Murs: Er ist genau das, was die Welt braucht. In jedem Teil der Erde braucht man einen Typen wie ihn - jemanden, der keine Angst hat, aufzustehen und die Wahrheit zu sagen. Er hat ein paar Informationen, die er mit dir teilen möchte, aber er versucht nicht, dich von seiner Meinung zu überzeugen oder dir sein Denken aufzudrücken. Er sagt nur „Hier ist die Wahrheit - macht damit, was ihr wollt.“ rap.de: Welche Szene hat dich in „Bowling For Columbine“ am meisten beeindruckt?
Murs: Die gesamte Szene, in der es um das kleine sechsjährige Mädchen geht, das umgebracht wurde. Als sie das Bild von ihr gezeigt haben, hätte ich beinahe geweint, das war furchtbar. rap.de: Wie wird Moore in den Staaten aufgenommen?
Murs: Er ist einer von uns - er ist underground. Eine Menge Leute wissen überhaupt nicht, dass er existiert - er hat nicht die Riesen-Publicity, und wenn du seine Filme sehen willst, musst du in bestimmte Kinos gehen, weil sie sie nicht überall spielen. Es gibt aber eine Menge Mundpropaganda, und hoffentlich sehen ihn deswegen auch mehr Leute. Ich kann es auch gar nicht erwarten, dass er auf DVD rauskommt - wenn es so weit ist, werde ich ein paar Kopien kaufen und sie Leuten geben, die das unbedingt sehen müssen. Ich hoffe, dass das auch andere tun und dass wir bei der nächsten Wahl ein anderes Ergebnis haben. rap.de: Glaubst du, dass Moore von Einrichtungen wie der CIA und dem FBI besondere Aufmerksamkeit bekommt?
Murs: Ich denke, die kennen ihn schon eine ganze Weile, können aber nicht viel machen. Wenn sie ihn killen, macht ihn das zum Märtyrer, und das zieht nur noch mehr Aufmerksamkeit auf ihn. Ich wäre nicht gerne in ihrer Situation, weil er letztendlich so oder so groß wird - wenn sie versuchen, ihn zu stoppen, helfen sie ihm nur. Wahrscheinlich haben den Film im Moment aber schon mehr Leute in Europa und in Deutschland gesehen, als in den Staaten. rap.de: Hast du auch „Stupid White Men“ von Moore gesehen?
Murs: Noch nicht, weil ich zuerst dachte, es wäre dieser typische weiße liberale Bullshit, und ich hatte keine Lust, mir anzuhören, wie sich Weiße wegen der Sklaverei schuldig fühlen. Nachdem ich den seinen anderen Film gesehen habe, hat sich meine Meinung allerdings geändert. rap.de: Wie sieht es in Sachen Irak aus - hast du Freude oder Verwandte, die aus militärischen Gründen dort sein müssen? Murs: Mein Bruder war in der Navy, wurde aber rausgeworfen, weil er Weed geraucht hat - er war der einzige, der in der Army war - zum Glück. rap.de: Du bist ja auch auf dem Majesticon-Album von Mike Ladd drauf - wie hast du ihn kennen gelernt?
Murs: Ich habe ihn gerade erst getroffen. Er war damals im Def Jux-Büro, als wir uns das erste Mal unterhalten haben. Er meinte „Ich habe von dir noch nie was gehört, aber du scheinst ein cooler Typ zu sein - komm doch vorbei, und lass uns was zusammen machen.“ Er kam zu einer meiner Shows, fand sie wohl gut und wollte mich auf dem Projekt haben. Ein guter Freund von mir aus Tucson - Izaah - ist ein großer Mike Ladd-Fan. Also sagte ich zu Mike „Ich mache mit, aber nur unter der Bedingung, dass Isaah auch mitmachen darf.“ Und nun performen wir zusammen auf „Majest West“.