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review | Swollen Members
Autor: moritz.
23.02.2010 Swollen Members
Armed To The Teeth

Label: Suburban Noize
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Eigentlich dachte ich, dass die Herren Swollen Members so deepe Realkeeper in hart wären. Irgendwie so wie…wie Jedi Mind Tricks oder so. Nach "Armed To The Teeth“, meinem ersten "Swollen Members“-Album, bin ich irgendwie ein bisschen verwirrt. Warum hört sich das so an?

Aber der Reihe nach: Den ersten Track, "Reclaim The Throne“, den habe ich mir so vorgestellt. Düsteres Gitarrengeschrammel als Loop, so ein Piano-Sound, der gemeinhin als "düster“ bezeichnet wird, und darüber, dass der Thron zurück erobert wird. Das ist nichts besonders Aufregendes, aber wahrscheinlich solide "Swollen Members“-Kost. Staubtrocken und hart und düster. Und dann wird es echt verwirrend.

"Pornstar“
heißt das zweite Lied und da geht es um Pornostars. Aber ich dachte immer, dass Swollen Members nur darüber rappen, dass sie Ratten essen müssen und Äxte schwingen. Aber nein, da geht es darum, dass sie den Club mit einer Erotik-Darstellerin verlassen und dass die ganz schön "hart abgeht“. Dann Autotune-Einsatz. Was ist denn da los? Der Beat ist so richtig billige Nu Metal-Plörre und auf dem "Rebirth“-Album von Lil’ Wayne hätte ich das erwartet, aber ich dachte hier wäre alles so geil und true? Im "Swollen Members“-Land?

Oder hier, das ist noch schlimmer, "Bollywood Chick“: Selbst der große Tech N9ne schafft es bei aller Motivation nicht, dieses konfuse Lied über das Flachlegen von indischen Filmdarstellerinnen irgendwie besser zu machen. Das hört sich wirklich so an, als würden sich ältere Männer einen auf "Slumdog Millionaire“ runterholen und dabei die besten Euphemismen für ihr Treiben raussuchen. Und so werden in diesem Track die Cobras gestreichelt, bis die Schwarte kracht. 

Bei "Meltdown“ wird dann wieder ganz klassisch Streicher/Piano-Sample-Rap geliefert, nicht schlecht, aber nicht so krass. Es wäre einfach schöner, wenn die "Innovation“, die in HipPop-Nummern wie "Pornstar“ oder "Bollywood Chick“ gesteckt wurde, in das eingearbeitet worden wäre, was die geschwollenen Mitglieder wahrscheinlich am Besten können: Schwere Kost machen. Ab und zu gelingt ihnen das auch, auf "My Life“ wird die bisherige Karriere der Rapper auf einem guten Synthie-Beat gerappt und auch das Leben, dass die Kanadier jetzt führen wird beleuchtet. 

"(...)Now waking up to pay the bill is fucking typical/ I'm watching porno but my dick ain't hard/ People look at me like who the fuck is this retard/ All I do is watch movies, stoned alone on my couch/ Passed out with a lit cigarette in my mouth/ I got cigarette holes on my couch, on my clothes/ Cigarette burns in my house on the floor (...)”
 
Geht doch. Und geht dann auch immer besser, “Funeral March” ist ein Todessehnsucht-Track, zart, auch ein bisschen pathetisch, aber wird immer besser. Der Beat ist super, Western-Sehnsucht trifft auf trauriges Nouvelle Vague-Gesäusel, das ist gelungen. Aber ich frage mich wirklich, was denn so hartgesottene "SM“-Freunde von einem Track wie "Flyest“ halten, auf dem wieder ein ganz bestimmtes Stimmverzerrungs-Werkzeug zum Einsatz kommt und es textlich darum geht, warum die Herren die Flysten sind. Wenn jetzt ein, sagen wir mal, Lil’ Wayne das macht, dann ist das okay, das ist sein Naturell, aber hier irritiert das alles einfach nur.

Also. Das ist bestimmt ein Album, dass sich von den älteren Alben unterscheidet, eine ganz neue Richtung einschlägt und und und. Aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass "Armed to the Teeth“ den Swollen Members-Fans klassischer Prägung besonders viel Spaß macht.
 
Dafür klingt das Album zu sehr nach dem sechsten Album einer Band (welches dieses auch ist), auf dem man mal "ganz neue Wege" einschlagen möchte. Leider wirken die Popmarkt-orientierten Autotune-Einsätze erstens ziemlich konstruiert und zweitens bei einer Gruppe wie den Swollen Members nicht besonders authentisch. Es hätte ihnen einfach besser zu Gesicht gestanden, wenn sie ihren klassischen Sound weiter ausgebaut hätten, anstatt jetzt hier uninspiriert mit Autotune, Synthesizern und Porno-Texten herum zu werkeln. Schade.

 

 

 

 
 
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Kommentare:
michael b.   23.02.2010
Find das Album auch nich wiklich gut. Hättet ihr mal lieber Black Magic reviewen sollen. Das Album ist auch erst seit 3-4 jahren raus. Da würde sich noch ne review lohnen.

HB   23.02.2010
Ich wollte mich eigentlich nicht in die "aus-welcher-schülerzeitung-haben-sie-eure-reviewer-rausgeschmissen" Bagage einreihen aber ist die Review ernst gemeint? Reicht das Englisch von Moritz nur für Fifty-Texte oder warum ist er überrascht, das eine Band namens erigierte Schwänze Pornolines hat? Bei welchen "alten Wurzeln" hätte die Band. von der er nach eigener Aussage das erste mal ein Album hört bleiben sollen? Vielleicht bei Hands on experience, einem Lied übers Wichsen, in dem seltsamerweise keine Ratten gegessen werden? Darf ich die nächste Bushido Review schreiben? "Bei dem namen, der, wenn man google fragt, eine japanische Übersetzung von "Ehre" ist, hätte ich mit einem Düster-asiatischen Sound über tiefgreifende Themen gerechnet. Ich hab seine X Alben nicht gehört, aber warum macht er mittlerweile so chartkompatible Alben? als nächste Review: ein gewisser "Curse", bestimmt flucht der ganz viel..." Mal ehrlich: wenn bei euch keiner über 19 Praktikum machen will macht halt weniger Reviews, dafür gute... erst ärgert man sich, später geht man nicht mehr auf die Seite, weil Bravo.de aktueller ist mit News und von Rap genausowenig Ahnung hat...

blockz51   23.02.2010
"[D]ie ´SM´-Freunde" wie du so hübschdumm schreibst, sind seit "Heavy" entzaubert, grinsten bei "Black Magic" noch einmal kurz böse und sind nach dem "Warrior"-Video wieder in ihre unterirdischen Gewölbe verschwunden um Ratten zu essen.

AL Khaled   23.02.2010
Moritz, such dir ne anderen Job und lass das mit dem schreiben für rap.de!! Die alten Albne waren aber auch viel besser, fuel injected höre ich imemr noch gern, oder auch breath oder bad dreams,lady venom, aber deep end ist am coolsten, aber mit dem neuen zeug kann ich nich soviel anfangen!!!

JoJojO   23.02.2010
Das das Album nicht gut ist, da stimme ich zu, aber WIE NUR kann man en Album reviewen und sich herablassen, so verdammt mies und oberflächlich über etwas zu reden, von dem man (Was auch noch zugegeben wird) absolut KEINE!!! Ahnung hat !? Das ganze mit den Reviews hier wird echt immer peinlicher. Wenn dann Leute mit Ahnung schreiben lassen oder Leute nehmen, die sich wenigstens minimal mit dem Thema auseinandersetzen...oder am besten für alle: Reviews einfach nicht mehr veröffentlichen und die Peinlichkeit dieser Seite erheblich senken...

vinnie pooh   24.02.2010
seit wann sind jedi mind tricks bitte "real"? die benutzen zwar kein autotune, aber dafür sind die raps alle zeile für zeile einzeln aufgenommen und anschließend zusammengeschnitten, weil der kerl es nicht schafft mit seiner künstlich harten stimme ordentlich luft zu holen zwischen den lines. das ist im endeffekt genauso "fake" wie autotune und ähnliche faxen.

JoJojO   24.02.2010
@ Vinnie Pooh: ...guck dir einfach mal JMT live an, dann siehst du, das Vinnie Paz die Stimme locker aus dem Handgelenk schüttelt und keine Proleme mit Luft holen hat ;) Anscheinend haben die meisten Leute, die hier kommentieren, echt genauso wenig Ahnung wie die, die hier die Reviews verfassen...

darf ich vorstellen...   24.02.2010
Swollen Members?? Sind die nicht auch auf dem Sekte-Album "Sintflows" drauf?? Oo

wahrheit   26.02.2010
das album kommt natürlich nicht an die Klassiker von früher ran. Aber immernoch besser als den Mist, den ihr hier hot gibt. vorallem wieder extrem pünktlich das review. Aber was die Leute hier für ein Mist verzapfen-kopfschütteln- Natürlich werden fast(!!) nur die schlechteren Tracks ausführlicher beschrieben. Es sind trotzdem noch 3-4 gute Tracks drauf.Jedenfalls ist es meine Meinung.

vinnie petz   26.02.2010
wenn der paz-man es live so drauf hat, warum muss er dann auf platte faken?

neurosenthal   14.03.2010
ich hatte grad in berlin das plakat fürs konzert am dienstag entdeckt - und dachte mir, da könnt man ja mal hingehen. ich hatte die swollen members mal 90 oder 99 in frankfurt gesehen, sehr gutes konzert. die ersten alben waren recht gut, nun hab ich aber mal in die neuen sachen reingehört - und das ist fast alles echt nur mist. pornstars, bollywood chicks, ... - scheiß beats, blödes rumgepose, total uninspiriert. hauptsache noch den letzten schlechten trends hinterherhechlen, selbst wenn es selbst dazu eigentlich schon zu spät ist. ich find so "früher war alles besser"-sprüche eigentlich echt nicht so gut, hier trifft es aber auf jeden fall zu. vielleicht geh ich aber trotzdem hin, vielleicht spielen sie ja doc lady venom oder left field...