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feature | Nika Kramer
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Nika Kramer
Autor/Interview: lisa/staiger
Fotos: staiger
20.08.2008 Nika Kramer
Über Pornos, Powermoves und Feminismus

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Staiger: Aber du hast es trotzdem vor sechs Jahren entdeckt und vor zehn, fünfzehn Jahren kannte man teilweise das Wort „Rap“ noch nicht und trotzdem waren damals schon Mädchen dabei.

Nika: Aber seit den letzten sechs Jahren, wo ich dabei bin, sind es definitiv mehr Mädchen geworden.

Staiger: Trotz der Titten und Arsch Bilder im Fernsehen, komischerweise.



Nika: Viele von den B-Girls sagen, dass es ganz viel damit zu tun hat, dass wir Workshops organisieren und uns bemühen, dieses Frauenbild zu promoten. Ich kriege Emails von Mädchen aus der ganzen Welt, die irgendwie auf unsere Website geraten sind, die irgendwo unser Buch gelesen oder unseren Film gesehen haben, und die wissen wollen, wo es bei ihnen in der Nähe so was gibt. Und dann mache ich mir natürlich auch die Mühe und schicke E-Mails an Leute in diesen Ländern und frage nach, wo solche Workshops stattfinden. Es gibt wirklich viele die sagen, dass wir was für sie erreicht haben. Dass es jetzt mehr Events gibt und sie auch mehr Support kriegen. Breaken ist ja auch eine harte Sache und tut weh und ist anstrengend. Es gibt Frauen die sagen, dass es für Mädchen genau so schwierig ist wie für Jungs. Ich sehe das ein bisschen anders und muss dafür auch oft Kritik einstecken. Frauen sind da rein vom Körperbau her im Nachteil, wie beim Hochleistungssport.

Staiger: Aber Power Moves sind doch auch sehr langweilig?

Nika: Die Mädchen haben die Möglichkeit, dafür mit Kreativität und eigenem Style aufzutrumpfen. Das mit den Powermoves ist ja eh so eine Sache: wenn da ein Koreaner vorbei geflogen kommt, kannst du es sowieso vergessen. (lacht) Die Koreaner haben wirklich aufgeholt. Aber die tanzen mittlerweile auch richtig.

Staiger: Auch Koreanerinnen? Vielleicht auch aus Nordkorea?

Nika: Auch Koreanerinnen! (lacht) Aus Nordkorea wäre natürlich toll! Für unseren We B*Girlz-Battle gibt es mittlerweile Qualifier in acht Ländern: Israel, in Japan, Brasilien, Korea, Frankreich, Spanien, Benelux und einen hier in Berlin. Beim Qualifier hier in Berlin können alle Europäerinnen teilnehmen, in deren Ländern es keinen Qualifier gab.

Staiger: Und wo ist das dann?

Nika: Am 30. August in der Universal Hall in Moabit.

Staiger: Entschuldigung, ich bin schlecht vorbereitet.

Pyranja: Die Jugendlichen kennen gar keinen Rap ohne Schimpfwörter und das ist dann schockierend für mich. Aber dann erinnere ich mich an mich selber. Neunte Klasse, 2Live-Crew, habe ich hammer abgefeiert. Die wurden halt auch auf den Index gesetzt, der Unterschied ist nur: die waren absoluter Underground, die Eltern haben es eh nicht mitgekriegt und es war Englisch, das heißt, man hat es nicht so mitbekommen.

rap.de: Aber ist es jetzt, wenn man als Frau im Hip Hop Fuß fassen möchte, dahingehend schwer, dass man wirklich diskriminiert wird oder dass, wie bei deinen Nichten, viele einfach nicht wissen, dass man da auch als Frau alle Möglichkeiten hat und es deshalb erst gar nicht versuchen?

Nika: Ich bin da ja eher Außenstehende, ich dokumentiere das. Ich werde natürlich nicht diskriminiert, obwohl nein, das stimmt auch wieder nicht. Ich wurde diskriminiert, gerade erst wieder im Rahmen des Festivals, wo mir von Männern nicht zugetraut wurde, das alles alleine organisieren zu können. Aber es gibt ja auch unheimlich viele verschiedene Menschen mit verschiedenen Erfahrungen. Pyranja zum Beispiel sagt, sie hat immer viel Support gekriegt von den Jungs, aber ich kenne auch Frauen, die da komplett andere Erfahrungen gemacht haben. Die sind halt nur angezickt worden von den B-Boys, die nicht wollten, dass sie mit ihnen trainieren und sind nur lächerlich gemacht worden, von wegen „Du mit deinem dicken Arsch, den kriegst du doch eh nicht hoch“ und so weiter. Und die auch wirklich in den Medien diskriminiert werden. Diese tollen Frauen, die fest verankert in unserer Kultur sind und die wir auch alle kennen, werden in den Medien einfach nicht gezeigt. Es werden nur die gezeigt, die mit dem Arsch wackeln und das geht mir auf den Sack. Das ist unfair und ich finde es einfach nicht richtig. Ich will jungen Mädchen einfach die Chance geben, mehr zu sehen als nur die Frauen, die mit dem Arsch wackeln. Damit die sagen „Guck mal, was die da machen. Da habe ich auch Bock drauf!“, das ist doch nicht zuviel verlangt.

Staiger: Die Medien reagieren aber natürlich auch auf Themen, von denen sie wissen, dass die Leute sich dafür interessieren.

Nika: Das ist ja auch einer der Gründe, warum ich unter anderem auch diese Diskussion ins Leben gerufen habe. Weil ich es erschreckend finde, wenn junge Mädchen sagen „Wir brauchen keinen Feminismus, es ist doch alles ok.“ Ich wollte einfach verschiedene Generationen mit verschiedenen Herangehensweisen an den Feminismus auf die Bühne setzen. Pyranja, die von sich selbst sagt, dass sie ja eigentlich selbst ein halber Junge ist und Sookee, die dieses ganze Geschlechterding eigentlich komplett überwinden möchte.


Staiger: Zu der Podiumsdiskussion kommen wir später noch. Aber um mal zu dem Thema „Frauendiskriminierung im Hip Hop“ zurück zu gehen: wenn Sookee und Pyranja Männer wären, würden sie von der Qualität ihres Raps her überhaupt nicht beachtet werden.

Nika: Also ich finde eigentlich sehr gut, was sie machen.

Staiger: Eigentlich sind sie nur deshalb ansatzweise bekannt, weil…

Nika: …weil sie den Frauenbonus bekommen, meinst du?

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Kommentare:
clientell   21.08.2008
Gutes Interview welches auch mal gut (nach)recherchiert wurde. Man(n) sollte vielleicht wirklich hoffen das mehr Frauen zu HipHop finden, wäre evtl. auch eine Möglichkeit etwas mehr ausgeglichenheit und vielleicht sogar etwas mehr Anspruch zurück in die Musik zu bringen. Leider spielen die Massenmedien aber ihr eigenes spiel so das solche Bemühungen eher wie ein Tropfen auf dem heißen Stein wirken. Man kann Nika nur viel Glück und Erfolg für die Zukunft wünschen.

Droux   21.08.2008
Jau nettes Interview was auch zeigt das feminismuss != männer feindlich ist ;) ... wobei ich bei der Frau Schwarzer immer nicht so ganz sicher bin ... ist sie jetzt feministin oder männer feindlich ;) oder beides .. jedenfalls hat sie sich für mich selbst in abseits geschossen wegen der Onkelz sache ... ich hab absolut nichts mit rechtsrock am hut und verachte diesen auch, aber songs wie "türken raus" (glaube zumindest das die zeile aus dem song stammt, welcher ja imho auch der einzige rechtsradikale song war (faschistische haben die glaube ich mehrere)) kennt man irgendwie (auch Frau Schwarzer) bzw an denen kommt man nicht vorbei wenn man die band objektiv betrachtet und beurteilen will.

J-nisthePAINes   21.08.2008
Yo Staiger fett. Kp ob ich das jetz genau richtig verstanden hab, aber ich denke wir denken: Frauen brauchen einfach mehr Eier! Gleichberechtigung, R-e-s-p-e-c-t und blablabla, aber im endeffekt sind noch 90% von denen die das sagen schleimige wendehälse. Also sind frauen schleimige wendehälse ohne Eier? Ich meine die die's nicht sind kann man an einem rechnenschieber abzählen. Sieht in dem sinne bei den Peniswesen auch nicht rosig aus, aber auf jeden fall besser

steve b.   25.08.2008
hey warte mal, bist du nicht frueher im kitkatclub mit fast nichts an rumgehuepft....geil,du bist es, wir hatten mal das vergnuegen auf der tanzflaesche,....

foxy   30.08.2008
hallo staiger, ich wünsche dir auch ein paar titten, damit du endlich im rapgame beachtung findest...