Beatbox WM
Man kennt das ja, etwas in die Jahre gekommene Mc´s, lassen in den gängigen Interviews der Nostalgie freien lauf und heulen sich mal richtig aus, dass früher doch alles besser war und der Hip Hop, den sie damals kennen gelernt haben, der nicht nur aus Rap, sondern auch aus Graffiti, Breakdance und eben Beatboxing bestand, heute gar nicht mehr existiert. Spontan möchte man ihnen manchmal sogar Recht geben, allerdings sollte man schon etwas genauer hinsehen. Tut man dies nämlich, dann stellt man fest, dass die zahlreichen Bastarde, die, die alte Hure Hip Hop so in die Welt gesetzt hat, sich unabhängig voneinander prächtig entwickelt haben, auch ohne das Lil Wayne in seinen Videos den Breakdance Karton ausrollen muss oder wie ist es sonst zu erklären, dass sich Veranstaltungen, wie das Write for Gold, Battle of the Year oder die am Wochenende im Berliner 2BE Club ausgetragen Beatbox WM, nach wie vor größter internationaler Beliebtheit erfreuen.
Man muss den Leuten rund um den Berliner Beelow wirklich den größten Respekt dafür aussprechen, dass sie es binnen weniger Jahre geschafft haben, einen ehemals lokalen Event, als internationale Veranstaltung mit vierstelligen Besucherzahlen zu etablieren.
So kamen am Wochenende über 100 Teilnehmer aus über 37 Ländern zusammen, um einen neuen Champion in den Kategorien Female, Advancement Class und Team ausfindig zu machen.
In der Female Kategorie konnte sich Bellatrix aus Großbritannien in einem Kopf an Kopf Finale gegen Steffe la Cheffe aus der Schweiz durchsetzten. Der unter anderem aus der Doku, Peace, Love and Beatbox, bekannte Mando, konnte sich im sehr körperbetonten Viertelfinale leider nicht gegen den Franzosen Micspawn etablieren. Dieser scheiterte wiederum im Halbfinale an der Überraschung des Battles, Vahtang aus Russland.
Obwohl die russische Entertainementmaschine die Crowd spätesten ab dem Achtelfinale komplett hinter sich hatte, kürte die Jury, für viele überraschend, den technisch anspruchsvolleren, jungen Schweizer ZeDe zum diesjährigen Sieger der Beatbox Worldchampionchips.
In das Finale des Teambattles kämpften sich zwei Crews, die vor allem mit ihren Schnellfeuer- Drum and Bass Sets überzeugen konnten. Der Titel ging letzten Endes an die französische Crew Under Control, die, der Beatburger Band aus Tschechien einen Tick voraus waren.
Überhaupt gab es, neben den üblichen Bumms und Tschakks, jede Menge Styles zu hören, die weit über den Hip Hop Tellerrand blicken ließen.
Natürlich peitschten die Snares auch weiterhin auf der Zwei und der Vier durch den Raum, aber darüber hinaus gab es eben auch jede Menge Drum and Bass, House, Techno, Elektro und vieles andere aus der großen Kiste der Beat Musik.
Die abschließende international Convention, bei der die verschiedensten Beatboxer im nicht klassischen Sinn, die Beats durch die Boxen jagten, ließ dann keinen Zweifel daran, dass die Mundakrobaten endgültig im neuen Jahrtausend angekommen sind. Neben dem obligatorischen Mic, kamen nämlich die neusten Effektgeräte, Sampler und Synthesizer, aber auch klassische Musikinstrumente bis hin zu gewöhnlichen Bierflaschen zum Einsatz, um neue Sounds zu kreieren.
Am Ende feierten sich die Veranstalter und die Akteure noch einmal selbst mit einer großen Aftershowparty und das völlig zurecht, den die WM bot wirklich jede Menge frische Styles, großartiges Entertainement und so kitschig das auch klingen mag, Peace, Love und Beatbox.
Wir freuen uns jedenfalls auf das nächste Mal und sind gespannt, wer dann das goldene SM 58 als Trophäe mit nach Hause nehmen darf.
Natürlich haben wir noch die schönsten Bilder für euch zusammengestellt.
Aufgenommen zwischen dem 30.05.2009 und dem 31.05.2009 in 2BE Club  Sebastian
Links zum Thema: Beatboxbattle im Netz
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