rap.de: Wie kommt es, dass es so leicht für dich scheint, deine Flucht, dein Leben als Flüchtlingskind, zum Thema deines Raps zu machen? Ist das so natürlich für dich?
K’NAAN: Natürlich. Jetzt schon, aber einfach war es noch nie. Ich gewöhne mich mich daran, mehr und mehr jeden Tag. Zumindest versuche ich das. Anfangs war es eine Art Symptom. Als ich anfing Reime zu schreiben, litt ich an der posttraumatischen Belastungsstörung. Ich dachte, ich bin völlig irre, meine Eltern machten sich unfassbare Sorgen. Ich hatte fast 15 Panikattacken pro Stunde. Ich war monatelang in einem Zimmer mit geschlossenen Fenstern und alles. Sie brachten mich irgendwann zum Arzt und nach einigen Untersuchungen war klar, dass ich an dieser posttraumatischen Belastungsstörung litt. Leute, die einen Krieg mitbekommen haben oder schon mal einen schweren Unfall erlebt haben, bekommen so was öfter. Manchmal auch erst fünf oder zehn Jahre später. Bei meinem älteren Bruder zum Beispiel, war es so. Ich dachte immer, mein großer Bruder wäre unbesiegbar und nichts würde ihm jemals zustoßen. In Mogadischu waren wir die verrücktesten Kids. Während die meisten Menschen bei Schusswechseln weg gelaufen sind, rannten wir darauf zu. Wir sammelten dann Kugeln und entladene Granaten in einer Plastiktüte und verkauften sie auf dem Markt an Leute, die Metall verarbeiteten. Mein Bruder wurde mit 14 beinahe zum Tode verurteilt, weil er den Bundesgerichtshof in die Luft gesprengt hat. Er schaffte es aber abzuhauen und zu entkommen, einen Tag vor der Verhandlung. Er hatte ein sehr bewegtes Leben. In meinen Augen war er einfach unbesiegbar. Ich war immer derjenige, der Depressionen haben könnte, der sehr emotional war, der Musik schreiben konnte. Er hingegen war immer der Starke, ihm ging es gut, egal was passiert ist. Nichts konnte ihn aus der Ruhe bringen und vor etwa drei Monaten hat es ihn erwischt. Er ruft mich weinend an, es ist verrückt, er weiß nicht was er machen soll. Er erzählt mir, dass er in Eiseskälte sein T-Shirt auszieht. Um wieder zurückzukommen auf deine Frage: Mein erstes Album war das Resultat einer Therapie. Ich habe es geschrieben, als ich durch diese Genesungsphase ging, denn ich durfte keine Medikamente nehmen.
rap.de: Wieso durftest du keine Medikamente nehmen?
K’NAAN: Meine Mutter wollte es nicht. Sie wusste ja nicht, was in diesen Medikamenten drin ist und hat ihnen nicht getraut, also war die Musik meine Therapie im wahrsten Sinne des Wortes.
rap.de: Dein aktuelles Album trägt den Titel "Troubadour“. Soweit ich weiß, ist ein Troubadour eine Art reisender Erzähler.
K’NAAN: Das Wort Troubadour hat mehrere Bedeutungen. Die Wurzeln des Wortes reichen tausende von Jahren weit zurück und es gibt einige Gründe, warum ich das Album so genannt habe. Ein Erzähler, der reist und seien Geschichten verbreitet, bringt in den nächsten Ort in den er kommt neue Ideen, neue Eindrücke. Er erzählt den Leuten von Dingen, die sie noch nicht kannten. Wenn ich so arrogant sein darf, möchte ich sagen, dass mein Album eine Art Vorstellung eines neuen Sounds ist. Ich glaube nicht, dass es je so etwas gab, wie das was ich auf "Troubadour“ zusammengestellt habe. Es ist ein Vorhangöffner.
rap.de: Wie alt bist du jetzt?
K’NAAN: 31.
rap.de: Was? Du siehst aus wie 12.
K’NAAN: (lacht) Ich weiß. Meine Mutter denkt auch, dass was nicht stimmt. Sie sagt auch immer zu mir: "Guck dir mal deine Haut an, du siehst aus wie ein Kind!“ Und ich benehme mich auch wie eins. Ich stampfe mit den Beinen auf den Boden, wenn ich mich aufrege und so Sachen.
rap.de: Mit 13 bist du aus einem Kriegsgebiet in die USA geflüchtet und mit 31 gibst du weltweit Interviews über deine Musik. Erwischst du dich manchmal in Situationen, in denen du dich von außen betrachtest und dir denkst, "Mein Gott, wie ich bin hierher gekommen“?
K’NAAN: Die ganze Zeit. Siehst du den Typ da drüben, er heißt Ray und ist auch aus Somalia. Er und ich lachen oft zusammen darüber. Es ist einfach so unglaublich, dass man einfach darüber lacht. Letztens waren wir im Studio mit Nas und er hat das wohl bemerkenswerteste über meine Kunst gesagt, das je ein Mensch auf dieser Welt darüber gesagt hat. Ich will dir nicht genau sagen, was er gesagt hat, denn ich will nicht, dass du es schreibst. Ich will es für mich behalten. Für ihn bildet meine Musik die Weichen für die Zukunft, so was in der Art, ohne überheblich klingen zu wollen. Er sagte auch, dass er weiterhin schreiben wird wegen diesem Sound, den ich mache. Er gab ihm die nötige Inspiration weiterzumachen. Ich habe Englisch gelernt, da war ich 16 und habe zu Nas aufgeschaut. Das ging mir in dem Moment durch den Kopf und hat mich echt umgehauen.
K'naaaaaaan 15.06.2009 super typ leider bischen kurz .. mehr solche künstler
AL Khaled 16.06.2009 wow, rap,de was geht jetzt ab bei euch?? Vor paar WOchen ein Interview mit Devin the Dude und jetzt k'naan man könnte meinen ihr fangt jetzt endlich mal an ECHTE Rapper und Hopper zu interviewen die auch was können aber ey Interview mit Massiv, dann Woroc der Whack mcs wie Kollegah, Farid und MOK und Dissput produziert und Kollegah und Farid bang kommen bestimmt auch noch dran, oh mann nennt euch doch Klatschrap.de oder Rap.de Boulevardmagzin, aber die Interviews die ihr bringt sind meistens von völlig whacken Idioten!!!
erfreuter 16.06.2009 woah geil das ihr ihn interviewt habt!! Kauft sein album, es lohnt sich!!
clientell 16.06.2009 Gutes Interview, der Typ scheint ne gute Haut zu sein, kenne bislang nichts von ihm, werde das aber ändern.
@Al Khaled: Was dümmeres kann man wohl nicht von sich geben. Eben mit der Mischung der verschiedenen Interessen erreicht rap.de eine große Reichweite, würden sie nur Interviews Deiner Lieblinge machen hätts hier vermutlich 10 Besucher pro Tag und wäre so nicht geschäftsfähig. Erst denken, dann... Nichtsdestotrotz teil ich Deinen Wunsch nach mehr inhaltvollen Interviews.
AL Khaled 17.06.2009 @clientell:
Sag mal bist du Mitarbeiter bei rap.de oder was???? Sehr VIELE Leute beschweren sich ständig das rap.de zu einer BILDZEITUNG wird, noch nie gemerkt oder was? Und dann spar dir das mit der Mischung, wer braucht einen Farid Bang oder einen Hengzt, das sind Typen die nix verkaufen und nich bekannt sind! Unrelevant einfach!! Oder Bushido auf 6 Seiten, ey der Typ ist Stammgast bei der BRAVO, der hat nix mit rap zu tun, bloss weil er auf nem beat spricht, der ist nicht hiphop und rappt nich, aber rap. de räumt dem 6 Seiten ein und alle schreiben Comment wie scheiße bushido ist, ja das bringt es das Interview hatte von 50 Comments vielleicht 3 postiive der Rest war negativ, sagt ja alles keiner wollte den scheiß lesen! Und meine Lieblinge, du kennst meine Lieblinge gar nicht, wenn du K'naan nich kennst hast ja eh nich so viel plan von gutem rap von daher, kein Sinn weiter zu diskutieren!!!
viva la africa 17.06.2009 staiger wieso wurd mein kommentar net veröffentlicht ?
bild.de 20.06.2009 "ich hatte panikattacken" tolle überschrift, super..