Fat Joe


rap.de: Wie kam es zu dem Bruch mit Atlantic?

Fat Joe: Es war eine reine Business-Entscheidung. Ich habe einfach Leute wie Mike Jones und Paul Wall mit ihren Indies gesehen und wie sie für jede verkaufte CD 7 Dollar bekommen. Ich habe im Vergleich gerade einmal 80 Cent bekommen. Außerdem wollte ich endlich mein eigener Boss sein. Als ich bei Atlantic um einen adäquaten Vertrag angefragt hatte, waren sie nicht bereit auf mein Angebot einzugehen, mit der Begründe ich sei noch nicht so weit. Da wusste ich, dass es Zeit für mich ist, zu gehen. Es war nichts emotionales, ich musste einfach weiter.

rap.de: Warum heißt das Album „Me,Myself and I“? Ich schätze es ist nicht als Referenz zu De La Soul zu verstehen.

Fat Joe: (lacht) Nee, das hat mit De La nichts zu tun. Der Titel kommt daher, dass ich mich für das gesamte Album allein im Studio eingeschlossen hatte. Ich nahm keine Kritik an, keine Ratschläge, sondern hab es alles in Eigenregie produziert. Ich hatte mir als Ziel gesetzt, das beste Fat Joe Album zu machen, das ich nur machen könnte. Und ich bin definitiv mehr als zufrieden mit dem Ergebnis.

rap.de: Nachdem du Atlantic verlassen hattest, sagtest du in einem Interview, dass „Me, Myself and I“ das Album sei, welches du schon immer machen wolltest. Kann man daraus schließen, dass du dich auf einem Major nie richtig ausleben konntest?

Fat Joe: Ok, ich will eigentlich nicht haten, aber wenn du auf einem Major bist und dir dieser Major dazu noch eine Menge Geld gibt, ist es logisch, dass sie von dir auch erwarten, eine bestimmte Art von Musik zu machen. Nämlich solche, die sich verkauft. Und um zu verkaufen, brauchst du Radio Play. Leider ist es in den Staaten so, dass du auf jeden Fall für jeden etwas dabei haben musst, also auch so genannte Ladies-Song um im Radio oder auf MTV Rotation zu bekommen. Jetzt, da ich Indie bin, habe ich das Gefühl, endlich wieder jegliche Art von Musik machen zu können. Hauptsache ich befriedige damit meine wahren Fans, also meine Basis.

rap.de: Darin liegt also dementsprechend der Unterschied zu deinen anderen Alben?

Fat Joe: In gewisser Weise schon. Mit diesem Album wollte ich zurück zu meinen Wurzeln. Zurück zu der Zeit von „Represent“ und „Jealous Ones Envy“, der D.I.T.C.-Zeit. Der einzige Unterschied liegt somit nur in der Zeit. Wir haben es 2006 und ich bin lyrisch stärker geworden. Schau, dieses Album ist für Typen im Knast, die nur einen Walkman haben. Ich habe Stories auf diesem Album, mit denen die Jungs da drin was anfangen können.

rap.de: Du bist schon seit über zehn Jahren dabei. Was gibt es noch zu sagen, warum noch ein weiteres Album?

Fat Joe: Ich liebe es einfach Musik zu machen. Musik ist meine Leidenschaft. I love being hot and I love people saying that my music is crazy. Es ist mir einfach wichtig, Musik zu machen.

 

rap.de: Ich habe leider nur ein Teil der Tracks bekommen. Aber die Songs, die ich gehört habe, featureten niemanden aus New York. Wie sieht es mit dem Rest des Albums aus? Immerhin bist du bekannt dafür, Flagge für deine Stadt zu zeigen.

Fat Joe: Schau, ich feature niemanden, bloß weil er aus New York kommt. Ich habe kein Problem damit auch jemanden von der Westküste auf mein Album zu packen. Ich will nur die Besten auf meinem Album haben. Das ist für mich das Wichtigste. Deswegen gibt es auch zwei Lil Wayne-Features. Ich finde einfach, dass er momentan der beste Rapper in diesem Game ist. Und zu The Game braucht man eigentlich auch nichts mehr sagen. Sein Album war ein Instant Classic. Dieser Typ ist einfach ein Segen für HipHop. Er ist respektvoll und weiß wo er herkommt und ich respektiere ihn als Künstler. Ich bin also definitiv nicht der Typ, der Leute featuret bloß weil sie aus Brooklyn sind.

rap.de: Und was ist mit Leuten aus deinem Camp?

Fat Joe: Nein. Wie gesagt, ich habe mich im Studio eingeschlossen und das Ding vollkommen allein durchgezogen.

rap.de: Wo wir schon dabei sind: Sowohl DJ Khaled als auch Remy Ma haben in diesem Jahr ihre Debüts releast. Bist du zufrieden?

Fat Joe: Was soll ich sagen? Ich finde Remy Ma hat ein Wahnsinns Album raus gebracht und DJ Khaleds Album ist einfach nur krass. Weißt du, am Ende des Tages machen wir Musik. Das heißt also, wenn die Leute rausgehen und unsere Scheiben kaufen, sind wir glücklich. But if they don’t go support and buy the record, we still make great music! Ich glaube nicht, dass du Platten nur dann magst, weil sie sich gut verkaufen. Du magst diverse Platten und unterstützt sie, weil sie etwas in dir auslösen. Und genau aus diesem Grund haben für mich Talent und Skills auch nichts mit Verkaufszahlen zu tun.

rap.de: Also ist die Enttäuschung über Remy Mas eher durchschnittliche Verkaufszahlen nicht so groß?

Fat Joe: Doch schon, denn letztlich leben wir davon. Wobei man sich bei 2 Millionen verkauften Einheiten auch nicht so beschweren sollte. Aber was soll man machen…

rap.de: Es wird ja immer wieder darüber diskutiert, ob New York nun tatsächlich seinen Stand im Rap verliert oder nicht. Wer glaubst du, ist das nächste große Ding aus New York?

Fat Joe: Wer es von den jungen Leuten sein wird, kann ich dir nicht sagen. Doch ich bezweifle dass New York seine Position verlieren wird. Wie auch? Schau dir doch mal bitte an, wer demnächst alles ein Album releast: Jay-Z kommt mit einem neuen Album, Jim Jones releast ein neues Album. Seine Single läuft hier auch grad auf heavy rotation. Diddy hat einen neuen Joint, ich hab mein neues Ding am Start und dann wird auch noch Nas neuen Stuff veröffentlichen. Ich würde schon sagen, dass wir gute Musik in New York haben.

 

rap.de: Und was ist mit Terror Squad? Können wir da auch bald etwas erwarten?

Fat Joe: Ja, es wird auf jeden Fall eine neue TS-Compilation geben. Darauf werden auch junge, unbekannte Künstler gefeaturet sein.

rap.de: Du bist ja der Mitgründer des ersten Latin Music Festivals, „Libertad“. Wie schätzt du das gesamte Latino-Movement ein? Glaubst du, dass Stile wie Reggaeton eine Zukunft haben werden, oder war alles nur ein Hype?

Fat Joe: Wir werden sehen. Music, that comes from the ground, that comes from the ghetto, that comes from the true people’s perspectives, can never be bottled up. It can only grow and get bigger and bigger with time.

rap.de: Dieses Jahr konnte man dich ja endlich in Europa sehen und im Umkehrschluss, konntest du sehen was hier so geht. Was für Eindrücke hast du bekommen?

Fat Joe: Ich hatte mir schon gedacht, dass die crowd hier ziemlich abgeht. Ich wusste aber zum Beispiel nicht, wie schön die Architektur dort ist. Ich konnte auf jeden Fall fühlen, dass ihr sehr leidenschaftlich seid, was HipHop betrifft und dass ihr amerikanische Künstler extrem unterstützt. Alles entsprach also meinem Bild, das ich von der europäischen crowd hatte. People came out, they were so supportive. They showed so much love and I really appreciate the European people coming out, supporting Fat Joe like they did. It really made me feel special.

rap.de: Also wird man dich auf jeden Fall wieder sehen?

Fat Joe: Definitiv!

rap.de: Wie sieht`s aus: Wärst du bei einem neuen D.I.T.C Album dabei?

Fat Joe: I’d love to! Ich hab letzte Woche mit Finesse gesprochen und hab zwei Tracks mit Diamond gemacht. I’m dying to make an „Diggin’ In The Crates“ Album!

rap.de: Was hälst du von dem neuen AG-Album?

Fat Joe: Ich wünsche ihm nur das Beste. Du weißt, AG ist mein Bruder im Herzen. Er macht sein Ding und ich liebe es, dass er sich einfach nicht unterkriegen lässt. Das ist das Wichtigste.

rap.de: Ich danke dir für das Inteview.

Fat Joe: Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast.

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