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Brother Ali
Interview: staiger
Fotos: staiger/ tom palluch
09.03.2010 Brother Ali
Die helle Seite der Menschheit

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Selten trifft man im Gewerbe des Hip Hop Journalismus auf Gesprächspartner, mit denen man sich so verbunden fühlen kann wie mit Brother Ali. Ehrlich gesagt, haben wir uns sogar richtig auf dieses Gespräch gefreut, denn was der Mann aus Minneapolis auf seiner CD „us“ zu sagen hat, könnte man auch mit dem Ausdruck „Soulfood“ umschreiben.
Umso größer war die Freude, dass sich der erste (Hör-)Eindruck im tatsächlichen Interview dann auch noch bestätigte. Brother Ali ist tatsächlich der sympathische und bewusste Typ, als der er sich auf seinen Tonträgern präsentiert und vor allem: Er ist nicht dumm! Auch das soll ja schon mal vorgekommen sein, dass unter den total sympathischen und bewussten Typen letztendlich nur ein paar grenzdebile Idioten mit nachlässiger Halbbildung stecken und dementsprechend groß ist dann die Enttäuschung.
Ganz anders beim Bruder Alexander. Da enttäuscht nix. Auch nicht die Musik. Mit anderen Worten: Wir sprachen mit dem Mann, der Hip Hop retten könnte.
Im Ernst! Ohne Scheiß!  


rap.de: Du tourst einen Monat durch Europa und wirst im Anschluss einen weiteren Monat durch die USA touren. Wie kannst Du das mit deiner Familie vereinbaren?


Brother Ali: Es ist schwierig. Das ist das große Opfer, das wir bringen müssen. Meine Frau ich und unsere zwei Kinder.
Ich habe einen 9-jährigen Sohn und eine 2-jährige Tochter. Mein Sohn ist von einer anderen Frau, aber er wächst bei uns auf. Er sieht seine Mutter nicht oft. Sie hat eine Menge emotionaler und psychischer Probleme.
Wenn ich zu Hause bin, kann ich meinen Tagesablauf selbst bestimmen. Ich verbringe sehr viel Zeit mit meinen Kindern. Ich stehe früh auf. Ich mache Frühstück. Ich ziehe sie an und so weiter. Mein Sohn geht dann zur Schule und ich fange dann an, zu arbeiten. Ich gehe ins Studio und schreibe und so.
Wenn mein Sohn nach Hause kommt, bin ich dann meistens fertig mit der Arbeit und helfe im Haushalt. Wenn die beiden im Bett sind, haben meine Frau und ich Zeit für uns. So läuft es jeden Tag.

rap.de: Ist Deine Frau auch berufstätig?

Brother Ali: Nein. Das ist der Vorteil daran, dass ich so viel arbeite. So kann sie die ganze Zeit für unsere Kinder da sein. In den USA ist das kein Standard. Die meisten Frauen gehen drei Monate nach der Geburt des Kindes wieder arbeiten.

rap.de: Das heißt aber, du verdienst genug Geld mit Deiner Arbeit?

Brother Ali: Ja und ich fühle mich echt gesegnet deswegen. Aber ich habe mich schon immer gesegnet gefühlt. Ich mache schon mein Leben lang Musik. Ich habe Musik gemacht, als ich kein Geld verdient habe, nun verdiene ich welches, aber sollte ich irgendwann keines mehr verdienen, werde ich immer noch Musik machen.
Aber ich genieße es sehr, wenn Geld reinkommt und ich versuche meine Zukunft zu planen.

rap.de: Hast Du Angst vor der Zeit, wenn du wieder kein Geld mehr damit verdienen wirst?

Brother Ali: Nein, es ist wie beim Sterben. Man weiß, man wird irgendwann sterben, also warum nicht einfach das Leben genießen?
Ich bin so wie ich bin, also warum sollte ich plötzlich versuchen jemand anderes zu sein? Wenn die Leute aufhören meine CD's zu kaufen oder mich nicht mehr auf der Bühne sehen wollen, dann hoffe ich, dass ich jüngeren Künstlern helfen kann, die dann angesagt sind.
Mein Freund Slug von Atmosphere hat mir viele Dinge beigebracht, als ich damals anfing.
Er nahm mich mit auf Tour, zeigte mir wie man überhaupt Geld macht und was man tun muss, um eine erfolgreiche Karriere zu haben im Musikgeschäft.
 
 
rap.de: Hast du einen Geheimtip, den Du mit jungen, hoffnungsvollen Künstlern teilen kannst?


Brother Ali: Als aller erstes solltest du immer du selbst sein. Du musst dir treu bleiben, denn es bringt nichts, dich zu verbiegen, damit eine gewisse Gruppe von Menschen dich mag.
Man kann nicht auf ein ganz bestimmtes Publikum abzielen. Du musst deine Musik machen bzw. deine Kunst und wer auch immer sich von ihr angesprochen fühlt, das ist dann so etwas wie deine Kommunikationsbasis.
Das ist die Beziehung, die man pflegt. Du musst immer ehrlich zu dir selbst sein, Kunst machen, die wirklich dein Inneres reflektiert, das woran du glaubst und wer du bist. Wer sich davon angesprochen fühlt, hat eine echte und reine Connection zu dir. Diese Verbindung ist einzigartig und sollte an erster Stelle stehen.
Die Beziehung zu deiner Musik und zu den Menschen, die deine Musik supporten. Alles andere kommt danach.
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Kommentare:
hilfsjohnny   10.03.2010
geiler typ !

www.still-hungry.de   10.03.2010
scheint echt ne guter typ zu sein, der sich um seine family kümmert und kohle auf den tisch bringt mit mukke!!respekt!!!

gustavgans   10.03.2010
Wenn man zuerst das Kaisa Interview liest und danach diese hier, dann kann man sich nur noch für unsere "Künstler" in diesem Land schämen... Brother Ali, guter Mann....

@still spasti hungry   11.03.2010
du honk nervst überall, mit deinen kack spam-posts.du hast echt gar nichts verstanden an dem interview. zum kotzen. @rap.de: wenn ihr doch erkennt, dass die meisten interviewpartner (farid Bang, etc) grenzdebile taugenichtse sind, die neben ihrer schlechten musik im interview nur leeren vollschrott von sich geben, dann würde ich vorschlagen, diesen NICHT-KüNSTLERN auch keine plattform mehr zu geben. dieses interview war inhaltlich der reine segen!!!! und ich mag seine musik nicht, aber er ist einfach jemand, der etwas zu sagen hat.etwas elementares.sowas will ich lesen und nicht die erfundenen hartz4-hustler-gangster märchen von unterbelichteten Anti-Musikern deren Kumpel Ali zufällig Cubase aufm Aldi-PC hat.DANKE !

fgdfgdfg   11.03.2010
guter typ, gute musik, der anti-kaisa

Recz und Ordnung   11.03.2010
Mehr von solchen Leuten, die lieben was sie tun. Und vor allem: Die ihr Leben nach ihrem Wort richten... und umgekehrt.

money rain   11.03.2010
kenne seine Musik nicht, zum Interview kann ich nur sagen: naja!! Ihr habt ihn als großen intelligenten Künstler angekündigt.. konnte seinen Aussagen wenig Intelligenz entnehmen, sein Kommentar zu Obama und dem Irakkrieg bzw. Afghanistan sagt alles.. wahrscheinlich ist er im großen und ganzen immernoch der sneakergeile typ ;)

azzii   11.03.2010
Gutes Interview, hätte mir allerdings mehr Fragen zu seiner Musik gewünscht als irgendwelche politischen Diskussionen. Brother Alis neues Album finde ich übrigens etwas schwächer als "The Undisputed Truth". Letzteres kann ich übrigens nur jedem empfehlen. Auch von den Beats her viele interessante Sachen dabei dazu noch die Texte von nem Rapper der wirkloich mal etwas zu sagen hat...

Eklinsius   11.03.2010
Endlich mal einer von den guten!Ali ist der hammer M.C.schlechthin.Eine gute Lebenseinstellung hat er auch am Start!Grown man Rap halt!!

The Big Fundamental   11.03.2010
Tolles Interview von beiden Seiten! Klasse Kerl der Ali! Rap.de hat das Problem, dass, wenn sie keine Interviews mehr mit Kaisa, Farid usw. machen, dass der Traffic auf der Page weniger wird, da sich einfach leider die Masse für solche Künstler interessiert. Und weniger Traffic bedeutet weniger Werbeeinahmen. Traurig aber wahr.

arno nühm   11.03.2010
ausserdem könnte man sich dann selber nicht mehr für einen besseren menschen halten wenn nur solche leute wie Ali zu wort kommen. Hat bischen was von den RTL2 "Reportagen" diese Kaisa und hirntot interviews. Wir dummen sehen leute die noch viel viel dümmer sind als wir :)

stimmt   11.03.2010
@arno nühm: haha, stimmt. unter den blinden ist der einäugige könig ;)

oooles interview   12.03.2010
netter kerl,kam mir schon in nem juice interview sehr sympathisch rüber. schade das so wenige rapper so denken wie er.

@still-hungry.de   12.03.2010
http://www.youtube.com/watch?v=3FYggdkua6A&feature=player_embedded das ist sooooooo gut. selten war der fremdschäm-faktor höher. made my day