil noch bilden werde. diese review ist zwar vollkommen okay, aber andererseits, ihr bitches, kriegt so ein oberaffe wie kaisa ne extrem optimistische review. tut mir leid, aber da macht ihr euch bei den etwas umfassend informierteren heads echt ein bisschen lächerlich.

Review   08.03.2010
an den umfassend informierten head: offensichtlich wurden die reviews von zwei verschiedenen Menschen verfasst und was hat das eine mit dem anderen zutun? scheinbar suchen leute wie du einfach nur immer auf krampf irgendeinen grund sich aufzuregen. die kritik hier ist vollkommen berechtigt. ich habe das album und es ist wirklich alles andere als gut. rjd2 hat sehr enttäuscht.

tüpe   10.03.2010
ick fand dn noch nie krass..

ganjachris   29.03.2010
das dies keine platte für hiphop-stylefaschisten ist hätte auch vorher klar sein können. für mich ist es eine konsequente weiterentwicklung des auf 'the third hand' eingeschlagenen weges und eines der besten alben die ich seit langem gehört habe. die detailverliebtheit und spielerische ausarbeitung der tracks sucht seinesgleichen. der umgang mit der mpc ist quasi beispiellos. wem es nicht möglich ist über den tellerrand zu schauen, der sollte vielleicht keine reviews schreiben.

c2po   19.11.2010
Leider hat der Rezensent wohl die letzten Alben von RJD2 verpennt. Denn seit Deadringer hat er sich musikalisch in eine andere Richtung entwickelt und ist eben nicht das Abziehbild eines uninspirierten DJ Shadow geworden, der doch seit seinen ersten Alben keine neuen Ideen gehabt hat.