Fundkiste #21: Nürnberg’s Finest Laca

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Das Internet ist voller Schätze. Nicht selten stößt man auf einen wenig beachteten Rohdiamanten. Das Format „Fundkiste“ gibt eben jenen Juwelen die Möglichkeit, einem größeren Publikum vorgestellt zu werden. In unregelmäßigen Abständen werden handverlesene Künstler, Tapes oder Songs vorgestellt. Ob aktuell oder alt – Hauptsache dope.

Heute: Laca

Nürnberg hat man jetzt nicht gerade auf dem Schirm, wenn es um Rapper geht, die in letzter Zeit durchstarten, aber wie man ja schon an Tanguy sehen konnte, geht in NBG einiges. Unter anderem gibt es Laca, ehemals Lance Carvell. Er ist definitiv kein Newcomer mehr und mit Untergrunter schon eine ganze Weile im Game, fliegt aber immer noch unter dem Radar.

Es ist nicht leicht um Infos über Laca und seine Crew herauszufinden, sie agieren im Untergrund und das soll am besten auch so bleiben. Auf Soundcloud sind die ältesten Uploads 4 Jahre alt, doch Laca ist schon viel länger dabei. Laut eigener Aussage auf Soundclick spuckt Laca seit ’97 seine Reime ins Mic. Damals wie heute sieht er sich als Teil der Crew Untergrunter, zu denen auch Effect, Beckblitz, Nakil Sabani, Kingfreshjay gehören.

Man sollte sich als Laca-Neuling nicht allzu weit in der Vergangenheit auf die Suche nach Releases von ihm begeben, es reichen schon zwei Jahre. Da erschien nämlich Fikktive Stories, produziert wurde diese Geschichte von DJ D-Flow und EZBeatz. Hier hört man einen gereiften Laca, sowohl auf lyrischer Ebene als auch flowtechnisch.

Vor einem Jahr erschien dann die gemeinsame „vonuns füruns“ EP mit EZB und auch hier blieb Laca nicht bei einem Soundbild stehen. Er bleibt sich treu, doch ist die Intention, sich immer weiter zu entwickeln und dabei fresh zu klingen, klar erkennbar. Kein Release klingt wie das letzte und auch wenn die Themen die gleichen bleiben, werden sie immer wieder neu verpackt. Das Hauptaugenmerk liegt hier oft darauf der Konkurrenz zu zeigen, dass man stilsicherer ist und „Laca fickt die alle weg, das ist die Message“.

In letzter Zeit ist er öfter mit den Jungs von Smilingstreet zu sehen und droppte eine angenehm freshe EP mit Kuchenmann aus Erlangen. Doch dank ihres gleichen Mindsets würde man wohl eher sagen beide kommen aus Frankonia: Der Wohnort, in dem laut Soundcloud Kuchenmann ansässig ist. Dieser Gedanke plus Funk ist gleich die EP „Phunkonia 58459“. Hier gehts um die nächsten Joints die gerollt werden müssen, dass man ein paar Gänge runterschaltet und um Rapper, die in ihren Augen Schmutz sind. Hat man so auch schon das ein oder andere Mal gehört, aber selten so fresh vorgetragen.

Um die Fans mit frischen Tracks zu füttern, droppte Laca vor vier Monaten die Kollabo-EP „Untergrund Dol’n“ mit Crzo. Hier ist der upgedatete Style von Laca zu hören. Der heutige Laca orientiert sich am Dirty South Soundentwurf ohne sich im endlosen Strom an Deutschtrapversuchen zu verlieren. Egal ob von Robanzee oder Crzo produziert, es klingt superdope. Hauptdarsteller ist und bleibt aber sein Flow, der so unglaublich eigen ist. Lyrics und Flow gehen bei Laca eine unglaubliche Symbiose ein. Diese wird gepaart mit der Eigenheit den fränkischen Akzent nicht zu verstecken, sondern ihn natürlich einfließen zu lassen. Vielleicht passt der Dirty South Underground Sound deswegen so gut zu Laca, weil eben auch im dreckigen Süden der USA der lokale Slang eine große Rolle spielt. Man bleibt sich auf jeden Fall treu im Hause Laca und allein das ihn und seine Crew schon von vielen aus Restdeutschland.

Während es in Deutschland mittlerweile 1000 Migos Klone gibt, hat Laca seinen Flow über Jahre/Jahrzehnte perfektioniert und kann ihn wirklich sein Eigen nennen. Hier sitzt jedes Wort und jede Silbe und das oft auf sehr ungewöhnliche Weise. Das kombiniert mit einer Stimme, die einen hohen Widererkennungswert hat, und dem fränkischen Slang ist das Rap aus der zweiten Reihe, der eigentlich ganz vorne mitspielen sollte.

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