Olli Banjo und Jonesmann

Eigentlich sind Olli Banjo und Jonesmann nicht unbedingt die beiden Künstler, die einem als erstes in den Sinn kommen, wenn man an Kollaboprojekte im Bereich German Rap denkt, aber auf den zweiten Blick – warum eigentlich nicht. Der eine auf raptechnisch höchstem Niveau, der andere auf immer ausgefalleneren Soul und R'n'B Pfaden. Der eine auf dem Weg mit seiner Rockband ein neues Kapitel aufzuschlagen, vor allem im Livebereich, der andere seit knapp einem Jahr stolzer Labelbesitzer von "Echte Musik". Genug Material also um sich gegenseitig zu inspirieren und eine kleine Competition ist natürlich auch immer dabei. Olli Banjo und Jonesmann, die Terence Hill und Bud Spencer im deutschen Hip Hop Game? Das vielleicht nicht, aber auf jeden Fall sind die beiden fest gewillt, ihre Regionen noch ein bisschen mehr zu representen. Rhein-Main Gebiet to the fullest und ein bisschen Kölle ist auch dabei. Aber das liegt ja schließlich auch am Rhein. 

rap.de: Ihr seid hier in Berlin um euer Kollabo-Album zu promoten. Erzählt doch erst einmal, wie es überhaupt dazu kam.

Jonesmann: Ich habe Olli Banjo vor fünf, sechs Jahren bei Roy Marquis im Studio kennen gelernt und wir haben einen Track für sein Producer-Album aufgenommen. Wir fanden uns ganz cool, die Chemie hat gestimmt. Danach haben wir unzählige Features gemacht, bis die Kids im Netz und Freunde und Kollegen irgendwann gemeint haben, dass es cool wäre, wenn wir zusammen eine Platte machen würden. Wir fanden die Idee dann auch nicht schlecht und haben angefangen, uns Tracks hin und her zu schicken. Die Leute haben auch angefangen, uns in jedem Interview auf dieses Album anzusprechen und wir hatten ja schon einige Tracks, also haben wir uns im Studio zusammengesetzt und „Vier Fäuste Für Ein Halleluja“ aufgenommen. Es ist geil geworden. Ich freu mich!

rap.de: Geht man sich eigentlich so ein bisschen auf die Nerven, wenn man längere Zeit aufeinander rumhängt, um ein Album miteinander zu machen?

Jonesmann: So lange haben wir eigentlich gar nicht aufeinander gehangen. Es hat zwar vier Jahre gedauert, bis das Album fertig war, aber wir haben uns viele Sachen geschickt und sind nur in den letzten paar Monaten ab und zu mal zusammen gekommen, um ein paar Tracks aufzunehmen und Hooks auszutauschen. Außerdem sind wir sehr relaxte und chillige Typen, die respektvoll miteinander umgehen.

rap.de: Du hast den Titel schon genannt, „Vier Fäuste Für Ein Halleluja“. Das ist ja eigentlich ein Film, eine Western-Parodie. Wie seid ihr zu dem Titel gekommen?

Jonesmann: Als wir das Album soweit fertig hatten, haben wir einen Titel gebraucht und hin und her überlegt. Ich hatte die Idee „Ende Gelände“, dann meinte Banjo aber, wir sollten da noch weiter überlegen und dann kam er auf die Idee mit dem „Vier Fäuste Für Ein Halleluja“. Das fand ich ganz geil und dann habe ich durch Zufall auf Kabel Eins oder so den Film im Fernsehen gesehen. Ich habe Olli gleich angerufen und wir finden den beide cool, der Titel ist gut, passt zum Album…

rap.de: Habt ihr das auch rollenmäßig aufgeteilt? Einer von euch ist Bud Spencer und einer ist Terrence Hill?

Olli Banjo: Dann bin ich aber Terrence Hill und er ist Bud Spencer!

Jonesmann: Na gut, dann bin ich Bud Spencer.

rap.de: Hat sich dieser Titel auf irgendeine Art und Weise auf die Inhalte des Albums niedergeschlagen?

Olli Banjo: Also, wir haben nicht den Titel ausgewählt und die Songs dann dementsprechend gestaltet, aber es ist schon so, dass es ein paar lustige freundschaftliche Ohrfeigen gibt und ein paar Schläge auf den Kopf. Ganz lieb gemeint, wir wollen nicht böse sein.

Jonesmann: Mehr so "Batsch-Batsch, guck mal, wie man flowen kann. Bamm-Bamm-Bamm."

rap.de: Das Cover wiederum sieht aber sehr "Sin City"-mäßig aus.

Olli Banjo: Tja, dumm gelaufen. (lacht)

Jonesmann: Am Anfang hatte sich der Kollege von der Famefabrik an ein Cover gesetzt, das "Vier Fäuste für ein Halleluja" auch covermäßig aufgegriffen hat. Aber das war nicht cool und wir meinten, er soll es noch mal probieren. Deshalb ist es jetzt eben das geworden, was du gesehen hast. Aber wir denken, das passt auch.

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