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rap.de: Ist der Beat, den er dann draus gemacht hat, ähnlich wie der Loop?
Fatoni: Ne überhaupt nicht, total anders. Was ja eigentlich auch zu erwarten war, weil das war ein ganz stupider Vier-Takte Loop. War zwar geil, aber ist was völlig anderes draus geworden und wir mussten das natürlich dann auch noch mal aufnehmen, weil das stimmungsmäßig gar nicht mehr gepasst hätte. Es gab zum Beispiel auch einen Track, da habe ich eine ganz normale Strophe auf einen Beat von ihm geschrieben und kam dann ins Studio und dann haben Keno und Bustla, was völlig anderes daraus gemacht.
Die haben einen völlig neuen Beat gemacht, der viel, viel langsamer war als das Original und haben dann einfach meine Strophe um 30 Bpm runter gepitcht – und es war viel geiler. Dann hat Keno eine Strophe geschrieben und dann habe ich halt in der Geschwindigkeit die Strophe noch mal aufgenommen, was natürlich die ganze Strophe und die ganze Technik noch mal total verändert, aber es ist total geil geworden.
Bustla: Deswegen habe ich das auch so durchgepresst, aus rein egoistischen Wünschen – das wird jeder Produzent kennen – Remix machen ist halt deshalb so geil, weil man zwar viele Vorgaben hat und trotzdem so viel Freiraum. Man hat zwar schon viel, woran man sich stimmungsmäßig orientieren kann. So viel, wozu man Gedanken dazu haben kann. Das ist super. Nichts macht mehr Spaß, von meiner Seite aus. Weil das verbindet diese zwei Sachen: auf etwas hinzuarbeiten und trotzdem nicht von einem imaginären Ziel begrenzt zu sein. Man hat Stimmungsvorgaben, aber man hat trotzdem noch nicht das endgültige Produkt, wie es zu sein hat. Das werden mir auch sicher viele Produzenten bestätigen, dass das ein schöner Arbeitsprozess ist.
rap.de: Jetzt ist es heutzutage ja schon fast obszön, wenn man sich so lange für ein Album Zeit nimmt. Fühlt ihr euch fremd in dieser Welt?
Fatoni: Und ob das schön ist! Erstens muss man ehrlich sein: Wir hätten es gerne schneller gemacht. Aber es ist ja eigentlich schrecklich, dass das heute obszön ist. Das merkt man ja auch an dem ganzen Scheiß, der raus kommt. Viele sollten sich zwei Jahre Zeit lassen.
Bustla: Die Welt, in der ich mich fremd fühle ist, Beats als fertiges Paket zu verschicken, dann rappt da jemand drauf und dann ist der Track fertig, den man irgendwann irgendwo hören kann. Wir leben aber in so vielen Multiwelten... Um zu sagen, dass ich in dieser Welt fremd bin, müsste ich mich erst mal in einer anderen Welt zuhause fühlen und das ist auch nicht so. Ich kann mich mit der Welt, wie sie gerade ist, total anfreunden, gerade weil sie nicht zu fassen ist. Gerade weil es nichts gibt, was so und so ist, ohne dass es ein Gegenbeispiel oder ein Paradoxon gibt. Gerade deshalb fühle ich mich zuhause, weil alles direkt das Pendant zu sich selbst bereit hält. Eine Szene, eine Bewegung ist heute so kurzlebig, dass das Pendant dazu bereits in der Szene kommt. Das finde ich super, deshalb fühle ich mich eigentlich überhaupt nicht fremd in der Welt.
rap.de: Glaubt ihr, dass mit dem Aufkommen von neuen Acts wie TUA, KAAS und Casper die Szene auch für euch eine große Zukunft bereit hält? Seht ihr euch da so ein bisschen mit drin?
Bustla: Ich bin schon ein Typ, der eher so sein eigenes Zuhause will. Ich möchte nicht in eine Hippie-WG mit tausend Künstlern einziehen, nur weil ich gut finde, was die machen. Ich finde die gut und ich wünsche ihnen allen, dass das klappt, aber es ist mir total scheißegal, wie viel Zukunft das hat. Von einem bin ich überzeugt, nämlich das die Zukunft viel Spannendes zu bieten hat. Ob das die sind, die jetzt schon spannend sind – who cares?
Fatoni: Ich denke schon, dass das eine neue Richtung ist.
Bustla: Das Einzige, was ich dazu sagen kann, ist dass es den Kids eine schönere Weltsicht vermittelt, als vieles andere, was sie sonst so hören. In unserer Generation gab es aber auch schon viel tolles und auch viel, was geistig regressiv war. Ich weiß nicht, immer wenn ich auf die Zeit angesprochen werde, in der ich gerade lebe, dann kann ich nichts anderes sagen als "Es war doch schon immer so“ und auf der anderen Seite wird es wahrscheinlich auch immer so weiter gehen. Beschreiben kann man es aber nicht, weil es trotzdem zu chaotisch ist. Es ist weder Stillstand, noch ein Fortschritt, der alles, was schon da war, ausschließt. Der Prozess, der gerade passiert, ist kein neuer Prozess.
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