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Hip Hop Hilft
Fotos: Xaver / Text: Lisa
10.06.2009 Hip Hop Hilft
Zu Gast beim Workshop in der Arche

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"Samuel, wann kommt Ben? Ist Ben schon da? Er hat gesagt, er bringt mir eine CD mit!“ – immer wieder kommt das Mädchen mit den glatten, braunen Haaren zu dem Sozialpädagogen gerannt, der ihr geduldig jedes Mal aufs Neue antwortet, dass sie noch etwas warten müsse. Die Rede ist von Sami Ben Mansour, Chef des Wildstyle-Magazins und Gründer der Mellowvibes Media GmbH. Schon im vergangenen Jahr brachte er den "Deutschlands Vergesse Kinder“ Sampler heraus, mit dessen Einnahmen das Kinderhilfswerk Arche unterstützt wurde. Hip Hop gegen Verarmung und Verwahrlosung – auch sexueller Art. Zwei Bücher von Wolfgang Büscher, dem Pressesprecher der Hilfsorganisation,  wurden zu diesem Thema ebenfalls veröffentlicht und lieferten ein gefundenes Fressen für die Presse. Heute ist es allerdings nahezu friedlich in Hellersdorf, dem Bereich, wo die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg fließend ist. Die Sonne scheint und vor dem Arche-Gebäude haben sich mehrere Jugendliche versammelt, die jeden Passanten abschätzig mustern. Sie warten auf Ben und die angekündigten Stars, es soll nämlich zum mittlerweile dritten Mal ein Hip Hop Workshop stattfinden.


Die Künstler stammen hierbei vornehmlich aus dem erweiterten Mellowvibes Umfeld, neben Colos und Sneezy von Hammer & Zirkel sind dieses Mal aber auch Bacapon und Sleepwalker aus Hamburg angereist. Ganz in "Four Elements Of Hip Hop“-Manier  haben die Jugendlichen und Kinder die Möglichkeit, sich sowohl beim Texten, Streetdance und Graffiti auszuprobieren, als auch im Bereich des Musikproduktion. Schnell füllt sich der Raum, in dem das Reim-Coaching angeboten wird. Unter dem Thema "Ich wünsche mir“, sollen die Schreib-Interessierten zwischen 12 und 18 Jahren (so zumindest die angepeilte Altersspanne) lernen, ihre Gedanken, Gefühle und Wünsche auf den Punkt zu bringen. "Ich würde mich freuen, wenn ihr so was wie "Hurensohn“ nicht erwähnt“, sagt der Rapper Bacapon, der in Hamburg eine große Vorbildfunktion für die Jugendlichen auf den Straßen eingenommen hat, während Colos Kugelschreiber verteilt. In seiner Stadt suchen junge Menschen Trost und Rat bei ihm, hier in Berlin kennt ihn niemand. Zum Beat von Massivs "Wenn Der Mond In Mein Ghetto Kracht“ wird die ein oder andere Zeile zu Papier gebracht, in einer anderen Ecke des Raums lauschen weitaus weniger Jugendliche dem ehemaligen Sprüher Ben. "Graffiti ist Kinderkacke“, erklärt dieser resolut, während er mit zwei Stiften in einer Hand Buchstaben aufs Blatt malt. Kein Writer hat direkt mit spektakulären und großen Bildern angefangen ist die Grundaussage, die die Jugendlichen erst einmal verstehen müssen. "Du musst zuallererst eine schöne Handschrift haben, dazu macht man Tags. Da bekommt man einen Blick für die Proportionen.“ Schon hier lässt die Konzentration der Nachwuchs-Künstler nach. Das hatte man sich offensichtlich alles ein bisschen einfacher und weniger langwierig vorgestellt.


Der Tanzraum hingegen, in dem zeitgleich auch Grundbegriffe des Beat-Machens erklärt werden sollen, wirkt nahezu verwaist. Eine junge Frau in Jogginghose macht mit knapp fünf Kindern Aufwärmübungen, Sneezy und Sleepwalker sitzen am hinteren Ende der winzigen Turnhalle mit ihrem Equipment an einem Tisch und starren ins Leere. Viele wollen rappen, niemand scheint sich jedoch dafür zu interessieren, wo die musikalische Untermalung eigentlich herkommt. Auch die zaghaften Gesprächs-Versuche des Hamburger Produzenten, der mit zunehmend motzigem Gesicht an seinem Laptop herumfummelt, werden von einem blonden Mädchen in Nazar-T-Shirt zurückgewiesen. Der Berliner Kollege hingegen ergibt sich seinem Schicksal. Schließlich ist er nicht zum ersten Mal hier und hat als hauptberuflicher Erzieher vermutlich schon Schlimmeres erlebt. Die selbst gebastelten Diskokugeln aus Alu-Folie werden kurz darauf allerdings Zeuge eines denkwürdigen Abgangs, denn die Situation Tanzgruppe-Produzentenduo eskaliert. Als die Streetdance-Lehrerin fragt, ob man nicht mal ein bisschen Musik anmachen könne, verlässt Sleepwalker wutentbrannt den Raum. Fast erwartet man noch ein pubertäres Türenknallen.

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Kommentare:
ganzargmitaugenroll   11.06.2009
Sleepwalker ist ein A*schloch!!! Ansonsten, gute Sache.

rappar   11.06.2009
is natürlich schwer die kids und jugendlichen zu erreichen wenn man wegen der kohle nich so oft so etwas veranstalten kann.. mehr sponsoring is angesagt. ansonsten natürlich gute sache, hier wird der erste schritt gesetzt!

de Weltaller   11.06.2009
Das is ja mal wieder liebevolle Mithilfe, wo die Manieren, also das BLÜMSCHE^PFLÜCKSCHE; von neben uns im Garten in uns hinein und dann zum Weltallraumlicht+schatte(n)lunginzenz energisch goerig dynamisiert wieder in Zimmer kräftigt, wo wir dann gestärt an der (Ir°s)Er(°s)arbeitung sitzen die Heimat zu heirat*in*z*en*z. Mit Stift & Papier zuuum Manier

ganzargmitaugenroll   11.06.2009
@ weltaller Du solltes mal deinen Dealer fragen was er dir ins Kraut mischt. Könnte bleibende Schäden anrichten.

firebürt   12.06.2009
ben is der coolste ....der man is real ...der ist IMMEr seinen prinzipien treu geblieben was man von den wenigsten sagen kann !! dicken respekt! freut mich !

Wahrheit   12.06.2009
Ganz ehrlich: Das ist eine richtig gute aktion. Endlich mal ein Punkt wo man stolz als hip hop fan sein kann, dass solche projekte statt finden. Von meiner seite aus viel respekt an die organisatoren. Allerdings ist der artikel vollkommen beschissen geschrieben. der ironische unterton ist sehr unangebracht und man muss sich auch nicht über nachwuchskünstler lustig machen. Der Autor sollte sich schämen

hirty darry   13.06.2009
ich finde das ne gute sache, ganz im ernst. also eigentlich finde ich das noch besser als gut. bis auf die schreibweise der redakteurin xy... aber das ist man ja gewohnt, dass sie öfter mal (aus mir unerfindlichen gründen) die gebotene objektivität ignoriert und ihren unmut (über die gesamtsituation?) in völlig unpassender weise freien lauf lässt... schade. sonst top!

Dave777   17.06.2009
Also ich kann mich nur meinen Vorgängern anschließen. die Arche finde ich ne gute Sache und vor allem das HipHop Künstler sich die Zeit dafür nehmen. Schade allerdings das die Autorin, sehr negativ schreibt und die Objektivität vergisst.