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Kool Savas und Rene Schuster
Autor/Interview: staiger
Fotos: staiger
27.08.2010 Kool Savas und Rene Schuster
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Seit Anfang Mai bewegt sich was in Deutschlands Jugendzentren, zumindest in all jenen, die dafür auserwählt wurden. Das Media College eine Initiative der Deutschen Kinder und Jugendhilfe zusammen mit dem Telefonkonzern O2 sucht Deutschlands begabteste Nachwuchsregisseure. Mit dabei Kool Savas, der extra für die Initiative den  Song „Sky is the limit“ geschrieben hat und der schlussendlich mit 80 Jugendlichen, im Oktober, innerhalb eines zweiwöchigen Workshops ein Video zu diesem Song erarbeiten wird.
Wir sprachen mit dem Deutsch-Amerikaner Rene Schuster, CEO der Telefónica O2 Germany GmbH & Co. OHG, Kool Savas und Kerstin Gulden über die Hintergründe des Projekts und die amerikanische Tradition des sozialen Engagements großer Firmen für die Gesellschaft.


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ap.de: Herr Schuster, auf der O2 Seite sprechen sie über Verantwortung und das Verantwortung Ihr wirtschaftliches Handeln leitet. Was verstehen sie unter dieser Verantwortung?

René Schuster: Ich meine damit, dass es in unserer Verantwortung liegt, dass ausschließlich Produkte  auf den Markt kommen, die nicht schädlich sind. Es ist für uns als Firma wichtig, gesellschaftliches Engagement zu unterstützen. Deswegen ist Think Big nicht nur für O2 Germany sondern für O2 europaweit relevant. In Lateinamerika hat unsere Muttergesellschaft Telefónica ein soziales Projekt gestartet unter dem Namen "pro ninño“, in das mehr als 100.000 Kinder involviert sind.
Jedes Land kann im Endeffekt selber entscheiden welches Projekt am besten zu ihm und seinen Strukturen passt, das Thema ist jedoch immer das Gleiche: Junge Menschen.
 
In Deutschland haben wir uns überlegt, wie wir etwas zurückgeben können, um Jugendlichen mögliche Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Wir sind seit dreieinhalb Monaten unterwegs und denken, dass wir mit Savas als Begleitung einen passenden Coach für unseren Kontext gefunden haben, um Leute von 16 bis 21 Jahren zu begeistern.

rap.de: Wenn Sie jetzt von zurückgeben sprechen, ist das ein sehr amerikanischer Ansatz?

René Schuster: Die Amerikaner haben vielleicht eine längere Tradition, was dieses Thema betrifft. Ich glaube allerdings, das ist nicht auf eine Nation oder ein Land beschränkt.

rap.de: Ich glaube aber in der Unternehmenskultur von amerikanischen Firmen ist das mehr Gang und Gebe.

René Schuster: Ja, vielleicht. Viele sind natürlich immer skeptisch und denken es steckt ein Marketingplan dahinter. Aber das stimmt nicht. Unser Mandat ist nicht, ausschließlich Handys zu verkaufen, sondern zu zeigen, dass sich die Marke O2  differenzieren kann, womit wir bei dem Zurückgeben wären.

rap.de: Sind solche Projekte eine Alternative zu staatlichen Projekten oder eher eine Ergänzung?

René Schuster: Es ist eher eine Ergänzung. Wir suchen Gebiete auf denen wir Erfahrung haben. Wir versuchen Jugendlichen beizubringen, mit neuen Technologien verantwortungsbewusst umzugehen und ihnen die Angst davor zu nehmen. Wir haben die Möglichkeiten dazu. Im Internet-Festnetz-Geschäft ist O2 einer von drei großen Marktführern in ganz Deutschland. Auch das Handygeschäft  bewegt sich, kaum jemand lebt noch ohne Smartphone.
Durch Social-Media und  die ständige Präsenz des Internets ändert sich unser Kommunikationsleben. Wir überlegen uns, wie man eine Verbindung herstellen kann zwischen der sozialen, innovativen und der praktischen Seite dieser Entwicklungen.

rap.de: Haben Sie das Gefühl, dass bestimmte Bereiche dieser modernen Technologien für gewisse Gesellschaftsschichten nicht zugänglich sind?

René Schuster: Ich denke, moderne Technologien sind generell offen für alle. Man muss nur wissen, wie man die Sachen bedient und was für einen selbst Sinn macht.

rap.de: Savas, glaubst Du, dass alle in dieser Gesellschaft an diesem Fortschritt teilhaben können.  

Kool Savas: Ich glaube, wenn das jetzt so komprimiert in den neuen Handys stattfindet, dann passiert das mehr oder weniger schon, weil alle damit ja jetzt auch ins Netz gehen können. Aber ich weiß jetzt nicht ganz genau, worauf du hinaus willst.

rap.de: Ich hab nämlich den Eindruck, dass die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten diese Technologien sehr unterschiedlich nutzen. Gesellschaftsschichten mit wenig Bildung nutzten diese Technologien tatsächlich nur zum Chatten. Das sind Enduser, die einfach nur in diesen Chaträumen vergammeln.
Da gibt es Kinder, die sind von Schulschluss bis Abends im Internet und es passiert NICHTS.

René Schuster: Ja, aber was sie vielleicht auch tun können, ist suchen. Sich über etwas genauer informieren, wovon man nicht viel weiß. Jeder kann jetzt mit Google und Wikipedia umgehen und man kann Informationen heutzutage viel einfacher bekommen.


rap.de: Aber Herr Schuster, das Problem ist doch, dass diese Leute heutzutage gar kein Interesse mehr daran haben.


René Schuster: Ich glaube, das ist eine Frage der Förderung der Interessen und des Alters. Ich würde sagen, mit spätestens 18 Jahren denken die anders darüber und wenn sie 25 sind, wieder anders. Dasselbe dann mit 35. Wir wissen schon heute, dass das am schnellsten wachsende Segment die Menschen über 60 sind. Ich könnte mir nie vorstellen, dass meine Oma einmal im Internet surft und genau weiß, was da los ist.

rap.de: Also sollte man in Zukunft doch eigentlich Media Colleges für über 60 Jährige anbieten?

René Schuster: Wer weiß.
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Kommentare:
angry teng   28.08.2010
der markt ist übersättigt, da macht man mit ein bisschen charity doch wunderbar auf sich aufmerksam. natürlich ganz nett für die 80 kids, genau wie für die leute, die jährlich zur taurindrink-musikklausur oder sonstigen gesponserten events eingeladen werden. aber im grunde ist das einfach nur werbung uns SONST NICHTS! die kosten befinden sich relativ zum marketingbudget solcher kolosse nämlich in einem sehr überschaubaren bereich. alles im grunde blabla, hauptsache handys verkaufen. und der bevölkerung schleichend weismachen, dass der staat nicht alles kann, sondern man die privatwirtschaft ganz dringend braucht. danke für die gute lobbyarbeit...

penthousebesitzer   29.08.2010
staiger hat vergessen, die schuhe zu fotografieren

Egal1876   30.08.2010
Alter warum muß ma des schon wieder haten, da mag ja auch n imageding dahinterstecken, aber ich finds trotzdem geil wenn firmen ihre kohle so raushaun,

Andre   30.08.2010
Echt super diese Aktion. Herr Schuster hat recht, solche Aktionen sollten durch viel mehr Unternehmen ins Leben gerufen werden! Übrigens Telefonica wurde ebenfalls als bester Arbeitgeber 2009 und 2010 gekührt. Hier geht es nicht nur um Profit sondern auch um die Menschen, das wird in vielerlei Hinsicht sichtbar. An den Verfasser des ersten Kommentars: Glaubst du wirklich, dass es eine Marketingaktion ist, wenn man Menschen, die kein Geld haben solche Möglichkeiten bietet. Denkst du, dass sich Telefonica jetzt davon verspricht teure Smartphones an 16-21jährige zu verkaufen? Aber Hauptsache mal wieder gehatet - echt traurig die Einstellung vieler heutzutage. Dont worry be happy ;-)

12412   30.08.2010
bleibt der link vielleicht stehen wenn ich das mit dem smartphone weglasse? zizek passt da nun mal. http://www.youtube.com/watch?v=hpAMbpQ8J7g

DJ Samplez   03.09.2010
Savas braucht Kohle, der würde auch für Babypuder werben wenn er Schotter bekommt. Kann ich ihm auch nicht übel nehmen. Klar ist das ganze Werbung, wer das nicht sieht macht die Augen zu. Das Interview hat ja auch schön viele fettgedruckte O2 Anmerkungen damit es sich auch ja jeder merkt. Sollen sie doch von der Kohle ne Schule, Kita oder nen Jugendtreff bauen/sponsern dann erkennt ich das an. Verdienen doch zig Millionen mit ihrem überteuerten Mist. Einfach sagen: OK wir helfen da wo es wichtig ist. Und nicht solche Aktionen die im Sand verlaufen. Die Einstellung Dinge zu hinterfragen finde ich übrigens eine tolle Entwicklung. Das machen Jugendliche heute fast gar nicht mehr. Peace!

Ceeeeee   06.09.2010
Im grossen und ganzen Stimme ich mit Dj Samplez ueberein. Allerdings finde ich dass er das ganze ein wenig zu naiv betrachtet. Ich meine... Jetzt hoeren wir mal kurz auf Alltags-Dumm zu sein... Man kann ja echt nur schwer glauben, dass eine Firma etwas OHNE HINTERGEDANKEN tut... Das ist pure Fantasie. Und das weiss eigentlich auch jeder. Wenn einer sagt: "2 euro vom Erloes meiner CD gehen an 'ne Spenden-Organisation." ... Dann weiss jeder dass es primaer um den CD-Verkauf geht, nicht um die Spende... Oder? Ich mein kommt... Es ist schon fast laecherlich zu sehen, wie Leute so etwas aus dem Blinkwinkel der Gerechtigkeit beurteilen. Wenn man eins gelernt hat (haben sollte...), dann ist es doch wohl dass Firmen einen Scheiss drauf geben! Zu Savas: Mein Gott... Man kann's ihm nicht uebel nehmen. Was er darin sieht ist: Kreativitaet fuer Kids, ein bisschen Spass, ne gute Zeit, ein bisschen Knete. Das was im Endeffekt jeder von uns will. Jetzt tut mal nicht so als ob Savas kein Mensch sein darf, sondern 24/7 wie Jesus agieren muss... Ich mein... Fang' lieber BEI DIR SELBST an, so genau zu sein, bevor du dem KKS irgendnen Scheiss erzaehlen willst.