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Rapde-Redaktion - “Hoes, Flows und Meinungen”
Journalistisch wertvolle Beiträge von den fabelhaften Menschen der rap.de-Redaktion.
05.12.2008
Public Enemy in Berlin
Flavor Flav ist verrückt. Irgendwie vermittelt sich mir der Eindruck, in letzter Zeit nur noch Blogs über Leute zu schreiben, die in irgendeiner Art und Weise psychisch nicht ganz auf der Höhe sind, aber gut. Gerade das ist ja irgendwie auch interessant und erzählenswert und deshalb möchte ich mich auch gar nicht beschweren. Gestern wohnte ich der Aufzeichnung der am morgigen Samstag um 15 Uhr ausgestrahlt werdenden TRL XXL-Ausgabe mit dem Public Enemy-Mitglied bei und ich muss sagen: das stundenlange Warten hatte sich gelohnt. Weil Flavor Flav nämlich ein Amerikaner ist und Rapper aus den Staaten nie, aber auch wirklich nie zu irgendetwas rechtzeitig erscheinen können, weil sie es trotz Tourmanager und persönlicher Assistenten nicht gebacken kriegen, ihren Flug zu erwischen, wurde die Sendung nicht wie geplant gegen 15, 16 Uhr, sondern zwischen Acht und Neun aufgezeichnet.



Auch die Moderatorin Hadnet war wenig amused über die Verzögerung und man fragte sich, ob der sehnlich erwartete Künstler wohl vergessen hatte, seine Uhr zu stellen. Ha-Ha. Egal, in jedem Fall war die Gesamtheit etwas abgeturnt, als der Herr dann doch irgendwann eintraf, allerdings schaffte es der charismatische nicht mehr ganz so junge Mann durch mehrmaliges, euphorisches Rufen seines eigenen Namens sowie der Worte "YEAH!" oder "OH WOW!" die Stimmung zu lockern. Geschmackvoll wie immer war er dann auch noch gekleidet und überraschte sogar mit geradezu klassisch-minimalistischer Umhänge-Uhr.

Die Sendung an sich verlief, wie alle derartigen Shows: reden, sich gegenseitig cool finden, lachen, Einspieler und so weiter. Schaut es euch einfach an. In jedem Fall möchte der gute Flav aber unsere Sangeskünstlerin Sarah Connor ehelichen, die ja ebenfalls Reality Show-Erfahrung sowie Kinder hat. Hierbei sollte angemerkt werden, dass die frisch getrennte Delmenhorsterin geschätzte 1,80 Meter groß ist und Flavor… nicht. Nach gut einer Stunde Aufzeichnungszeit musste er dann auch gen Postbahnhof aufbrechen, wo sein Public Enemy-Partner Chuck D. bereits auf ihn wartete. Die beiden Rap-Koryphäen sind nämlich in unserer wunderschönen und manchmal doch so hässlichen Hauptstadt aufgetreten, was uns zum wirklich relevanten und von unserer Leserschaft immer wahnsinnig nachgefragten truen Oldschool-Rap-Teil dieses Blogs bringt. Andererseits hat man diesbezüglich immer so ein bisschen den Verdacht, dass die Leute, die das fordern, tendenziell trotzdem nur Sachen über Bushido, Sido oder Bözemann lesen. Aber gut, gehört hier nicht hin.


Wo waren wir? Der Auftritt. Genau. Das Publikum ließ sich als durchaus gemischt bezeichnen, von sehr linksradial aussehenden Mitdreißigern bis hin zu minderjährigen, "Flavor Flav!"-schreienden Mädchen mit Wodka Redbull in der Hand war alles dabei. Musikalisch wie darstellungstechnisch war die Show mehr als ansprechend, nichtsdestotrotz merkte man den beiden Akteuren an, dass sie eben nicht mehr die Jüngsten sind. Während Chuck D. seinen Auftritt sehr routiniert und souverän abspulte, wirkte Flavor Flav als alternder Clown eher wie die tragische Figur der Hip Hop-Combo. Der Chef würde jetzt sagen "Crack macht’s möglich", ich für meinen Teil finde die Agilität des 49-Jährigen schlichtweg beeindruckend. Was mir des Weiteren während des Auftritts auffiel: die Uhr, die er um seinen Hals hängen hat, geht nicht. Sie zeigt immer dieselbe Zeit an.

Der Text hier ist im Prinzip eigentlich nur die Preview für den ausführlicheren Bericht unseres Neu-Praktikanten Thomas, der irgendwann im Laufe des Abends respektive morgen online gehen wird. Um die Wartezeit, und ich bin mir sicher, es lohnt sich, zu überbrücken, empfehle ich übrigens unser großes Back In The Days-Public Enemy-Special. Wenn das nämlich kein Hip Hop ist, dann wissen wir auch nicht, was ihr eigentlich wollt.





lisa

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01.12.2008
Kanye West: Tabaluga meets Mad Max
Kanye West. Wir fahren zu Kanye West nach Hamburg. An einem Freitag. Mit Sektempfang für die geladenen Pressegäste. Ich muss sagen, dass die Schlüsselworte "Kanye West" und "Sektempfang" für mich absolut gereicht haben, um begeistert aufzuspringen und "Hier! Hier! Hier!" zu schreien. Dementsprechend erwartungsvoll und euphorisiert bin ich dann auch mitsamt dem König von rap.de, meinem Mitpraktikanten Max und S., dem geduldigen und vor allem Alkohol-resistenten Fahrer, in die Hansestadt aufgebrochen. Nach diversesten Verzögerungen (Tanken, Handy vergessen, Mitpraktikant irgendwo zwischen Kottbusser Tor und Hermannplatz verschollen, ausgiebiges Essen bei einer amerikanischen Fastfood-Kette auf Kosten des Chefs) erreichen wir endlich gegen halb Drei Uhr nachmittags das Loft unserer Freunde von Mixery Raw Deluxe, um ausgiebig Champagner zu trinken und uns halbnackt auf Eisbärfellen zu fläzen. Was man in Lofts halt so macht. Irgendwann dazwischen haben wir es dann tatsächlich auch noch geschafft, News zu schreiben und das Mok-Interview online zu stellen.

Gegen 18 Uhr geht es dann schon leicht angeheitert gen Color Line Arena zum VODAFONE MUSIC UNLIMITED (wir bekommen für Nennung von Markennamen übrigens kein Geld. Ich finde, das sollte sich ändern) Event. Riesige Menschenmengen versperren den Blick auf den ausgeschilderten Presseeingang und eine leicht gereizte Stimmung macht sich breit ("Was ist denn jetzt?" / "STELL MIR NICHT SOLCHE FRAGEN!!"). Eventuell liegt es auch daran, dass der Presseeingang eben nicht ausgeschildert ist, eine gefühlte halbe Stunde später sind wir dann aber doch drin und tragen Umhängekarten mit denen wir wichtig und wahnsinnig erotisch aussehen. Dort treffen wir auch wieder unsere Homeboys von Mixery Raw Deluxe sowie Toxik von hiphop.de. Letztere sind nicht so richtig unsere Homeboys, aber ihr wisst ja, wie das ist. An der Spitze ist es einsam und kalt, andererseits ist man auch näher bei Gott und manchmal fühlt man sich wie Moses, möchte den gewaltigen Berg hinabsteigen und rufen "Sehet! Ich trage die Weisheit in meinen Händen!"

Nun gut, da bin ich jetzt wohl etwas abgedriftet und sicherlich möchtet ihr viel lieber wissen, wie die kostenlos bereitgestellten Alkoholika im Pressebereich schmeckten. Ich werde es euch sagen: scheiße. Der Sekt ist zu süß und auch der Weißwein schmeckt nicht nach sonnigen Bergen im Moseltal, sondern viel eher nach kalt ausgeleuchtetem Regal bei Lidl. Direkt neben der Tetra Pack-Plörre für Einsfuffzich. Das war beim VODAFONE MUSIC UNLIMITED Konzert mit Xavier Naidoo im Admiralspalast besser. Das Essen hingegen ist ok. Ein bisschen. Gegen 21 Uhr fängt dann das Konzert an und der Cateringbereich wird geschlossen. Das ist fatal, denn so wird man dazu ermutigt, in zwei Stunden so viel zu Essen und vor allem zu Trinken, wie nur irgendwie geht, wenn man das Maximum rausholen will. Natürlich haben wir das getan und so verfolge ich mit glasigem Blick wie Kanye West in einer Art Astronauten-Top auf der Bühne steht und… Ich kann mir nicht helfen, aber er sieht absolut geisteskrank aus. Auf der mit diversen Riesenbildschirmen bestückten Bühne passiert nicht viel, außer dass Bilder von Farb-Explosionen und irgendwelchem anderen verrückten Scheiß gezeigt werden. Angeblich gab es auch eine Szene mit einem gewaltigen Drachen, der den guten Kanye "gefressen" hat und all das muss etwas an die Augsburger Puppenkiste erinnert haben, leider habe ich es aber nicht gesehen, denn ich bin irgendwann eingeschlafen.

Ja, ich bin bei einem Kanye West Konzert eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als unser grandioser Chefredakteur eine Reihe hinter mir stand und volltrunken irgendetwas geschrien hat. Später gab es dann noch etwas Action mit der Polizei, welche so endete, dass Herr Staiger die Color Line Arena in Hamburg nicht mehr betreten darf und womöglich sogar eine Anzeige wegen Sachbeschädigung bekommt. Aber vielleicht möchte er das auch selbst in seinem Blog etwas detaillierter erzählen und zwar hier (bitte klicken). Zusammenfassend ist zu sagen: es war langweilig und das erste Konzert bei dem ich tatsächlich eingeschlafen bin. Wenn Kanye West das wüsste. How disrespectful.



lisa



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28.11.2008
Vom Proletariat zur Bourgeoisie

Hip Hop is dead....
Ich muss ehrlich gestehen, ich habe mir noch nie so wirklich Gedanken um diese Aussage gemacht, weder konnte ich nachvollziehen warum sie solch eine Kontroverse hervorgerufen hat. Das einzig Seltsame daran ist, dass Rap und Hip Hop, so wie alles andere auf dieser Welt, sich dauernd veränderten und keiner vorher behauptete sie seien tot. Eine Sache entsteht, sie ist umstritten, sie wird gehasst, sie wird gemocht, sie findet Anhänger, sie wird geliebt, auf einmal wird sie Trend und kurz darauf folgt die Übersättigung. So ist das mit Musik, mit Bezirken, mit Mode, mit allem Möglichen. Rap kam aus dem Untergrund, von der Straße für die Straße ins Radio und jetzt scheinbar in die Boutiquen der 5th Avenue.

Natürlich verstehen die meisten den Zeitpunkt der Entstehung eines Genres, als den Moment an dem es von ihnen individuell entdeckt wurde und so geht jeder durch die oben genannten Phasen nur zu verschiedenen Zeiten. Je nach Alter und/oder Generation macht man gewisse Erfahrungen natürlich zu seiner Zeit aber ich will hier nicht zu weit ausholen.
Schwenken wir den Fokus zurück zum Thema. Also, Hip Hop. Ich muss von meiner Seite aus sagen, dass ich ein absoluter Hip Hop-Hörer bin mit Betonung auf Hörer, d.h. ich mag smoothe Beats, New York Beats, Hardcore Beats und vor allem gute Lyrics. Wenn der Kopf nickt, die Hüften im Takt schwingen und an eine ganz bestimmte Zeit erinnern, dann ist es einfach gute Musik, PUNKT! Meine Zeit mit Rap hat in den 90ern angefangen. Zu dieser Zeit war natürlich eine Bahamadia keine Roxanne Shante mehr und eine Da Brat bestimmt keine MC Lyte. Rah Digga und Foxy Brown waren unterschiedlicher denn je, entsprangen aber beide der Lyricist Lounge.
Sie waren alle unterschiedlich und Hip Hop war anders. Es wurde komplexer, die Reime schneller, die Gesichter immer unterschiedlicher. Hip Hop wurde zum Business. Das ist schade aber trotz allem hat ein Rakim nie einen Nas gedisst oder Ähnliches. Rakim ist mit dem Flow mitgegangen, Premo machte seine Beats, es gab The Firm, Junior M.A.F.I.A., Flipmode Squad und es gab Beef, ja, aber kein Old-School-Rapper warf den Jünglingen vor sie hätten Hip Hop getötet. Heute gibt es einen gealterten Ice-T, der einem iced out Vollzeit-Spast wie Souljah Boy sagt, er hätte Hip Hop eigenhändig umgebracht. Was Souljah Boy betrifft, denke ich genau so. Eigentlich sollte er nicht mal in diesem Blog vorkommen.

Hip Hop und R’n’B mochte ich von Anfang an und lernte es zu lieben denn sie haben mich durch die geilsten Phasen meines Lebens begleitet. Ich hatte bis vor zwei Jahren noch ein Auto, in dem nur ein Tape-Deck war. Ich verbrachte, bis der Wagen verkauft wurde, manchmal Nächte damit meine CDs zu ordnen, die Lieder zu notieren, sie in passende Sektionen aufzuteilen und Mixtapes zu machen. Als ich 11, 12 Jahre alt war schlich ich mich nachts aus dem Zimmer um Yo!Raps, MTV Amour, oder auch VH1-Groove mit Love Newkirk aufzunehmen. Meine Lieblinge sind bis heute, SWV, Blackstreet, Jade, KP and Envy, Ghosttown DJs, Pete Rock&CL Smooth später kamen die Artifacts, Lost Boyz, Masta Ace, Bucwheed, The Pharcyde, Common, Gangstarr... Ich könnte bis übermorgen hier sitzen und weiterschreiben. Damals prahlte Puff Daddy "10 years from now we’ll still be on top, parallel bellte DMX "stop bein greedy" die Digable Planets kümmerten sich mehr um ihre "Black Egos" und verschwanden erst mal von der Bildfläche.. Ich mein wer hörte nicht gerne Malik a.k.a Phife Dawg rappen: "I like 'em brown, yellow, Puerto Rican or Haitian/Name is phife dawg from the zulu nation"....

Damals gab es Jams und BBQs an Seen mit guten Live-Acts; und je älter ich wurde, desto öfter chillte ich mit meinen Freunden, kramte nach alten Liedern um sie ihnen vorzuspielen und sie in unsere Schulzeit zurückzuschicken. Natürlich hört sich das jetzt an, als sei ich 80 Jahre alt aber nach 2000 oder so, fing eine ganz eigenartige Ära an. Ich glaube ab da habe ich Rap zu einem lebendigen Museum gemacht, als wollte ich nichts Neues annehmen und meine Rap-Werte konservieren oder so was. Als müsste ich etwas aufgeben, was ich nicht loslassen wollte.
Diese Übersättigungsphase fing an und ein musikalischer Geschmack entwickelte sich eher zurück, und fand sich in einer vergangenen Zeit wieder, von der ich eigentlich überhaupt kein Teil war.

Als Master P und die No Limit Soldiers riesige Erfolge feierten, dachte ich echt es ist vorbei mit Rap.
Rap hatte NYC, Frisco und Oakland verlassen.. In NYC blühte die Gentrification und alle kehrten Rap den Rücken zu und widmeten sich lieber House zu.. Ich höre das Gleiche wie vor zehn Jahren und Q-Tip sowie Nas diagnostizierten Rap als tot. Krass, dachte ich. Man stelle sich vor wie Krumb Snatcha sich fühlte der schon vor dieser Zeit fand "Hip Hop has been infected by the gangster disease".

Vor kurzem dachte ich echt, okay Mann, schlimmer kann es nicht werden und genau dann tauchten ein paar Herren auf, die ich vor einem Jahr oder was noch gar nicht beachtet habe, die jetzt dafür wie von oben herab gesandt scheinen. Einige von ihnen kommen mit einer Musik, die frisch klingt, die Mr. Hip Hop ein ganz neues Gesicht verleiht. Nach der Übersättigung und dem Einsturz des Hip Hop-Kurses, sind folgende Jungs im Qualitätssieb hängen geblieben. Zwar finde ich sie lyrisch nicht alle ÜBER fresh aber sie sind so was wie Hoffnungsträger. Eine Art Resurrection of Hip Hop. Was mir dabei aufgefallen ist, ist dass Rap von New York nach Cali ging, von Cali nach MidWest, in den Süden und zurück zur Ostküste. Mr. Hip Hop kommt jetzt von überall her. Hipster aus der Bay Area oder New York, mit viel Attitüde noch mehr Genies aus Cleveland mit lässigem Swag, ja selbst die rappenden Skater sind wieder zurück! Hip Hop hat das Proletariat aufgegeben und sich, wie Eliza Doolittle, in die Bourgeoisie eingeschlichen. Aber natürlich haben sie auch ein paar Poser im Gepäck.. Wie sollte es auch anders sein? Gut, dass das XXL-Mag bereits einwenig Vorarbeit geleistet hat, indem es die "Freshmen '09" wählte. Nur um sich mal einen leichten Durchblick zu verschaffen hier ein paar davon:


Curren$y - Da Hot Spitta
, der zusammen mit Weezy auf "Where Da Cash At” zum ersten mal auffiel und auf mehreren Mixtapes zu hören ist. Den Track an sich fand ich übertrieben gut aber dem Hot Spitta musste ich doch skeptisch gegenüber treten weil er irgendwie an Mase erinnert. Man muss aber zugeben, wenn man ihm länger zuhört, dass dieser Junge ernsthaft flowen kann. Gesigned war er bis zum 16. Dezember 2007 bei Carter’s Young Money Records.


Ace Hood
dürfte mittlerweile den meisten ein Begriff sein. 2006 brachte ihn "War Time Is Now" von Stan van Samang in DJ Khaled’s Obhut. MTV zählt ihn zu seinen Fab 5 des Sommers 08. "Cash Flow" ist seine aktuelle Single, zu finden auf dem Album "Gutta".


"New york to the heart, but got love for all/Lie and die in the fire, where i learned to ball” / kommt euch diese Line nicht furchtbar bekannt vor? Genau, die Line, die in keinem Club, keinem Radio gefehlt hat. Peter Gunz kickte diese Lines in der ersten Strophe von "Deja Vu", der ultimativen New York-Hymne! Ha! Oh ja, und der dritte hier ist kein geringerer als Mr. UPTOWN BABY UPTOWN BABY’s Sohn Corey Gunz! Und wieder hat hierbei Weezy als Sprungbrett fungiert und featurte den Sprössling auf seinem Mega-Hit "A Milli" gefeaturt.


Ebenfalls aus dem Big Apple, genauer noch aus der Bronx, stammt Mickey Factz, auch wenn dieser eher nach Lower East Side aussieht. Während alle versuchen Hip Hop zurückzubringen als sei es tatsächlich je weg gewesen fragt er sich "Why bring it back, when I can move it forward?” Ob er das wirklich kann, überlasse ich eurem Urteilsvermögen. Ich habe einfach keine Meinung zu seiner Musik, etwas, was wirklich erschreckend selten passiert. Mit ihm fängt hier aber die Hipster Hop-Sparte an, die all die zum Rap zurück holt, die damals weinend Elektro/Minimal House -Mucke in die Arme gelaufen sind, kurz gesagt Berlin-Mitte.


Wale D.C. ist 24 und nigerianischer Abstammung. Bekannt wurde zunächst regional und bekam als erster nach DJ Kool 1990 BDS Spins für seine Single "Dig Dug". Seitdem ist er als Feature überall zu hören gewesen, Kardinal Offishall, Lupe Fiasco, M.I.A. und einige andere Hipster (Kardi ausgeschlossen). Trotz endloser Features und Mixtapes, veröffentlichte er bisher nur eine Single namens "Nike Boots" im Jahr 2007.


Wale’s Kollege Kid Cudi, mit dem er "Is there any love" aufnahm, hat es in sehr kurzer Zeit weit gebracht. Er wird zuletzt auf Kanye’s aktuellem Album "808’s & Heartbreaks" gefeaturet, dessen Aufmerksamkeit er mit "Day n Nite" auf sich zog um kurz darauf mit DJ AM bei den VMA’s 2008 zu performen.


Das Hipstertum erreicht mit Asher Roth wirklich ganz neue Dimensionen! Dieser Junge ist so interessant wie die Stadt aus der er kommt / Morrisville / und so hässlich wie der Staat, indem sie liegt / Pennsylvania! Er ist ein Albino-ähnlicher College-Boy und hat so eine Vorort-artige Polo-Shirt-tragende-Pseudo-politische-Correctness an sich, die bei mir auf alles andere als Begeisterung stößt. Sowas wie der Napoleon Dynamite des Rap. Man muss ihm aber seine Skills lassen. Er hat Skills, Kollabos mit DJ Drama und bekommt Komplimente von Steve Rifkind, der behauptet Asher sei der beste Lyricist seit langem. Ich weiß nicht woher das kommt. Vielleicht ändere ich meine Meinung über ihn ja auch bald.


B.O.B. South ist er nächste Lupe Fiasco, in buntem T-Shirt, Röhrenhose, Vans der mit einem 3-Finger-Ring an den Saiten seiner GITARRE zupft. Er ist aus Georgia und ein wirklich interessanter Charakter, so was wie ein kontemporärer, lässig aussehender Hendrix. Wenn man ihn sieht, könnte man denken er ist ein verlorenes Mitglied des Anti-Pop-Consortiums, dass sich entschied nach Berlin zu ziehen um Techno-Musik zu machen, doch wenn er anfängt zu spielen und zu singen wird es interessant. Manchmal rappt er auch. "Who The Fuck Is B.O.B?" heißt das Album und so ist es auch. Er lässt die Medien im Dunkeln tappen, es ist wahrlich schwer, mehr über ihn rauszufinden. Trifft nicht ganz meinen Stil aber man muss ihm seine Einzigartigkeit lassen. Natürlich gesigned beim King of the South / Grand Hustle.


Charles Hamilton
rundet die Sache hier fein ab. Ja, der mit dem Sonic-Ding auf seinem T-Shirt. Er ist das intelligente Produkt einer Post-Sega-Genesis-Generation der, wenn er nicht gerade heftig rappt oder produziert oder für andere schreibt, der Welt erklärt warum er die Farbe rosa trägt. Und zwar weil Rosa die Farbe des weiblichen Organs ist, in dem ein Mann eindringt um neues Leben zu kreieren......................................................................................
................................................................................................................................................... Das waren Punkte der Fassungslosigkeit.


Okay, nach all den noch leicht verwirrenden Aufs und Abs will ich euch mit zwei Herren bekannt machen, die ich ruhigen Gewissens auf den Newcomer-Thron setzen kann. Blu & Exile. Smooth, easy, gute Lyrics, harmonisierende Vocals, einfach lässig. Die zwei stammen aus Oakland/Kalifornien und werden uns noch lange ein Begriff sein. Zu ihnen will ich nicht viel sagen. Mir gefällt einfach ihre Musik denn sie ist simpel und doch wieder nicht. Und wenn sie doch simpel ist, dann ist sie bloß künstlerisch darauf fokussiert. Sollte Hip Hop jem
als tot gewesen sein, so haben diese Zwei ihn wieder auferlebt.

Fortsetzung folgt


Andreea


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