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MURS
30.11.1999 MURS
The End Of The Beginning


rap.de: In „Got Damned?“ rappst du darüber, dass Leute dir vorwerfen, du seiest kein richtiger Schwarzer, weil deine meisten Fans weiß sind - passiert das wirklich?

Murs: Das ist tatsächlich so, aber wenn man das so sagen kann, bin ich wahrscheinlich wesentlich schwärzer, als die meisten denken. Ich lebe in einer schwarzen Nachbarschaft und versuche mein Geld in der schwarzen Gemeinschaft auszugeben. Leute, die mich nicht kennen, meinen oft, ich sei ein Backpack-Rapper und würde white-boy-stuff machen. Wenn man meine Musik gehört hat, weiß man aber, wer ich bin. Es stimmt zwar, dass die meisten meiner Fans weiß sind, aber ich werde sicher keinen Ignorant-Rap machen, nur damit die Leute denken, ich sei schwarz.
rap.de: Im selben Titel hast du die Lines „...they want America crushed - and if you don´t like Bush - you still dyin´ with us...“ - manchmal klingst du, als ob du teilweise anderer Meinung bist, als z.B. Lif und El...
Seitenwechsel
Murs: To me this is dying like a bitch - du lebst in einem Land, auf das jeden Moment eine Bombe fallen könnte, und sitzt nur da und beschwerst dich über den Präsidenten und darüber, wie sehr du es hier hasst. Ich will nicht für eine Sache sterben, an die ich nicht glaube - man sollte dafür sterben, etwas zu ändern, nicht vor der Playstation, während man nur Musik darüber macht. Wenn du nur über etwas rappst, änderst du nichts. Die Leute, die deiner Musik zuhören, kennen das alles sowieso schon. Es ist nicht wie bei Public Enemy, als sie damals mit Millionen von Platten neue Haushalte erreichten. Die meisten Kids, die diese Anti-Regierungs-Mucke machen, verkaufen nur ein paar tausend Platten an College-Kids, die sowieso schon wissen, worum es geht. Wenn du die Welt ändern willst, geh raus und fange an, zu arbeiten. Wir kümmern uns zu sehr um den Rest der Welt - wenn du dir „Bowling For Columbine“ reinziehst, weißt du, dass wir direkt hier ernsthafte Probleme haben, und dennoch mischen wir uns in Übersee ein. Ich bin keineswegs für alles, was Bush macht, habe im Moment aber nicht wirklich eine Wahl. Sicher haben wir Probleme, aber ich bin dafür, daran zu arbeiten und nicht die ganze dreckige Wäsche auf die Straße zu hängen. Leute, die in Amerika leben, profitieren doch vom Kapitalismus, und dennoch erzählen sie Mist. Wenn man es nicht mag, kann man ja gehen - es gibt genug andere Länder.
rap.de: Außerdem erwähnst du, dass du schon von den üblichen Skeptikern auf deine Vorschüsse von DefJux angesprochen wirst...

Murs: Absolut - die Leute meinen „Oh - I know you are about to blow up and to get money from DefJux“. Aber damit hat es nichts zu tun - wir sind nur zwei Freunde, die zusammen arbeiten, und wir hoffen natürlich, davon etwas zu profitieren. Wenn nicht, haben wir einfach nur dope Musik gemacht, und El hat mir geholfen, einige meiner Träume zu verwirklichen. Ich hoffe aber auf jeden Fall, dass die Leute es mögen - es soll einfach ein weiteres gutes Album im Erbe von DefJux sein.
rap.de: Vielen Dank für das Gespräch.

Murs: Oh - am Schluss möchte ich nur noch Kool Savas und Mel grüßen. Peace.
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