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Phlatline Russia
Fotos: Phlatline Presse Fotos
03.01.2006 Phlatline Russia
Phlatline Russia: Wind Of Change!

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rap.de: Vermittelt den Leuten in Deutschland doch bitte einen kleinen Eindruch davon, wie der „Splash!“ in Russland aussieht. Welche Parallelen gibt es zu dem deutschen und welche Eigenheiten gibt es?    

Valera: Um dir jetzt mal eine unabhängige Meinung zu geben: Die Journalisten die da waren, schrieben später, dass sie sich nicht wie in Russland, sondern wie in Europa fühlten. Eine freundliche Atmosphäre, die Leute waren entspannt, jeder lächelte. Nur ein einziges Mal kam es fast zu einem Kampf, aber das war es auch schon. Auch Leute, die schon rumgereist sind, waren sehr erstaunt darüber, die reibungslos das alles über die Bühne ging. So etwas gab es einfach noch nicht in Russland. Alle gingen davon aus, dass es wie immer wird.     

Michi: Im Großen und Ganzem war der Splash! in Russia“ eine vierzehnstündige Veranstaltung, die aus „Write 4 Gold“ bestand, bei der sich die Leute für den Splash! in Deutschland qualifizierten. Dem Breakdance Battle, bei dem die Sieger – Top 9 aus Sankt Petersburg - dann auch den ersten Platz in Deutschland beim 1on1 machten. Und dem Skateboard Contest, der den erstplatzierten auch nach Chemnitz schickte. Um sechs Uhr Abends fingen dann die Auftritte an. Das Line-Up sollte den Kontrast zwischen russischen, europäischen und amerikanischen Rap zeigen. So hatten wir die Beatnuts aus den Staaten, Saian Supa Crew aus Frankreich, Tefla und Jaleel aus Deutschland und Kasta und Smokey Mo aus Russland, welche auf der Höhe des russischen HipHops sind. Da es in Russland einen sehr großen Unterschied zwischen der R’n’B Kultur und der Rap-Kultur gibt, fand nach dem Splash! noch die After-Show Party in einem Klub statt, wodurch wir  auch das andere Publikum, das R’n’B Publikum erreichten. Unsere Aftershow Party im „B-Club“ wurde später zur besten Party des Jahres gekürt.   Durch frühere Zusammenarbeit mit dem B-Club hatten wir auch Dima kennen gelernt. Er war nämlich derjenige, der uns als erster die Möglichkeit bot, deutsche DJs, wie DJ Ron und DJ Jaleel, Tefla, DJ Kenny D hier spielen zu lassen. Er öffnete sozusagen das „Fenster zum Westen“ und ist somit unser Peter der Große. (alle lachen)    

Dima: Es war auch einfach qualitativ hochwertige Musik, die ein Recht hatte, hier gespielt zu werden.  

Valera: Dazu will ich auch noch kurz etwas sagen. Wofür wir Dima auch dankbar sein sollten, ist der Fakt, dass er in seinem Klub etwas veranstalte, was wir auch auf dem Splash immer gesehen haben: Er stellte einen Kontrast zwischen den einzelnen Künstlern her. Zwar standen alle auf einer Bühne, aber es gab einen stetigen Wechsel zwischen russischem, deutschem, französischem und amerikanischem Rap. Es wurde den russischen Acts also vor Augen geführt, auf was für einen Niveau man sich befindet. Die Beatnuts zum Beispiel sind einfach Profis durch und durch. Und Dima wollte die Kultur genauso weiter bringen. Er hatte keine Angst vor Experimenten. Er „zwang“ die Leute auch, sich das anzusehen, denn, wie schon gesagt, ist das Klub-Publikum ein anderes, als das Konzert-Publikum. Das ist hier alles so sehr zerschlagen, dass Leute, die russischen Rap hören, keine englischen Rap hören dürfen. Es gibt auf jeden Fall diese Tendenz. Aber auf dem Splash war das anders. Da standen alle auf einer Bühne und zogen alle ihr Programm durch. Da war auch nichts von irgendwelchen sprachlichen Barrieren zu spüren. Ganz im Gegenteil, Saian Supa Crew versuchten sogar etwas auf Russisch zu sagen, obwohl es allgemein bekannt ist, dass Franzosen nicht gerne andere Sprachen sprechen.    

rap.de: Mit welchen Problemen hattet ihr denn bei der Organisation zu kämpfen? Es ist ja bekannt, dass es hier immer irgendwelche Probleme gibt. Seien es die Unterschriften, oder eben anderer Trouble.    

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Kommentare:
me   08.01.2006
wo sie recht haben , haben sie recht! Weiter so jungs!

respect   09.01.2006
nicht schlecht, was die auf die beine gestellt haben, aber russland wurde mir durch das interview sehr unsympathisch ...

ru   17.01.2006
Wieso den unsympatisch?

Headache   25.02.2006
erstmal propz an phlatline für das was ihr auf die beine gestellt habt und immer noch stellt. ihr scheut euch keine mühe um headz eine party der extraklasse zu bieten, ich liebe das splash!, allerdings kann ich die russische version leider nicht besuchen, da ich gleich in die armee eingezogen werden würde(ihr wisst ja wie das ist). nun aber mein anliegen: ihr habt schon recht, ihr seid ein wichtiger teil für die hip hop-entwicklung in russland, leider muss ich aber auch einwenden, dass eure prognose über hip hop in russland zu 50% straight up bullshit ist. tut mir leid das zu sagen, ist nicht als diss gemeint, allerdings werft ihr alles zu sehr über einen kamm. es gibt auf der einen seite nur harten underground-rap und auf der anderen nur glamour-r'n'b und keiner wagt es, die "goldene mitte" zu finden? Absolut niemand der künstlerisch anspruchsvollen Rap macht hat auch nur den Hauch einer Chance bezüglich kommerziellen Erfolg? Jungs,wart ihr die letzten 10 Jahre im Koma oder was ? Was ist mit Kasta, Jug (Juzhnaja Golovareza), Detsl, Master Sheff, sind die nicht künstlerisch anspruchsvoll, laufen deren Videos nicht auf rauf und runter auf MTV, haben die nicht Gesangsfeautures auf ihren Alben, ohne jiggy zu klingen? Es gibt keine Hip Hop-Szene bzw. Hip Hop lebt nicht? Wie definiert ihr Hip Hop im guten Zustand? Für mich ist es die Lage in Russland, wo noch hauptsächlich in den U-Bahn-Stationen, in den Bunkern,in den Treppenhäusern gekickt wird! In Europa ist Hip Hop wesentlich KOMMERZIELLER, nicht PRÄSENTER(wobei dies ebenfalls nicht missverstanden werden sollte, ich liebe europäischen hip hop...) Ihr habt schon recht, das Land ist korrupt und betrügerisch, es hat ziemlich die Nachteile des Kapitalismus zu spüren bekommen, besonders die ungleichmäßige Verteilung was Besitz angeht, wovon Russland ganz besonders betroffen worden ist. Deswegen ist die Lage für musiker besonders schwer, einfach auch weil sich die meisten bürger nicht mal eben so original-tonträger leisten können und darum der schwarzmarkt floriert. das mit den produzenten und labels stimmt auch. durch lügen und betrügen kommste halt weiter in der föderation. allerdings könnt ihr nicht auf der gesamten hip hop-szene rumhacken, vergesst nicht solche hervorragenden künstler wie kres, big black boots, pauk, ligalize, etc. Und kommerzielle Misserfolge und die nicht nicht-informiertheit der bevölkerung bedeuten nicht die nicht-existenz der szene, ganz im gegenteil. ich würde eher sagen kommerzielle ausschlachtung ist die größte bedrohung für das game. guter hip hop ist meistens sowieso ÜBERALL auf der Welt von kommerziellem Misserfolg betroffen, da ist russland sogar nicht viel schlimmer, sondern besser. Während hierzulande Bravo nur sowas hirnrissiges wie aggro oder tokio hotel pusht, pusht es in russland das letzte solo-album von hamil(von kasta), was für mich (meine meinung, muss sich nicht jeder anschließen) ein mit herzblut gemachter und tiefsinniger meilenstein des russichen rap ist. Auch wenn die Masse in Sachen Musik desinformiert ist, hierzulande ist es auch nicht viel besser. Ok, in Russland ist es schon extremer, aber was erwartet ihr von einem Land wo der kommerzielle musikmarkt zu 70% von 30 diversen Ruki Verh-Kopien und die Nachrichten jeden Tag zu min. 30% von diversen Reden Putins beherrscht werden. Und zu den DJs: Glaubt mir,in Deutschland sind die meisten auch nicht viel besser, ausserdem sind die besten in Russland auch nicht in irgendwelchen R'n'B-Clubs, sondern in tighten Underground-Jams, und wehe ihr wollt mir erzählen die gäbe es in Moskau und St.Petersburg nicht(BUAHAHAHAHAHAHA). Bei Bekannteren gibt's es auch gute, darunter z.B. DJ Xobom oder DJ Vadim. Niemand ist auf dem selben Level wie ihr? Niemand hat es geschafft, russische Künstler mit internationalen zu verbinden? Was ist mit Sheff? Hab ich von seinem feature mit Guru nur geträumt? Naja, ihr hör lieber auf, bevor ihr alles missversteht. Es ist nur so: zu 50% liegt ihr schon richtig, zur anderen Hälfte jedoch nicht. Versteht mich nicht falsch, ich BEWUNDERE EUCH für eure mühe und euer bestreben, und ich zweifel nicht daran dass ihr einen wichtigen schritt für russischen hip hop geleistet habt. Moskau ist meine Heimatstadt und ihr gebürt mein Herz, genau so wie Hip Hop mein Herz gebührt. Leider kann ich erstmal nicht dahin bevor ich die deutsche Staatsbürgerschaft bekomme, naja, wir sehen uns auf dem deutschen splash!. Peace out

Silverberg   16.03.2006
Mir ist irgendwie aufgefallen, dass der russische Rap im Vergleich zum deutschen irgendwie... gehaltvoller ist. Ich frage mich, warum das so ist, wirklich schwer zu sagen. Solche Sachen, wie sie Bushido und Savas und all die vielen, vielen anderen machen, sind zwar kool anzuhören, aber es geht da um nichts, nur Ego-Boasting und Dissen. Ich habe nichts gegen einen guten Battletext einzuwenden, aber ein ganzes Album damit zu füllen ist doch irgendwie armselig. Klar, in Deutschland gibt es sehr gute MCs, aber irgendwie wird man im Moment von Scheiße zugeschwalt. Die letzten zehn russischen Rap-Albums, die ich gehört habe, hatten fast durchgehend etwas zu sagen, da werden richtige Gedanken ausgesprochen und richtige Geschichten erzählt - das ist hier echt selten. Dass die Phlatline-Menschen keinen einzigen Rapper nennen wollten, war schon arrogant, also wirklich, Kasta, Smoki Mo und Scheff sind wirklich auf sehr hohem Niveau. Und wozu undbedingt irgendwelche dummen Kolloborationen machen? Mir kommt das vor, als hätten die Deutschen Minderwertigkeitskomplexe und müssten das mit amerikanischer Beteiligung aufwerten. Einen Saul Williams haben werde die Russen noch die Deutschen und er wird bestimmt nicht durch Nachahmung auftauchen. Und warum macht Curse jetzt solche R'n'B Kacke! Örg.