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D-Bo
Autor/Interview: lisa
Fotos: moritz
22.05.2009 D-Bo
Von Musiktherapie und Gruppensex

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Beschweren wir uns an dieser Stelle sonst regelmäßig über zu spät kommende Ami-Künster, so sind wir dieses Mal selbst nicht ganz pünktlich zum Interview-Termin mit D-Bo erschienen. Das mag aber unterem daran gelegen haben, dass wir nicht so oft im Berliner Bezirk Lichtenberg unterwegs sind, wo wir uns im Studio von Raf Camora verbredet hatten, und auch an der Tatsache, dass uns noch nicht einmal die ortsansässigen Bahn-Mitarbeiter sagen konnten, wo sich die angegebene Straße befindet. Gott Sei Dank haben wir dann schlußendlich doch noch zueinander gefunden, herausgekommen ist dabei nämlich ein durchaus interessantes Gespräch mit dem Ex-Guten Jungen über alternative Verkaufsstrategien seines neuen Albums "Die Lüge der Freiheit", Vorteile des Dumm-Seins und die drei Kategorien, in die sich die Mädchen einteilen lassen, die man nach Rap-Konzerten so im Backstagebereich trifft.


rap.de: Dein Album hat ja einen sehr ungewöhnlichen Aufbau. Du hast quasi immer einen Track und dann wieder einen Skit. Wolltest du für dein fünftes Album von Anfang an etwas komplett Anderes machen?


D-Bo: Ja, auf jeden Fall. Ich habe schon vier Alben nach dem normalen Hip Hop Prinzip gemacht – ins Studio gehen, aufnehmen, irgendwann genug Songs haben und dann die CD raus bringen. Vielleicht ordnet man die Songs dann noch so ein bisschen thematisch an, damit nicht ständig ein Partysong und dann wieder was Tiefgründigeres kommt, aber das war mir dieses Mal einfach zu blöd. Ich wollte einen roten Faden haben und irgendwie hat sich das dann nach und nach entwickelt. Raf und ich haben das alles zusammen gemacht und sind auf die Idee gekommen, das Ganze wie ein Hörbuch aufzubauen. Wir haben zusammen, damals noch bei ihm zuhause, einen Skit produziert und geguckt, ob das reinpassen würde. Das Gesamtkonzept fanden wir dann ganz cool und deshalb haben wir das ganze Album so aufgebaut. Die Texte hatte ich schon vorher geschrieben, dass ich eine durchgehende Story haben wollte war auch schon klar, nur wie ich das im Endeffekt umsetzen würde eben noch nicht. Jetzt haben wir das mit Skits und musikalischer Untermalung gemacht.

rap.de: Stand bei den Skits genau fest, wer was sagt oder wurde da so ein bisschen improvisiert?

D-Bo: Du wusstest ja, welche Songs davor und danach kommen und der Skit sollte eben einen sinnvollen Übergang darstellen, von daher wusste ich schon, was da jetzt thematisch gesagt werden sollte. Natürlich musste es aber auch noch einigermaßen authentisch klingen, wir sind alle keine Schauspieler und wenn ich Chakuza anrufe, dann sage ich ihm nur "Du, ich rufe dich gleich an und du bist gerade aufgewacht. Dann frage ich dich was und du musst einfach nur sagen, dass du mitkommst.“ Das Ganze haben wir drei, vier Mal aufgenommen und im Endeffekt die beste Variante genommen.

rap.de: Darauf wollte ich eigentlich hinaus. Ob jetzt jeder einen Zettel hatte, auf dem dann stand "Ja. Ich komme mit. Cool.

D-Bo: Nein, das nicht. Ich weiß ja auch gar nicht, wie sich Chakuza oder andere Leute artikulieren. Also… (lacht) Natürlich erkenne ich schon, ob das Chakuza gesagt hat oder nicht, aber es wäre ja total schwachsinnig, wenn ich denen die Texte vorgeben würde. Es war einfach nur klar, worauf das hinauslaufen sollte und dann haben wir uns hingesetzt und das aufgenommen. Das war manchmal unfassbar anstrengend und langwierig, manchmal aber auch krass witzig. An einem Abend haben wir hier mit Max Mostley gesessen und ein paar Skits aufgenommen und so einen lustigen Abend wie mit ihm und Raf habe ich selten in meinem Leben gehabt. Das muss auch mal sein, auch wenn die Skits an sich eher ernste Themen darstellen sollten.

rap.de: Bist du ein Hörspiel-Fan?

D-Bo: Nö! (lacht)

rap.de: Also könntest du dir das nicht als zusätzlichen Karrierezweig vorstellen?

D-Bo: Doch, das allerdings schon. Als wir die Skits aufgenommen haben, haben wir uns gedacht, dass es doch übelst geil wäre, mal so einen Auftrag zu kriegen. Das wäre eine richtige Herausforderung. Von den ganzen Hintergrundgeräuschen, die du hörst, haben wir die wenigsten nachträglich aufgenommen. Nur ein paar Schritte oder andere Sachen, die man schnell und einfach machen kann, aber ansonsten haben wir alles aus Computerprogrammen zusammen geschnitten und Raf hat das dann alles noch bearbeitet. Zum Beispiel mit einem Hall-Effekt, damit es sich eben so anhört, als würdest du durch eine Häusergasse gehen.


rap.de: Aber du warst jetzt als Kind nicht irgendwie…

Raf Camora: Benjamin Blümchen-Fan!

D-Bo: Als Kind schon. Ich habe immer Calimero gehört.

Raf Camora: Das gab es als Hörspiel?

D-Bo: Sogar als Platte! Ich hatte eine Calimero-Vinyl.

rap.de: Du Oldschooler.


D-Bo: Ja, voll cool. Was habe ich noch gehört? Die Schwarze Sieben, das war so die Aldi-Variante von TKKG. Die waren so wack, ey. (lacht)

rap.de: Es gibt ja viele Leute, die das immer noch hören. Zum Einschlafen oder so.

D-Bo: Wenn einen das so an die Kindheit erinnert, gibt das einem bestimmt ein beruhigendes Gefühl. Aber ich brauche das nicht. Ich brauche Licht aus und Ruhe, sonst kann ich nicht schlafen. Wenn da irgendwo Geräusche sind oder Licht, das mich nervt, dann… Wobei nee, bei Licht ist es nicht so. Ich kann auch bei Tageslicht schlafen, aber es muss schon eine gewisse Atmosphäre da sein. Obwohl ich mich auf Tour inzwischen daran gewöhnt habe. Da kann ich auch schlafen, aber zuhause ist das ganz komisch – gerade mit Geräuschen. So ein Handyladegerät hat zum Beispiel immer so ein Piepen. Das fällt den meisten Leuten gar nicht auf.

rap.de: Ein Piepen?

D-Bo: Stickle hört das bestimmt auch, oder?

DJ Stickle (aus dem Hintergrund): Häh? Was? Also mein Handyladegerät hat noch nie gepiept.

D-Bo: Du musst mal dein Ohr dran halten, das piept auf jeden Fall.

Raf Camora: Ich höre manchmal meinen Fernseher piepen.

D-Bo: Ja genau, wenn der Fernseher auf Stand-by ist.

rap.de: Ist das nicht eher so ein Summen?


D-Bo: Das ist ein richtig hohes Piepen. Da werde ich wirklich verrückt von. Wenn ein Fernseher an ist, kann ich nie schlafen.

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Kommentare:
ganzargmitaugenroll   22.05.2009
Wie kann ein so sympatischer Kerl mit einem solchen Penner wie Bushido befreundet sein?

Die wundervolle Yasmin   22.05.2009
Ich liebe Moritz.

anna polauke   23.05.2009
"Das ist ja die billigste Art und Weise Käufer an sich zu binden und die davon abzuhalten, sich mit anderen Sachen auseinander zu setzen. Indem man sagt "Wir sind cool, alle anderen sind scheiße und wenn du cool sein willst, gehörst du zu uns und wenn du scheiße sein willst, gehörst du zu den anderen“. Ich kann das halt auch einfach nicht so nachvollziehen," und was sollte dann das torch gedisse? paradox paradoxer hiphopper

Daniel-Dookenstein   23.05.2009
Ich meine, dass Rafomic die SAE fertig gemacht hat, hat ihm sehr viel Freiheit und neue Einsatzgebiete gebracht, bin mir sicher, dass er punkto Audio-Engineering ordentlich Erfahrung machen durfte, auch mit diversen Musikern.

LW84   24.05.2009
gutes interview. scheint kein dummer typ zu sein und kommt hier ehrlich rüber... egal jetzt, dass er scheinbar was mit ersguterjunge zu tun hat: ich werd ihn mal auschecken, obwohl ich bisher nichts kenne.

sspt   24.05.2009
Endlich mal ein Rapper mit Verstand, der nicht von ghetto usw rappt. Am besten gefällt mir die Nachrricht, mit den Harmonien.Man merkt, dass sein Album nicht einfach so, aus langeweile entstanden ist. Da steckt viel Arbeit dahinter. Die cd werd ich mir auf jeden fall kaufen, dazu gibts ja ein gratis t-shirt. FÜR ALLLE DIE NIX VON IHM KENNEN, IHR HABT JA DIE CHANCE ES GRATIS RUNTERZULADEN....TUT DAS, UND UNTERSTÜTZT DIESEN RAPPER !!!!

all-exclusive.biz   25.05.2009
danke d-bo ;)

Fehsil   25.05.2009
das Album verspricht einiges, vor allem wenn man bedenkt, dass seine letzten 2 Alben schon Hammertracks enthalten. Trotz Des berechtigten Lobes, muss ich einigen Comments wiedersprechen. D-Bo ist mit Sicherheit ein Könstler der sich seines Verstandes bedient, und auch nicht wenig davon hat, aber bei weitem nicht der einzige in Deutschland, nicht mal im Deutschen Rap, wenn ihr solche Rapper vermisst solltet ihr euch etwas tiefer mit der Materie Rap beschäftigen. Ein guter Anfang wäre das erscheinende D-Bo Album

Money Sucks!   26.05.2009
Im Interview kommt er schon sympatisch rüber, aber nachdem mir folgenden Song angehört habe, das hat das meine Meinung wieder umgekrämpelt: http://www.youtube.com/watch?v=VWPGKDAyOn0

Mörder-Rap Records   26.05.2009
Rapfaust aus Dresden an D-Bo! Mörder-Rap Mafia!

LW84   27.05.2009
haha, der track ("4 elemente"), den money sucks hier verlinkt hat (youtube) ist ja echt übel. nicht nur dumm, sondern echt sehr sehr schlecht und einfach gerappt. aber okay, ist ja auch von 2004 :-]

tituspullo   27.05.2009
haha, "4 elemente" richtig alte zeiten un wohl gemerkt von 2001 !! (2004 war nur der release auf cd) jeder fängt mal klein an... dbo steht als einer der wenigen im deutsch rap für ehrliche & innovative musik

Kapatchuli   28.05.2009
Ist ja alles schön und gut, aber kann mir jemand sagen was für Schuhe er auf dem Bild anhat? Adidas is klaa aber welche?

Der superjude   30.05.2009
habt ihr keinen anständigen fotografen?!?!grottenschlechte fotos altaaaaaaaaaa

DenOne FAN   31.05.2009
DenOne is back! Er hat bekanntgegeben, dass er momentan an seinem 2. Album arbeitet. Außerdem an 2 Singles + Videoclips prod. by TeeAge-Beatz (Sony Music). Er ist mit dem Album zu 40% fertig. Das Album kommt noch dieses Jahr auf den Markt. Seine MySpace: www.myspace.com/denonemusic

Mins   04.06.2009
D-Bo ist technisch gesehen einer der schlechtesten MCs ever!