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Dendemann
Interview: Anne & Georg
Fotos: Georg
18.08.2006 Dendemann
Dende auf dem Sonnendach

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Es ist eine ganze Weile her, dass wir etwas von Dendemann aka Daniel Larusso aka Volker Racho aka Olaf Mitender gehört haben. Um es genau zu sagen: 3 Jahre. Am 1. September wird sich dies ändern, dann erscheint  "Die Pfütze des Eisbergs", Dendes 2. Soloveröffentlichung. Grund genug, zu hören, was sich in den 3 Jahren getan hat und so trafen wir uns auf dem Sonnendach des Four Music Office bei strahlendem Sonnenschein, reichlich gekühlten Obst und Getränken, mit einem redseligen Dende, der mehr zu erzählen hatte, als wir ihm Fragen stellten. Nach der langen Abstinenz des Hamburger Jung' hingen wir natürlich nur zu gerne an seinen Lippen. Lest selbst, was er uns und euch zu sagen hat:

rap.de: Du spielst ja nicht auf dem splash! dieses Jahr. Spielst du dieses Jahr generell keine Festivals?

Dende: Nein, eigentlich nicht. Leider gab es auch beim HipHop Kemp buchungspolitische Schwierigkeiten. (Pause) Naja, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

rap.de: Man findet von dir auch im Internet fast keine Promotion. Du bist, außer auf deiner minimalistischen Homepage und bei Four Music, so gut wie nicht präsent im Internet. Wie stellst du dir das mit der Promotion, etc. eigentlich vor? Gehst du davon aus, dass du deine Fans hast und nur etwas zu veröffentlichen brauchst, und die kaufen das dann?

Dende: Also ich finde das ist alles noch im Rahmen. Jetzt beginnt erst der Promotion-Zeitplan. Mir wird gesagt: Dann und dann ist die Abgabe der Platte und drei Monate später die Veröffentlichung. Jetzt kommen halt die Interviews, die dann kurz vor Release in die passenden Magazine kommen. Das ist schon das ganz normale marktübliche Timing. Und zur Internetseite: ja Gott, ich finde das spricht irgendwie für sich. Die Leute haben am Ende des Tages ja auch das Gefühl, dass, wenn sie eine Information von mir gekriegt haben, dass sie sich die verdient haben. Die müssen dann einfach hier nochmal ran und da nochmal was nachgucken. Ich finde das ganz spannend, und ich gucke da auch hin und wieder drauf. Und es wird natürlich noch ein richtige Homepage zum Album geben. Aber sonst, ich weiß nicht.

rap.de: Daran schließt die nächste Frage an: Von dir kann man, selbst wenn man intensiv sucht, nichts Privates in Erfahrung bringen. Ist das Absicht oder ist dir das einfach mal egal?

Dende: Ich werde auch wenig Privates gefragt, muss ich sagen. Und wenn mich mal jemand etwas fragt, dann frage ich mich, was der davon haben könnte und denke mir: Nichts, nächste Frage.

rap.de: Wir aber haben uns gefragt was du für ein Typ bist. Zum Beispiel beim Plattenrelease, denkst du da: Das läuft schon, denn ich bin der Dende!? Oder bist du eher zweifelbelastet gewesen, mit der neuen Scheibe auf das momentane HipHop-Publikum zu treffen? Dahingehend kann man sehr schlecht in dich reingucken.

Dende: (längere Pause) Ich bin überhaupt nicht frei von Zweifeln was den Erfolg von so einer Veröffentlichung angeht. Aber da ist wieder die Frage, was denn ein Flop ist. Für die eigene Zufriedenheit gibt es bei jedem Beat, bei jedem Song und jeder Strophe die magischen 99,9%, die es zu erreichen gibt. Und wenn man bestmöglichst an diese Marke rankommt, hat man selbst am längsten was davon. Ich kann mir das Ganze ja auch schön zu Hause ausdenken, aufschreiben und einrappen, aber auf der Bühne merke ich spätestens, dass ich Blödsinn erzähle. Das ist mir zwei bis drei Mal im Leben passiert - und seitdem versuche ich das so gut es geht zu Hause auszuschließen. Also sitz ich da vielleicht auch mal ein halbes Stündchen länger dran.

rap.de: Und deshalb hat es mit der Platte so lange gedauert?

Dende: Die Platte hat so lange gedauert, weil, als ich dann erst einmal drin war, hab ich mich teilweise auch mit so Künstlerquatsch aufgehalten wie: Ich brauche einen Schlüsselbeat, vorher fange ich nicht an! Ich kann zwar die Texte über dies Ding oder das Ding aufnehmen, aber die Erwartungshaltung, dass da an schneller Zufriedenheit irgendwas bei rumkommt - auch von Labelseite aus - oder dass man aufgrund der Quantität vielleicht schneller zufrieden ist, ist falsch. Ich wollte etwas machen, auf Musik, auf die ich vorher noch nichts gemacht hatte. Ich hab mir für das Album Beatverbot erteilt. Das musste sein. Also habe ich mir überlegt, ich muss Leute finden, die meinen Ansprüchen auf Albumlänge gerecht werden. Und dann bin ich vor gut anderthalb Jahren auf die Audiotreats aus Mainz gestoßen. Und da gab es dann zwei/drei Schlüsselbeats, bei denen mir klar war: Die können alles! Denn, wenn die handwerklich und gefühlsmäßig das können, dann können die eigentlich alles. Und es ist schon schwierig, wenn jemand so etwas so gut kann, dann geht es sehr ins Detail, und es ist schwierig meinen Nerv zu treffen, dass ich auch keine Korrekturen mehr will. Es hat also funktioniert. Und als ich dann einmal losgelegt hatte, war ich mehrfach im letzten Jahr in Mainz, um das alles abzusegnen, noch das letzte Stück aufzunehmen und schön das Ding einzutüten. Und immer dann gab es zwei, drei, vier, zehn, fünfzig Beats, bei denen ich dachte: bevor die irgendein Trottel bekommt, kann ich da nicht noch irgendwie schon eine schützende Hand drauf haben.

rap.de: Kannst du da ein Beispiel nennen?

Dende: Mit der Single war es das krasseste Beispiel. Wir hatten alle Mixes abgesegnet, alle Arrangements noch mal angehört, alles fertig: super gemacht Jungs, ab zum Mastern. Ich ruf Busy an und suche einen Zug raus und sag zu Karsten, wenn er noch was da hat, auch gerne von ihm selbst, ich nehme mir das gerne mit nach Hause. Alles, was ich die letzten Monate an Musik gehört hatte waren deren Beat-CDs. Und da war dann der 3 ½ Minuten-Beat drauf. Und dann ging die ganze Scheiße wieder von vorne los.

rap.de: Und warum hast du dir striktes Beatverbot erteilt? Du hast doch schon gezeigt, dass du gute Beats bauen kannst.

Dende: Ich bin ja eigentlich Fan von Rap-Gruppen, wo der DJ dann produziert, und dem dann auch gleich der passende Scratch einfällt, aber so was gibt es ja nicht mehr. Und ich mag diese Beat-Compilations der MC’s nicht, die mal hier einen Beat abgreifen und mal da, und am Ende hat man dann 15 Songs, die im Prinzip aber nichts miteinander zu tun haben, außer das die gleiche Nase darauf reimt. Bei Das Schweigen Dilemma ist mir dann bewusst geworden, dass mein musikalischer Input bei EinsZwo, der dort sehr groß war, mir jetzt beim Selbermachen zum Verhängnis wurde, denn irgendwie wollte ich alleine doch etwas Neues kreieren, doch ich war von der Arbeitsweise so nah dran, an dem, was wir zu zweit gemacht hatten und dachte: Das hört sich ja genauso an. Der einzige Unterschied zwischen der letzten EinsZwo-Scheibe und der Dendemann-alleine-Scheibe war: wieder Soul statt Jazz. Vom Handwerklichen her war es aber genau das gleiche. Man hätte auch meinen können, wir hätten das zu zweit gemacht, aber ich hätte das alleine rausgebracht.
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Kommentare:
+Freak+   18.08.2006
:-) Dende ist toll! Ich werd mir das Album kaufen! Die EinsZwo Alben sind sowas von kult und können locker mit allem mithalten was heute so aufm Markt ist!

form   18.08.2006
Ach herrje, wie herrlich. Soviele Finger hab ich gar nicht, um jede einzelne Wahrheit zu unterschreiben.

Cardozo   19.08.2006
Dende wer dich nicht kennt.....kennt kein Deutschen Hip-Hop!

aha   19.08.2006
wenn jeder rapper mich genauso von seinem inhalt überzeugen könnte wie Dendemann

0815   20.08.2006
super Interview !! Der Typ hat mich schon immer irgendwie fasziniert ...

mirakoomix   20.08.2006
kaufen kaufen kaufen! dende ist ein großer teil des deutschen hip hops

ich digg die scheisse!   21.08.2006
jo habt ihr schon das neue video gesehen? der hat doch nicht mehr alle latten am zaun...

Nilz   21.08.2006
Dende is einer der besten und bleibt sich selbst treu. Gibs ja inzwischen immer seltener, ich meine wer will mir erzählen das zB. Big Baus of the Naus von Samy an Dynamites Soundsystem rankommt. Ich meine er macht immernochmal gute Sachen aber Larussos Album kann man mal wieder durchhören, das schaffen bei mir sonst auch fast nur noch Curse und Jan Delay. Naja bleib dir Treu und weisst ja IMMER VOLLKER RACHO reinhaun nils

ollie haa.   22.08.2006
einfach Liebe, mehr nicht, ich liebe diesen Saujungen! Dende for Gold und Album kaufen, aber bitte nicht den Klingelton falls es einen geben sollte! iÇm sorry for the blindman, he canÇt seeing these! keep rockinÇ please Ihr Ollie Haa.

der Steppenwolf   23.08.2006
Hehehe...die Fragen des Interviews verkörpern die pure Langeweile..aber da kann Larusso ja nichts für. Die Stelle mit dem Suave-Scratch fand ich großartig! Bis zum nächsten Masta Ace Konzert im Mandarin ;) Peace! ach ja..kauft das Album

SeppoVanHalen   25.08.2006
Dende ist der Kracher... ich hab ihn erstemal live bei BochumTotal gesehn.Wo vorher Flaute herrschte rockte er die Menschenmassen und lieferte ne krasse Show ab... Respekt... Peace Out VanHalen (www.kopf-krank-krew.de.vu)

Tja   31.08.2006
Taktloss, BRP 2: Dendemann, du Hu...sohn dem ist nichts hinzuzufügen

DJ KENZAP / ATR-MIXTAPE.com   02.09.2006
Jo der Dende, der hatte´t drauf mit´e worte so zu spielen wie ein M. jorden mit dem Basketball. Ich denke und bin der Überzeugung das daß, nach wie vor einer der Großen in Hip Hop Deutschland ist wort witz was für´n Kopp und selle, zum nicken fehlt´s auch nicht die Nackenmuskulatur kommt auch auf ihre kosten! Big Up & One love "Keep Hip Hop Nr.1"

big love   07.01.2007
Was kann man da noch hinzufügen? Der einzige Rapper, der Sinn im Unsinn sieht, der Witz im Wort hat. Der einzige, der noch weiß, wies geht. Big love to dende ;)

INGA   23.02.2007
Dendemann -> du hörst dich nicht nur mehr als gut an, du siehst ja sogar noch besser als schlecht aus !!Jetzt bin ich dir total verfallen !!!

gfx   06.04.2007
darf der otto normal fan die bilder benuzten/verändern? (vllt mit verweis aus diese seite hier?) bitee^^