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rap.de: Aber die Zeit gab es?
Fatoni: Das mit The Dome ist jetzt natürlich übertrieben, aber die Zeit gab es schon, als ich mir das gewünscht habe. Es ist aber entspannter, wie es jetzt ist, auch wenn es mehr als ein Hobby ist – vor allem zeitlich und auch vom Niveau her. Ich würde aber jetzt ungern auf die Schauspielerei oder was anderes verzichten, um nur das zu machen. Ich finde es besser, wenn man mehrere Sachen macht, weil man daraus viel mehr lernt. Das befruchtet sich einfach gegenseitig. Man kann das eine für das andere verwenden.
rap.de: Wie viel Schauspielerei steckt in Rap? Es kann ja jetzt die authentischste Geschichte der Welt sein, aber wenn ich die zum hundertsten Mal erzähle, bei einem Auftritt zum Beispiel, muss ich dieses Gefühl ja künstlich reproduzieren. Ich habe es ja nicht mehr so, wie ich es niedergeschrieben habe, ich habe es nicht mehr so, wie ich es zum ersten Mal eingerappt habe. Ich rezitiere etwas, was von mir ist, in dem Moment aber auch fast von jemand anderem geschrieben sein könnte.
Fatoni: Es steckt schon relativ viel Schauspielerei drin, aber bei den meisten Leuten ist es natürlich schon sehr nah an sich selbst dran, was man da so macht. Es gibt aber ja auch Schauspielerei, die sehr nahe an einem dran ist und welche, die es nicht ist. Es gibt da auch verschiedene Konzepte. Es gibt Leute, die meinen, dass Schauspielerei so funktioniert, dass man sich in den Zustand von dem erlebten hineinversetzt und andere sehen das mehr auf so einer technischen Ebene.
rap.de: Was liegt dir mehr?
Fatoni: Ich glaube schon eher diese Gefühls-Richtung, dieses Method-Acting. Aber jetzt bin ich noch nicht soweit, jetzt mache ich erst mal. Ich habe davor schon gespielt, aber damit, dass ich dieses Handwerk richtig erlerne, habe ich erst vor einem halben Jahr angefangen.
rap.de: Wie viel Persönliches steckt in einem Track wie dem, wo die Freundin von einem anderen schwanger wird?
Fatoni: Da steckt auf jeden Fall ein persönlicher Kern drin. Da wurde vielleicht nicht jemand von jemand anderem schwanger, aber man hat sich vielleicht so gefühlt und es beruht auf einer wahren Begebenheit. Das ist so 70 Prozent Persönliches, aber halt überspitzt. Das muss man ja auch machen, sonst ist es langweilig.
Bustla: Bei dem Text ist es ja nicht so, dass da jetzt einer von uns verlassen wird, sondern es ist der unbekannte Dritte. Du zum Beispiel, wenn du diesen Track jetzt hörst. Und dann kannst du entscheiden, ob du den Track hörst und dir das zu einem gewissen Grad gerade passiert, oder ob du es besser nicht hören willst und dann skippst du halt. Kein Part ist in der Emotion "Ich bin gerade verlassen worden“ gerappt, sondern du bist gerade verlassen worden und ich schaue dir dabei zu, wie du leidest.
rap.de: Es klingt aber auch so, als würde man mit sich selber sprechen. "Nimm den Kopf aus dem Ofen“ – das sagt man ja eher zu sich selber, weil man in so einer Situation meistens alleine ist. Das macht man ja nicht mit Freunden zusammen.
Fatoni: Na ja, außer man ist vielleicht in einer Sekte. Auf jeden Fall schreibe ich keine Tracks, indem ich davor versuche, in irgendwelche Sachen reinzuschlüpfen. Wenn so etwas passiert, dann eher vor einer Aufnahme. Ich schreibe halt das, was ich schreiben will und wie es mir gerade geht, aber ich muss davor nicht irgendetwas künstlich erzeugen. Wenn dann beim Spitten in der Booth. Ich kann aber schon was einfrieren und das beim Aufnehmen wieder rausholen.
Bustla: Wenn jemand so was kann, ist das wirklich super. Ich bin ja der, der am Regler sitzt und Record drückt und eine möglichst angenehme Atmosphäre kreiert, damit das dann in intimer Fassung auf die Platte kommt. Ich kann das immer nur beobachten und wenn das jemand kann, sich in diesem Moment da hineinzuversetzen, dann merkt man halt, wenn da Blut, Schweiß und Tränen fließen. Wenn das Ding dann aber drin ist, ist es auch wieder gut.
Fatoni: Ich habe aber zum Beispiel nie versucht, einen Track zu schreiben und mich davor irgendwie... Obwohl, vielleicht schon. Aber der ist nicht auf dem Album und deshalb ist es auch egal.
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