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Creme Fresh
Interview: staiger
Fotos: staiger
14.04.2010 Creme Fresh
"Vielfalt ist Schönheit"

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rap.de: Was mich jetzt eigentlich so ein bisschen mehr interessiert, wenn ihr sagt, dass das Album in zwei Jahren entstanden ist und ihr euch da nicht groß Gedanken drum gemacht habt: Welchen Stellenwert hat Musik dann eigentlich für euch? Das klingt ja jetzt nicht so, als wäre es der Hauptberuf.
 
Bustla: Ich hasse so pathetische Scheiße total, aber es ist tatsächlich das Wichtigste in meinem Leben. Musik im Allgemeinen. Einen Song machen und nebenbei erleben, was daraus wird, ohne ein bestimmtes Ziel anzustreben – dafür lebe ich. Genau dieser Zustand, wenn man Musik nicht als Produkt auf dem Reißbrett sieht, sondern wenn dabei etwas aus einem raus kommt, was einen selber erstaunt. Dieser Zustand ist das, warum ich nicht mehr aufhören kann, warum ich angefangen habe und warum ich das gerne in jeder möglichen Form zentral in meinem Leben setzen möchte. Das ist nämlich der schönste Zustand, den es auf der ganzen Welt gibt. 
 
rap.de: Wenn man das jetzt kommerzialisiert, müssen diese Zustände aber sozusagen erreicht werden, um das Produkt zu haben, was man dann verkaufen will. Ist das etwas, was dich beschäftigt?
 
Bustla: Ja, natürlich. Ich beschäftige mich sehr viel damit, inwieweit dieser Zustand erzeugbar oder eben nicht ist. Ich bin darauf gekommen, dass es da schon Wege gibt, aber es müsse immer Umwege sein, da der Zustand mit Entspannung und nicht mit Anspannung zu tun hat. Und wenn man sich bewusst irgendwo reinlegt, ist es ja meist mehr Anspannung. Ich habe einfach gelernt, dass man sich während dem Machen so viel wie möglich von Sachen frei machen muss und danach, das raus bringen und behandeln als Produkt, da kann man wieder erwachsene Denkstrukturen annehmen. Da ist es dann gut, straight zu sein, aber beim machen muss man kindlich sein. Das klingt jetzt alles sehr hochtrabend und ich mag das eigentlich gar nicht, da so drüber zu reden, aber so ist es tatsächlich.
 
rap.de: Kannst du das teilen?
 
Fatoni: Ich habe nicht zugehört. Doch, ich glaube ich kann das eigentlich schon teilen. Wir wollten ja eigentlich auch Kinder zum Interview mitnehmen und die antworten lassen, aber das hat dann schon jemand anderes gemacht. Deswegen redet er jetzt auch so viel.
 
rap.de: Ihr habt auch so einen ähnlichen Theateransatz, vielleicht sogar schon vor Maeckes und Plan B, gehabt. Oder ist das so parallel dazu entstanden? War die Zeit dafür reif quasi? 
 
Fatoni: Ich glaube es ist parallel entstanden. Es hat sich mittlerweile glücklicherweise auch schon ziemlich weit voneinander entfernt, früher haben wir diesen Vergleich öfter gehört. Aber ich muss sagen, dass gerade die Shows ziemlich weit auseinander gehen. Es war noch nie das Gleiche, aber es ist jetzt schon ziemlich was anderes. Ob die Zeit dafür reif war, weiß ich nicht. Vielleicht ist es auch einfach nur Zufall, oder weil es uns parallel neben denen eben auch interessiert hat.
 
Bustla: Fatoni geht im Moment auf die Schauspielschule. Mehr braucht man dazu im Prinzip ja eigentlich nicht sagen. 
 

 
Fatoni: Genau, was jetzt auch so die Frage zum Sternbild der Musik beantwortet. Bei mir ist es gerade so, dass ich vor allem... Kunst mache! (Gelächter) Musik war ganz lange extrem wichtig und ist es auch noch....
 
Bustla: Literaturhaus Cafés sind auch immer noch extrem wichtig.
 
Fatoni: Ja, köstlich. Wo waren wir jetzt stehen geblieben? Ach ja, das Theaterding. Ich spiele halt einfach Theater und Keno tut es zwar nicht, aber er könnte es. Der macht das dann auch mit uns halt.
 
rap.de: Was ist Rap für dich?
 
Fatoni: Eigentlich immer noch die Hauptsache. Wir haben schon viel zu viel dafür gemacht, als das es nur ein Hobby ist. Ich verdiene auch ein bisschen Geld damit. Ich war lange in die Vorstellung vernarrt, dass es irgendwann zum Job wird, so zum Hauptding, aber wie wir alle wissen, ist das ja Blödsinn. Vielleicht werden wir auch noch unglaubliche Megastars und sind dann die nächsten Jahre immer bei The Dome, aber sich darauf nicht verlassen zu müssen ist viel schöner, als sich die ganze Zeit verspannt darauf zu konzentrieren und zu warten, bis es dann irgendwann funktioniert.
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Kommentare:
www.still-hungry.de   14.04.2010
Die Jungs sind wirklich sweet !

mr. nym   14.04.2010
@staiger "[...] so etwas wie Punk. Das war ganz, ganz groß und dann platzt es und es bleibt dann zwar irgendwie so ein harter Kern übrig, aber es wird nie wieder so richtig groß." --- das ist sachlich falsch. es gab mehrere "Wellen" die immer wieder "größere" Bands hervorgebracht haben. egal ob Prä-Punk a la Stooges oder Post-Punk a la Hüsker Dü. ähnlich verhält es sich demzufolge auch mit der "Begründung" seitens Creme Fresh: vieles, was eigentlich mit "Punk" zu tun hat oder da weg kommt, bekam einfach einen anderen Namen (Paradebeispiel ist "New Wave" - eine Sache, die mindestens genauso groß wie die Welle von 1977 war).

olcher   14.04.2010
Die sind schon sehr gut. Sehr abwechslungsreich mit guten Konzepten.

www.still-hungry.de   14.04.2010
Fatoni ist bestimmt schwul und hat was mit Fifty.

@staiger   15.04.2010
es kann sein, dass der kommentar n bisschen kleinlich wirkt, aber bitte erkläre doch mal warum hiphop wesentlich älter als punk sein soll. ich halte das für kaum belegbar.

@ @staiger   15.04.2010
Punk gibt´s seit ende 60er (stooges und so) und Hippe di Hop kam später

www.still-hungry.de   15.04.2010
finde das interview interessant, die jungs haben ahnung und sind lange am start!!weiter so XD

@ @@staiger   16.04.2010
ja, so in etwa könnte man das sagen, genau darum gings mir ja auch. aber im interview sagt staiger: "HipHop ist aber beträchtlich älter als Punk" und das ist genau der satz den ich mal gern erklärt gehabt hätte. eben ganau deshalb weil ich das mit den sonics, stooges, mc5 etc. weiß. natürlich kann man wahrscheinlich auch bei hiphop immer auf irgendwelche noch früheren proto-formen verweisen, zB auf irgendwelche Dada-Gedicht aus den 20-er Jahren etc. aber wahrscheinlich lassen sich auch punk ähnliche bespiele finden, also so what. in dem zusammenhang verstehe ich vor allem das "erheblich" nicht, weil beide kunstformen (hiphop und punk) so wie man sie jetzt kennt wahrscheinlich in etwa zeitgleich mitte bis ende der 70-er entstanden sind, wobei ich tatsächlich vermuten würde, das punk mit seinen früh- und vorformen schon ein klein wenig früher dran war (wobei es sein kann, dass ich diesen eindruck nur deshalb habe, weil ich mich in der geschichte des punk zweifellos ein bisschen besser auskenne als in der des hiphop.)

Datflx   16.04.2010
Also es gibt da einen Herren namens Blowfly, der hat ab 1969 eigene Platten rausgebracht und wenn man will kann man das als Rap bezeichnen. Liegt damit zeitlich nach MC5, aber etwa im gleichen Zeitraum wie Iggy & the Stooges und Death, ist aber älter als Ramones, Sex Pistols und Patti Smith. Sugarhill Gang war 2 Jahre nach 77er Punkwelle, Afrika Bambaataa und Grandmaster Flash Veröffentlichungen waren Anfang der 80er. Blockpartys gabs aber schon davor und welche Garagenband beim Proben den Punk erfunden hat und welcher Mensch im 17 Jh. mal ein Gedicht als Sprechgesang vorgetragen hat ist eig. auch völlig egal, hauptsache es gibt Hip Hop und es gibt Punk Rock. Der werte Herr Blowfly hat übrigens 2006 ein Album namens "Blowfly's Punk Rock Party" rausgebracht und auf dem ist z.B. Jello Biafra gefeaturet. Vlt. schließt sich der Kreis ja da. Ist im Grunde eh alles Musik.

jimjones   23.04.2010
...blablablaaaa.....mann meeegaaa-langweilig...ab seite 3 hab ich aufgehört zu lesen....det sind irgendwelche belanglosen schwuppi-popper die niemand intressieren kannte die nicht und das zurecht...

@jimjones   25.04.2010
"schwuppi-popper", pff wenn du keine ahnung hast, dann halt doch einfach mal die gichtfinger still. schon klar, dass du als durchschnitts-hartz-IV-empfänger lieber löcher in die glotze starrst als mal ein paar seiten zu lesen, aber dann verschone doch die welt da draußen von solchen hirnfürzen!!