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Joe Rilla/Hammer & Zirkel
Interview: staiger
Fotos: staiger
18.11.2008 Joe Rilla/Hammer & Zirkel
"Rappen kann jeder"

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Marzahn. Die Platte. Hochhausgehettos. Ein schwarzer Mercedes biegt um die Ecke und Joe Rilla steigt aus. Die Füße in leichten Nike Schuhen. Schwere Lederjacke. Beton. - und im Endeffekt alles nicht so schlimm. Marzahn ist zwar nicht der Traum von Menschen, die gerne ein Eigenheim ihr eigen nennen, aber im Endeffekt doch ein relativ normaler Wohnbezirk, auch wenn Joe Rilla als ehemals aktiver Hooligan sowie
Hammer und Zirkel - das neuesete Plattenbau Ost Signing - ganz andere Geschichten erzählen können. aber schließlich sind die beiden im echten Leben ja auch Erzieher und da ist es heutzutage wohl unausweichlich, dass man einiges an Scheiße zu sehen bekommt. rap.de sprach mit den beiden im videointerview, während die schmackhafte und bereits legendäre Ostlerhackfleischplatte zubereitet wurde und mit Joe Rilla über seine neue Vertriebsplattfor release youself.net und sein neuestes Heavy Metall Balladenprojekt - Haudegen.

Riesige Männer, riesige Mengen Hackfleisch und Rap. All das im großen Videointerview mit   Hammer und Zirkel. Entweder auf das untere Bild der beiden Herren klicken oder einfach auf Seite Vier dieses Features gehen.


 


rap.de
:
Eure neue Internetplattform für Künstler, releaseyourself.net, war deine Idee, oder?


Joe Rilla: Ja, das war meine Idee. Wie der iPod auch, das NGage und der Reißverschluss. Nein, ich habe lange gegrübelt, wie wir uns besser positionieren können in der heutigen Zeit, gerade was den Handel angeht. Als Musiker bist du ja bestrebt, eine Veröffentlichung anzugehen und produzierst deine Alben und machst alles fertig und gibst es in den Handel. Mich hat dabei immer der HAP, der so genannte Händler Abgabe Preis, gestört und irgendwann war es dann so, dass ich mir mit meinen Partnern Tyson und Tony Powers, der die Programmierung gemacht hat, durch die Downloaderei Gedanken gemacht habe. Wir haben uns gesagt, dass wir uns neu positionieren und mit dem Arsch an die Wand kommen müssen. Es geht nicht, dass wir Musik für fünf, sechs, sieben Euro an den Handel abgeben und die damit das Geld verdienen lassen. Das war der Ursprung davon zu sagen „Veröffentliche dich selber, release yourself und mach Geld aus deiner Kreativität“, damit der Löwenanteil des kreativen Schaffens beim Künstler bleibt und nicht bei irgendwelchen Firmen, die daran noch mitverdienen.

rap.de: Was ist der Unterschied zu einem normalen Onlineshop?

Joe Rilla: Ein normaler Onlineshop fungiert ja wie ein Zwischenhändler und vertreibt nur. Bei „Release Yourself“ ist es so, dass es schon eine Netzwerkidee ist, sprich: an den Shop ist ein Netzwerk gekoppelt, in dem ein Rapper oder Sänger einen Produzenten suchen kann und der wiederum auch einen Rapper suchen kann. Es funktioniert sowohl als Netwerk, als auch als Shop. Im Prinzip kann dort jeder sein eigenes Profil aufmachen und seine Sachen anbieten. Egal ob er jetzt einen Track hat, eine Produktion oder ein Sample. Wir reden hier jetzt auch nicht unbedingt nur vom Hip Hop-Bereich, wir reden eigentlich von jeglicher Art von Kreativität. Ein Künstler, der Tonfiguren herstellt oder kreativ umsetzt, der kann das dort genau so machen. Das ist also nicht nur auf Musik gemünzt, sondern fungiert viel mehr als Netzwerk der Kreativität.


rap.de: Wo fließt dieses Geld hin? Jemand, der ein Tonfigürchen herstellt: schickt der die an dich und die schickst die dann an den Endverbraucher weiter, oder macht das der Hersteller selber?

Joe Rilla: Zum größten Teil ist es so, dass er das selber macht. Klar, bei allem was mit Plattenbau Ost zu tun hat, läuft das über uns. Wir unterstützen uns gegenseitig auch bei der Pressung und so, aber bei… Nennen wir ihn mal Peter Hundseck mit seinen geilen Tonfiguren, der macht das selber. Ich bin der Meinung, dass in der heutigen Zeit ein Künstler, wenn er mit seiner Kunst Geld verdienen will, sich neu positionieren muss. Das heißt für mich, dass er mit dem Arsch an die Wand kommen und selbst aktiv werden muss, anstatt sich auf irgendwelche anderen Leute zu verlassen. Das heißt: Peter Hundseck, der seine geilen Tonfiguren macht, bietet die an und hat die Möglichkeit, die über ein gewisses System zu vertreiben. Das ist alles sehr vereinfacht, auch was den Versand angeht. Da haben wir Module erstellt, die diese Abwicklung sehr, sehr leicht machen. Also, Sachen zu verschicken, Etikettierungen auszudrucken und so weiter. Im Dezember, Januar, Februar, März werden wir dazu eine Art Promotour starten, bei der wir das in jeder größeren Stadt in Deutschland präsentieren. Es geht darum, dass die Leute verstehen, um was es da geht, und dann im Prinzip darauf reagieren können. Entweder sagen „Ok, ich schließ mich der Sache an, weil ich das verstehe“ oder „Na gut, ist ja nichts weiter als ein ganz normaler Onlineshop“. Aber ich denke jeder, dem man das erklärt, wird das auch verstehen. Man könnte es auch Workshop nennen, aber auf jeden Fall ziehen wir durch die Lande und erzählen euch da draußen, wofür "Release Yourself“ steht.

rap.de: Gibt es so etwas wie eine ostdeutsche Hip Hop-Identität? Du hattest das ja ganz kurz angesprochen.

Joe Rilla: Zum Teil. Natürlich spiele ich damit, in dem ich sage, dass ich für eine Region stehe. Joe Rilla, der „Auferstanden Aus Ruinen“ gemacht hat, der "Der Osten Rollt“ gemacht hat. Das spiegelt sich alles auf jeden Fall in unseren Titeln und den Themen, die wir verarbeiten, wieder, aber es ist jetzt nicht so, dass wir da stumpf sind. Es ist jetzt nicht so, dass wir sagen „Wir sind hier die Ossis und wir ziehen unser Ossi-Ding durch und Ossis, Ossis, Ossis“, das ist ja Quatsch.


rap.de: Aber die nächste Veröffentlichung von euch heißt "Ansage Ost“.

Joe Rilla: Ja, das Nächste ist die "Ansage Ost“. Das war auch so ein Gedanke von mir: wenn ich den Step mal schaffe und ein bisschen mehr Aufsehen errege, werde ich versuchen, dieses Ost-Ding ein bisschen mehr auf den Punkt zu bringen. Daraus resultiert dann eben diese Ansage, auf der ich mit allen ostdeutschen Künstlern zusammen arbeiten möchte, die ich gut finde. Jetzt sind wir zu 90 Prozent mit dem Produkt fertig und es sind noch einige besondere Sachen dazugekommen. Zum Beispiel haben wir als Schirmherren den Puhdys-Sänger Maschine rangekriegt, mit dem wir auch noch einen Track machen werden, der uns im Endeffekt dabei hilft, das Ganze auch in den Medien etwas besser zu kommunizieren. Das macht mich glücklich und das ist eine Sache, die sehr wichtig für mich war, und meiner Meinung nach auch sehr wichtig für Ostdeutschland ist. Ich habe viel Live-Erfahrung und war mit Aggro unterwegs und habe da einfach gemerkt, dass die Leute im Osten schon auf jemanden gewartet haben, der sich dieses Ost-Ding einfach auf die Brust schreibt und auch damit rausgeht. Im Umkehrschluss sind die dann extrem dankbar dafür. Dafür steht Plattenbau Ost, das macht mich stolz und da habe ich auch meine Daseinsberechtigung. Wenn wir von Plattenbauten reden, dann sprechen wir von vielen Menschen auf engem Raum vereint. Wenn 150 Leute in einem Haus wohnen ist es klar, dass es da zu Reibereien kommt. Dass der Mensch sich in so einem Umfeld nicht wohl, sondern eingesperrt und beengt fühlt. Das ist im Osten und im Westen so und das ist da so das erste Ding, was mir eigentlich aufgefallen ist. Man hört, was die Nachbarn sagen, weil die Wände so dünn sind. Man hört jeden Streit, wenn im 18. Stock gevögelt wird, kriegst du das über die Heizung im zweiten Stock mit, solche Sachen. Das ist die erste Parallele und das reicht erst mal auch, weil mehr Parallelen sind da nicht. Auch die Leute in Mülheim sagen, dass es egal ist, wie man die Platte saniert, die Menschen in der Platte bleiben immer die gleichen und die Probleme bleiben dementsprechend auch immer die gleichen.

rap.de: Jetzt ist Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland aber schon ein großes Problem.

Joe Rilla: In Westdeutschland ja auch. Ich würde nicht sagen, dass nur wir im Osten dieses Problem haben, im Ruhrpott ist es doch genau dasselbe. Ich würde eher sagen, dass die Probleme die gleichen sind und die Leute jetzt merken, dass es welche gibt, die darüber sprechen. Ob es jetzt Hammer und Zirkel sind, die einen Track namens "Mike Aus Der Platte“ haben, der das Leben eines Jungen schildert, der sein Leben im Prinzip durch einen Suizid beendet – solche Sachen passieren ja nicht nur im Osten, solche Sachen passieren auch im Westen.

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Kommentare:
Duracell   19.11.2008
Alle kennen das Ice-Cube-Interview!

blues   19.11.2008
heinrich heine war ein homophober judenhasser auf dessen werke viele rechte spastis wie mahler, etc ihre bekloppten thesen aufbauen und zu begründen versuchen.

krähwitz   19.11.2008
asoziale spasten, unglaublich beschissene musik

Erich   19.11.2008
Der Programmierer heisst TOMMY POWERZ nicht Tony Powers!

kommentator   20.11.2008
senf

789   20.11.2008
Bitte an eure Webdesigner weiterleiten: Die dunkelrote Schrift auf grauem Grund in den Textkästen kann kein Mensch lesen.

KölleKool   21.11.2008
Wieviel Hackfleisch brauche ich für die Hackfleischplatte?

JimPanzen   21.11.2008
Über die Musik könnte man sich ja streiten, aber warum jetzt asoziale Spasten?

gurkenzüchter   21.11.2008
@blues Aus Wikipedia: Im „Dritten Reich“ waren Heinrich Heines Werke verboten, und seine Bücher wurden zusammen mit denen zeitgenössischer Dichter Opfer der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland. Eine Gedenkplakette an Heines Geburtshaus in Düsseldorf wurde 1940 abmontiert und für Kriegszwecke eingeschmolzen. Für die nach dem Krieg von Theodor W. Adorno verbreitete Behauptung des Germanisten Walter Arthur Berendsohn, Heines Loreley-Lied sei in Lesebüchern der Nazi-Zeit mit der Angabe „Dichter: unbekannt“ erschienen, fehlt allerdings bis heute jeder Beleg.

Jewls   22.11.2008
blues du unglaublicher volldepp! heine war jüdischer herkunft. daher ist es sehr dämlich ihm zu unterstellen, ein judenhasser zu sein ! ! !

derhorst   22.11.2008
steiger dich ma nicht so rein staiger!

BFCer   23.11.2008
rilla du hast null plan von hooliganismus.. spasst

blubbzor   25.11.2008
@KölleKool, Fuer die Hackfleichplatte ist es dir ueberlassen wieviel Hackfleisch du nimmst. Ich kenn das Rezept nicht auswendig, ich bezweifel auch das es eins gibt, denke das das eher bissl frei Schnautze gemacht wird. Hab aber schon 1,2 mal von gegessen und gesehen wie es gemacht wird. Nimm nicht zuviel Hack, das es nicht zu dick wird (mag ich persoehnlichnicht so) und nicht zu wenig ;) Denke so 1,5Kg fuer ein Blech is super! @krähwitz, keine Ahnung wie du asozial definierst aber diese Jungs und Maenner gehen alle arbeiten =! assozial :) Ich kenn Hammer&Zirkel schon sehr lange und Assozial sind die definitiv nicht. Naja jedem seiner Meinung aber man sollte nie ueber Menschen urteilen wenn man sie nicht kennt. Bei Menschen die sinnlos Krieg anfangen wuerd ich das allerdings nicht behaupten, naja egal. Schoenen Tag noch :)

KölleKool   25.11.2008
Kool. Danke. Werds mal ausprobieren.

FlowinBeatz der echte   27.11.2008
Geilet Interview, aber ihr solltet mal bitte mehr als 7,99 für ein Mic ausgeben, das klingt als würdet ihr in einem Orkan stehen. Ach ja und für die Hackfleischplatte braucht man 2 Kilo Hack, aber Ossis sind doch Meister im improvisieren da kann man auch mehr oder weniger Hackfleisch nehmen

girugamesh   14.11.2010
heine war selbst jude mr.neunmalklug.