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rap.de: Von außen betrachtet macht es den Eindruck, dass der Süden sich nun vollends etabliert. Dennoch hört man Jungs wie beispielsweise Lil Wayne sagen, dass MCs aus dem Süden nach wie vor mehr tun müssen, als die Jungs aus New York um hoch zu kommen.
T.I: Zu allererst ist Wayne ein phänomenales Talent und einer meiner Lieblingsrapper. Weißt du, manchmal sagen wir solche Dinge, um uns und die jungen aufstrebenden Künstler zu motivieren. Wenn du es nämlich endlich geschafft hast, dein Geld verdienst und auf Tour bist, musst du dich trotzdem weiter inspirieren. Und eine gute Inspirationsquelle ist nun mal der Zweifel anderer. Wenn du unbedingt auf ein Cover wolltest, es aber an einen anderen gegeben wurde, arbeitest du automatisch härter, um dann beim nächsten Mal drauf zu sein. Ich verstehe Lil Wayne da auf jeden Fall.
rap.de: O.k, aber ist es tatsächlich noch so, dass du härter arbeiten musst, bloß weil du aus dem Süden bist? Steht der Süden immer noch unter der East- und West Coast? Durch den ganzen Dirty South Hype könnte man meinen, dass es genau umgedreht ist.
T.I: Man solche Dinge nicht nur von Außen betrachten. Weißt du, die meisten Rap-Magazine haben ihren Sitz in New York. Somit kriegen die MCs aus New York nach wie vor mehr Aufmerksamkeit als Künstler aus dem Süden. Es ist auch nach wie vor so, dass New Yorker Alben bessere Kritiken als Südstaaten Alben kriegen.
rap.de: Als Jay-Z seinen Rücktritt bekannt gab, wurden einige kritische Stimmen laut, die prophezeiten, dass diese Lücke nicht gestopft werden könnte. Wenn man nun aber auf dich, Wayne, Jeezy und Juelz schaut, sollte man meinen, dass die neue Generation in nicht allzu schlechten Händen liegt.
T.I: Ich mach mir da auch überhaupt keine Sorgen (lacht). Aber was dieses Generationsding betrifft: Wenn man es genau nimmt, herrscht sogar zwischen uns vieren ein Generationsunterschied. Wayne und ich sind einfach schon länger dabei als Jeezy und Juelz. Wayne hatte schon Mitte der Neunziger seine ersten großen Erfolge. Da war er gerade mal 15!
rap.de: Du siehst euch also schon als Teil einer neuen Bewegung von jungen Platinkünstlern?
T.I: Ja, auf jeden Fall! Wir unterstützen uns auch alle Gegenseitig und machen Tracks miteinander. Wir sind definitiv ein wichtiger Teil dieser Bewegung, doch die entscheidende Frage ist, wo unser Platz in ein paar Jahren sein wird.
rap.de: Wenn man auf Pharrell und andere hört, scheinst du dann ganz oben zu sein, immerhin bezeichnete dich Pharrell als „Jay-Z des Südens“ und andere sagen dir nach, dass du die Ausstrahlung eins Pacs hast. Wie reagierst du auf solche Aussage? Bist du cool damit, oder ist es schon beängstigend. Immerhin sind das große Fußstapfen.
T.I: Ich fühle mich auf jeden Fall geehrt und schätze das sehr, denn das sind sehr große Namen mit denen man mich vergleicht. Ich habe auch gehört, dass man Jeezy, Wayne und mich mit Pac, Big und Nas gleichgesetzt hat. Das sind riesige Fußstapfen. Aber ich bin nicht nervös. Im Gegenteil, ich werde alles versuchen, diesen Vergleichen mehr als gerecht zu werden.
rap.de: Du spürst keinerlei Druck?
T.I: Nein. I ain’t pressured bout music, it’s nothing. To me it’s just too easy!
rap.de: Neben der Musik bist auch sozial sehr engagiert. Das hat dir unter anderen Ehrungen von der Lisa „Left Eye Lopez“ Organisation eingebracht. Es scheint, als ob du sehr bewusst mit deinem Vorbild-Status umgehst.
T.I: Ich versuche es auf jeden Fall. Sicherlich kann ich nicht immer ein gutes Vorbild sein, denn wie jeder Mensch mache ich Fehler, doch ich versuche mit allem was ich tue etwas Positives zu vermitteln. Ich glorifiziere auch nicht die ganze Scheiße die ich gemacht habe. Im Gegenteil, ich versuche die Menschen dazu zu bewegen, lieber einen anderen Weg zu gehen. Ob du dann auf mich hörst, oder meine Fehler wiederholst ist dann deine Sache. Meiner Meinung nach hat man immer die Wahl. Ich rappe über mein Leben als Hustler und Drogendealer, dennoch wirst du mich nie sehen, wie ich einem kleinen Kind dazu rate, sich endlich eine Waffe zu besorgen. Geschweige denn davon, sie zu dem Leben als Dealer zu ermuntern. Doch unabhängig von den Lyrics, die man hört, oder den Szenen die man in Filmen sieht, ist das Wichtigste die Erziehung, die man von zu Hause aus mitbekommt. Mein Video läuft vielleicht drei Minuten und ist nur ein kleiner Teil einer zweistündigen Sendung. Die Eltern aber sind die ganze Zeit um das Kind herum, daher ist es wichtig was sie dem Kind beibringen und zeigen.
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