Der Juice Redaktion

Die JUICE ist Deutschlands unbestrittenes No1. HipHop Blatt und zugleich das größte europäische HipHop Mag. Über kaum eine andere Zeitschrift wird in der Szene so viel diskutiert. Kaum ein anderes Magazin hat so viel Einfluss. JUICE-Redakteure sind Rapdeutschlands Meinungsmacher. Jetzt feiert die Redaktion in München und HipHop Deutschland die 100. Ausgabe. rap.de gratuliert und führt ein Gespräch mit den Männern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, deutschsprachigen Kids HipHop Music, Styles and Cultures näher zu bringen. Die Vorstellung der Redakteure übernimmt niemand geringeres als der Mann, der im Mag sonst immer das letzte Wort hat. Wir geben ab an Falk „Hawkeye“ Schacht.


 Davide Bortot (Chefredakteur): Ist meiner Meinung nach einer der besten Autoren für HipHop in diesem Land. Ich kenne kaum jemand anders, der so in der Lage ist, interessant über ein Thema zu schreiben, das mal NULL interessant ist. Außerdem besitzt er das Talent seinen Interview Partner zu „Knacken“. Das bedeutet, dass der Leser durch ihn an den Künstler näher herankommt, als durch jeden anderen Interviewer.

 

Joe Sircar (Redaktion Mode):
Ist immer am Puls der Zeit. Einer der Lustigsten Kollegen, die ich kenne.
Und immer einen Spruch auf der Lippe. Man sollte vermeiden, mit ihm zu reden, denn er besitzt das unfassbare Talent, alles zu imitieren, was er sieht und hört. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass einen Samy Deluxe begrüßt, obwohl Joe vor einem steht.

Markus Werner (Bereich Graffiti / verantwortlicher Redakteur):

Ist wohl der Kollege mit dem undankbarsten Job bei der JUICE. Er ist nämlich derjenige, der meine Kolumne jeden Monat lesen MUSS.  
Allerdings hat der Herr vor dem Lesen das erhalten des Pamphlets gesetzt, und das ist das Zweite, was Markus jeden Monat tun MUSS:  
Mich daran erinnern, dass meine Deadline schon letzte Woche war.  
Sorry for that !!! Wenn er mich mal nicht an die Kolumnen Deadline erinnert, dann fragt er mich nach Scans von alten Plattencovern oder Fotos, die er für die braucht. JUICEMarkus trägt nämlich die Veranwtortung für alle Bilder, die in er JUICE auftauchen.

Mark Leopoldseder (Bereich Rookies/ Schlussredaktion):
Ist einer der wenigen Menschen, die ich kenne, die in der Lage sind Berliner Atzenrap UND DJ Premier unter einen Hut zu bekommen. Ich würde jede Wette der Welt eingehen, dass er jedes Berliner Untergrund Tape besitzt, das es gibt. Auch wenn es nur in der Auflagenhöhe von 1 veröffentlicht wurde. Genauso kann er aber auch die ultra rare kirgisische Remix Pressung von Gangstarr aus dem Regal hohlen. Macht das mal nach !!!!

Daniel Köhler (Verantwortlich für die JUICE CD):
Ist ein extrem smarter Kollege. Ich kenne kaum jemanden, der SO viele Druckreife Sätze am Stück sagen kann. Wenn der Daniel will, kann er bestimmt in 3 Sätzen andere Leute intelligenter, härter und vernichtender beleidigen, als mancher Rapper das auf einem Album schafft.



rap.de: Beginnen wir mit der Frage, der Fragen. Wahrscheinlich der Lieblingsfrage jedes Rapredakteurs: Wie seid ihr zu Rap gekommen?

Davide: Mit zehn habe ich zum ersten mal auf meiner Kompaktanlage die „Schlager der Woche“ bei Bayern 3 auf Kassette mitgeschnitten, und schon da habe ich mich zu dem Kram hingezogen gefühlt, der irgendwie Beat-lastig war. Wo genau da jetzt der Unterschied zwischen Public Enemy und Milli Vanilli ist, hat sich mir damals noch nicht erschlossen. Später, so ’93, ’94, wurde dann aber beim Basketballspielen und noch mehr beim grundlosen Rumhängen Wu-Tang und Dre gehört, was ich tendenziell sympathisch fand. Wu-Tang sogar noch sympathischer  als Dre.
Daniel: Über den Umweg Slayer, Tiamat und Amorphis, letztendlich durch einen Praktikanten meines Vaters, der mir irgendwann „Bizarre Ride II The Pharcyde“ von The Pharcyde und „Can I Borrow A Dollar“ von Common in die Hand drückte. Und danach, auf dem Streetballplatz, liefen EPMD, Spice 1 und Nas. Damit war ich sozialisiert, damit konnte es losgehen.

Markus: Mein bester Freund, der Löwenbomber, kam Ende der Achtziger mit den Alben von De La Soul, den Jungle Brothers, den Stereo MC’s und Public Enemy an, das war die Initialzündung. Davor bestand meine Platten- und Tapesammlung aus dem Besten, was Metal, Hardcore, Punk und Indie seinerzeit zu bieten hatte. Das erste Konzert: die Jungle Brothers mit De La als Support auf der „Done By The Forces Of Nature“-Tour. Ich hatte keine Karte, vor der Venue schenkte mir ein Typ (wahrscheinlich Musikjournalist) ein Ticket – so kam ich zu meinem ersten HipHop-Liveerlebnis. Das Interesse für Graffiti war allerdings vorher schon da. In München hatten wir ja eine sehr kreative Szene und mit den Flohmarkthallen an der Dachauer Strasse eine Hall of Fame, an der man nicht vorbei kam.

Marc: In der fünften Klasse saß ich neben so einem Typen, der immer schon ein bisschen cooler war als die anderen Kinder. In seinem Walkman hatte er so Zeug wie Snap, Technotronic und KLF, aber eben auch mal Fat Boys, Public Enemy, MC Hammer, Vanilla Ice und Marky Mark & The Funky Bunch. Von dem hab ich mir dann mal ein Tape überspielt, Marky Mark auf der einen Seite und Public Enemy auf der anderen. Ich hab natürlich erstmal nur die Marky Mark-Seite angehört… Danach dann fröhliches auf Englisch fluchen lernen mit Ice-T, 2 Live Crew, Body Count und Snoop Dogg, ganz normal. Bis ich gecheckt hab, was das alles soll, hat’s dann aber noch ein bisschen gedauert: Mit 14 hab ich mir so ein Graffiti-Buch aus der Bibliothek ausgeliehen, in einem Pop/Rock-Lexikon von 1986 unter "Rap" nachgekuckt, daraufhin eine Kurtis Blow-Best-of-CD gekauft, mir bei Mzee die "Alte Schule"-LP und einen Marker bestellt und in der Folge alles mitgenommen, was irgendwie mit HipHop zu tun hatte: "Freestyle", "Yo! MTV Raps", "Subway Art", Kiffen, Taggen, Vinyl, auf Jams gehen, weite Hosen, Superstars und Kapuzenpullis anziehen, nach New York fliegen, freestylen, Techno scheiße finden, sich beim Sprühn  erwischen lassen und so weiter. Ach ja und ein ganz schlimmer   Eastcoast-Realkeeper-Nazi sein, ganz wichtig.

Joe: Da wäre zum einen die „Walk This Way“-12“ von meinem Dad, die ich im übrigen ähnlich abgefeiert habe wie seine “I Don’t Like Reggae“-Max.. Zum anderen natürlich die ersten Folgen von „Yo MTV Raps“ um ’89 rum, die ich später erst täglich, zuletzt dann wöchentlich auf VHS aufnahm und bis ins Detail studierte. Im Sommer ’92 habe ich sogar das „Yo MTV Raps“-Logo auf meinem Hinterkopf im Sommerurlaub in Cesenatico spazieren getragen. Damals bin ich sogar jeden Tag extra eine halbe Stunde eher aufgestanden, um meinen High Top in Form zu bringen und die rote Hornbrille auf Hochglanz zu polieren. Ja ja, damals… als ich das „O“ in Joe noch als Peacezeichen taggte und auf der einen Seite meiner Best Of-Tapes Tim Dog, auf der anderen „Die Feuchtgrubers“ zu hören waren. Ganz entscheidend hat mich übrigens auch mein Judo-Trainer Horny (no homo) in meiner musikalischen Sozialisation geprägt, der mich ’90 nicht nur mit meinen ersten HipHouse- und Euro-Dance-Mischkassetten, sondern auch mit Tapes von 2 Live Crew, Cool J und Public Enemy versorgte. Ich sehe die legendäre „Hornys Private Collection“-Reihe auf den guten 90er TDK’s jedenfalls vor mir, als wäre es erst gestern gewesen. Ebenso das entsetzte Gesicht meines Dads, als ich auf der Fahrt in den Nachmittagsunterricht „We Want Some Pussy“ in der Anlage unseres Audi Avants hochjubelte. „Son, I really want you to see your uncle Annon in Yorkshire this summer. Vielleicht kann der dir Manieren beibringen.“

rap.de: Daniel, du zuerst. Gibt es Fragen, die man einem Künstler niemals stellen sollte?

Daniel: „Darf ich ein Photo mit dir machen?“ Das geht gar nicht, schließlich ist man hier zum Arbeiten und nicht zum Egostreicheln. Auch schlimm: „Wie bist du zu Rap gekommen.“ Generell sollte man einem Künstler keine Frage stellen, dessen Antwort man auch recherchieren könnte. Wenn du nachlesen kannst, wie die Crew sich formiert hat, warum sie so heißt wie sie heißt, dann lass die Frage raus, denn du weißt es ja schon. Ach ja, und nach Geld wird schon mal tendenziell nicht gefragt. Die sind ja alle reich. Klar, oder?

rap.de: Und die anderen?
Davide: Kein Plan, das hängt wahrscheinlich vom Künstler ab. Vielleicht: „Wieso machst du eigentlich nicht mal mehr so was Geiles?“

Marc: Fragen, die Disses gegen andere Künstler nach sich ziehen. Eigentlich. Aber versuch mal, nicht "Raptile" zu sagen, wenn Bass Sultan Hengzt vor dir sitzt…
Joe: Ich befürchte ja. Ganz weit vorne sind zum Beispiel: „Hörst du privat eher Rap oder HipHop?“, “Wie bist du zu deinem Namen gekommen?“, „Glaubst du nicht auch, dass dein kommendes Album das beste deiner Karriere sein wird?“

Markus: „Mal von der Kohle abgesehen: Gab es noch einen anderen Grund, dieses Album zu veröffentlichen?“

rap.de: Und was war die schlimmste Reaktion auf eine eurer Fragen?

Daniel: Das Eingreifen von Andreas „Bär“ Lasker (Ex-FantaVier Manager, später Def Jam Germany) beim Ja Rule Interview in Köln. Möchte ich hier nicht weiter ausführen. Ebenfalls unangenehm war Pharrells Anruf bei seinem Bodyguard auf meine Frage hin, ob an den Beatklauvorwürfen gegenüber den Neptunes was dran sei. Auftritt Bodyguard. Pharrell: „Take care of this guy. He knows too much, already.“ Konnte mich aber noch verbal retten. Irgendwie.

Marc: Reverend Run hat auf eine Frage nach seinem Glauben sein Blackberry gezückt und irgend einen Homie angerufen. Und Taktlo$$ ist einfach auf die Toilette gegangen, anstatt meine Frage zu beantworten. Und kam dann auch ne Viertelstunde nicht wieder.

Markus: Phife Dawg beendet das ohnehin schon schlecht laufende Telefoninterview mit den Worten „That’s a really odd question, man.“ Im Nachhinein muss ich zugeben: er hatte wohl Recht.

Joe: Wirklich negative Reaktionen blieben bislang Gott sei Dank aus. Eine ziemlich weirde Aktion fällt mir spontan aber dennoch ein: Ich meine, ich fand es ehrlich gesagt schon recht seltsam, wie mich Common auf meine Frage hin, ob er in Afrika denn auch die Hafenstädte der berüchtigten Sklavenrouten besucht hätte, mit einem ziemlich skeptischen Blick gefragt hat, wo denn genau meine ethnischen Wurzeln liegen. Was Common von multikulturellen Ehen und deren Nachwuchs so hält, weiß man ja…

rap.de: Eine letzte Frage zum Thema Interview. Habt ihr so etwas wie ein Lieblings-Interview in Erinnerung?

Joe: So etwas wie DAS EINE Lieblingsinterview gibt es nicht. Mag sich vielleicht cheesy anhören, aber eigentlich habe ich an den überwiegenden Teil meiner Interviews nur gute Erinnerungen. Zumal die Interviews ab einem gewissen Zeitpunkt meist sowieso in großen Klamauk ausarten, bevor man sich dann wieder der elften Säule des HipHop – dem „Coolsein“ erinnert. Da nähert man sich einen Nachmittag lang dialektisch dem Themenkomplex „Deodorant-Abrollgeräte“ und erörtert im Anschluss die absolute Notwendigkeit von Antitranspiranzien mit Megaloh, der das Ganze dann auch noch in einem JUICE Exclusive wieder aufgreift, an anderer Stelle fabuliert man dann mit einem Stylewarz, ob es nicht sinnvoll wäre, mich den Sommer lang im Bremerhaven in ein Fitness-Camp für angedickte HipHopreneure zu stecken.

rap.de: Und die anderen: Lieblingsinterviews?
Davide: Alicia Keys 2001. Ich kannte die nicht, das „Fallin“-Video war sogar in den Staaten gerade erst herausgekommen. Und vorbereitet war ich auch nicht, weil ich eigentlich Wyclef interviewen sollte. Sinnvolle Frage gab’s also nicht. Dafür aber eine Kissenschlacht mit dem besten Menschen der Welt (nach meiner Mutter und Roger Willemsen natürlich).

Daniel: Ja, klar. Viele. Ich weiß noch, wie ich an den Worten von KRS One gehangen bin, wie Klammeraffe, weil mich das so berührt hat, den Teacher endlich zu interviewen. Der Kollege vertritt zwar durchaus skurrile Ansichten, aber hey, er hat mich musikalisch geprägt. Auch das Interview mit Joy Denalane zu ihrem ersten Album werde ich nicht vergessen. Sie fand mich vermutlich albern putzig, weil ich noch recht aufgeregt und unprofessionell war, aber ich war einfach nur fasziniert von dieser Frau. Sorry, Max. Sonst: Lieblingsinterviews sind immer diejenigen, in denen ich meine Notizen weglege und mit dem Künstler einfach nur spreche. Und das ist, Gott sei Dank, recht häufig passiert.

Markus: Man muss unterscheiden zwischen Interview und Interviewsituation. An exotische Orte zu fliegen ist natürlich immer toll, darüber sollte man natürlich das Interview nicht aus den Augen verlieren. Interessanterweise werden immer genau die Interviews am besten, von denen man sich im Vorfeld am wenigsten erwartet, ja, in die man sogar mit einem gewissen Widerwillen geht. Wahrscheinlich weil einem die nicht vorhandene Erwartungshaltung jeglichen Druck nimmt und man ohne Berührungsängste auftreten kann. Es gibt allerdings auch viele Interviews, auf die man sich freut und die dann auch wirklich cool werden. Ich bin froh darüber, Dr. Dre begegnet und mit Guru auf New Yorks Strassen unterwegs gewesen zu sein, Moses Pelhams charismatische Aura im Raum gespürt und die Black Eyed Peas am Anfang ihrer Karriere ein Stück begleitet zu haben.

Marc: Ach, da gibt’s viele, z.B. hab ich mal einen Graffiti-Artist in einer S-Bahn-Unterführung interviewt, ganz stilecht nachts mit vorbeifahrenden Zügen… Aber am besten sind die Interviews, für die sich die Künstler richtig viel Zeit nehmen. Bei Leuten wie Frauenarzt oder Basstard – die übrigens beide sehr gastfreundliche Menschen sind – sieht das dann so aus, dass man den ganzen Tag durch die Gegend fährt, alles vom Studio bis zum Stripclub gezeigt kriegt und so viel mehr über den Künstler erfährt als bei diesen dämlichen Corporate-10-Minuten-Interviews. Bei Fumanschu wäre ich fast auf seiner Couch eingeschlafen vor lauter Joints und Bier. Und Hengzts Mama hat schon mal Pasta für mich gekocht. So sollte das laufen. Ein sehr dankbarer und sympathischer Interviewpartner ist

rap.de: Davide, Wie wird man eigentlich JUICE-Chefredakteur?

Davide: 2000 wechselte der damalige Plattenhändler meines Vertrauens – the legendary DJ Fisherman – vom damaligen Plattenladen meines Vertrauens zu piranha media und fragte mich, ob ich schreiben könne. Ich konnte. Fand ich zumindest. Also schrieb ich ein paar Plattenkritiken und führte mein erstes Interview für das „piranha“-Magazin: mit DJ Tomekk. Später war ich Praktikant, noch später fester Freier (nullus) und ganz später Chefredakteur des „The SOUL“-Magazins, das aus meiner Sicht gar nicht so verkehrt war. Das allerdings nur für eine Ausgabe, weil es danach nämlich eingestellt wurde. Als mein Vorgänger Chris Maruhn dann gesundheitliche Probleme bekam, vertraute man mir seinen Posten bei der JUICE an. Das alles noch während meiner Studienzeit. Wilde Phase. Wie wild, könnte man übrigens an meiner Magisterarbeit ablesen, wenn ich sie nicht aus Scham verbrannt hätte.

rap.de: Markus, wie wars bei dir. Wie kamst du zu deinem Job. Eine Affinität von früher her?
Markus: Ich hab für das Fussballfanzine meines besten Freundes, den „Löwenbomber“ (durch das er auch zu seinem Spitznamen gekommen ist), zum Spaß Plattenkritiken geschrieben. Ein anderer guter Freund von mir, der wiederum ein Buddy unseres heutigen Verlegers ist, hat davon Wind bekommen, und so kam eins zum anderen.

rap.de: OK. Marc, du hast ja eine sehr interessante Position bei der JUICE inne. Als du zum "Rookie-Master" berufen wurdest, wie war da deine spontane Reaktion? Flogen Gegenstände, bist du still zusammengesunken, oder war das Demo-Anhören immer schon dein Traum?
Marc: Als die Redaktion mir das Angebot gemacht hat, war ich schon sehr froh, endlich eine eigene Kolumne schreiben zu können. Dass man da dermaßen viel wacke Scheisse zu hören bekommt, hab ich zwar damals schon geahnt, aber dass es so schlimm werden würde, hätte ich dann auch nicht gedacht. Zum Glück sind da aber immer wieder richtige Perlen dabei. Und halt so unfreiwillig komische Typen, die dann auf ewig als Running Gag durch die Redaktion geistern.




rap.de: Joe, ich frag jetzt nicht, wie du zu deinem Job kamst. Du bist ja für Mode zuständig. Bringst du denn die neuesten Trends in die Redaktion?
Joe: Ne quatsch, in der Arbeit bin ich selbst sowieso meist eher zweckmäßig gekleidet. Wie heute zum Beispiel in einer grauen Sweat-Pant, rotem Long-Tee und passenden Dunks. Stylemäßig zieht hier jeder sein eigenes Ding durch.

rap.de: Und gab es eine Epoche in der Rapmode-Entwicklung, die du absolut schrecklich findest?

Joe: Röhrenjeans und Jheri Curls. Für Männer, wohl gemerkt. Aber Gott sei Dank war diese Van Halen-Scheiße schon rum, als ich vor 17 Jahren das erste Mal mein sauer ergaunertes Taschengeld in eine Baggy investierte.

rap.de: Gehst du denn mit dem Trend?

Joe: Natürlich sehe auch ich, was die Franchize Boyz oder Dizzee Rascal da so im neuen Video spazieren tragen. Natürlich beeinflusst mich das irgendwo. Aber natürlich schaut man auch, dass man in diesem ganzen Fashion-Wahnsinn auch irgendwo sein eigenes Ding durchzieht. Auch wenn es dann eben heißt, horrende Summen für irgendwelche Limited Editions durchzulassen, um sich ein bisschen abzuheben. Überhaupt, warum mal nicht selbst Hand anlegen an seinen Scheiß und selbst customizen?
rap.de: Lohnt sich dieses Modebewußtsein? Also wurdest du schon mal auf deinen individuellen Kleidungsstil angesprochen zb. in Clubs?
Joe: Klar. Aufzufallen, das war für mich schon immer ein Teil von HipHop. In den 80ern bildete das Abwiegen der tonnenschweren Halsketten eine willkommene Abwechslung zum Schwanzvergleich, heute battlen sich die Jungs eben in Sachen Greedy Genius-Kicks und Japan-Denims.


rap.de: Apropos Battle, worüber streitet eigentlich die JUICE Redaktion?
Davide: Ganz klar: über Deutschrap. Irgendwie wird ja immer nur um Deutschrap gestritten.

rap.de: Gut und in Sachen beste JUICE Ausgabe, seid ihr euch da einig? Was ist eigentlich die Beste JUICE Ausgabe ever?
Markus: Unmöglich zu sagen. Wirklich. Woran will man das festmachen? Fett im wahrsten Sinne des Wortes war mit 188 Seiten die 08-2001 mit der RZA meets Europe-Titelstory, die wir wirklich clever aufbereitet haben, indem wir einen Writer ebenfalls auf Europa-Tour geschickt und ihn ein Tagebuch haben schreiben lassen. Das war die erste JUICE mit illustriertem Covermotiv, damals von Specter für uns grafisch umgesetzt. Natürlich waren auch die Sex Issue sowie die Style Issues absolute Burner.

Marc: Jede.

Davide: Wir versuchen jedes mal auf’s Neue, noch einen drauf zu setzen, an unseren Schwachstellen arbeiten und einfach auch als Team noch besser aufzutreten. Word to Andy Brehme.
  Joe: So was wie “die beste Ausgabe” gibt es nicht. Es gibt immer Dinge, auf die man richtig stolz sein kann, andersrum allerdings genauso Sachen, die es zu verbessern gilt.

Daniel: Das kann ich nicht beantworten. Wirklich nicht. Ich weiß es nicht. Vielleicht die Roots Manuva-Ausgabe, wegen meiner ersten Titelgeschichte? Ist das jetzt zu selbstreferenziell? Ja, ne? Nächste Frage, bitte.


rap.de: Ok, dann geht die  auch gleich an dich. Es gabe ja viele Diskussionen zu dem Thema in letzter Zeit. Also, wie kommt ein Track auf die JUICE-CD?
Daniel: Also, um das ein für alle Mal zu erklären, denn da gibt’s ja die wildesten Spekulation drüber: prinzipiell kann jeder Künstler auf die JUICE CD kommen. Man muss uns einfach anrufen oder schreiben und es müssen drei Voraussetzungen gegeben sein: Der Track muss uns gefallen, Der Track muss zu 100% exklusiv für die JUICE sein, Der Künstler muss die anfallenden GEMA-Gebühren zahlen können. Wenn all das gegeben ist, dann hat ein Song gute Chancen auf die CD zu kommen. Wobei es keine Garantien gibt. Das finale Tracklist steht immer erst am Abend vor dem Gang zum Presswerk. Bis dahin ist alles möglich.

rap.de: Hand auf’s Herz: Ist dein eigener Geschmack ausschlaggebend?

Daniel: Klar, aber genauso der Geschmack der anderen Redakteure. Wir versuchen bei solchen Dingen so oft wie möglich eine Teamentscheidung zu fällen. Bei manchen Songs stellt sich die Frage nicht. Die sind einfach geil und kommen drauf, Ende, beziehungsweise noch nicht mal Start der Diskussion. Bei anderen Songs ist es schon schwieriger. Dann wird der Song rumgeschickt und alle dürfen und sollen Ihre Meinung dazu abgeben. Am Ende habe ich die Verantwortung zu tragen und muss Künstlern ab- oder zusagen und die CD vor allen zu verteidigen. Prinzipiell ist Geschmack bei einem Prozess wie der Compilierung einer CD natürlich ein integraler Bestandteil.
rap.de: Also muss man vor allem vielfältig sein  und seinen eigenen Geschmack auch mal vergessen können. Oder?
Daniel: Ja und nein. Vielfältigkeit, ja. Geschmack vergessen, nein. Wenn ich einen Song überhaupt gar nicht fühle, dann ist es erstmal vorbei. Vielleicht können dann die Kollegen mich umstimmen, aber der eigene Geschmack darf nie vergessen werden. Sonst landet ja jede noch so schlechte Grütze auf der CD. Ich sehe es so: ich muss prinzipiell hinter jedem Song stehen können. Dabei ist egal, ob ich ihn bei mir privat anhören würde oder nicht. Denn es geht hier nicht darum eine CD zu machen, die mir unglaublich gut gefällt und sonst niemandem. Dann würde ich meinen Job schlecht ausfüllen. Es geht jeden Monat darum, eine Mixtur zu finden, die für alle Leser/Hörer etwas bereithält. Das ist nicht einfach. Jeder der schon mal ein Mixtape für seinen Freundeskreis gemacht hat, wird mich verstehen. Some hate it, some love it. Da muss man durch.

rap.de: Was ist überhaupt dein eigener Geschmack?

Daniel: Ich glaube ja, dass einige Kollegen meinen, dass ich gar keinen Geschmack habe. Sollen sie ruhig, denn das bedeutet, dass es ihnen schwer fällt mich einzuschätzen. Ich kann in wohldosierten Einheiten alles feiern: Atzenkram, Consciousrap, DirtySouth, Dubstep, R’n’B, Singer/Songwriter, Speed Calypso, you name it. Ich schließe kategorisch erstmal nichts aus. Ich bin zwar Redakteur einer HipHop-Zeitschrift, darüber hinaus aber in erster Linie Musikliebhaber. HipHop ist mein Steckenpferd, aber es gibt so viel Musik jenseits des Bumm-Tschak, die man hören sollte.
rap.de: Wenn wir gerade beim Thema Musikgeschmack sind. Nennt mir eure Top 3 Dead or Alive-, und zwar NON HipHop-Tracks?

Markus: Dennis Brown – „Things In Life“. Wenn du deine innere Mitte verloren hast holt dich dieser Track wieder zurück ins Reich der Lebenden. Virginia Jetzt! – “Der Himmel über Berlin”. Auch wenn es kitschig klingen mag: Der Soundtrack, zu dem ich mich in meine Frau verliebt habe. Cro-Mags – “We Gotta Know”. Eröffnungstrack auf der ersten Deutschland-Tour der New York Hardcore-Pioniere. Danach: blutende Nasen im Moshpit! Das ist es, was K.I.Z. mit Pogen meinen…
Joe: Shy FX feat. UK Apache: “Original Nuttah”, Biohazard: “Urban Discipline” und Celine Dion “My Heart Will Go On”.

Davide: Nenne mir deine Top 3 Dead or Alive und zwar NON HipHop Tracks? Minnie Ripperton – “Reasons”, Oasis – “Don’t Look Back In Anger” und Rhythm & Sound w/ Cornel Campbell – “King In My Empire” Daniel: Funk Phenomena – Armand Van Helden, Sour Times – Portishead, Soul meets bodie- Death Cab for Cutie. Und ich stehe zu allen dreien.

Marc: Geht nicht, für so ne Listen bin ich zu zerstreut. Aber wenn ich wirklich mal die Nase voll habe von Rap, dann höre ich auch gerne mal so Sample-Frickel-Hop, Funk, Electro, Achtziger-Pop, Scientology-Fusion-Jazz, Thunderdome-Gabber oder Nirvana. Und manchmal Reggae. Aber nur, wenn keine barfüßigen Wohlstandshippies in der Nähe sind, die Ausdruckstanz machen, ihre Zotteln schütteln und "Jah" schreien – da krieg ich nämlich schlimme Fremdschamanfälle.

rap.de: Und wie ist das, wenn dû Demos anhörst? Weinst du oft, oder jubelst du, ob der Kreativität und Vielfalt des deutschen Rapnachwuchses?

Marc: Eigentlich bin ich die meiste Zeit stinksauer. Die meisten Nachwuchsrapschaffenden beschränken sich nämlich darauf, alles was ihnen gefällt, stumpf nachzuahmen. Mein Demomülleimer ist randvoll mit Blumentopf-, Kool Savas- und Bushido-Klonen. Und so was braucht kein Mensch.

rap.de: Ändern wir das. Sag`s den Kids: Was muss ein gutes Demo haben?
Marc: Es sollte vor allem nicht zu lang sein. Eine handliche Packung von zehn Tracks reicht vollkommen. Wer mir wirklich auf die Eier gehen will, schickt am besten eine Doppel-CD mit jedem Furz, den er jemals aufgenommen hat. Außerdem sind natürlich ein Cover, ein Tracklisting und biografische Infos wichtig. Und: Kontaktdaten nicht vergessen. Am allerwichtigsten aber ist natürlich die Musik: Grundsätzlich sollte man sich darauf konzentrieren, kreativ, eigenständig und vor allem dope zu sein. Die beste Tonqualität und das schniekste Digipak nützen dir gar nichts, wenn der künstlerische Aspekt nicht passt oder deine Musik vollkommen irrelevant ist.

rap.de: Ok und was muss ein Demo-Cover haben, damit du mal reinhörst?

Marc Ich hör prinzipiell in jedes Demo "mal" rein, aber eine CD mit einem kreativ gestaltetem Cover nimmt man natürlich eher in die Hand als einen Rohling mit einer Telefonnummer drauf. Und so ein Demo schickt man natürlich, um aufzufallen, also warum nicht auch da ein bisschen Kreativität walten lassen?

rap.de:Gibt es eine Entwicklung, was die Qualität der Demos angeht?

Marc: Ja. Seitdem ich ein paar fiese Totalverrisse geschrieben habe, kommen eigentlich kaum mehr so richtig krass beschissene Demos an. Takte zählen können sie inzwischen eigentlich alle. In den letzten zwei, drei Jahren hat aber vor allem die Anzahl der Dipset-Verschnitte und Gimmick-Rapper erheblich zugenommen. Inzwischen werde ich echt wütend, wenn mir so ein 18-Jähriger New-Era-Helmchenträger was von seinem Bling, meiner Bitch und Hennessy erzählen will und außer "Brrääätt", "Cheah",´"Ich spitte 16 Bars" und einem Faible für gebiteten Blödsinn nix rüberkommt. Lasst das bitte endlich bleiben, das bringt doch nix!

rap.de: Du hast Snaga und Pillath oder in jüngster Zeit Leute wie Morlockk Dilemma u.a. entdeckt. Verfolgst du die Karrieren der ehem. Rookies weiter?

Marc: Entdeckt, naja. Öffentlich gut gefunden halt. Den Rest haben die Jungs dann schon alleine bewerkstelligt. Aber natürlich verfolge ich deren Weg, und glücklicherweise schaffen es manche dann auch, von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. So weiß ich, dass sich Qualität eben doch durchsetzt und ich nicht unter kompletter Geschmacksverirrung leide. Bleibt also zu hoffen, dass die Kollegen Lou Cypher, Pretty Mo und Tua auch noch ordentlich was reißen – die finde ich nämlich richtig gut.

rap.de: Wieder eine Frage an alle. Ganz ehrlich, welcher Kollege kommt am spätesten ins Büro?

Marc: Ich.

Joe: Marc. Definitiv. Obwohl… Na ja, wahrscheinlich doch eher ich. Muss mir halt noch die passenden Socken zu meinen Uhren raussuchen.

Davide: Joe (musste sich noch Schuhe raussuchen, die zu seiner Uhr passen).

Markus: Unterschiedlich. Ich, wenn mein kleiner Sohn in der Früh unbedingt noch mal „Lola Lok“ vorgelesen bekommen mag. Joe, wenn er am Tag zuvor für ein Titelshooting den Badeschaum um die Brüste eines Modells drapieren hat müssen. Marc, wenn er sich die vorangegangene Nacht in der Glocke mit Münchens Rap-Under-Underground um die Ohren gehauen hat.

Davide, wenn er am Wochenende alle Schwimmmeisterschaften gewonnen hat, die es zu gewinnen gibt.

Daniel: Ja, das ist unterschiedlich. Man weiß ja nie, wo der Kollege die Tage davor war. Und wenn er einen Atlanta-Trip hinter sich hat, dann darf er den Crunk-JUICE auch gerne mal länger ausschlafen. Aber das ist nicht die wichtigste Frage. Spannender ist es, wer am längsten arbeitet.

rap.de: Ok und was ist die Antwort darauf?

Daniel: Davide.

Ohne Zweifel und mit großem Abstand.

Marc: Davide.

Markus: Definitiv Davide.

Joe: Davide und ich.

Davide: Ich.

rap.de:Also das Ergebnis ist dann wohl eindeutig. Davide, wenn du am längsten arbeitest. Was machst du als Chefredakteur? Chefsein, rumbrüllen, autoritär herrschen?

Davide: Ich bin eine harmoniebedürftige Mumu. Aber halt schon die mit dem besten Musikgeschmack.

rap.de: Interessieren einen Chefredakteur eigentlich die Diskussionen im Netz über das Magazin und die Rezensionen?

Davide: Sollten sie wahrscheinlich nicht, tun sie aber. Sagen wir: Ich neige ganz allgemein dazu, mir Dinge zu Herzen zu nehmen.

rap.de: Als JUICE-Chefredakteur sind alle immer besonders nett zu dir, wie geht man mit Promotern und anderen übernetten Zeitgenossen um? Nervt das?

Davide: Nervt manchmal natürlich ganz krass. Kann aber auch ganz angenehm sein, wenn man die Art der Freundlichkeit richtig einzuschätzen weiß. Ich habe jedenfalls immer versucht, zu jedem so freundlich zu sein, wie er’s verdient.

rap.de: Freundlichkeit hin oder her. Gibt es Künstler, die uninterviewbar sind?

Marc: 2Pac halt, ne? Ernsthaft: Eigentlich klappt das immer irgendwie. Der Einzige, der einen Journalisten wirklich komplett aus dem Konzept bringen kann, ist Taktlo$$. Aber der darf das. Als Einziger hierzulande, wohlgemerkt.
Joe: Trillville. Zumindest dann, wenn selbige gerade 2.000 Meilen entfernt versuchen, gleichzeitig in einer Handentspannungs-Boatz’n veredeltes Backpulver aufzustellen.
Davide: So generell wahrscheinlich eher nicht – ich habe sogar schon gute Nas-Interviews gelesen. Aber ich kann mich durchaus auch an gesprächsähnliche Zusammenkünfte mit meinem alten Freund Fabolous erinnern, bei denen ich nach der dritten unbeantworteten Frage den Raum verlassen habe.

Daniel: Nein. Es ist die Aufgabe des Interviewers, jeden Künstler zu zähmen. Das mag nicht immer gelingen, aber dann hat man doch trotzdem eine super Geschichte. Künstler XY ist einer riesiges Arschloch, und hier zeige ich euch auch, warum. Ich würde das lesen wollen. Generell gilt aber: die mit dem größten Erfolg sind meist die handzahmsten, weil am professionellsten. Schwierig sind Karriereeinsteiger mit ein bisschen Erfolg und einem unverhältnismäßig großem Ego. Aber auch die kann man mit ein, zwei Sätzen zurechtstutzen. Aber Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
Markus: Der von sich selbst eingenommene Musikjournalist würde behaupten, dass es den nicht gibt, weil das ja vom Interviewer abhängig ist. Ich sage: ja, die gibt es. Kommt auf den Aggregatszustand des Künstlers an. Und: Obwohl wir letztes Jahr für die Special Issue wirklich alles versucht haben, und Tupac war für uns wirklich nicht zu sprechen.

rap.de:Man hängt ja auch hie und da mit Künstlern ab, was war euer eindrucksvollstes Ereignis mit einem Künstler (oder Kollegen)?

Markus: Ob es am eindrucksvollsten war, weiß ich nicht. Aber es war extrem charmant, mit der früheren Black Eyed Peas-Sängerin Kim Hill (remember: „Joints & Jam“) bei meinem damaligen Lieblingsinder in München essen gewesen zu sein – unter vier Augen 🙂 Das war auch noch zufällig an meinem Geburtstag. Außerdem habe ich noch wenige Monate zuvor beim erstmaligen Schauen des „Joints & Jam“-Videos gedacht: diese Frau wirst du wahrscheinlich dein Lebtag nicht persönlich kennen lernen.

Daniel: Armdrücken mit LL Cool J, Trinken mit Marsimoto, Einkaufen mit Fat Joe,Transatlantikflug mit Gizmo von der Backspin, Party mit Britney Spears. Das will man jetzt hier lesen, oder? Tatsächlich beeindrucken mich viel banalere Ereignisse. Kann man nach der Interviewsituation auch noch cool miteinander umgehen, oder wird man nach 30 Minuten von der PR-Frau aus der Paradieswelt wieder rausgeworfen? Kennt man sich ein Jahr später noch? Aus einigen Interviews mit Künstlern sind tatsächlich Freundschaften entstanden. Das ist für mich wirklich beeindruckend.

Joe: Passt zwar nicht ganz hier her, aber mein Abendessen mit DJ Storm (weibliche DJane und Mitbetreiberin des legendären Metalheadz-Drum & Bass-Labels aus London) im Jahre ’99 darf ich euch auf keinen Fall vorenthalten. Auf die Frage des Kellners hin bestellte Frau Storm nämlich Folgendes: „Well, I’ll definitely have to go for the Sirloin Steak Platter. Actually… without the peas and beans. And no, I’m not really feeling this potatoe kind of thing. Yeah… I think I’ll just have the steak. Thank you honey.“ Nur Fleisch. Nicht mal Soße. Was für eine Frau. Traum!

Davide: Eindrucksvoll im engsten Wortsinn war auf jeden Fall Fat Joes spontane Oberleibsentkleidung mit anschließendem Poolsprung mitten in einer Diskussion über Erwartungshaltungen in der Nachbarschaft. Um hier mal mit meinen Haupt-Männern Kris und Kross zu sprechen: Da Bomb.

Marc: Eindrucksvoll nicht wirklich, King Orgasmus One auf dem Oktoberfest ist aber definitiv ein Erlebnis. Ich hab noch nie jemanden gesehen, der sich dermaßen über Bier und Hirschgulasch gefreut hat wie Orgi.

rap.de: Joe, lass uns noch mal über Mode reden. Hand auf’s Herz: Sind die Kollegen überhaupt trendgerecht gekleidet?

Joe: Nun, ich denke, dass die Kleidung jedes Einzelnen zumindest recht gut seinen Platz im HipHop-Universum reflektiert. Davide legt zum Beispiel sehr viel Wert auf schlichten Kram. Also keine Allover-Prints. Er ist eher in der Lacoste-Abteilung zu Hause und rockt am liebsten limitierte Air Max. Wenn es um Sneaker geht, werden Marcs Augen übrigens auch sofort glasig. Ansonsten scheißt der Kollege einfach mal schlichtweg auf den ganzen Marken-Wahn. Underberg- und Chrom-Drips machen sich zudem eh nicht gut auf Sean John-Blazern. Markus geht wohl am ehesten für Triple 5 Soul und Ecko. Überhaupt müssen – oder besser dürfen – es bei ihm auch nicht unbedingt immer die smarties-farbenen Bapestas sein – schließlich muss am Ende immer noch ein bisschen Papier für den Nachwuchs übrig sein. Daniel ist stylemäßig irgendwie überall zu Hause. Er versucht sich wohl jeden Morgen wieder am Spagat zwischen Hörsaal und Straßenecke.

rap.de: Was sind überhaupt die neuesten Trends?

Joe: Loose Fit, aber nicht mehr baggy-baggy.

rap.de: Pret-a-Porter, Paris, Mailand, bist du denn allgemein modeinteressiert?

Joe: Definitiv. Ich checke wirklich alles aus. Ich meine, auch ne Latte schlürfende Tech-House-Nase kann stylisch gekleidet sein. Es muss ja nicht unbedingt mein Style sein. Wie war das doch gleich? „Respekt, ist unsere Aufgabe“.

rap.de: Und wie isses so mit den weiblichen Models…

Joe: Ein Genießer schweigt und castet.

rap.de: Wer sucht die überhaupt aus?

Joe: Ich natürlich. Ich bin ja nicht blöd…

rap.de: Beste Geschichte vom Fotoshooting?

Joe: Was soll ich sagen, die Shootings sind eigentlich immer ein großer Spaß, ja fast schon ein Familien-Ding. Nicht nur, weil ich in der Regel immer wieder mit den gleichen vier Fotografen arbeite, sondern vor allem auch, weil die Models meist aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis rekrutiert werden. Da sich Letzterer aber nicht jeden Monat zwangsläufig um drei Supermodels erweitert, bin ich natürlich auch an Bewerbungen interessiert. Wenn’s bei „Next Topmodel“ also nicht geklappt hat, verhilft euch auf jeden Fall die JUICE zu unfassbarem Ruhm und Welterfolg.

rap.de:Ok, jetzt wieder eine persönliche Frage an alle: Wer ist/sind der/die Held/en eurer Jugend?

Joe: Shaka Zulu, der Schwarze von He-Man, O-Dog und Ghandi.

Davide: Ghostface Killah, Noel Gallagher, Alberto Tomba.

Marc: KRS-One, Feinkost Paranoia, Snoop Dogg, Black Emanuelle und Homer Simpson. Daniel: Gott, Papa, Mama, mein Visagist. Eh klar. Ich fand Bum Kun Cha (ehem. Bayer Leverkusen) super. Außerdem Michael Knight, Bonnie, Devon, Sabre Rider und die Starsherrifs, der Weltallcowboy mit dem sprechenden Pferd, mein damaliger Gittarenlehrer, der mich zu Jungle und Breakbeat brachte. Außerdem: Richard von Weizsäcker, Mr. President und nicht zu vergessen: Hape Kerkeling. Oder hast du hier jetzt Rapper erwartet?

Markus: Meine Mom, meine Familie, Gottfried Helnwein, Abwärts, Razzia, Amber Lynn, Liberatores „Rank Xerox“, Bill Sienkiewicz, Dave McKean, Don Lawrences „Storm“, „Star Wars“ und viele, viele mehr…
 
rap.de: Du bist ja für den Graffiti-Bereich im Heft zuständig. Warst du früher selbst HipHop Aktivist?

Markus:Nicht im Sinne der klassischen Disziplinen. Aber diese Disziplinen-Definition muss man heute ohnehin weiter fassen. Konzertveranstalter, Labelbetreiber, Heftemacher – ohne sie wäre HipHop heute nicht das, was er ist. Und das sind alles Leute, die die Kultur genauso leben wie B-Boys, Writer, Rapper und DJs.  
rap.de:Wie kommst du eigentlich an die jeweiligen Graffiti-Artists ran?

Markus: Über persönliche Kontakte oder schlicht und ergreifend über das Internet.
rap.de:Über Graffiti sprechen heute nur noch wenige Rapper. Vor allem die werden i. d. JUICE gefeaturet und deshalb kaufen Kids das Mag. Bist du so etwas wie ein Missionar in Sachen Graffiti?

Markus: Die JUICE versteht sich durchaus als Medium,das alle Facetten der Kultur repräsentieren will legt dabei den Fokus aber ganz klar auf die Musik. Ein Missionar bin ich ganz sicher nicht, ich hege eine grundlegende Abneigung gegen dieses Wort und das, wofür es steht. Die Writer haben ihre eigenen Medien, ihre eigenen Fachmagazine. Ich will in der JUICE ausgesuchte Artists präsentieren und damit Leute, die sich für Graffiti nur bedingt interessieren, darauf hinweisen, dass es sich lohnt, in diese Welt einzutauchen.

rap.de:Sprüher haben ein spezielles Verhältnis zu Cops, wie sieht das bei dir im schönen München aus?

Markus: Nicht anders als in anderen deutschen Großstädten: Man ist nicht gerade down miteinander. Es wird in Deutschland ja viel über die bayrische Polizei geredet und an der Einschätzung, hier würde besonders hart durchgegriffen, ist sicher auch was dran. Die Bullen hier sind derart unlocker, dass jeglicher Kontakt mit ihnen immer einen latent aggressiven Touch hat. Witzigerweise bin ich auf einem der ersten sido Konzerte in München selbst mal für einen Zivi-Cop gehalten worden. Einen kleinen Spaß mit dem Typen konnte ich mir dann nicht verkneifen…

rap.de: OK und noch eine Frage zum Büroalltag: Wer kocht den besten Cafe?

Daniel: Unser Artdirector Bernie Valenta. Da bleibt sowohl der Löffel im Kaffee als auch dein Herz stehen. Super, das.

Markus: Keine Ahnung, ich versuche, mich von dem Teufelszeug fern zu halten. Ein oder zwei Tassen am Morgen zuhause müssen reichen.

Joe: Me dunnknow. Wenn Koffein, dann nur in Form von zuckerfreiem Red Bull.

Marc: Keine Ahnung. Ich bin der festen Überzeugung, dass Kaffee Impotenz und Mundgeruch verursacht, deshalb trinke ich im Büro nur Red Bull und beizeiten Bier.

Davide: Unser Grafiker Berni. Aber auch nur, weil er der einzige ist, der überhaupt Kaffee kocht. Ich bin Italiener, ich krieg von dieser deutschen Filterplörre Bauchschmerzen.

rap.de: In jüngster Zeit, wurde häufiger über radikale Werbekampagnen z.B. von Aggro diskutiert. Hattest du auch Bedenken, was abgeschlagene Köpfe usw. angeht? Gab es schon mal Werbung, die dir unpassend oder zu radikal war oder gilt da „all for the cash“?

Joe: Nein, wir haben schon mehrmals Anzeigen abgelehnt, darunter auch zwei von Aggro Berlin, die dann leicht verändert erschienen sind. Natürlich ist für den Inhalt einer Anzeige in erster Linie der Kunde verantwortlich, wir müssen das also nicht zwangsläufig gut finden – aber zumindest akzeptabel sollte schon drin sein.

rap.de: Ihr wohnt alle in München. Daher FC Bayern, 1860 oder was ganz anderes?

Davide: 1860. Das ist schon was ganz anderes.

Daniel: TSV 1860. Klar, Bayern spielt den besseren Fußball und all das. Aber wie sagte der Stadionsprecher der 60’er, Stefan Schneider, so passend. „Der FC Bayern hat Zuschauer, TSV 1860 München hat Fans.“ So und nicht anders. Und Mate Ghvinianidze ist sowieso Chef.

Markus
: 1860. Einmal Löwe, immer Löwe! Basta.

Marc: Fußball, mei… 1860 bleibt Untergrund. Also 60. Eigentlich lieber Boxen oder Kunstturnen, das ist weitaus spektakulärer.

Joe: K-1 im Fight Club auf Eurosport.
rap.de: Mittlerweile gibt es ja recht viele sehr gute HipHop-Filme. Chappelle’s Block Party, Status Yo, Wholetrain, 8 Mile, Wildstyle, Beatstreet oder ist euer persönlicher Favorit ein ganz anderer Film?

Marc: "Style Wars". Und "La Haine". Die anderen hab ich natürlich auch gesehen, aber meine beiden Favourites kann ich fast auswendig. "I’m not a graffiti artist. I’m a graffiti bomber." Und: "Er ist ein Bulle. Und Bullen gibt man nicht die Hand.&;quot;

Markus: „Das Auge“ von Claude Miller, mit Michel Serrault und Isabelle Adjani. Und: „19“ von Kazushi Watanabe. Von den Genannten: „Wholetrain“.

 
rap.de: Von Journalisten geht man ja immer aus, dass sie in der Schule gut waren. Ward ihr denn früher gut in Deutsch? Oder ist hier doch der ein oder andere Typus „Strassenabitur“?

Markus: Ich war immer gut in Deutsch – und hab dennoch Mathe als Leistungskurs gewählt, weil man mit einem naturwissenschaftlichem Background „später bessere Perspektiven hat“. Ha ha – was für ein Fehler!

Davide: Streber mit Straßenkante.

Daniel: Ich hatte gute Noten in Deutsch, ja. Ich habe auch ein gutes Abitur. Ich habe sogar studiert und schreibe gerade an meiner Magisterarbeit. Ist doch ekelig, oder?

Marc: Ich war schon ziemlich gut in Deutsch, deswegen mach ich bei der JUICE auch die Schlussredaktion und bügel die Rechtschreibfehler meiner Kollegen aus. Straßenabitur wurde erst nach meiner Zeit eingeführt. Leider.

rap.de: Solltest ihr Falk einmal für eine Ausgabe beerben, worüber würdet ihr schreiben?

Joe: Über das Leben abseits von HipHop. Denn das gibt es tatsächlich. Auch für einen JUICE-Redakteur.

Davide: Falk’s Kappenknickstil.

Marc: Ganz aktuell über dieses unsägliche Bözemann-vs.Massiv-Diss-Video auf YouTube. Seit ich die Kommentare dazu gelesen habe, wo sich Albaner, Serben und Araber gegenseitig als "Vergewaltigungsopfer", "aus dem  Arsch geschissenes Tier" oder auch "Jude" beschimpfen, befürchte ich,  dass solche Konflikte in Zukunft auch mittels Rap ausgetragen werden. Und das
wird mit Sicherheit ins Auge gehen. Erster Rap-Toter und so…

Daniel: Über Falk als Phänomen an sich. Da müsste ich aber eine Doppelseite beim Chef beantragen.

Markus: Entweder über ein zu dem entsprechenden Zeitpunkt stark präsentes Phänomen oder darüber, warum man Rapper auf Fotos nie lachen sieht.

rap.de: Du bist ja bei euch für die komplette Fotoredaktion zuständig und somit Experte. Nenne doch mal 3 Cover, die du für bahnbrechend hälst?

Markus: Es gab natürlich eine Menge JUICE Cover, auf denen richtige Knallerbilder zu sehen waren, von Missy (#13) und Ol’ Dirty Bastard (#15) über The Roots (#49) und Ludacris (#57) bis hin zu The Game (#73) und Deine Lieblings Rapper (#75). Herausragend war aber zum einen das Cover der ersten Style Issue (#44), für das Specter satte 28 Character in verschiedenen HipHop-Outfits gezeichnet hat. Dieses Konzept hatte es so zuvor auf einem JUICE Cover nicht gegeben. Auch WONs illustriertes Tupac-Cover (#36) hat alles geburnt. Unbedingt erwähnenswert ist allerdings auch das aktuelle Cover der hundertsten Ausgabe. Fotografin Katja Kuhl hatte exakt drei Minuten Zeit, aus Fitty mit der von uns organisierten MOET Flasche den Glückwunsch an uns herauszulocken. Das Ergebnis spricht für sich. Ach ja, das Fat Joe Cover (#40) hat so einige Leser in ihren ästhetischen Grundfesten erschüttert. Wir finden es nach wie vor killer!

rap.de:Wie ist das: Verbirgt sich hinter einem guten Coverfoto auch ein Künstler, der gute Musik macht, oder lässt sich das nicht sagen?

Markus: Ich fürchte, das kann man so nicht sagen. Wie bei Interviews ist auch bei Fotoshootings die Tagesform eines Künstlers entscheidend. Ein Künstler kann durchaus gute Musik machen und sich trotzdem beim Shooting von seiner schlechten, unausgeschlafenen, zu-geilen-Posen-unfähigen Seite zeigen. Kanye hat sich für das Covershooting zu unser dritten Style Issue 2004 mehr als zwei Stunden Zeit genommen, hat ’zig verschiedene Outfits angezogen und war richtig engagiert. Als wir ihn ein Jahr später wieder auf’s Cover nehmen wollten, gestaltete sich die Bildfrage als weitaus komplizierter. Wir hatten u.a. die Option, auf das Shooting eines französischen Fotografen zurück zu greifen, nur sah man Kanye auf den Bildern an, dass er 48 Stunden nicht geschlafen hatte – die Augen waren aufgequollen und auf Halbmast. Gute Musik, schlechte Tagesform, folglich: schlechte Bilder. Wir haben dann letztendlich auf ein Agenturbild zurückgegriffen.

rap.de: Wie findet denn ein Künstler-Foto den Weg aufs Cover der JUICE.

Markus: Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, Quellmaterial zu organisieren. Im besten Falle bekommt man ein eigenes Shooting mit dem Künstler, dann hat man natürlich die meiste Kontrolle über das Endergebnis. Ist ein eigens von uns in Auftrag gegebenes Shooting nicht drin, zapfe ich mein internationales Netzwerk an Fotografen an und frage, ob einer von ihnen unlängst den entsprechenden Künstler abgelichtet hat bzw. selbst so gute Kontakte hat, dass er ein Shooting organisieren kann. Zudem arbeiten wir mit einigen Bildagenturen zusammen, von denen oftmals gutes Material zu beziehen ist. Hat man dann einen Berg an Bildern von einer oder mehreren Quellen vor sich liegen, wird gemeinschaftlich entschieden, welche Bilder Coveroptionen sein könnten. Damit layoutet unser Grafiker Bernie Valenta dann verschiedene Alternativen und am Schluss gibt es eine Abstimmung, welches Bild es letztendlich macht.

rap.de: Wie viele Cover und Bilder sind den so in jeder JUICE Ausgabe enthalten? Wie lange suchst du und bastelst du da rum?

Markus: Platten-, Tape-, Demo- und DVD-Cover vielleicht zirka 50 Stück, Bilder: Unmengen, habe ich noch nie nachgezählt. Die Graffitifeatures sind bewusst bildlastig gehalten und die Writer sind inzwischen besser organisiert, was die Fotoanlieferung betrifft, weil die meisten ihre Flix ohnehin in digitalen Archiven lagern. Der Organisationsaufwand lässt sich schwer in Stunden berechnen, bei in Auftrag gegebenen Shootings zählt ja auch der gesamte Akt des vorangehenden Fotografenbriefings dazu. Das ist definitiv ein Fulltimejob, Fotoredakteur ist ja auch eine eigene Berufsbezeichnung.
 
rap.de:Schon mal ein Wunsch-Cover nicht organisiert bekommen?

Markus: Klar: Das Tupac meets Biggie- und das Savas meets Eko-Cover. Im Ernst: Nein. An der Bildfrage ist bisher noch kein Cover gescheitert. Wir haben vielleicht nicht immer alle Bildkonzepte, die wir angedacht hatten, umsetzen können, aber es ist noch nie ein Künstler nicht auf’s Cover gekommen, weil es keine Bilder von ihm gegeben hätte.

rap.de:Was ist das schlimmste Bild, das dir jemals unter die Finger kam?

Wenn es das jemals gegeben hat, dann ist es garantiert nicht gedruckt worden. Grundsätzlich ist es natürlich so, dass Untergrund-Künstler oftmals das schlechtere Bildmaterial am Start haben, weil ihnen schlicht die Möglichkeiten fehlen, geile Shootings zu finanzieren und zu organisieren. Allerdings habe ich festgestellt, dass sich in diesem Bereich in den letzten Jahren viel zum Positiven hin entwickelt hat. Auch bei den Künstlern ist es inzwischen angekommen, dass das Bildmaterial extrem dazu beiträgt, wie sie von den Lesern/Fans wahrgenommen werden. Auch von Underground-Artists werden die Bilder immer professioneller – und das nicht erst seit Aggro. Sicher spielt auch die Entwicklung der digitalen Fotografie dabei eine Rolle: man kann noch während des Shootings das Ergebnis überprüfen, Kosten für Bildentwicklung und Abzüge entfallen, mehr Amateure fangen an, semiprofessoniell zu arbeiten.

rap.de: Habt ihr euch als Reporter auch einmal gewünscht, irgendwann interviewt zu werden?
Markus: Auch wenn manche das anders sehen und in Interviews zu viel Persönliches mit einbringen: Es geht nicht um den Journalisten, sondern um den Interviewten. Daher: nein. Allerdings kommt es in zwölf Jahren als Musikjournalist zwangsläufig vor, dass man auch mal selbst interviewt wird.

Joe: Klar. Hier mal ein paar Fragen, die ich gerne gestellt bekäme:„Hörst du privat eher Rap oder HipHop?“, “Wie bist du zu deinem Namen gekommen?“, „Glaubst du nicht auch, dass die kommende JUICE die beste deiner Karriere sein wird?“

Davide: Eigentlich nicht. Ist aber ganz witzig.

Daniel: Eigentlich, wenn man mal kapiert hat, wie Interviews laufen, ist das nicht mehr so die große Sache. Außerdem kann ich es nicht abhaben, wenn sich Musikjournalisten prätentiöser und cooler geben, als die Künstler selbst. Ergo: lieber halt ich die Klappe und mache meinen Job. Wer meine Meinung hören will, der kann mich jederzeit auch so fragen.

Marc: Logo.

rap.de: Letzte Frage: Wo wäret ihr, wenn ihr nicht bei der JUICE arbeiten würdet?

Davide: Am Beckenrand.

Joe: Beim Fernsehen oder in der Schlange vorm Arbeitsamt.

Markus: Mit meiner Frau und meinem Sohn auf einer karibischen Insel…

Daniel Vermutlich in El Salvador, bei meiner Familie. Dort würde ich dann Brunnen graben, Krankenhäuser bauen und reiche Amerikaner ausnehmen, damit mein kleines Dorf wieder etwas zu Essen hat. Auch keine schlechte Idee, wie mir gerade kommt.

Marc: Immatrikuliert und bekifft auf meiner Couch. Ist schon viel, viel besser, so wie es jetzt ist.

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