Review: Miami Yacine – Casia

Wer Miami Yacine ist und was es „Kokaina“ auf sich hat, muss man wohl keinem unter 40 erklären. Dass man Miami Yacines Dabütalbum „Casia“ nicht allein an diesem goldgekrönten Überraschungshit messen sollte, liegt aber auch auf der Hand.

Das Album geht dennoch straight in dieselbe Richtung. Und die ist schnell zusammengefasst: Hochwertige Produktion, cool-ignorant gerappte Parts, catchy Hook, trivialer Inhalt. Aus dem Rahmen fällt: absolut nichts.

Miami Yacine ist noch derselbe wie damals, nur halt in reich und berühmt, lobpreist Marken, für die Otto Normalverbraucher wochenlang sparen müsste, seine Ex bereut jetzt bestimmt alles, genau wie die falschen Freunde und Neider, vor kurzem wurden noch Drogen gepusht, heute sorgt die Musik für den Moneyrain. Mehr hat Yacine nicht zu erzählen.

Das ist aber auch in Ordnung, denn „Casia“ soll einfach nur gut klingen. Und das gelingt. Die zeitgemäßen, tanzbaren Instrumentals sind musikalisch durchdacht und abwechslungsreich, greifen trotzdem monochrom ineinander. Dabei fungieren nicht nur sie als melodisches Werkzeug. Die häufig komplett von Autotune-Effekten durchzogenen Parts kommen zwar mit wenig gesanglicher Bandbreite daher, sind aber stets hübsch geträllert.

Da Yacine eigentlich einen relativ harten, monotonen Stimmeinsatz sein Eigen nennt, ergibt das ein spannendes Bild. Ein Händchen für einprägsame Ohrwurm-Hooks hat er sowieso. Auch hier fällt selten etwas besonders positiv oder negativ auf, bis natürlich auf den Überhit „Kokaina“ und vielleicht noch das pathetisch vorgetragene „Montpellier“.

Es ist durchaus interessant: Auf „Casia“ ist wenig bis nichts so richtig prägnant oder originell. Außer einem qualitativ hochwertigen Sound und der ein oder anderen Ohrwurm-Hook gibt es keinerlei bemerkenswerte Alleinstellungsmerkmale. Dennoch sind Miami Yacine und die KMN Gang eines der relevantesten Branchen-Themen zurzeit. Fast jeder kennt und liebt die Gang.

Ob die Jungs nun lediglich zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren/sind? Oder treffen sie einfach einen Nerv bei der Jugend, den man vielleicht gar nicht so einfach konkret benennen kann? Wie auch immer – absprechen kann man ihnen den verdienten Erfolg keineswegs. Will man auch gar nicht: Das ist ja wirklich alles ziemlich gut.

Casia (Limited Deluxe Box)
  • Miami Yacine, Casia (Limited Deluxe Box)
  • KMN Gang (Groove Attack)
  • Audio CD

Miami Yacine veröffentlicht die Tracklist inkl. Features von „Casia“

13 Tracks auf „Casia“.

2 KOMMENTARE

  1. Das Album ist genau das, was ich erwartet habe. Absolut belanglos, jedoch nicht schlecht. Kokaina ist natürlich immer noch 1 Hit, aber da kommt nichts auch nur Ansatzweise dran. Es gibt noch 2-3 weitere gute Songs und dann kommt sehr viel, was man zwar mal hören kann, aber meistens wohl skippen wird.

  2. Auch wenn Hooks catchy sind sowie Parts technisch auch stark klingen die meisten Tracks von Anfang des Tracks bis zur Hook einfach gleich,weshalb dass Album einfach monoton ist und keine anderen Sounds bietet,da sich der Flow auch nicht unbedingt steigert in den Tracks.
    6/10,da die Hooks catchy sowie Parts lyrisch stark sind jedoch einfach gleich klingen.

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