F.R. das Wunderkind ist erwachsen geworden. Unter den Augen von Rapdeutschland wurde aus dem 13-jährigen RBA Kid ein junger Erwachsener, der sich denn auch auf dem neuen Album "Wer Bist Du?" die wirklichen elementaren Fragen nach der eigenen Identität stellt.
Diese Frage stellen wir uns zwar auch immer wieder, im Interview mit Fabian Römer tauchte sie dann aber nur am Rande auf. Vielmehr hätte uns dann doch interessiert, wann er zum ersten mal ein Groupie entjungfert hat, wie er es auf einem seiner Songs beschreibt – darauf allerdings haben wie dann leider keine Antwort bekommen.
Allen anderen Fragen ist der junge Mann aus Braunschweig aber nicht aus dem Weg gegangen und so wurde es ein sehr interessantes, wenn auch wenig lebhaftes Gespräch, mit einem der talentiertesten MCs der Rapublik.
rap.de: Du bist derzeit auf Tour und schwer im Stress?
F.R.: Na ja, was heißt im Stress. Ich mache einfach lieber diese Nightliner Touren, weil man da viel besser schlafen kann und nicht einchecken, auschecken oder sich in einen nervigen Bus setzen muss. Aber bei einer Fünf-Tages-Tour ist klar, dass man das nicht unbedingt mit einem Nightliner durchzieht. Deswegen war es schon stressiger als so eine Nightliner Tour über fünf Wochen, aber letztendlich steht bei der Tour dann immer doch der Spaß im Vordergrund.
rap.de: Beim Savas-Konzert in Hamburg standest Du vor mehreren tausend Leuten. Wie viele kommen sonst so zu Deinen Konzerten?
F.R.: Das ist ganz verschieden, auf dieser Tour hat es sich krass gesteigert. Ich kann mich erinnern, dass 2008 zu "
Vorsicht, Stufe“ Zeiten in Weinheim, das ist in der Nähe von Stuttgart, vielleicht 40 Leute kamen. Und dann haben wir in Stuttgart gespielt, in einem Club für 300 Leute, und das war echt proppenvoll. Das ist wirklich cool, da so eine Steigerung zu sehen und ja, das sind so die Sphären, in denen ich mich live gerade bewege. Natürlich hoffe ich, dass die Leute das ihren Freunden weiter sagen und so ist dieses Live-System glaube ich auch. Man überzeugt, die Leute wollen wiederkommen und sagen ihren Freunden vielleicht noch Bescheid – und dann spielt man das nächste Mal vor doppelt so vielen.
rap.de: Wie wichtig ist Dir das Live-Ding? Eigentlich bist Du ja der Original-Internetrapper.
F.R.: Ich war ja nie der exklusive Internetrapper, sondern seit ich 13 bin schon immer live unterwegs. Deswegen war mir das eigentlich schon immer extrem wichtig und das ist es mir auch geblieben. Ich fühle mich auf der Bühne wohl und von daher ist das was ganz anderes als Studioarbeit, ich sehe es aber trotzdem auf Augenhöhe mit der Albumproduktion. Wenn ich ein Album mache, dann ist es nicht nur das Projekt Album, sondern auch das Projekt Live-Show und das nehme ich mindestens so ernst wie eine Albenproduktion.
rap.de: Hast Du noch Lampenfieber?
F.R.: Also es ist nicht so, dass ich morgens aufstehe, mir denke "
Boah, du musst heute Abend auftreten“ und total aufgeregt bin. Das ist dieses ganz normale Adrenalin, was jeder Künstler 20 Minuten vor dem Auftritt hat. Man hört vielleicht schon vorher die Leute, guckt schon mal durch den Vorhang und sieht, was da gleich passieren wird. Das ist dann mehr so ein natürliches Adrenalin und hätte man das nicht, würde man glaube ich viel lascher und nicht so leidenschaftlich auf der Bühne sein. Deswegen braucht man diese Grundnervosität unbedingt.
Ich hab nur Angst um meine Gesundheit, dass ich mich vorher erkälte oder so. Ich bin da sehr verantwortungsbewusst und versuche wirklich alles, dass ich gesund bleibe. Gott sei Dank ist noch nie was Schlimmes passiert und ich musste ernsthaft auch noch nie einen Auftritt wegen Krankheit absagen. Bei der großen Live-Tour 2008 habe ich davor richtig krasse Filme geschoben. Ich dachte, wenn man mit einem Nightliner unterwegs ist, sind danach bestimmt alle krank, aber es war gar nichts.
rap.de: Bist Du hypochondrisch veranlagt?
F.R.: Nee, gar nicht. Auch wenn das jetzt vielleicht so klang. Man muss sich halt einfach vorstellen, was an einer Tour so alles dranhängt. Da sind Leute in der Location, die sich den Arsch aufreissen, damit das alles aufgebaut ist. Leute zahlen Geld, um dich zu sehen. Das Schlimmste wäre für mich wirklich, wenn ich ein paar Stunden vorher merken würde, dass es mir schlecht geht und wir das absagen müssen. Klar, kann man es verschieben, aber ich will es den Leuten gerne recht machen und mir auch. Deswegen hat das nichts mit hypochondrisch zu tun. Ich will einfach nicht krank werden und einen guten Abend haben.
rap.de: Kannst Du dich noch an Deinen ersten Auftritt erinnern?
F.R.: Ja, an den kann ich mich noch erinnern. Das war auch eher ungewollt. In einigen Biografien von mir stand glaube ich "
wurde auf die Bühne gezogen und hat freestylen müssen“ und es war auch tatsächlich so. Es hat aber trotzdem Spaß gemacht. Das war so ein bisschen dieses "
8 Mile“-Feeling, dass man da wirklich rauf gezerrt wird und gar nicht weiß, vor was für einer Herausforderung man da steht. Aber wenn ich da zurück blicke war es eigentlich ganz cool, da mal ins kalte Wasser geworfen zu werden. Sonst hätte ich mich vielleicht nicht getraut, auf so einer Bühne zu stehen.
rap.de: Du hast geschrieben, dass Dir dieses Album wahnsinnig wichtig ist. Warum?
F.R.: Weil an der Produktion viel mehr hängt als an den bisherigen Alben. Ich konnte mich komplett darauf konzentrieren und deshalb haben wir uns einfach monatelang im Studio eingeschlossen. Wir haben nur Mucke gemacht und deshalb hängt da vielleicht noch mehr Herzblut drin als in den bisherigen Alben. Ich konnte dieses Vollblutmusiker-Dasein zum ersten Mal genießen und allein deshalb ist es mir sehr wichtig, dass das Album meinen Fans gefällt und ich mir neue Leute erschließen kann.