Ein nur spärlich beleuchtetes Zimmer in einem Hotel, irgendwo an der namentstechnisch leicht verschwimmenden und je nach Anlass unterschiedlich betitelten Region Berlins, wo Mitte eigentlich schon aufgehört hat und der Stadtteil Wedding anfängt. Wir treffen uns mit D-Flame, dem sympathischen Mann mit der charakteristischen Stimme, der in seinem aktuellen Video "Solution" beinahe hellseherische Fähigkeiten bewiesen hat, als er Barack Obama noch vor dessen tatsächlicher Wahl zum neuen Präsidenten der USA als Weg aus der amerikanischen Krise präsentierte. Genau das war dann auch Thema in unserem Gespräch, des Weiteren äußerte sich der Frankfurter zum Erscheinungsdatum des nächsten Tone-Albums, Rassismus bei den Brothers Keepers und liefert zudem noch eine der schönsten Liebeserklärungen an Hip Hop ab, die wir seit langem gehört haben.
rap.de: Dein aktuelles Album heißt "Stress“. Was stresst dich denn?
D-Flame: Der Titel von dem Album ist nicht unbedingt so, weil mich irgendetwas stresst. Eigentlich eher das Gegenteil, Musik ist für mich eine der besten Möglichkeiten, Stress zu bewältigen. Wenn ich Stress habe, schmeiße ich meistens eine CD ein, die vielleicht genau zu der Stimmung passt, und dann gibt’s oft in der Musik Lösungsvorschläge. Ich hatte einen Song namens "Zu VielStress“ und ich wollte generell, dass man bei den Liedtiteln nicht sofort merkt, worum es geht. Man soll immer erstmal reinhören und deshalb habe ich das Ding eigentlich "Stress“ genannt.
rap.de: Musiker ist ein sehr stressiger Job, oder?
D-Flame: Sagen wir es mal so: Wenn es nicht stressig ist, dann ist es nur ein Hobby, aber wenn du wirklich Musiker bist und immer wieder versuchst in diesem Business Anschlüsse zu finden, dann ist es auf jeden Fall stressig. Vor allen Dingen im Bereich Beziehung. Man braucht auf jeden Fall einen Partner, der da sehr viel Verständnis hat. Du hast sehr wenig Zeit und die "Hauptfrau“ ist halt Musik.
rap.de: Glaubst du, dass der Beruf des Musikers vom Arbeitsaufwand her unterschätzt wird? Vor allem auch von Teilnehmern bei Castingshows.
D-Flame: Auf jeden Fall und das nicht nur von Leuten bei "Popstars“, sondern auch bei denen, die neu ins Rapgame kommen. Die glauben gleich, es gibt Bling Bling und Groupies. Alle Leute, die in diesem Business sind, können bestätigen, dass das harte Arbeit ist und man eben nicht mal nur locker im Studio rumhängt oder ein bisschen cool auf der Bühne ist. Die ganzen Gescheiterten bei "Popstars“ können dir sicherlich auch bestätigen, dass es noch stressiger ist, wenn man mal seine 15 Minuten Ruhm hatte und dann nichts mehr. Die sind wahrscheinlich richtig gestresst.
rap.de: Machen Ruhm und Medienaufmerksamkeit süchtig?
D-Flame: Das kann schon süchtig machen, es kommt darauf an, wie man damit umgeht. Ich habe von meiner Seite aus sehr schnell gelernt, dass Ruhm nicht wichtig ist, ich bin aber auch in einer ganz anderen Zeit zu Hip Hop gekommen. Mir wurde Hip Hop in der Bronx präsentiert: Jugendliche ohne Geld, die schwarz irgendwelche Züge besprühen und da gab es kein Bling Bling und keine Groupies. Dieses ganze Zeug, was jetzt erst dazu gekommen ist.
rap.de: Vermisst du diese Zeit?
D-Flame: Viele sagen jetzt "Ah, du Hängengebliebener“, aber manchmal vermisse ich sie schon. Das war auch einfach eine wunderschöne Zeit. Hip Hop war damals eine Frau, in die du dich verliebt hattest und bei der du dich noch nicht mal getraut hast, ihr an die Brust zu fassen. Der hast du jeden Tag eine Rose an die Tür gebracht und hast von ihr geschwärmt und hattest ein Kribbeln im Bauch, wenn du an sie gedacht hast. Heutzutage ist Hip Hop leider fast nur noch eine Bitch. Aber ich werde sie immer als diese Frau sehen, auch wenn sie von vielen als eine Bitch gesehen wird.
rap.de: Wie könnte man versuchen, diesen Jam-Charakter wieder ein bisschen mehr zurück zu bringen? Da gibt es ja vereinzelte Versuche.
D-Flame: Ich glaube generell, dass dieses "zurück bringen“ ein natürlicher Prozess sein sollte. Alles dreht sich in Kreisen und irgendwann wirst du an einer Stelle sein, wo du dir sagst "Krass, hier war ich vor zehn Jahren schon mal. Wer hätte gedacht, dass ich hier wieder bin“ oder verschiedene Situationen, egal ob bei einer Beziehung oder der Arbeit, die einfach wiederkommen. Ich glaube, dass das auch bei der Musik so ist und gerade im Hip Hop gibt es ja immer wieder Höhen. Ich höre Hip Hop seit 27, 28 Jahren und habe immer wieder viele Höhenkurven gesehen, deshalb sollte man einfach so weitermachen wie bisher. Es gibt ja jetzt auch wieder viele Freestyle-Battles, deutsche Meisterschaften im Beatboxing und viele Jams fangen jetzt auch wieder an, Graffiti-Sprüher einzuladen. Da sollte man einfach weitermachen und nicht aufhören, das ist ganz wichtig. Dann wird sich das in einem natürlichen Prozess auch wieder zurück bewegen, dass die Leute eben wieder mehr Wert darauf legen, dass in einem Text ein bisschen mehr Aussage ist und dass der gesamte Style einfach wieder mehr nach vorne kommt.
yippieyo 04.12.2008 cooles interview... gute fragen, interessante antworten. text & video beides zur verfügung... 1a.
freut mich dass hier von lisa zu sehen nach der meiner ansicht nach (nicht nur nach meiner ansicht) schlechten review übers yassir album...
reader 04.12.2008 Gutes Interview.
Aber der gute D-Flame glaubt doch nicht ernsthaft Michael Moore, dessen Filme zu 85%, gefakt sind oder?
Auch des Statment zu B-Tight, trafs genau auf den Punkt. Aber B-Tight ist beim Schocklabel No.1 Aggro Berlin und da brauchst du ein krasses, schockierendes Image.
Kauft euch ernsthaft es Album. Es ist eins der besten, die dieses Jahr erschienen/ eins der Besten von der Flame.
Knollenmann 05.12.2008 Lisa ist ja eine Riesin! Hilfe, ich hab' Angst! Schnell weg!
1984 05.12.2008 in meinen augen sind brother keepers häuchler.. wo is der unterschied ob schwarz oder braun oder rot?! araber, spanier, chinesen, sind alles ausländer die getötet hätten werden können - nur weils keinen anlass fall gab wurde für die überhaupt keine fahne hochgehalten! warum darf sich nur die schwarze gemeinschaft für schwarze einsetzen?! des wäre doch viel glaubwürdiger würde man sich als multikultureller verein darstellen! jeder wird bei uns aufgenommen - jeder kann probleme mit so faschos haben!
yippieyo 06.12.2008 hör dir doch flame's begründung an...
es ist ein zeichen der schwarzen community.
bei hass gegen spanier usw. ist das nationalbedingt, hier ist es haufarbenbedingt...
natürlich darf sich jeder für schwarze einsetzen,
aber es hätte in dem fall nicht so eine wirkung gehabt wie so... meinst du die leute bei brothers keepers sind rassisten oda was? kann schon sein, dass der ein oder andre dabei is, aber das is sicherlich nich das was sie damit bezwecken wollten..
Outback-Olaf Greg 07.12.2008 Hey Lisa!
Coolet Interview, mehr davon!!!
LW84 09.12.2008 d-flame ist irgendwie sympathisch, auch wenn ich seine musik null feiern kann irgendwie. finde sein getue auf der bühne und in den songs meistens nicht flava-mäßig, fühl ich halt nicht, von der aufmachung her. was er über brothers keepers sagt, stimmt einerseits (standpunkt klarmachen, statement deutlich machen), andererseits labert er aber auch quatsch, wenn er die rassenschranken in seinem eignen denken akzeptiert, denn: wo hört jemand auf, schwarzer zu sein, was ist schwarz sein etc. da sollte mal angesetzt werden. auch araber werden in vielen situationen als "schwarz" angesehen usw...... zu obama: das im österreichischen fetrnsehen war ein diskussionsteilnehmer, soweit ich weiß und der meinte (nur), dass er es merkwürdig fände, wenn in der westlichen welt ein schwarzer an der spitze stehe, genauso wie ers merkwürdig fände, wenn in afrika ein weißer präsident wäre, oder so ähnlich. der hat halt ein eurozentristisches (also scheißiges) weltbild damit entlarvt, aber kein (moralisch) böse böse rassistisches, wie ich finde. aber egal, andres thema. ..... zum thema bundestag-fressen hat flame zwar recht, aber "wenn ihr was ändern wollt, dann müsst ihr wählen gehen" ist dann wieder so ein eindimensionaler, naiver quatsch...... lustig auch mal, diese Lisa zu sehen.
FFM 12.12.2008 D-Flame du bist eine Bitch,,,,,nich hip hop
???? 15.12.2008 ich hab mal n interessanten Artikel gelesen (spiegel glaub ich), in dem die brothers keepers nich besonders gut weggekommen sind...flame ist halt schon bisschen älter, er versteht nich dass für meine generation das N-Wort kein schimpfwort mehr im eigentlichen sinn is (imhiphop). wenn b-tight sich neger nennt, macht er sich nich selber lächerlich, im gegenteil die leute feiern das ja und wollen so sein wie er, egal ob weiß oder schwarz. die problematik ist eher, dass die leute sich nicht über die geschichte dieses Wortes im klaren sind und es daher öfter vorkommt, dass das wort leichtfertig benutzt wird.
aber wichtig is im grunde nur, dass die leute wirklich verstehn, dass wir alle Menschen sind und unser blut rot is. keiner is besser als der andere und jeder hat die gleichen chancen verdient.
alles andere sind sowieso nur lippenbekenntnisse
und behinderte konventionen.
es kommt drauf an was leute denken, nich was sie sagen.
ah 1 noch, ich hab einen Kumpel, der Araber UND schwarz is. mich würde auch interessieren wo flame da grenzen zieht, ich mein hautfarbe, nationalität, worauf kommst denn an ???
wär michael jackson mit im boot oder....?
peter 31.12.2008 der kan nsich wenigstens ausdrücken !!! ... okee... er macht nich so sehr auf entertainer wie sido ,bushido & co. aber er hat ne message und ist realer als 90% der berliner spacken... b-tight & d-flame sollen mal ein teature track machen... damals auf ''der neger in mir'' wurde er ja von b-tight gedisst...