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rap.de: Was mich jetzt eigentlich so ein bisschen mehr interessiert, wenn ihr sagt, dass das Album in zwei Jahren entstanden ist und ihr euch da nicht groß Gedanken drum gemacht habt: Welchen Stellenwert hat Musik dann eigentlich für euch? Das klingt ja jetzt nicht so, als wäre es der Hauptberuf.
Bustla: Ich hasse so pathetische Scheiße total, aber es ist tatsächlich das Wichtigste in meinem Leben. Musik im Allgemeinen. Einen Song machen und nebenbei erleben, was daraus wird, ohne ein bestimmtes Ziel anzustreben – dafür lebe ich. Genau dieser Zustand, wenn man Musik nicht als Produkt auf dem Reißbrett sieht, sondern wenn dabei etwas aus einem raus kommt, was einen selber erstaunt. Dieser Zustand ist das, warum ich nicht mehr aufhören kann, warum ich angefangen habe und warum ich das gerne in jeder möglichen Form zentral in meinem Leben setzen möchte. Das ist nämlich der schönste Zustand, den es auf der ganzen Welt gibt.
rap.de: Wenn man das jetzt kommerzialisiert, müssen diese Zustände aber sozusagen erreicht werden, um das Produkt zu haben, was man dann verkaufen will. Ist das etwas, was dich beschäftigt?
Bustla: Ja, natürlich. Ich beschäftige mich sehr viel damit, inwieweit dieser Zustand erzeugbar oder eben nicht ist. Ich bin darauf gekommen, dass es da schon Wege gibt, aber es müsse immer Umwege sein, da der Zustand mit Entspannung und nicht mit Anspannung zu tun hat. Und wenn man sich bewusst irgendwo reinlegt, ist es ja meist mehr Anspannung. Ich habe einfach gelernt, dass man sich während dem Machen so viel wie möglich von Sachen frei machen muss und danach, das raus bringen und behandeln als Produkt, da kann man wieder erwachsene Denkstrukturen annehmen. Da ist es dann gut, straight zu sein, aber beim machen muss man kindlich sein. Das klingt jetzt alles sehr hochtrabend und ich mag das eigentlich gar nicht, da so drüber zu reden, aber so ist es tatsächlich.
rap.de: Kannst du das teilen?
Fatoni: Ich habe nicht zugehört. Doch, ich glaube ich kann das eigentlich schon teilen. Wir wollten ja eigentlich auch Kinder zum Interview mitnehmen und die antworten lassen, aber das hat dann schon jemand anderes gemacht. Deswegen redet er jetzt auch so viel.
rap.de: Ihr habt auch so einen ähnlichen Theateransatz, vielleicht sogar schon vor Maeckes und Plan B, gehabt. Oder ist das so parallel dazu entstanden? War die Zeit dafür reif quasi?
Fatoni: Ich glaube es ist parallel entstanden. Es hat sich mittlerweile glücklicherweise auch schon ziemlich weit voneinander entfernt, früher haben wir diesen Vergleich öfter gehört. Aber ich muss sagen, dass gerade die Shows ziemlich weit auseinander gehen. Es war noch nie das Gleiche, aber es ist jetzt schon ziemlich was anderes. Ob die Zeit dafür reif war, weiß ich nicht. Vielleicht ist es auch einfach nur Zufall, oder weil es uns parallel neben denen eben auch interessiert hat.
Bustla: Fatoni geht im Moment auf die Schauspielschule. Mehr braucht man dazu im Prinzip ja eigentlich nicht sagen.
Fatoni: Genau, was jetzt auch so die Frage zum Sternbild der Musik beantwortet. Bei mir ist es gerade so, dass ich vor allem... Kunst mache! (Gelächter) Musik war ganz lange extrem wichtig und ist es auch noch....
Bustla: Literaturhaus Cafés sind auch immer noch extrem wichtig.
Fatoni: Ja, köstlich. Wo waren wir jetzt stehen geblieben? Ach ja, das Theaterding. Ich spiele halt einfach Theater und Keno tut es zwar nicht, aber er könnte es. Der macht das dann auch mit uns halt.
rap.de: Was ist Rap für dich?
Fatoni: Eigentlich immer noch die Hauptsache. Wir haben schon viel zu viel dafür gemacht, als das es nur ein Hobby ist. Ich verdiene auch ein bisschen Geld damit. Ich war lange in die Vorstellung vernarrt, dass es irgendwann zum Job wird, so zum Hauptding, aber wie wir alle wissen, ist das ja Blödsinn. Vielleicht werden wir auch noch unglaubliche Megastars und sind dann die nächsten Jahre immer bei The Dome, aber sich darauf nicht verlassen zu müssen ist viel schöner, als sich die ganze Zeit verspannt darauf zu konzentrieren und zu warten, bis es dann irgendwann funktioniert.
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