Sexismus im Deutschrap? Ein Kommentar zu Helen Fares, Visa Vie & Jule Wasabi

Sexismus im Deutschrap? Der ist doch ausgestorben, oder? Schön wär’s. Leider gibt es einen aktuellen Fall, der das Gegenteil belegt.

Die Moderatorin Helen Fares begründete gestern ihren Abgang bei hiphop.de unter anderem mit – genau, Sexismus im Deutschrap. Dabei bezieht sie sich vor allem auf Kommentare im Netz.

Sie sagt: „Ich versuche mich mit aller Macht solchen Kommentaren zu widersetzen, darf dann aber sogar aus den eigenen Reihen hören, dass das eben allen Frauen so geht und man damit leben muss. ‚Das ist nun mal HipHop.‘

Nein. Das ist Bullshit und Müll in den Köpfen. Ich liebe HipHop. Aber diese beschissenen sexistischen, opportunistischen und respektlosen Subgesellschaften, die sich im HipHop gebildet haben, sind für mich nur Armutszeugnisse, und damit will ich nichts zu tun haben“.

Ihr Kommentar macht wütend – und fällt zeitlich zufällig mit einem sehr lesenswerten Artikel von Salwa Houmsi in der JUICE zusammen. Dort kommt unter anderem Visa Vie zu Wort, die feststellt, „dass Männer sich in der Szene zusammentun und Frauen nach Oberflächlichkeiten bewerten, ist fast schon wie ein fünftes Element von HipHop“.

Eine weitere Parallele: Bei ihrem Abgang bei 16bars hatte auch Visa Vie explizit sexistische Kommentare als Grund angegeben, keinen Bock mehr auf diesen Rahmen zu haben. Zwar wirkt sie nun in ihrer aktuellen Rolle als Radiomoderatorin und mit ihrem eigenen Format „Problemzone“ ausgeglichen und glücklich wie nie – was großartig ist. Aber ist es nicht auch gleichzeitig schade, dass Deutschrap mit ihr eine der fähigsten und kompetentesten Interviewerinnen verloren hat? Genauso wie jetzt wieder bei Helen?

Aber nicht alle sehen darin ein Problem. Auch nicht alle Frauen: Jule Wasabi etwa scheint sexistische Kommentare als Kompliment aufzufassen. Das sagt sie in einer YouTube-Talkrunde namens „Der stabile Diskurs“, wo sie erzählt, dass sie sich gefreut habe über Kommentare über ihre Brüste. „Bei netten Sex-Kommentaren hab ich das Gefühl: Nice“.

Sie fühle sich sogar „geschmeichelt, weil das ja eigentlich heißt das dieser Mann mit mir schlafen will“.

Update: Jule Wasabi legt Wert darauf, dass ich sie in diesem Punkt falsch verstanden hätte und sie kein Freund von Sexismus in irgendeiner Form sei. Lies hier ihr komplettes Statement:

Jule Wasabi stellt klar: Ich bin kein Freund von Sexismus

Mir geht’s so, dass ich’s im Internet nicht so schlimm wie im echten Leben finde. Aber das macht mich nicht zum Freund von Sexismus.

Traurigerweise haben wir immer noch sowohl im Netz als auch in der Öffentlichkeit mit unangebrachten Kommentaren zu rechnen. „Geiler Arsch“ oder „Dir würde ich auch mal gerne einen reinhämmern“, sowas hat wohl jede Frau schon mal gehört, ob sie will oder nicht.

Aber muss man das als Frau einfach hinnehmen? Argumente à la „Aber die Frau ist ja selbst Schuld wenn sie sich so anzieht..“ einfach stillschweigend, womöglich lächelnd ertragen? „Komm schon, du willst das doch auch…“ Nein! Überhaupt nicht! Kein bisschen!

Traurig, dass viele Sexismus im Rapgame als normal empfinden, als etwas, womit man rechnen und gerade als Frau klarkommen muss. Es ist auch ein Irrtum, dass das zu Rap dazugehört. Es gehört nur dazu, weil Rap – genau wie unsere Gesellschaft – bisher viel zu sehr von Männern und deren Vorstellungen geprägt wurde. Aber das ändert sich trotz des bedauernswerten Rückzugs von Helen und anderen Frauen gerade. Und daran kann niemand mehr etwas ändern.

Nochmal an alle Typen: Die meisten Frauen freuen sich nicht, durchgehend irgendwelche Sprüche zu hören und aufs Aussehen reduziert zu werden, auch wenn ihr es vielleicht nett oder als Kompliment meint. Als ein Stück Fleisch degradiert zu werden freut vielleicht einige wenige Frauen, warum auch immer, die meisten macht es wütend. Weder im Rapgame noch sonstwo sollte das überhaupt ein Diskussionsthema sein müssen.

 

36 KOMMENTARE

  1. Wenn ich auch den Sexismus nicht leugnen will, muss man schon auch dazusagen, dass HipHop allgemein eine hierarchische und herablassende Kultur ist. Nicht nur Frauen, sondern alle Teilnehmer dieser Kultur werden auf ihr offensichtlichstes Merkmal reduziert:
    Laas ist der Lauch, Deutsche sind Almans, Migranten Kanacken, mehr als Hauptschule ist Studentenrapper usw.
    HipHop funktioniert durch Abgrenzung und Erhebung über den Anderen. Wer das nicht begriffen hat, wird sich immer wieder über die Reflexe einer, hauptsächlich aus den „eher“ Primitiveren dieser Gesellschaft bestehenden Kultur, ärgern.
    Auch wenn HipHop mehr als Prolls zu bieten hat, bleibt der Anteil der Feingeister im Niedrigprozent-Bereich.
    Nicht nur Frauen verabschieden sich aus diesem Grund aus der aktiven Kultur. Auch Männer, denen der pubertäre Schwanzvergleich und die Schwanzverlängerung durch Gewaltandrohung nach 10 Jahren langweilt.

    Dagegen wird sich nichts tun lassen. HipHop war und wird immer Sprache der Unterschicht sein.
    Hart aber izzo

  2. In ihrem Facebook-Post berichtet Sie ja über sehr konkrete Vorfälle. Ist schon traurig, dass sich einige Rapper bzw deren Entourage so daneben benehmen gegenüber Frauen. Anderereits nicht sehr verwunderlich, wenn wir Rappern, die ständig die Grenzen des gegenseitigen Respekts überschreiten, so viel Aufmerksamkeit schenken und sie abfeiern. Aus Gedanken werden Worte und aus Worte Taten, so lautet in etwa ein Sprichwort und wenn wir es abfeiern, wie Rapper Frauen in Ihren Texten als die letzten Schlampen behandeln, sollten wir uns auch nicht groß wundern, wenn einige dieser Rapper diese Mentalität auch im echten Leben an den Tag legen. Schließlich werden Sie ja als Künstler genau für diese Grenzüberschreitung gefeiert.

    Was mich an der aktuellen Sexismus-Debatte etwas stört und was kaum jemand berücksichtigt: Helen, Visa, Jule, Salwa, Vero und wie sie alle heißen inszenieren sich alle über Ihr Äußeres, bzw Sie genießen und nutzen beruflich die Vorteile, welche Sie aufgrunddessen haben, dass Sie „telegen“ aussehen.

    Wenn es also gesellschaftliche, berufliche oder soziale Vorteile bringt, scheinen Sie mit Sexismus und Bevorteilung / Diskriminierung anhand von Aussehen einverstanden zu sein. Die persönlichen Vorteile nehmen Sie gerne mit. Wenn Sie dann aber auf primitivste Art und Weise offen von Männern auf Ihr Aussehen oder Ihre Sexualität reduziert werden, dann ist der Aufschrei groß. Das wirkt etwas Heuchlerisch.

    • auch wenn ich den letzten absatz logisch nachvollziehen kann, darf es keine rechtfertigung für dieses abstossende verhalten sein.
      die frage ist eher, ob man sich stark wundern soll, wenn man sich in die höhle des löwen begibt und mindestens kratzer abbekommt. hiphops ruf eilt ihm (?) voraus und ist auch bezüglich anderer themen skepisch zu betrachten: homosexualität, ethnische konflikte, verschwörungstheorien…..im endeffekt alles bildungsprobleme.

      es ist aber trotzdem legitim, egal ob frau oder mann, aktives interesse an der kultur zu zeigen.
      genauso legitim ist es, dann den entschluss zu fassen wieder den abgang zu machen, frei nach dem motto:
      lass doch die assis unter sich bleiben….

      • Als Rechtfertigung habe ich es auch nicht formuliert. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, wenn irgendein dahergelaufener Mann einer fremden Frau an den Kehlkopf fasst und irgendwas von Würgereflex faselt. Das ist primitivstes Neanderthalerniveau.

        Es ist halt nur paradox, wenn manche der Damen sich einerseits sehr über Ihr Äußeres inszenieren und alle Vorteile die daraus entstehen versuchen abzugreifen, dann aber verwundert sind, wenn Sie eben auf dieses Äußere (was sie selbst ja so stark in den Vordergrund gerückt haben) reduziert werden (von Idioten). Abgesehen davon glaube ich, dass ein Großteil dieser primitiven Kommentare auf Youtube von Trolls und Hatern stammen, die wir nicht zu sehr Ernst nehmen sollten. Da wird viel kommentiert nur um Daumen nach oben zu kriegen oder um zu provozieren.

        Ich finde es schade, dass du HipHop mit so einem Neanderthalerverhalten in Verbindung bringst, denn ich assoziiere HipHop eher mit der Emanzipation von sozial Ausgegrenzten und im eigentlichen Sinne des Wortes feministischen Artists wie Queen Latifah (auch wenn die sich glücklicherweise nie mit der äußerst lächerlichen pseudo-Feministinnenszene der heutigen Generation identifiziert hat).

        Vielleicht beschränkt sich deine Interaktion mit HipHop aber auch nur auf die derzeitige Generation des Mainstream-Deutschraps, welche im Grunde genommen vollkommen abgekoppelt von der ursprünglichen HipHop-Subkultur stattfindet? Das würde zumindest deine Fehleinschätzung begründen, wonach HipHop = Assi. Dann nenne es bitte Deutschrap/Straßenrap, aber nicht HipHop.

        HipHop steht eben nicht für ethnische Konflikte oder einen Bildungsmangel, im Gegenteil: HipHop hat in den 70ern und 80ern in seiner Entstehungszeit die Kids mit verschiedensten kulturellen Hintergründen zusammengebracht: Puerto Ricaner und Dominicaner, Afroamerikaner, Kids aus Zuwandererfamilien aus der Karibik, Kids aus jüdischen New Yorker Familien etc.

        Welche Kultur hat solch eine Vielfalt an Akteuren und Stilausprägungen hervorgebracht? Welche andere Musikform setzt sich auf solch anspruchsvolle Art und Weise mit Lyrik auseinander? Vergleiche mal eine Pop, Heavy-Metal oder selbst Singer-Songwriter Text mit den Lyrics eines guten HipHop-Artists! HipHop-Rapper (also nicht jene modernen Rapper, die vollkommen abgekoppelt von der HipHop-Kultur agieren), haben die höchste inhaltliche Dichte, die ausgefeiltesten Reimschemen, die anspruchsvollsten Vergleiche und Pointen in ihren Texten. Ein Rapper sagt alleine was die Anzahl der Wörter angeht in 16 Takten oft mehr aus, als ein Bob Dylan in einem ganzen Album. Und das sind nicht einfach nur irgendwelche inhaltlosen Zeilen die sich mehrfach wiederholen, sonder geballte Ladung an Message und Storytelling.

        Künstlerisch-handwerklich ist jede andere Musikrichtung absolut lächerlich und anspruchslos im Vergleich mit dem Anspruch, der im HipHop erfüllt werden muss, bevor ein Künstler dort auf Akzeptanz stößt (wie gesagt, ich spreche nicht von den Deutschrap-Straßenrappern oder der jüngsten Trap-Rapper Generation, die vollkommen losgelöst von der HipHop Kultur und in erster Linie aus kommerziellen Motiven heraus agieren).

        Vergleich mal folgende Lyrics hinsichtlich Inhaltsdichte, Reimstrukturen,

        https://genius.com/Nas-ny-state-of-mind-lyrics

        https://genius.com/Bob-dylan-blowin-in-the-wind-lyrics

        • Ich glaube dass in deiner Betrachtung von HipHop viel Sozial- und Kulturromantik steckt. Wie ich bereits gesagt habe, gibt es die intellektuellen Feingeister, die dem Mainstream entgegen, auch thematische Vielfalt ins Spiel bringen. Aber wenige. Und die wenigen haben keinen Einfluss mehr auf das, was von der Kultur noch übrig geblieben ist.
          Aber von vorne:
          Welcher Mann im HipHop definiert sich denn nicht über sein Äußeres? Warum wird es bei den Damen dann thematisiert und kritisiert?

          HipHop als Emanzipation von sozial Ausgegrenzten? Ehrlich? Wenn Du genau hinschaust, ist es mehr ein Glorifizieren des ausgegrenzt sein. Wenn auch als Trotz. Bis die Kohle kommt. Dann beginnt das schizophrene Spiel noch ein wenig Strasse repräsentieren zu müssen, vom Geld aber so gesegnet, dass einen die HipHop „Tugenden“ selbst zu prollig werden.
          Genau der Bewegung von HipHop, von der du sagst, dass es sie neuer Mainstream sei (nein) sprichst du ganz schön viel Reflexion und emanzipatorische Kraft zu, wenn es doch genau diese Leute sind, warum Helen die Debatte überhaupt gestartet hat.
          Ich lebe in einer europäischen Metropole und wie überall auf der Welt, kam und kommt HipHop von der Strasse. Und ich kann es jeden Tag beobachten, welche brutale und verachtende Mentalität prägend ist in dieser Subkultur. Die ich übrigens noch genauso liebe wie vor 20 Jahren. Aber ich bin mir bewusst, dass sie zutiefst krank ist.
          HipHop ist hauptsächlich Unterschichten Entertainment aber gleichzeitig Phänomen, weil auch die Preveligierteren mitspielen wollen,
          aber eben nicht wirklich können (überraschenderweise hat Fler das mal ganz gut erklärt).

          Nenne mir doch mal die relevanten politischen Rap Akteure, die maßgeblichen Einfluss auf die Zielgruppe haben? Die sich nicht über Gewalt oder zumindest Asozialität definieren. Ich halte das für eine ziemlich geschönte Sicht.
          HipHop hat ein gewaltiges Bildungs und Emanzipationsproblem. Gewalt war und wird immer mehr zur Maxime. Inhalte sind seit MoneyBoy, Migos, Lil Yachty auch komplette Nebensache. Selbst HipHop Magazine verkaufen Gewalt. Hass als Währung….Ach ja und oute dich mal als schwul in HipHop. Immer noch emanzipiert? (bitte keine beispiele von schwulen, unbekannten rappern. die tatsache dass sie unbekannt sind, bekräftigt mein argument;)

          Übrigens hat jede andere Subkultur ein ebenso breit gefächertes Spektrum an Subgenres. Schau dir nur als ein einziges Beispiel mal Techno / House an. deep House alleine lässt sich nochmals in 5 Styles unterteilen. Inkl Mode etc.
          Der Anspruch in Texten lässt sich nicht durch Reimketten, Struktur usw bemessen. Ich finde es dämlich die Qualität von Kunst miteinander zu vergleichen. Die Komplexität mag bei vielen der Kompensation von Melodie, Performance, musikalischer Kenntnisse etc geschuldet sein. Weshalb dein letzter Absatz ziemlicher Käse ist (sorry).
          Zeitlose Kunst besticht durch ihre Einfachheit.
          Wer Silben zählen will, soll Deutschlehrer werden und bitte kein Kulturkritiker.

          HipHop ist und bleibt hierarchisch und primitiv. Auch hinter grossartigen Künstlern können dumme, rohe Prolls stecken. Lyrik hin oder her. Und alleine wie der Kuchen aufgeteilt ist, beweist wie das Spiel funktioniert.
          Große Kunst ist ideologiefrei. HipHop ist allerdings voll davon.

          • „Ich glaube dass in deiner Betrachtung von HipHop viel Sozial- und Kulturromantik steckt. “

            Leider hat deine Hasstirade gegen HipHop keinerlei Substanz. Sie zeugt eher von einem Mangel an Expertise auf diesem Gebiet. Ich frage mich ernsthaft, was du als HipHop definierst?

            Wie gesagt: Money Boy und Co. agieren vollkommen unabhängig von der HipHop-Kultur. Die bedienen sich vielleicht einer Sparte des HipHops, nämlich Rap, aber sie tun das außerhalb des HipHop-Kontexts.

            HipHop, das ist „Each One Teach One“, sowie „Knowledge, Wisdom and Understanding“. Du versuchst aus deiner abgehobenen, Akademikerkindperspektive von oben herab die Wertigkeit von HipHop-Kunst zu beurteilen, weil du meinst dein bildungsbürgerlicher Hintergrund qualifiziert dich hierfür. Das ist ein altbekanntes Phänomen, insbesondere in Deutschland, dem Heimatland der Bildungsapartheid und des Begriffs „bildungsfern“ (um unterprivilegierte Kinder zu pathologisieren und dämonisieren). Insofern nichts Neues.

            „Welcher Mann im HipHop definiert sich denn nicht über sein Äußeres? Warum wird es bei den Damen dann thematisiert und kritisiert?“

            Meinst du Slick Rick hat sich über sein Äußeres definiert? Der Mann ist auf einem Auge blind und trägt eine Augenklappe, wird aber von der HipHop-Community als einer der besten Rapper aller Zeiten.angesehen, insbesondere im Storyteller-Genre. Meinst du Biggie hat sich über sein Äußeres definiert? Der Mann war stark übergewichtig und mit Nichten ein Model! Gleiches gilt für Big Pun und früher Fat Joe (bevor er abgenommen hat). Ich habe dir gerade vier der hochangesehntesten Rapper in de Geschichte als Gegenbeispiel zu deiner These genannt, nicht irgendwelche unbekannten Undergroundrapper!!!

            Ich könnte auch noch weitere Raplegenden nennen, auf die das Gleiche zutrifft: Bushwick Bill (Sehstörung), Snoop Dogg (stark untergewichtig), Ol Dirty Bastard und selbst Jay-Z wurde schon diverse Male für seine ausgeprägten Lippen gedisst (Nas . Ether:
            „I can handle this for dolo, and his manuscript just sound stupid
            When KRS already made an album called Blueprint (dick!)
            First Biggie’s your man, then you got the nerve to say
            That you better than B.I.G.
            Dick-suckin‘ lips, why don’t you let the late great veteran live?“

            Insofern wäre deine Behauptung an dieser Stelle wohl vollends widerlegt.

            „Genau der Bewegung von HipHop, von der du sagst, dass es sie neuer Mainstream sei (nein) sprichst du ganz schön viel Reflexion und emanzipatorische Kraft zu, wenn es doch genau diese Leute sind, warum Helen die Debatte überhaupt gestartet hat.“

            Hast du irgendwas missverstanden? Habe ganz klar gesagt, dass ich die Mainstream / Straßenrapper der aktuellen Generation nicht in der Tradition des HipHops sehe! Ich habe diesen Leuten an keiner Stelle Reflexion und emanzipatorische Kraft nachgesagt, im Gegenteil: ich habe ganz klar geäußert, dass ich die. z.B. offen frauenverachtenden Lyrics und Attitüden, bedenklich finde und meine Sorge darüber geäußert, dass die Hörer und Rap-Medien diese Attitüden noch befeuern, indem Sie es nicht kritisieren und diesen Leuten eine Plattform geben. Vielleicht liest du diesen Kommentarstrang nochmal ganz von Anfang durch, dann können wir solche Missverständnisse auf ein Minimum reduzieren und müssen nicht wieder bei Null anfangen!

            Fakt bleibt: HipHop –> Rap (aber nicht diese von den HipHop-Werten abgekoppelte, kommerzielle Cloud-/Straßen-/Traprap) bleibt die progressivste und anspruchvollste musikalische Ausdrucksform die es bis dato gibt. Alle anderen Musikstile sind primitiv und erfordern lediglich einen Bruchteil der Skills, die im HipHop notwendig sind. Wenn z.B. eine House-Produzent einen alten Song samplet, dann meistens auf sehr triviale Weise, währrend HipHop-Produzent beispielsweise das „choppen“ von Samples erfunden und perfektioniert haben, sprich das zerlegen von Musiksequenzen in einzelne Fragmente und das neu anordnen dieser. HipHop-Künstler machen all das, was die Vertreter anderer Kunstformen auch machen, nur eben auf einem viel anspruchsvollerem Niveau.

            Und ja, man kann dies auch an objektiv messbaren Faktoren festmachen, was übrigens üblich ist in der literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Lyrik, z.B. indem man das Versmaß / die Metrik (die Reimstruktur), die Semantik (z.B. die Mehrdeutigkeit und die Metaebene des Gesagten) und den verwendeten Wortschatz (z.B. Vielseitigkeit des verwendeten Vokabulars) betrachtet. Das sind gängige, literaturwissenschaftliche Herangehensweisen und in jeder dieser Facetten sind HipHop-Künstler allen anderen musikalischen Genres meilenweit vorraus. Die talentierten Vertreter unserer HipHop-affinen Rapmusik sind sogar Shakespeare überlegen!

            http://story.br.de/rapwortschatz/

            https://pudding.cool/2017/02/vocabulary/

            Also komm bitte runter von deinem hohen Ross. Vielleicht kannst du mit deinen sozial-darwinistisch, ausgrenzenden, elitären Sprüchen bei dir an der Exzellenuni punkten, nicht aber bei Leuten die den Scheiß wie ich studiert haben.

          • @ Hypo
            deine aggressive Verteidigungshaltung ohne jeglichen vorausgehenden Angriff ist strange.
            Dein Reflex dich in all deinem grenzenlosen Wissen über mich stellen zu müssen bestätigt mich. Unabhängig davon, dass du nicht ansatzweise wissen kannst mit wem du diskutierst. Hat mich amüsiert. Danke dafür.

            PS Kunst ist nicht wissenschaftlich. Aber als jemand der aus 20 jährigen professionellen Praxis kommt (internatioanl), habe ich keine Lust mich mit einem Besserwisser Theorie Hengst zu unterhalten.

    • Wie genau inszenieren sich die genannten denn? Darunter würde ich verstehen, wenn die im Bikini oder so Interviews machen aber an sowas kann ich mich nicht erinnern. Nur weil eine Frau in den Augen einer Mehrheit der Zuschauer gut aussieht, heißt es ja nicht, dass sie sich über ihr Aussehen inszeniert hat. Auch hübsche Frauen dürfen doch HipHop Journalistinnen sein, ohne dass ihnen ihr gutes Aussehen negativ ausgelegt wird.
      Dass daraus hier und da auch Vorteile „abfallen“ mag stimmen, aber auch dafür können die ja nix.

  3. Sorry, aber „geiler Arsch“ ist doch nicht dasselbe wie „du hast bestimmt keinen Würgereflex“. Das erste ist ein Kompliment (auch wenn man es höflicher ausdrücken könnte), während das zweite primitiv und abwertend ist. Da muss man echt nen Unterschied machen. Man kann die Sexismusdebatte auch übertreiben.

  4. PS: was mich viel mehr stört, ist der nachgeschobene Post von Helen, indem sie anprangert, dass sie für eine Sexismus Debatte mehr Aufmerksamkeit bekommt, als für ihre „Arbeit als Frau“.
    1) Sexismus ist ein gesellschaftlich gigantisches Thema und größer als die „Karriere“ einer HipHop Journalistin
    2) es geht nicht um DICH Helen, es geht um die Sache. niemand schaut interviews wegen dir, sondern wegen HipHop oder dem Künstler/der Kunst
    3) deine arbeit wird nicht besser oder schlechter dadurch, dass sie von einer frau gemacht wurde. arbeit kriegt props für ihre qualität. alles andere ist entgegengesetzt sexistisch und dumm. tatsächlich emanzipiert ist man dann, wenn man die geschlechtliche erwartungshaltungs ablegt und abliefert.

    Diese sich selbst überschätzende Aufmerksamkeits-Sucht geht mir auf den Sack. Zu durchschaubar

  5. Mehr Artikel über sowas!

    Jetzt nur allein auf Hip Hop das Problem zu beschränken ist einfach aber falsch. Klar gibt es hier viele
    junge Männer/ Kinder die sowas schreiben und die Musik (durch die Hierarchie) unterstützt jedwehige
    Diskriminierung.

    Aber auch die Interviewer haben ihren Anteil. Saß nicht auch einmal Visa Vie mit Farid Bang im Interview
    und er hat davon erzählt das Frauen nach dem Sex mit ihm ins Krankenhaus müssen und ihn wegen
    schwerer Körperverletzung anzeigen. Weiterhin meine ich hätte er gesagt die einzigen Ringe die Frauen
    von ihm bekommen sind blaue Augen. Und sie saß daneben und die ganze Zeit gegrinst.

    Ist alles nicht so einfach aber das Bild das Hip Hop Medien verbreiten wollen (um Klicks zu bekommen) ist halt meistens nicht politisch korrekt.

  6. Leider ist dieses Problem (und ähnliche) und unserer Hiphop Kultur sehr stark verbreitet. Hiphop ist eben eine Macho Kultur, in welcher die rüpelhaften Alphamännchen oftmals den meißten Erflog haben und Vorbilder für die nachkommende Generation darstellen. Wir als Fans feiern doch diesen „Film“ des harten Rappers, welcher sich den Kampf gegen Homos auf die Fahne schreibt und jeden Tag 3 andere Chicks wegballert.

  7. Welch ein lamoryantes Getue. Sexismus ist keine Einbahnstraße. Geht mal als Mann in engem Tshirt und 48+ Oberarm in einen beliebigen deutschen Klub. Da bleibt es in aller Regel nicht bei Kommentaren, sondern man darf sich auch noch mit allerhand grenzüberschreitendem Gegrabsche Rumschlagen. Nur im Gegensatz zur Damenwelt, darf Mann dass dann nicht mit einer gepflegten Ohrfeige beantworten. Einen Artikel habe ich auch noch nie über derartiges Verhalten lesen dürfen. Schließlich geht es ja nur zu Ungusten des starken Geschlechts. Also werte Damenwelt, dasselbe wie Männer tuen, Kopf aus dem Arsch ziehen, rumheulen einstellen, damit leben das derartige Dinge passieren und über diesen stehen. Die Welt ist ein gemeiner Ort…

    • Ich glaube Du vergisst, dass du mit deinem 48er Oberarm keine Angst vor gewaltsamen Übergriffen haben musst.
      Bei Frauen sieht das mit der Wehrhaftigkeit in der Regel etwas anders aus. Dass Du jetzt forderst, Frauen sollten sich den Kopf aus dem Arsch ziehen und aufhören rumzuheulen, wirkt sonals hättest Du an dieser Stelle nicht zu Ende gedacht.

  8. oha auf rap.de wird diskutiert. das lässt zwei möglichkeiten offen
    a) bei allen anderen artikeln besteht kein diskussionsbedarf
    b) bei diesem thema hat sich ne menge angestaut
    ich tippe auf b)
    dann lass das fass mal öffnen. könnt ja mal nimo zu seiner meinung fragen oder sucuk ufuk

  9. Der Sexismus ist gar nicht das Problem. Der Feminismus ist das Problem.
    Frauen wollen in allen Bereichen gleichberechtigt sein. Gut, nachvollziehbar. Aber nicht realistisch. Wie heißt es in dem Film „Schande“ mit John Malkovich: “ Der Mann will die Frau durch seine Sexualität töten.“ Die Demütigung der Frau ist essentiell, grundlegend für die männliche Sexualität. Ejakulat in Münder und Gesichter zu spritzen ist kein Ausdruck tiefer Verbundenheit oder „Liebe“. Auch der naivsten Trulla sollte die Geringschätzung, die als Ausgangspunkt für solche Praktiken nötig ist, wenn nicht klar sein, so doch mindestens mal auffallen. Aber es findet sich immer eine Rechtfertigung, von Seiten beider Geschlechter.
    Da sitzen in der Ukraine Femen-Aktivistinen breitbeinig auf dem Bürgersteig und urinieren, umringt von Journalisten. Die machen Fotos. Von was?
    Im Internet und TV berichtet die sogenannte “ Generation Y “ offen, schamlos über die Häufigkeit wechselnder Geschlechtspartner durch etwa Tinder, über die Vorteile der Polyamorie und dass das Modell der “ klassischen Beziehung “ überholt sei. Über unterschiedliche Größen, Formen, Gerüche der Geschlechtsorgane und das eigene Optimum derselben. Über die Anzahl der Intimitätsgesellen die jede moderne junge Frau im Monat verschleißt und darüber, dass man ja schließlich keine Schlampe sei, sondern eine selbstbestimmte Dame, deren Recht auf Erfüllung ihrer Bedürfnisse dem des Mannes in nichts nachzustehen habe. Auch vor 200 Jahren haben Frauen so gedacht. Und?
    Damals hatten sie Angst. Angst in Verruf zu geraten. Deshalb wurde nicht frei über das Thema gesprochen. Heute? Erst Bukkake dann Gedichtband. Zeichen der Zeit. Überrascht?
    Ihr seid alle verkommen. Frauen müssen sich über Sexismus nicht wundern, denn sie haben ihn erfunden! Koketterie, Signale setzen und dann ausweichen, sich dem Machismo fügen um zu unterliegen, im wahrsten Sinne, aber mit Absicht, weil der Mann sich im „Jagdverhalten“ bestätigt sehen will. Dann ist es kein sich fügen, es ist das Ausnutzen des Wissens über die Notwendigkeit der Bestätigung, die der Mann braucht. Dann bestätigt das doch einfach nicht mehr. Werdet Nonnen. Das Erstarken des Feminismus ist sehr lustig. Frauen fordern mehr und erhalten noch weniger, als ihnen ohnehin schon nicht (!) zusteht. Höchstens ein paar Dollar, Stichwort: BangBus.
    Alles ist offen, offen aggressiv. Wenn die Weiber nicht zur Prüderie zurückfinden wollen, oder sich wenigstens züchtiger geben, weshalb über Sexismus sprechen? Es ist doch alles OFFEN! Je stärker der Feminismus, desto stärker der Sexismus. Konservatismus ist der neue Trend. Und noch zur Sache: Ich mag mich irren, aber, ich meine damals bei Nietzsche gelesen zu haben :
    “ Heutzutage erlaubt man den Weibern sogar, die Zeitung zu lesen. Wohin soll das noch führen?“
    Sinngemäß, ich hatte das in Erinnerung. Ja, wohin führt das, Helen? 🙂
    Dazu, dass Weiber…im Journalismus aktiv werden. Witzig.
    Gleichberechtigung ist ein Irrtum.

    • Brüder haben Komplexe ,
      weil das Ego einen kleinen Penis hat ;D
      Wer seine Mitmenschen nicht mit Respekt behandelt ,
      ist ziemlich ehrenlos und schwach.
      Stop NWO!!!
      and make Love and Peace 😀

      • Ein Ego kann einen Penis haben? Ist mir neu. Dein “ Ego-Penis“ zeigt deinen Bildungsstand. Dadurch hast du dich mit dem Kommentar selbst gef…. ;D

  10. So ein Artikel neben Promo für Farid Bang, Kollegah, 187 und dutzende Muselrapper ist in etwa, als ob man einen Artikel gegen Rassismus direkt neben der Rezension des neuen Landser-Albums posten würde.

    • Ganz genau. Rap.de kann man einfach nicht ernst nehmen, wenn man auf der einen Seite die Diskriminierung anderer anprangert, dann aber Selbigen eine Bühne gibt und es noch nicht einmal hinbekommt, sich in Interviews politisch korrekt auszudrücken.

          • Lies einfach den naechsten Kommentar. Vielleicht geht Dir ja irgendwann mal ein Licht auf, Oli

          • Befolg lieber selbst deine guten Ratschläge. Wofür hältst du dich? Für Sokrates? Du trollst hier bisschen rum, kannste gerne machen, wir löschen das nicht, keine Sorge.

          • Ich weiss nicht was Du meinst. Du bist doch derjenige, der hier predigt. Ich und andere weisen nur darauf hin mit was für einer Doppelmoral Ihr mal wieder an die Sache heran geht.

  11. Jetzt mal ernsthaft…“FEATURED“ – stand 18. Juli:

    – 187 Strassenbande – Mit den Jungs: Gzuz rappt in der ersten Strophe: „Lern‘ ’ne Schlampe kenn’n, wir nageln sie zu zweit“ und „Wir haben alle nix gehabt und jetzt bumsen wir Models (wow!)
    Wie Maxwell schon sagt: „Mach dein’n Mund auf, ich komme!“ (haha)“

    – Offener Vollzug: Azet wird bei KMN Gang-Tour dabei sein: Ich kenne von diesen Bengeln jetzt nicht so viel, aber wenn ich mich recht erinnere rappt Miami Yacine bei Kokaina, dass jeder 12 Jährige draußen laut auf seinem Handy hört, dass er irgendein russisches Groupie wegfickt oder so.

    – Savas & Sido kündigen gemeinsames Album „Royal Bunker“ an: Yeah! Die beiden Urheber der wahrscheinlich bekanntesten rein sexistischen deutschen Songs ever – der „Arschficksong“ und LMS. Ist mir völlig egal wie alt die beiden Tracks sind, die kann jeder zweite Jugendliche heute noch auswendig. Alleine der Titel „Royal Bunker“…wenn ich da so an die damaligen Rapper denke…Rhymin Simon etc. Astrein mysogyner Kram dabei.
    An der Stelle bringt das auch nix, dass der Chef des Labels heute der unbeliebte linke Spießer ist.

    – Foto des Tages: Fler und Farid Bang: Jawoll! Ich spare mir an der Stelle einfach mal aktuelle Zitate. In jeder verdammten Single und in jedem Interview werden absolut fragwürdige Aussagen in Bezug auf Frauen getätigt. Vorallem Farid, Alter…Da hat „Sexismus is Scheiße“ ja schon ein schönes Beispiel angeführt.

    Und ihr wundert euch ernsthaft über Sexismus in der Szene? Ihr wisst doch alle ganz genau, was ich meine.
    Diese Scheisse wird nie aufhören, wenn Tracks oder Künstlern mit solchen Aussagen weiterhin so riesige Plattformen geboten werden. Im amerikanischen Rap ist das eigentlich noch viel schlimmer. Selbst Radiohits sind teilweise so abartig sexistisch, aber die meisten deutschen Raphörer sind anscheinend zu blöd ums zu merken. Die denken wirklich 50 Cents „Candy Shop“ handelte von Süßigkeiten oder so…kein Plan.

    • Sag doch mal Oli, wie geht das? Wie ist das miteinander vereinbar? Wie kann man auf der einen Seite für sexistische Rapper Promo machen und auf der anderen Seite eben jenen Sexismus verurteilen? Ich werd nicht schlau draus….Liegt es vielleicht daran, dass Rapper wie Farid, Fler, Kollegah, KMN, 18 Karat usw sich einfach am besten verkaufen und ihr gar keine andere Wahl habt als auf den Zug mit aufzuspringen, da sich einfach nicht genügend 13-jährige für Edgar Wasser und Konsorten interessieren? Ich könnte mich ja irren, aber ich will mal vorsichtig fragen ob es vielleicht sein könnte, dass Du ganz genau weisst was fuer eine Scheisse Ihr da in eurer Rap.de-Redaktion schreibt? Kann es sein, dass Dir das scheissegal ist, solange die Kohle stimmt? Kann es sein, dass Du denkst du kannst Deine Leser verarschen indem Du sie als „schwarz-weiß denkende, selbst ernannte Moralapostel“ betitelst? Ich möchte eigentlich nicht noch einmal auf die N-Wort-Debatte eingehen, aber es passt grad so schön. Kann es also sein, dass Du selber der Moralapostel bist, dessen Mitarbeiter auf der einen Seite in Interviews ungestört mit dem Wort „behindert“ um sich werfen dürfen, während wiederum auf der anderen Seite das politisch unkorrekte Verhalten von Lesern und Rappern angeprangert wird? Wie passt das zusammen? Wo ist eure Funktion da? Erzähl uns doch mal wieder eine spannende, durchaus glaubwürdige Episode aus deinem Leben, so wie die damals vor Kneipe, als Du von einem Schwarzen dabei ertappt wurdest, wie Du rassistische N-Begriffe zitiert hast. Vielleicht kannst Du mithilfe dieser glaubwürdigen Geschichte Dein schiefes Weltbild wieder zurechtbiegen wie es Dir grad mal wieder passt.

  12. Berichterstattung darüber, dass ein neues Album von genannten Rappern erscheint, ist wahrscheinlich nicht nur in meinen Augen so etwas wie Promo. Aber was sind schon Begriffe, ich denke Du weisst genau was ich meine, willst aber nicht darauf eingehen. Netter Versuch wie Du daher versuchst, meine Argumentation einfach zu umsegeln. Klappt nur nicht, dumm gelaufen.

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