Für Viele ist er der Erfinder des deutschen Battlerap. "Konkret Fin" hieß die Band der Stunde und "Ich Diss Dich" der inoffizielle Hit. Eine ganzer Generation von Battlerappern, inklusive Kool Savas beriefen sich auf das Frankfurter Urgestein und mehr als einer bedauerte, dass vom Projekt und dem charismatischen Frontmann Tone über längere Zeit nichts mehr zu hören war.
Jahre vergingen und erst 2005 erschien mit dem Album "Zukunftsmusik" ein MC wieder auf der Bildfläche, der trotz mehrjähriger Pause, den meisten anderen technisch und inhaltlich überlegen war. Nun sind schon wieder 4 Jahre ins Land gezogen und Tone legt nach. Das neue Album "Phantom" erscheint Anfang April und wir unterhielten uns mit dem Frankfurter über Alkohol, Technik und die Grundlagen von gutem Rap.

rap.de: Viele Rapper aus Berlin und auch Kool Savas sehen dich als ihr Vorbild in Sachen Battlerap. Wann ist der Punkt gekommen, an dem Berlin Frankfurt in der öffentlichen Wahrnehmung als Battle Hauptstadt abgelöst hat?
Tone: Ich denke mal,
Kool Savas hat komplett diesen Style geprägt. Es gab dann eine ganze Flut von Rappern, die sich wirklich wie er angehört haben und das war dann der Zeitpunkt, wo der Fokus komplett auf Berlin ging battlemäßig. Dann ging es rüber in diesen Gangsterstyle, was auch sehr lange angehalten hat. Ich hatte immer den Eindruck, dass es sehr Städtebezogen war, was den Fokus der Medien anging.
rap.de: Warum war Berlin als Rapstandort so lange eigentlich nicht da?
Tone: Das weiß ich nicht, das kann ich dir nicht sagen. Ich denke mal, es hat mit Strukturen zu tun in der Szene. Bei uns gab es ganz am Anfang HipHop-mäßig auch keine Strukturen. Unser erstes Lied kam damals auf einem Technolabel raus, weil einfach gar nichts anderes da war.
rap.de: Wie kam das zustande, dass ein Technolabel einen Battelraptrack raus gebracht hat?
Tone: Wir waren damals auf der Suche nach Produzenten, die uns den Sound liefern, nach dem wir gesucht haben und irgendwann sind wir bei jemandem hängen geblieben, der eigentlich Technoproduzent war. Das war dann in Kombination mit
DJ Feedback. Die haben dann Styles gebastelt, die abgingen. Die hatten auf Eigenbasis einen Vertrieb und haben sowieso schon Technoplatten raus gebracht. Das Ding war, dass sie unseren Track als letztes auf einem Technosampler hinten mit raufgeklatscht haben und das war der Move, wie alles ins Rollen gekommen ist.
rap.de: Wie sind die ersten Reaktionen auf “Ich Diss Dich“ ausgefallen?
Tone: Das hat damals schon hohe Wellen geschlagen, weil es einfach etwas war, das es zu der Zeit noch nicht gab. Wir haben uns damals nicht großartig Gedanken gemacht, sondern einfach nur unser Ding, was wir sonst so auf der Straße gerappt haben, auf den Beat geklatscht. Dann natürlich auch die Kombination, dass es auf einem Technosampler war. Man hat sich das Ding angehört und als letzter Song kam dann Deutschrap, Straßenrap, direkt in die Fresse. Das hat natürlich schon für Aufruhr gesorgt.
rap.de: Ärgert dich eigentlich, dass es jetzt so Überhand genommen hat, dass jeder der Meinung ist, das machen zu müssen?
Tone: Es sind natürlich viele dabei, die es einfach nicht können und scheiße sind. Aber im Endeffekt ist viel passiert und das ist im Grunde genommen gut so, weil sich die Sache weiter entwickelt, auch wenn viel Auswüchse dabei sind, die ich nicht brauche, aber die Kultur blüht dadurch. Entwicklung halt.
rap.de. Trotzdem hat es noch lange gedauert, bis du nach diesem “Konkret Finn“ Album dein erstes eigenes Album raus gebracht hast. Warum?
Tone: Als das
Konkret Finn Album raus kam, gab es unsere Gruppe schon über drei oder vier Jahre nicht mehr. Das wurde also nachträglich veröffentlicht. Nach der Trennung habe ich mich damit gedanklich beschäftigt, wie es ist, allein auf die Bühne zu gehen. Dann habe ich zu dem Zeitpunkt aufgehört zu saufen, weil das war so ein Hauptding mit
Konkret Finn: Wir sind nie nüchtern auf die Bühne gegangen, immer komplett betrunken. Das waren alles so Sachen, da brauchte ich Zeit, um mir das vorstellen zu können. Dann bin ich sehr gemütlich an die Sache rangegangen. Ich hab mich mit Features an die Sache rangetastet und bin dann ganz allmählich dazu übergegangen, ein Album zu schreiben. Ich hab mir gedacht, lass dir Zeit damit, mach es bis du richtig down damit bist, egal ob die Leute jetzt sagen: “
Komm, es wird Zeit!“ und dann war es 2005 halt soweit. Der Entschluss ist schon lange vorher gefallen, aber die Dinge laufen ja dann nicht immer so, wie man sich das vorstellt und bis man es dann korrekt an den Start gebracht hat, vergeht auch immer ein bisschen Zeit
rap.de: Warum seid ihr immer betrunken aufgetreten? Hat das zu eurem Lifestyle gehört?
Tone: Ja, das Album hieß ja auch “
Reim, Rausch Und Randale“ und das war wirklich unser Motto gewesen, das war einfach so.