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Creme Fresh
Interview: staiger
Fotos: staiger
14.04.2010 Creme Fresh
"Vielfalt ist Schönheit"

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rap.de: So wie ich dich jetzt interpretiere, heißt das, dass es diese "Authenz“-Diskussion...

 
Fatoni: Schönes Wort übrigens, danke dafür. Ich benutze es auch. 
 
rap.de: (lacht) ...dass es die so für dich gar nicht gibt.
 
Bustla: Authenz. Entweder man lässt es halt weg, oder man will es gar nicht erzeugen, sondern es ist halt da und man braucht nicht darüber reden. Wenn jemand anderes sagt, dass er das und das toll findet, weil es authentisch ist, ist das ok. Aber wenn jemand sagt "Ich bin das und das und ich bin authentisch“ – der Satz allein stimmt nicht.
 

 
rap.de: Warum mich diese Image-Diskussion jetzt aber so ein bisschen interessiert: Ich habe mir euer Album durchgehört und es ist nicht wirklich greifbar. Es ist das Gegenteil von dem, was teilweise an Musik- und Image-Shaping betrieben wird. Dass da ein Image raus gegeben wird und dem muss man entsprechen. Euer Album ist ein Splitterberg und deshalb für manche auch nicht so...
 
Bustla: Hendrik zum Beispiel... Aber wir haben ja vorgewarnt, allein durch den Titel. Ich möchte dem Hendrik übrigens mein herzliches Beileid aussprechen, dass er das Album hören musste.
 
rap.de: Das ist übrigens so ein wahnsinniger Deutschrap-Titel. So was wie "Wortkommission“.
 
Fatoni: Wir haben uns ja erst mal gegen den Titel entschieden und dann wieder dafür. Das Lustige ist nämlich: Leute, die Deutschrap nicht kennen oder fast weg davon sind, würden nie sagen, dass das Deutschrap-mäßig klingt. Wir haben mindestens ab der Hälfte von der Produktion in Bahnen gedacht, die... Wir waren einfach komplett von dem Gedanken weg, dass das so ein Deutschrap-Wortspiel sein könnte. Als wir dann irgendwann die News raus gehauen haben wie das Album heißen wird, kamen dann doch hauptsächlich solche Reaktionen, weil das eben meistens Leute hören, die aus dem Deutschrap-Bereich kommen. Ich bin normalerweise eigentlich schon wer, der sich in diesem Kontext sehr bewegt und dann vielleicht bei anderen Leuten auf so was kommt, aber als wir bei der Namensfindung von dem Album waren, waren wir irgendwie weit weg von diesem ganzen Szeneding. Gedanklich auch einfach. Das ist jetzt aber keine Entschuldigung, der Titel ist dope!
 

 
rap.de: Hinter diesem Titel steckt dann ja auch ein richtiges Konzept. Das der Zersplitterung.
 
Bustla: Eigentlich schon, wobei uns das Konzept erst aufgefallen ist, nachdem wir es gemacht hatten. Wir haben erst das Album gemacht und dann festgestellt, dass der Titel eigentlich ein Überbegriff dafür ist, was wir darauf machen.
 
Fatoni: Wie Bustla auch so schön in einem anderen Interview gesagt hat: Das Konzept folgt dem Album, nicht das Album dem Konzept. So war es halt auch bei der Produktion. Wir haben noch nie irgendwas mit Konzept gemacht, die Platte ist in zwei Jahren entstanden und das ist einfach passiert.
 
Bustla: Das ist in der Zeit gewesen, in der wir viele Sachen gemacht haben. Egal ob jetzt Shows, Songs oder was auch immer. Vorher war das auch schon so, aber noch nicht so stark, dass man immer wieder Stücke von sich selbst nimmt und sich selbst samplet. Alles kaputt machen und wieder neu zusammen setzen, bis du irgendwann ein freakiges Mosaik hast. Das ist ganz von selbst gekommen. Ich habe mir nicht im Vorfeld oder bei der Zusammenstellung gedacht: Braucht das jetzt einen roten Faden? Will ich eine Soundästhetik? Will ich ein oder zwei Einflüsse aus anderen Musiken und den Rest nicht? Das ist mir alles viel zu bewusst, weil dann habe ich gar keinen Bock mehr, Musik zu machen.
Wenn ich mir vorher überlege, wie der Song klingen soll, dann wird er scheiße. Andere können das, ich kann das nicht und deswegen habe ich das nie berücksichtigt. Das kann man mir gerne vorwerfen und dann sage ich "Ja, aber dann gefällt dir das eben nicht“. Aber um mal zum Tracklisting zu kommen, das war ganz interessant. Da war für mich der rote Faden, dass man das erzählt, was zusammen gehört. Zur Mitte des Albums hin wird das wie so eine richtige Geschichte, in Epochen. Was ein Mensch zum Beispiel innerhalb eines halben oder ganzen Jahres erleben könnte.
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Kommentare:
www.still-hungry.de   14.04.2010
Die Jungs sind wirklich sweet !

mr. nym   14.04.2010
@staiger "[...] so etwas wie Punk. Das war ganz, ganz groß und dann platzt es und es bleibt dann zwar irgendwie so ein harter Kern übrig, aber es wird nie wieder so richtig groß." --- das ist sachlich falsch. es gab mehrere "Wellen" die immer wieder "größere" Bands hervorgebracht haben. egal ob Prä-Punk a la Stooges oder Post-Punk a la Hüsker Dü. ähnlich verhält es sich demzufolge auch mit der "Begründung" seitens Creme Fresh: vieles, was eigentlich mit "Punk" zu tun hat oder da weg kommt, bekam einfach einen anderen Namen (Paradebeispiel ist "New Wave" - eine Sache, die mindestens genauso groß wie die Welle von 1977 war).

olcher   14.04.2010
Die sind schon sehr gut. Sehr abwechslungsreich mit guten Konzepten.

www.still-hungry.de   14.04.2010
Fatoni ist bestimmt schwul und hat was mit Fifty.

@staiger   15.04.2010
es kann sein, dass der kommentar n bisschen kleinlich wirkt, aber bitte erkläre doch mal warum hiphop wesentlich älter als punk sein soll. ich halte das für kaum belegbar.

@ @staiger   15.04.2010
Punk gibt´s seit ende 60er (stooges und so) und Hippe di Hop kam später

www.still-hungry.de   15.04.2010
finde das interview interessant, die jungs haben ahnung und sind lange am start!!weiter so XD

@ @@staiger   16.04.2010
ja, so in etwa könnte man das sagen, genau darum gings mir ja auch. aber im interview sagt staiger: "HipHop ist aber beträchtlich älter als Punk" und das ist genau der satz den ich mal gern erklärt gehabt hätte. eben ganau deshalb weil ich das mit den sonics, stooges, mc5 etc. weiß. natürlich kann man wahrscheinlich auch bei hiphop immer auf irgendwelche noch früheren proto-formen verweisen, zB auf irgendwelche Dada-Gedicht aus den 20-er Jahren etc. aber wahrscheinlich lassen sich auch punk ähnliche bespiele finden, also so what. in dem zusammenhang verstehe ich vor allem das "erheblich" nicht, weil beide kunstformen (hiphop und punk) so wie man sie jetzt kennt wahrscheinlich in etwa zeitgleich mitte bis ende der 70-er entstanden sind, wobei ich tatsächlich vermuten würde, das punk mit seinen früh- und vorformen schon ein klein wenig früher dran war (wobei es sein kann, dass ich diesen eindruck nur deshalb habe, weil ich mich in der geschichte des punk zweifellos ein bisschen besser auskenne als in der des hiphop.)

Datflx   16.04.2010
Also es gibt da einen Herren namens Blowfly, der hat ab 1969 eigene Platten rausgebracht und wenn man will kann man das als Rap bezeichnen. Liegt damit zeitlich nach MC5, aber etwa im gleichen Zeitraum wie Iggy & the Stooges und Death, ist aber älter als Ramones, Sex Pistols und Patti Smith. Sugarhill Gang war 2 Jahre nach 77er Punkwelle, Afrika Bambaataa und Grandmaster Flash Veröffentlichungen waren Anfang der 80er. Blockpartys gabs aber schon davor und welche Garagenband beim Proben den Punk erfunden hat und welcher Mensch im 17 Jh. mal ein Gedicht als Sprechgesang vorgetragen hat ist eig. auch völlig egal, hauptsache es gibt Hip Hop und es gibt Punk Rock. Der werte Herr Blowfly hat übrigens 2006 ein Album namens "Blowfly's Punk Rock Party" rausgebracht und auf dem ist z.B. Jello Biafra gefeaturet. Vlt. schließt sich der Kreis ja da. Ist im Grunde eh alles Musik.

jimjones   23.04.2010
...blablablaaaa.....mann meeegaaa-langweilig...ab seite 3 hab ich aufgehört zu lesen....det sind irgendwelche belanglosen schwuppi-popper die niemand intressieren kannte die nicht und das zurecht...

@jimjones   25.04.2010
"schwuppi-popper", pff wenn du keine ahnung hast, dann halt doch einfach mal die gichtfinger still. schon klar, dass du als durchschnitts-hartz-IV-empfänger lieber löcher in die glotze starrst als mal ein paar seiten zu lesen, aber dann verschone doch die welt da draußen von solchen hirnfürzen!!