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Creme Fresh
Interview: staiger
Fotos: staiger
14.04.2010 Creme Fresh
"Vielfalt ist Schönheit"

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rap.de: Ich meine jetzt nicht unbedingt, dass man sich vorher in diese Stimmung bringt, sondern man durchleidet das beim Schreiben ja noch mal. Das kommt dann mit dem Schreiben und beeinflusst das dementsprechend. 
 
Fatoni: Ja, doch. Das auf jeden Fall.
 
rap.de: Wie ist das aber, wenn man zu zweit arbeitet an so einem Text? Wenn der eine unterbewusst an seinen Beats und der andere unterbewusst an seinen Texten arbeitet, ist das ja schwierig abzustimmen unter drei Menschen. Außer man vibet auf einem selben Vibe.
 
Bustla: Also ersten sind wir da schon sehr gut in diesem zusammen Viben und das ist zu dritt natürlich noch mal einfacher als zu fünft oder zu zehnt. Das ist natürlich auch ein Prozess. Wir kennen uns jetzt seit zehn Jahren und machen seit acht Jahren zusammen Musik. Natürlich ist das die Kunst und was wir immer besser können von mal zu mal. Dank der Technik kann man so ein Ding ja auch schnell mal unfertig auf einen Stick ziehen und jemand kann sich das mit nach Hause nehmen und sich mit dem hineinviben Zeit lassen. Der kann sich den unfertigen Track mit nach Hause nehmen und sich so lange davon berieseln lassen, bis er drin ist oder halt auch nicht. Das ist auch was, was passieren darf.
 

 
Fatoni: Es ist ja in der Regel vor allem bei solchen Songs so, dass wir die Strophen nicht zusammen schreiben. Da kann man vielleicht mal was vom anderen holen, aber wir schreiben das nicht zusammen. Bei uns ist es im allgemeinen so: Das, was derjenige rappt, hat er selbst geschrieben, außer bei einzelnen Zeilen und den Hooks. Zusammen schreiben tun wir eigentlich nur die Hooks oder Parts, die man hat zusammen rappt. Das sind aber dann auch nicht solche Tracks.
 
Bustla: Es ist auch lustig, wenn wir solche Tracks machen, dass oft eine Situation kommt, in der beide sagen "Ich verpiss mich jetzt mal und lauf mit den Kopfhörern eine Runde um den Block“. Dann laufen sie in entgegengesetzter Richtung um den Block und treffen sich immer mal wieder.
 
Fatoni: Wir schreiben alleine und ich glaube, das machen eh die meisten. Es ist aber manchmal auch so, dass wir zusammen im Studio sind und dann einfach innerhalb von ein paar Stunden einen Track machen. So macht man vor allem ja auch oft Features. Du kennst das ja wahrscheinlich, wenn die fünf Rapper da sitzen und sich gegenseitig fragen, wie weit sie schon sind.
 
Bustla: Und dann ruft einer "Erster!“ und geht an’s Mic.
 
Fatoni: Aber das ist ja eine ganz andere Herangehensweise. Auf unserem letzten Album ist ein Track mit Holundermann von Blumentopf drauf, wo wir die Strophen sehr abwechslungsmäßig rappen und da haben wir den Text tatsächlich auch zu dritt geschrieben. Das ist aber auch ein ganz anderer Song und da geht es nicht um Persönliches, wo man sich vorher eincatchen muss, wie man das im Schauspiel sagt.
 
rap.de: Seid ihr manchmal unzufrieden mit dem, was einer von euch Dreien macht?
 
Bustla: Ja, ständig und dann wird es halt auch weggeschmissen. Wir sind da im Umgang nicht gerade sanft miteinander. Wir finden nicht, dass das ein sozialer Fauxpas ist und man solche Sachen nicht machen kann. Wir sagen, ob wir es feiern oder eben nicht. Und entweder einer ist stark genug und sagt "Doch, genau so!“ und lenkt den Track in seine Richtung, oder halt meistens auch nicht.

Wir lassen auch vieles liegen, gerade bei so einer Albumproduktion bleibt viel übrig. Das ist wiederum auch dieses Zerbrechen-Ding: Jeder ist befugt dazu, Sachen wegzuschmeißen, sowohl von sich selber, als auch von anderen. Seien das einzelne Spuren, sei das ein Beat, sei das ein ganzer Arrangement-Teil, sei das ein Part, seien das einzelne Zeilen... Jeder darf jederzeit aus diesem Mosaik wieder etwas herausnehmen und ersetzen.
 
rap.de: Die Beats sind zuerst da?
 
Fatoni: Nee, das ist ja auch gerade bei dem Album Teil des organisierten Zerbrechens. Meistens sind Teile der Beats schon zuerst da, aber das läuft bei uns gar nicht so, wie bei ganz vielen anderen Rapkünstlern, dass einfach die Beats da sind und darauf geschrieben wird. Oft ist ein Grundgerüst von einem Beat da, dann wird darauf geschrieben und dann verändert Bustla noch einmal unglaublich viel daran. Manchmal so sehr, dass man den Text noch mal neu aufnehmen muss, weil schon wieder so viele neue Stimmungen drin sind, und vielleicht sogar noch mal am Text an sich was ändern muss. Es gab tatsächlich auch einen Track auf dem Album, der so entstanden ist, dass wir was aus einem Amirap-Song geloopt haben, darauf den Track gemacht haben, dann den Loop gelöscht haben und ihm auch nicht gesagt haben, was das war. Er hatte nur die Bpm-Zahl und ein Acapella und hat dann produziert. 
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Kommentare:
www.still-hungry.de   14.04.2010
Die Jungs sind wirklich sweet !

mr. nym   14.04.2010
@staiger "[...] so etwas wie Punk. Das war ganz, ganz groß und dann platzt es und es bleibt dann zwar irgendwie so ein harter Kern übrig, aber es wird nie wieder so richtig groß." --- das ist sachlich falsch. es gab mehrere "Wellen" die immer wieder "größere" Bands hervorgebracht haben. egal ob Prä-Punk a la Stooges oder Post-Punk a la Hüsker Dü. ähnlich verhält es sich demzufolge auch mit der "Begründung" seitens Creme Fresh: vieles, was eigentlich mit "Punk" zu tun hat oder da weg kommt, bekam einfach einen anderen Namen (Paradebeispiel ist "New Wave" - eine Sache, die mindestens genauso groß wie die Welle von 1977 war).

olcher   14.04.2010
Die sind schon sehr gut. Sehr abwechslungsreich mit guten Konzepten.

www.still-hungry.de   14.04.2010
Fatoni ist bestimmt schwul und hat was mit Fifty.

@staiger   15.04.2010
es kann sein, dass der kommentar n bisschen kleinlich wirkt, aber bitte erkläre doch mal warum hiphop wesentlich älter als punk sein soll. ich halte das für kaum belegbar.

@ @staiger   15.04.2010
Punk gibt´s seit ende 60er (stooges und so) und Hippe di Hop kam später

www.still-hungry.de   15.04.2010
finde das interview interessant, die jungs haben ahnung und sind lange am start!!weiter so XD

@ @@staiger   16.04.2010
ja, so in etwa könnte man das sagen, genau darum gings mir ja auch. aber im interview sagt staiger: "HipHop ist aber beträchtlich älter als Punk" und das ist genau der satz den ich mal gern erklärt gehabt hätte. eben ganau deshalb weil ich das mit den sonics, stooges, mc5 etc. weiß. natürlich kann man wahrscheinlich auch bei hiphop immer auf irgendwelche noch früheren proto-formen verweisen, zB auf irgendwelche Dada-Gedicht aus den 20-er Jahren etc. aber wahrscheinlich lassen sich auch punk ähnliche bespiele finden, also so what. in dem zusammenhang verstehe ich vor allem das "erheblich" nicht, weil beide kunstformen (hiphop und punk) so wie man sie jetzt kennt wahrscheinlich in etwa zeitgleich mitte bis ende der 70-er entstanden sind, wobei ich tatsächlich vermuten würde, das punk mit seinen früh- und vorformen schon ein klein wenig früher dran war (wobei es sein kann, dass ich diesen eindruck nur deshalb habe, weil ich mich in der geschichte des punk zweifellos ein bisschen besser auskenne als in der des hiphop.)

Datflx   16.04.2010
Also es gibt da einen Herren namens Blowfly, der hat ab 1969 eigene Platten rausgebracht und wenn man will kann man das als Rap bezeichnen. Liegt damit zeitlich nach MC5, aber etwa im gleichen Zeitraum wie Iggy & the Stooges und Death, ist aber älter als Ramones, Sex Pistols und Patti Smith. Sugarhill Gang war 2 Jahre nach 77er Punkwelle, Afrika Bambaataa und Grandmaster Flash Veröffentlichungen waren Anfang der 80er. Blockpartys gabs aber schon davor und welche Garagenband beim Proben den Punk erfunden hat und welcher Mensch im 17 Jh. mal ein Gedicht als Sprechgesang vorgetragen hat ist eig. auch völlig egal, hauptsache es gibt Hip Hop und es gibt Punk Rock. Der werte Herr Blowfly hat übrigens 2006 ein Album namens "Blowfly's Punk Rock Party" rausgebracht und auf dem ist z.B. Jello Biafra gefeaturet. Vlt. schließt sich der Kreis ja da. Ist im Grunde eh alles Musik.

jimjones   23.04.2010
...blablablaaaa.....mann meeegaaa-langweilig...ab seite 3 hab ich aufgehört zu lesen....det sind irgendwelche belanglosen schwuppi-popper die niemand intressieren kannte die nicht und das zurecht...

@jimjones   25.04.2010
"schwuppi-popper", pff wenn du keine ahnung hast, dann halt doch einfach mal die gichtfinger still. schon klar, dass du als durchschnitts-hartz-IV-empfänger lieber löcher in die glotze starrst als mal ein paar seiten zu lesen, aber dann verschone doch die welt da draußen von solchen hirnfürzen!!