Review: Cr7z – Exekut7ve EP


Schlägt man im Duden „Exekutive“ nach, bekommt man die „vollziehende, vollstreckende Gewalt im Staat“ als Beschreibung. Vergleicht man das mit dem Cover, so passt der Begriff „Gewalt“ sehr gut zur Farbe und Aufmachung des Covers. Was auffällt? Nun, so ein Cover gab es bei Cr7z noch nie, die vorherigen Cover samt Wassermassen oder Planeten kommen nicht so brachial rüber. Auch beim Label gibt es eine starke Veränderung: Das altbekannte 58Muzik-Logo musste einem „Arjuna präsentiert:“ weichen. Mit der Labelgründung zusammen mit DJ Eule will man sich von den Turbulenzen bei Fünfacht abschotten und einen neuen Weg beschreiten.

Aber hat die Musik darunter gelitten? Nein, hat sie nicht. Auf „Exekut7ve“ bleibt der Rapper seinen Wurzeln treu. Auf dem gleichnamigen Opener gibt es eines der Klavierinstrumentals zu hören, die mittlerweile fast schon ein Signature-Move für Cr7z sind. Aber ganz so ursprünglich bleibt es nicht: Hinter dem von Rooq verdammt gut produzierten Beat steckt eine gewaltige Wucht, die auf den vorherigen Alben in der Form nicht vorhanden war.

„Wie schwarzer Regen aus Säure // Schlag‘ dagegen, bis sie in Trümmern liegen // Exekutive!“ – Lyrisch, aber auch technisch, lässt es der Rosenheimer stark beben. Der Feind ist nicht mehr der MC aus Cr7zs Battlevergangenheit, sondern die gesamte Szene. Und das zieht sich durch die EP. Anklänge davon gab es auch schon auf dem Album „7 Weltmeere“, jetzt steht die Szenekritik im Mittelpunkt. Wie gewohnt, gibt es aber auch die passende Prise Tiefgang, welche das Album abrundet. Auf „Polytoxikomanie“ rechnet der Rapper mit sich selbst und einem Alkoholismus-Rückfall ab. Genau für diese Tracks wird Cr7z bei vielen Fans und Hörern hoch geschätzt. Vor allem das Instrumental von DJ Eule & DJ s.R. sei an dieser Stelle noch einmal hervorzuheben.

Zum Schluss der EP gibt es die Remixe von „Verantwortung“ und „Am Ende wird alles gut“, beide vom Album „7 Weltmeere“. Während der zweite von Screwaholic produzierte Beat dem Outro des letzten Cr7z-Albums eine wundervolle Atmosphäre gibt, kommt der erste leider nicht an das originale „Verantwortung“-Instrumental heran.

Trotz der überragenden Qualität der EP bleibt leider ein fader Beigeschmack bei manchen Zeilen. Als Cr7z auf dem Track „Krankes Biz“ verbittert mit Rappern und ihren „inhaltsfreien Liedern“ und vermeintlicher Profitgier abrechnet, sticht sich das extrem. Es bleibt fraglich, wie ernst man so eine Zeile nehmen kann, wenn Cr7z selbst auf Kollegahs Super-Deluxebox-Exklusivtape auftritt. Auch Zeilen über Profitgier verlieren durch die eigene Deluxebox an Glaubwürdigkeit. Trotzdem ist „Exekut7ve“ seine gesamte Schlagkraft nicht abzusprechen, denn abgesehen von derlei Ungereimtheiten läuft Cr7z zu Hochform auf.

Ult7ma (Limitierte Fanbox)
  • Cr7z, Ult7ma (Limitierte Fanbox)
  • Arjuna (Groove Attack)
  • Audio CD

Cr7z – Krankes Biz (prod. Freshmaker) [Video]

„Ihr definiert eure Person durch Trends.“

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