Login: 

feature | Creme Fresh
< 1 2 3 4 5 6 7 8 >
Creme Fresh
Interview: staiger
Fotos: staiger
14.04.2010 Creme Fresh
"Vielfalt ist Schönheit"

Mit Freunden teilen
rap.de: Ich glaube Hip-Hop war noch nie so groß zuvor und deshalb wirkt im Verhältnis der Abfall so krass. Es gab immer mal wieder Hochs und Tiefs und das war ja immer schon so, dass man dachte: Jetzt ist hier aber mal Ende Gelände und es hat sich wieder erholt. Aber, dass so wenig Begeisterungsfähiges da ist, das hört man schon sehr verstärkt. 
 
Bustla: Das ist immer nur Prozentsatz. Ich glaube, dass heute genauso viel Zeug, was einen begeistern kann, da ist wie früher. Ich glaube bloß...
 

 
rap.de: …dass der Prozentsatz an nicht Begeisterungsfähigem so groß ist. Das kann natürlich sein.
 
Bustla: Ja und dass dadurch der Prozentsatz von dem was begeistert in dem Verhältnis sehr, sehr klein ist.
 
Fatoni: Es gab früher ja auch einige Leute, die nicht wirklich geil waren, die da waren. Aber es gab halt mehr Leute, die geil waren und da waren. Ich finde auf jeden Fall die Entwicklung, die Acts, die du vorhin genannt hast, ziemlich gut. In welcher Hinsicht das jetzt kommerziell erfolgreich werden wird oder was das für ne Zukunft hat, habe ich keine Ahnung. Ich finde es aber auf jeden Fall gut, dass das gerade passiert. Es gibt jetzt wieder so eine Hand voll Leute, die ich persönlich interessant finde, die mehr in ihre Musik reinstecken. Und ob ich uns da jetzt drin sehe, weiß ich noch nicht genau. Wir passen da auf jeden Fall besser rein, als in den Großteil von dem ganzen Zeug was in den letzten Jahren passiert ist. Auf jeden Fall. Ist ja keine Frage.
 
Bustla: Wir passen da besser rein wie in Feuer über Deutschland und wir passen da auch besser rein als Blumentopf.
 
Fatoni: Also bei Feuer über Deutschland haben wir ja doch irgendwie gut reingepasst.
 

 
rap.de: Ich finde ihr habt bei Feuer über Deutschland sehr gut reingepasst. 
 
Fatoni: Das ist das Problem, dass die meisten Leute irgendwie denken, was da reinpasst, deswegen kommen die ja da auch alle hin und machen so einen Scheiß. Ich finde, bei Feuer über Deutschland, jetzt mal ein anderes Thema, da passt einfach jeder rein, der geil genug ist. Scheißegal woher er eigentlich kommt. Das Problem ist, dass die meisten geilen Leute nicht hingehen. Nicht mehr. Und die anderen kopieren dann frühere, weil sie denken, dass genau das reinpasst und sie das deshalb so machen müssen. Wir haben da unter anderem gezeigt, dass so was Schwachsinn ist.
 
Bustla: Das ist aber genau das gleiche Problem mit Rap, wenn sich jemand denkt: Das ist Rap und das und das muss ich jetzt machen. Ist doch eigentlich immer so. Egal ob es um Musik, um Kunst generell oder um Leben generell geht: Vielfalt ist Schönheit. Vielfalt ist etwas, das will man, das ist ästhetisch und sympathisch. So geht es mir zumindest und ich kann ja nur so subjektiv sein. Früher war es halt so, dass vielleicht die Szene als Geschlossenheit ein Faktor für die Vielfalt in der gesamten Musikwelt oder Industrie war.
Heute ist das aber so groß geworden, dass es einen großen Teil der Musikwelt einnimmt und deswegen muss innerhalb dessen wieder genug Vielfalt stattfinden, damit die Größe funktioniert. Damit das nicht eben platzt. Je größer das Feld ist, das man erobert, umso ausgefüllter muss es sein. Das kann ja nicht nur mit Luft ausgefüllt werden oder mit Kopien. Das heißt, wenn Rap wächst ist Rap gezwungen dazu, vielfältig zu werden. Gott sei Dank. Deswegen ist es auch wichtig, dass zum Beispiel mal Münchner in Berlin unterwegs sind. Zu viele Münchner in Berlin ist dann schon wieder scheiße.
 
Fatoni: Zu viele Schwaben auch. Aber ein paar sind schon wichtig.
 
rap.de: Vielen Dank für das Gespräch. 
< 1 2 3 4 5 6 7 8 >
 Dieses Feature versenden
 Kommentar schreiben
 zur Featuresliste
Kommentare:
www.still-hungry.de   14.04.2010
Die Jungs sind wirklich sweet !

mr. nym   14.04.2010
@staiger "[...] so etwas wie Punk. Das war ganz, ganz groß und dann platzt es und es bleibt dann zwar irgendwie so ein harter Kern übrig, aber es wird nie wieder so richtig groß." --- das ist sachlich falsch. es gab mehrere "Wellen" die immer wieder "größere" Bands hervorgebracht haben. egal ob Prä-Punk a la Stooges oder Post-Punk a la Hüsker Dü. ähnlich verhält es sich demzufolge auch mit der "Begründung" seitens Creme Fresh: vieles, was eigentlich mit "Punk" zu tun hat oder da weg kommt, bekam einfach einen anderen Namen (Paradebeispiel ist "New Wave" - eine Sache, die mindestens genauso groß wie die Welle von 1977 war).

olcher   14.04.2010
Die sind schon sehr gut. Sehr abwechslungsreich mit guten Konzepten.

www.still-hungry.de   14.04.2010
Fatoni ist bestimmt schwul und hat was mit Fifty.

@staiger   15.04.2010
es kann sein, dass der kommentar n bisschen kleinlich wirkt, aber bitte erkläre doch mal warum hiphop wesentlich älter als punk sein soll. ich halte das für kaum belegbar.

@ @staiger   15.04.2010
Punk gibt´s seit ende 60er (stooges und so) und Hippe di Hop kam später

www.still-hungry.de   15.04.2010
finde das interview interessant, die jungs haben ahnung und sind lange am start!!weiter so XD

@ @@staiger   16.04.2010
ja, so in etwa könnte man das sagen, genau darum gings mir ja auch. aber im interview sagt staiger: "HipHop ist aber beträchtlich älter als Punk" und das ist genau der satz den ich mal gern erklärt gehabt hätte. eben ganau deshalb weil ich das mit den sonics, stooges, mc5 etc. weiß. natürlich kann man wahrscheinlich auch bei hiphop immer auf irgendwelche noch früheren proto-formen verweisen, zB auf irgendwelche Dada-Gedicht aus den 20-er Jahren etc. aber wahrscheinlich lassen sich auch punk ähnliche bespiele finden, also so what. in dem zusammenhang verstehe ich vor allem das "erheblich" nicht, weil beide kunstformen (hiphop und punk) so wie man sie jetzt kennt wahrscheinlich in etwa zeitgleich mitte bis ende der 70-er entstanden sind, wobei ich tatsächlich vermuten würde, das punk mit seinen früh- und vorformen schon ein klein wenig früher dran war (wobei es sein kann, dass ich diesen eindruck nur deshalb habe, weil ich mich in der geschichte des punk zweifellos ein bisschen besser auskenne als in der des hiphop.)

Datflx   16.04.2010
Also es gibt da einen Herren namens Blowfly, der hat ab 1969 eigene Platten rausgebracht und wenn man will kann man das als Rap bezeichnen. Liegt damit zeitlich nach MC5, aber etwa im gleichen Zeitraum wie Iggy & the Stooges und Death, ist aber älter als Ramones, Sex Pistols und Patti Smith. Sugarhill Gang war 2 Jahre nach 77er Punkwelle, Afrika Bambaataa und Grandmaster Flash Veröffentlichungen waren Anfang der 80er. Blockpartys gabs aber schon davor und welche Garagenband beim Proben den Punk erfunden hat und welcher Mensch im 17 Jh. mal ein Gedicht als Sprechgesang vorgetragen hat ist eig. auch völlig egal, hauptsache es gibt Hip Hop und es gibt Punk Rock. Der werte Herr Blowfly hat übrigens 2006 ein Album namens "Blowfly's Punk Rock Party" rausgebracht und auf dem ist z.B. Jello Biafra gefeaturet. Vlt. schließt sich der Kreis ja da. Ist im Grunde eh alles Musik.

jimjones   23.04.2010
...blablablaaaa.....mann meeegaaa-langweilig...ab seite 3 hab ich aufgehört zu lesen....det sind irgendwelche belanglosen schwuppi-popper die niemand intressieren kannte die nicht und das zurecht...

@jimjones   25.04.2010
"schwuppi-popper", pff wenn du keine ahnung hast, dann halt doch einfach mal die gichtfinger still. schon klar, dass du als durchschnitts-hartz-IV-empfänger lieber löcher in die glotze starrst als mal ein paar seiten zu lesen, aber dann verschone doch die welt da draußen von solchen hirnfürzen!!