rap.de: Was sind die genauen Unterschiede zwischen den uns bisher bekannten Persönlichkeiten von dir?
Marteria: Der eine ist von
Madlib’s
Quasimoto geklaut, ich habe ihn einfach kopiert. Ihn macht die hochgepitchte Stimme aus, er ist verrückt. Verrückte Stories wie z.B bei einem Track auf dem Album, der aus der Sicht eines Hundes dargestellt ist. Er kann Themen besprechen, die
Marteria nicht bespricht, weil er einfach eine Gimmick-Persönlichkeit ist, eher ein Comic-Held und anders auf die Welt schaut als
Marteria. Letzterer kümmert sich mehr um die echten Geschichten, er hat eine tiefe Stimme, er gibt viel von sich preis. Das unsympathische Wort massenkompatibel trifft die Beschreibung wohl eher, wobei
Marsimoto entweder geliebt oder gehasst werden kann.
rap.de: Du hast gesagt du hast Marsimoto erschaffen, damit Deutschland wieder träumen kann. Wovon?
Marteria: Von einer besseren Welt. Dadurch, dass in Deutschland soviel Musik angeboten wird, hat man nur diese eine Stunde am Tag, wenn man abends nach hause kommt. Es gibt diese eine Stunde, die
Marsimoto gewidmet sein sollte bei Leuten, die Spaß an dieser Musik haben und deswegen denke ich einfach, wenn du es magst, dann magst du es mehr als alles andere und ich gebe dir am Tag eine richtig schöne Stunde. Deswegen bin ich unbezahlbar.
rap.de: Und du richtest dich dann an Leute, die einfach mal gerne ein Hund wären?
Marteria: Nein, das beruht auf einer wahren Begebenheit. Mein Vater hat damals mal den Fehler gemacht den Hund meiner Großeltern auszusetzen, hat es dann eine Stunde später aber wieder bereut, ist zurückgefahren und hat ihn wiedergeholt. Ich finde so etwas krass und habe mir dann vorgestellt, wenn ich 15 Jahre meinem Herrchen treu diene, dann hätte ich das nicht verdient. Wenn er ihn erschießt dann ist okay, dann ist es schnell vorbei aber der Hund, der dann da an der Autobahn sitzt, der hat es nicht verdient. Ich finde daher, dass, wenn man einen Hund sieht, dann sollte man ihm auch mit Respekt begegnen.
rap.de: Warum hat dein Vater diesen Hund ausgesetzt?
Marteria: Das war ja der Hund meiner Großeltern und der war krank und hat viel gespuckt und in die Wohnung geschissen, also wurde er ausgesetzt. Das machen viele Menschen so, das ist leider nichts Ungewöhnliches. Aber er hat ja Menschlichkeit bewiesen und ist eine Stunde später wieder zurück und hat ihn geholt. Menschen machen manchmal dumme Sachen aus dummen Gründen und entweder sie bereuen es und versuchen es wieder hinzukriegen oder sie lassen es.
rap.de: Bist du ein großer Tierfreund?
Marteria: Wenn Menschenrechtsorganisationen mich auf der Straße ansprechen, dann lehne ich immer ab und sage ich spende nur für Tiere. Die gucken dann immer komisch aber die Anzahl der Menschen auf der Welt steigt ständig und die der Tiere sinkt, dementsprechend unterstütze ich die Tiere, damit wir auch in 20 Jahren noch Säbelzahntiger zu Gesicht bekommen. Tiere belügen mich zumindest nicht und bauen auch kein Scheiße. Wenn ein Hai keinen Bock hat auf dich hat, dann frisst er dich. Das finde ich spannend, deswegen habe ich neben meinem Fußball-Abo bei
Premiere auch ein
Discovery-Channel-Abo, da kann ich dann bei Tiersendungen entspannen. Ich gucke mir so was sehr gerne an.
rap.de: Hast du ein Haustier?
Marteria: Ich hatte ganz lange eine Katze jetzt mittlerweile nicht mehr, denn ich kann es auch nicht befürworten. Hund und Katze geht ja noch aber Menschen, die Vögel, die für Freiheit stehen in einen Käfig sperren, müssen irgendwie selber ein Problem mit Freiheit haben. Das finde ich ein wenig pervers und verrückt. Deswegen würde ich mir erst mal keine Haustiere mehr anschaffen.
rap.de: Bist du gegen Zoos?
Marteria: Nein, weil der Zoo ja dafür sorgt, dass Arten weiter bestehen bleiben. Also, es kommt darauf an. Ich bin auf jeden Fall gegen den Zirkus, wo Tiere gefoltert werden, damit sie irgendwelche Kunststücke machen. Aber, dass ein Zoo der Artenerhaltung dient, vergessen viele. Es kommt ja auch auf das Gehege an: Wenn du einen Löwen in einem 3m²-Käfig hin und her scheuchst, ist das schon scheiße. Aber die bemühen sich ja. Zoos werden immer schöner und attraktiver und gerade wenn man jetzt Vater ist, ist das schon was schönes, mit seinem Kind in den Zoo zu gehen.
rap.de: Würdest du dich als Künstler für irgendwelche Tierschutzorganisationen verpflichten lassen?
Marteria: Ja, auf jeden Fall. Meine Mutter war auch lange bei
Greenpeace und hat da bei Aktionen mitgemacht, deswegen wurde mir das aus der Familie so mitgegeben. Wenn jemand einen Tierschutz-Sampler macht, auf dem jeder Song ein bestimmtes Tier darstellen soll, dann bin ich dabei.
rap.de: Dann bist du der Hund.
Marteria: Ja, wahrscheinlich.
Prinz Pi und
Peter Fox streiten sich dann, wer den Affen spielen darf.