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Rapde-Redaktion - “Hoes, Flows und Meinungen”
Journalistisch wertvolle Beiträge von den fabelhaften Menschen der rap.de-Redaktion.
25.07.2008
Geschlechtskrankheiten
Am letzten Samstag besuchte ich die Fünf Jahre Fulltime Records-Party (das musste ich erwähnen, denn wir sind ja hier bei rap.de und Hip Hop, yo!), zumindest glaube ich das. Ist auch unwichtig, ich begleitete Bekannte von mir und war lediglich eine halbe Stunde da, um den gratis Sekt abzugreifen und, und dies ist der eigentliche Grund dieses Blogeintrags, ich besuchte die Toilette der "Filmbühne". Öffentliche Sanitäreinrichtungen an sich sind ja schon so eine Sache. Zumeist ziemlich eklig, manchmal aber auch so verblüffend luxuriös, das man direkt dort wohnen möchte. Im Bundestag ist das zum Beispiel so. Aber da muss es auch sauber sein, die koksen dort schließlich von den Klodeckeln.

Wie auch immer, in jedem Fall gibt es seit neuestem ja total Zielgruppentechnisch zugeschnittene und wahrscheinlich von fünfzig asiatischen Superhirnen psychologisch manipulierend entwickelte Werbeplakate in den Kabinen. Meist für irgendwelche belanglosen Sachen wie Tampons, Kinderspielzeug oder Ketchup. Umso schockierter war ich, als ich folgendes neben mir entdeckte:



Drei fröhlich tanzende Nutten in verrückten Comic-Outfits, die offensichtlich für alle Frauen dieser Welt stehen sollen (wie diskriminierend eigentlich. Wo ist Alice Schwarzer, wenn man sie mal braucht?) und darunter "Scheidenpilz Ausrufezeichen". Ich mag mich irren, aber zählt das nicht zu den Dingen, die man nie nie niemals auf einer öffentlichen Toilette lesen möchte? Direkt nach "Kein Mythos: Krokodile kommen doch aus Abwasserrohren!" und den mit pinkem Edding an die Wand gekritzelten Worten "Charlotte Roche was here". Ebenfalls nicht unbedingt beruhigend ist die darauffolgende Information, dass 75 Prozent des weiblichen Geschlechts schon einmal an dieser Krankheit litten und somit die Wahrscheinlichkeit, dass eine befallene Person vor einem auf dem Klo war, immens hoch ist.

Ich mag mich da aber auch irren!

lisa

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21.07.2008
Tupacs Karre auf Ebay

Manchmal hat man das Gefühl, in einer Welt voller Deja-Vus zu leben. "Boris Becker mit neuem dunkelhäutigen Flittchen auf Malle", "DMX hat sich als chinesischer Professor ausgegeben, um Studiengebühren nicht zahlen zu müssen" und nicht zuletzt Meldungen darüber, was alles aus dem Tupacschen Restbestand zum Verkauf steht. Nicht nur, dass nahezu permanent unveröffentlichtes Songmaterial auftaucht, was der tragisch verstorbene Künstler womöglich im Suff auf der Toilette schrieb und dann einfach vergessen hatte wegzuwerfen, nein, jetzt kann man für ein altes Auto des Rappers auf Ebay Gebote abgeben. Hierbei handelt es sich um einen Jaguar XJS aus dem Jahre 1995 im britischen Grün samt hellbeigen Ledersitzen mit Edelholzarmaturen. Angetrieben wird das gute Stück von einem Sechs-Zylinder-Motor mit 4,0 Litern Hubraum, welcher schon 16 055 Meilen hinter sich hat.

Aber seien wir ehrlich: all das ist uninteressant und nichtig gegenüber der Tatsache, dass Tupac in diesem Auto saß. TUPAC, der Prophet der schwarzen Unterschicht, die Stimme der Unterdrückung, die auch gerne mal Gedichte schrieb und bekennender Anhänger des Italieners Niccolò Machiavelli war. Ebendieser Politiker sprach sich für eine rücksichtslose Ausnutzung aller Mittel zur Erreichung des eigenen Vorhabens aus, nur so am Rande. Laufen ja viele mit "Makaveli"-Klamotten rum, die das vielleicht nicht wussten.

Zurück zum Auto. Es gehörte also dem im Nachhinein zum Helden und nicht zuletzt Gott stilisierten Herrn Shakur, was die Fahrzeugpapiere belegen sollen. Auch davon gibt es Fotos, es scheint sich also wirklich um das Original aus dem "To Live And Die In L.A."-Video zu handeln. Greift zu, Homies, Brüder, weiße Mittelschichtskinder, in denen die geplagte Seele eines diskriminierten schwarzen Mannes verborgen liegt. Für nur 40.000 Euro Startgebot seid ihr dabei oder um es mit den Worten des anonymen Anbieters, der zufälligerweise im selben Haus wie Tupacs Mutter wohnt, zu sagen: "A chance to purchase history!"

lisa




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02.07.2008
Bushido droht Aggro Berlin

Es gibt diese ewigen Rivalitäten, die irgendwann mal losgetreten wurden und wahrscheinlich niemals enden: Schalke 04 gegen Borussia Dortmund, Daniel Küblböck gegen Gurkenlaster und Bushido gegen Aggro Berlin. Letzterer, seines Zeichens der kommerziell erfolgreichste Deutschrapper, hat nun das erste wirkliche Statement zur Fehde mit seinem ehemaligen Label abgegeben. In einem gestern Nacht aufgetauchten Youtube-Video (hier klicken) spricht er über sein Verhältnis zu Sido, Fler und Freunden aus arabischen Cafès.

Das zehnminütige Video beginnt mit den Worten "Yo, ich wollte mal was klarstellen", zeigt den 29-Jährigen mit seinem womöglich an ihn angewachsenen Lebensabschnittspartner Kay One und ist alle fünfzehn Sekunden geschnitten. Wie lange Bushido also wirklich geredet hat und vor allem worüber noch, bleibt offen. Was genau er mit der so sehr unzusammenhängend wirkenden Ansprache bezwecken will, eigentlich auch. In jedem Fall muss Sido jedoch ein Interview gegeben haben, in dem er behauptete, sein Ex-Kollege hätte bei einschlägigen Veranstaltungen wie dem Comet oder dem Echo Angst vor einem klärenden Gespräch gehabt. Dies erfuhr Bravo-Bushi bei einer Fahrt mit seinem "CL AMG 63" (das erwähnt er ganz beiläufig. Schleichwerbung wie einst bei diversen ARD-Soaps? Vielleicht), als sein Mitarbeiter ihm diesbezüglich eine SMS schrieb. Man schreibt sich Nachrichten bei Ersguterjunge. Das ist ein bisschen süß, aber zurück zum Sido-Interview: dieser Tatbestand muss natürlich klargestellt werden. So ganz durchsichtig, wie das wirklich alles lief, ist es nach einer ausufernden und etwas wirr wirkenden Erklärung zwar immer noch nicht, dass Sido jedoch nicht bereit ist aufzutreten, während Bushido sich in der Halle befindet, wird deutlich. Während sein Chef spricht, starrt Kai Eins mal bedrohlich, mal lüstern in die Kamera. Erstaunlich, dass er es so lange durchhält, seine linke Augenbraue hochzuziehen, ich persönlich hätte bereits einen Gesichtskrampf bekommen.

Der Maskenmann ist jemand, "der sich so eine Scheiße nicht erlauben darf". Warum nicht, erfahren wir im weiteren Verlauf der Erzählung, die sich rasch ihrem Höhepunkt nähert. Im Jahre 2002 nämlich, als mit Aggro Berlin alles noch cool war und man in Specters "geilem Dreier Golf" (hierbei grinst Bushido und man sieht seine strahlend weißen neuen Frontzähne) zu einem Konzert von B-Tight und Sido nach Coburg fuhr. Hierbei muss es zu einer wilden Rumknutscherei zwischen einem Back Up-Rapper der lokalen Vorgruppe und dem Aggro-Zugpferd gekommen sein. Ja, das klingt sehr abstrus. Ja, auch ein bisschen ausgedacht. Anscheinend scheint dieses Erlebnis den mittlerweile fast dreißigjährigen Platin-Besitzer jedoch so traumatisiert zu haben, dass dieses belastende Wissen nun, sechs Jahre später, aus ihm heraus bricht. Man kann aber auch über alles reden, räumt Bushido anschließend ein. Fler, Sido, Hengzt und sowieso alle Menschen dieser Welt seien herzlich in die Yorckstraße eingeladen. Dort würde es Tee geben, vermutlich aber auch, und das wird hier verschwiegen, hundertfünfzig schlecht gelaunte Araber. Denn "der Bumerang wird zurück kommen" und den Aggro-Leuten wird geraten "nur geradeaus zu laufen und auf den Boden zu gucken". Man mag es als ernst gemeinte Drohung verstehen, als Zementierung des eigenen Gangster-Status, eventuell ist es aber auch der verzweifelte Hilferuf eines aufgrund homoerotischer Action traumatisierten Mannes. Dramatik pur. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.


lisa

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