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rap.de: Sind noch weitere Videos bzw. Singles geplant?
Taichi: Ja, alles kein Problem. Die nächste Single ist auf jeden Fall schon geplant. Welchen Song wir für ein Video nehmen, wissen wir noch nicht ganz genau. Wenn die Leute da aber irgendwie Bock haben, etwas dazu zu sagen, können sie es gerne in meinem Forum machen. Wir hören auch auf die Vorschläge und Wünsche der Leute.
rap.de: Wie lange habt ihr für die Produktion des Albums gebraucht? Also wann hast speziell du dir Gedanken über das Album gemacht?
Taichi: Eigentlich direkt nach "Schnell Imbiz", was vor einem Jahr war. Im Sommer / Herbst gab es eine heiße Phase mit Djorkaeff, in der wir sieben oder acht Songs gemacht haben, und der Rest der Songs, mit den anderen Produzenten, hat sich dann über den Rest des Jahres zusammengeläppert. Die heiße Phase bestand eigentlich nur aus zwei Monaten.
rap.de: Gibt es sonst noch etwas auf deinem Album, worauf du besonders stolz bist?
Taichi: Eigentlich nur die ernsten, persönlichen Songs. Die Ansagen und so weiter mache ich gerne, und die muss ich auch irgendwie präsentieren, aber die ernsten Themen ansprechen über Freundschaften und ehrliche Musik gibt mir viel mehr auch beim Hören. Das kann man sich auch in 3 Jahren noch anhören.
rap.de: Kannst du auf diese Songs etwas näher eingehen?
Taichi: Es gibt einen Song, der "Königreich" heißt. Der handelt ein bisschen von meiner Vergangenheit. Es ist viel Scheiße passiert mit Freunden, darüber hab ich in dem Song ein bisschen was erzählt. Dann gibt es einen coolen Song mit Vanessa S., der so "Steh-auf"-mäßig ist. In der Zeit ging es mir schlecht und ich habe diesen Song geschrieben. Mir geht es danach besser, wenn ich einen Song geschrieben habe. Man hat es ein Stück weit verarbeitet. es ist wie ein Reifeprozess. Jeder deepe Song ist irgendwie ein Reifeprozess.
rap.de: Fällt es dir dann auch leichter Musik zu machen, wenn du etwas verarbeiten kannst?
Taichi: Natürlich, also Emotion ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Dadurch entsteht Kunst, dadurch kann Kunst lebendig werden - egal welcher Art. Durch Wut oder Hass können die krassesten Disstracks entstehen, hat man gehört, und durch Trauer, Eifersucht, Liebe sieht man erst, was die Kunst zum Leben erweckt.
rap.de: Bist du ein Rapper, der sich sagt, so, ich fang jetzt an und gehe ins Studio, nehme ein neues Album auf oder entsteht es mehr aus besonderen Situationen heraus?
Taichi: Genau, also ich gehe schon mit dem Gedanken da ran, in der nächsten Zeit werde ich wieder für ein Album arbeiten. In dieser Zeit passieren natürlich auch Sachen in meinem Leben, und dadurch entstehen dann die Songs.
rap.de: Also es ist nicht so, dass du unheimlich viele Sachen parat hast, die du unbedingt sowieso auf ein Album packen willst?
Taichi: Es ist generell so, dass man bei Battle-Songs unheimlich viel zu verarbeiten hat. Es geht auch echt schnell. Aber wirklich diese ernsten Sachen zu machen, da kann man nicht ins Studio gehen und sagen: "Yo, ich mache jetzt einen Song!". Da muss es halt schon irgendetwas geben, damit du etwas sagen kannst.
rap.de: Es ist schon beneidenswert, dass Künstler diese Möglichkeit haben ihre Emotionen ausdrücken. Sei es in einem Bild, in einem Buch, in einem Rap-Text.
Taichi: Das ist richtig. Da haben wir auf jeden Fall einen kleinen Vorteil gegenüber den "Normalos". Aber im Endeffet können die Menschen, wenn irgendetwas passiert, genauso Dampf durch einen Streit oder Sport ablassen. Das ist bei Künstlern einfach ein anderes Ventil. Ich gehe zum Beispiel nicht boxen, sondern nehme mir einen Stift und ein Blatt Papier.
rap.de: Du lebst also für Musik. Lebst du auch von Musik?
Taichi: Das ist eine sehr gute Frage. Das ist immer unterschiedlich. Es gibt natürlich Zeiten und viele Auftritte, da könnte ich von Musik leben, aber dann gibt es auch wieder Zeiten, in denen nicht so viele Auftritte sind, und dann könnte zum Beispiel nicht von Musik leben. In dem Sinne lebe ich nicht von Musik.
rap.de: Fucked dich das ab?
Taichi: Natürlich fucked mich das ab. Wenn ich sehe, was andere Rapper erzählen, was die so für Musik machen und wie viel Geld die ausgeben können, und dann auch noch davon leben können. Ich will jetzt auch damit keine Scheine stapeln. Mir würde es reichen, ein Minimum zu haben, um davon zu leben. Ich brauche nicht viel zum Leben, und es wäre schön, wenn es irgendwann so sein würde, dass ich dieses Minimum, diese Sicherheit habe. Dieses unfassbare Geldausgeben brauche ich eigentlich gar nicht.
rap.de: Gab es Momente, in denen du gerne musikalisch irgendetwas realisiert hättest, was aber einfach nicht machbar war?
Taichi: In dieser Liga, in der ich spiele, ist es natürlich so, dass man an finanzielle Grenzen stößt vor allem bei Videos. Bei irgendwelchen Songs mit Leuten zu arbeiten, da auf keinen Fall. Ich kaufe mir keine Ami-Features und ich bin nicht sauer, wenn ich nicht das oder das Feature habe. Ich würde niemals Geld dafür bezahlen. Natürlich ist es so, wenn es einen finanziellen Rahmen gibt, der nicht ganz so groß ist und man hat krasse Ideen, dann ist es schon schade. Wir können nicht jeden Tag ein Video drehen - bei anderen Labels geht das "zack, zack, zack".
rap.de: Du hast eben von "deiner" Liga gesprochen. Welches ist denn deine Liga?
Taichi: Das ist die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen (lacht). Meine Liga ist auf jeden Fall nicht die Major Liga. Ich habe keinen Major Deal, ich verkaufe nicht hunderttausend Platten. Ich bin auf jeden Fall nicht auf dem Level, was Rap in Deutschland schon hat - verkaufstechnisch.
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