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Rapde-Redaktion - “Hoes, Flows und Meinungen”
Journalistisch wertvolle Beiträge von den fabelhaften Menschen der rap.de-Redaktion.
19.12.2008
Vom Proletariat zur Bourgeoisie Pt. II
Im ersten Teil meiner "Vom Proletariat zur Bourgeoisie" - Reihe habe ich euch einige Künstler vorgestellt, die die meisten von euch schon seit längerem im Internet haben rumhampeln sehen. Was mir bei den Kommentaren aufgefallen ist, ist dass ganz ehrlich die Wacksten darunter wieder die Bekanntesten sind. Menschen wurden mal berühmt weil sie von sehr vielen Leuten gemocht werden, mittlerweile, weil sie von besonders vielen gehasst werden. Die Hörer haten die jungen Künstler über Youtube über Myspace, wo sie nur können. Die Künstler untereinander ebenso, sogar wenn sie beim gleichen Label sind. Man braucht noch nicht mal mehr Diss-Tracks. Das Internet ist schneller, die Mäuler sind lauter, die Kinder immer frecher. Denkt man an Pac und Biggie und deren Beef zurück, dann ist Souljah Boy gegen Charles Hamilton natürlich Kindergarten. Insofern, sind Youtube und Myspace eine gute Sache. Es gibt zumindest erstmal keine Toten. Andererseits ist es auch kein wahrer Beef, wenn sie sich nicht auch mal auf’s Maul hauen oder zumindest an einander geraten. Nicht nur Beef-technisch, sondern auch Qualitäts-technisch liegt das Maß heute so viel tiefer, dass man sich als Zuhörer mit weniger zufrieden geben muss oder eben ganz aussteigt.

Interessant ist aber auch, dass man von Hip Hop Ären spricht, vom Tod und nun von der Hip Hop Renaissance, und vor allem all das in einem relativ kurzen Zeitraum. Die neue Hip Hop Welt wirft wild mit neuen Begriffen um sich, die man überall hört. Ich war bis vor ein paar Tagen noch in New York und konnte nicht fassen, wie oft ich gewisse Begriffe gehört habe, wie "Hipster", "Hopster", "Swagger", "Hip Hop Recession", "Hip Hop Renaissance" und vor allem dieser Satz "we’re bringin’ the 90’s Hip Hop back to New York, the Golden Age is back". Das Wort "Swagger" ist sogar schon so ausgelutscht, dass es von vielen französisch ausgesprochen wird, um es aufzufrischen, "Swagé" sozusagen. Ich musste mehr als nur lachen, als ich es das erste Mal hörte, weil es mich total an STRANGÉ, Grace Jones’ Rolle in "Boomrang" erinnert und an die legendäre Dinner-Szene mit Eddie Murphy, in der sie quer durch’s Restaurant "Pussy! Pussy! Pussy!" schreit. Mein Gott. Ist das witzig! Ich liebe diese Szene.

Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich einfach überhaupt keine Lust mehr über Hipster zu schreiben und warum Hip Hop jetzt in erstere und Hopster unterteilt ist, und was Elektro und Bierzelt auf einmal mit Rap zu tun haben. Somit passt die Überschrift auch nicht mehr zu 100%.
In erster Linie, weil es zu viele verschiedene Baustellen sind, in Zweiter, weil es zu viele tun und mir die oben aufgeführten Begriffe alle auf den Sack gehen. Vielleicht ist Hip Hop tot und alle kommen nicht drauf klar, so Elvis Presley-mäßig oder Pac, bei denen Teile der Menschheit nicht einsehen wollen, dass sie tot sind. Vielleicht hat Hip Hop nur sein Gesicht geändert. Egal wie man es sieht, Fakt ist, es findet eine Entwicklung statt und Entwicklung ist doch was unser Dasein überhaupt ausmacht. Interessante Antworten zu diesem Thema, hatte auch Parrish Smith am Donnerstag im Interview mit rap.de, das ganz bald online geht. Er ist ganz meiner Meinung in den Punkten, dass Rap ein reines Unternehmen wurde, das von Beat-Boxing oder Graffiti nichts wissen will, denn diese Elemente der Hip Hop-Kultur machen nun mal nicht diese Multi-Millionen Umsätze. Hip Hop wurde auf Rap minimiert und zum Massenprodukt getrimmt. Außerdem ist dieses Thema alt und hat nur, wie Rap selbst, neue Züge angenommen. Wenn man den Bush Babees auf "Remember We" oder Common auf "I Used To Love H.E.R." zuhört, haben die '94/'95 schon so empfunden. Kein Wunder, dass letzterer 2008 mit immer gewagteren Musikstilen experimentiert und ein Album herausbringt, das mit dem Wort "gewöhnungsbedürftig" am treffendsten beschreiben kann.

Ich will wissen, wie die New Schooler das sehen. Dazu muss man New Schooler interviewen, also bin ich wieder nach New York geflogen um Stalley aus Brooklyn zu treffen. Ich habe ihn vor ungefähr einem halben Jahr entdeckt. Den ersten Track, den ich von ihm gehört habe, hieß "Put Some Good In". Ich war hin und weg auf eine Art und Weise, wie ich es seit Jahren schon nicht mehr war. Der Track ist von Thoughts For Food aus Hanau (!) produziert, sowie 90% seines letzten Mixtapes "GoinApe"- ein wahres Meisterwerk. Ganz ehrlich, war seine Musik für mich so, als ob ich McFly begegnete, er mich in eine Zeitmaschine in die 70er und 90er setzte, um mir zu zeigen wie der Musikstil von damals heute klingen würde. Und das Etikett dafür ist Stalley - Junior Manager bei Alife, ehemaliger B-Baller und leidenschaftlicher Lyricist. Eine Kombination, die genau das auf den Markt wirft, was ich gerne wieder hören will. Seine äußerliche Erscheinung kann zwar durch seinen dichten langen Bart ein wenig gruselig wirken, hat aber etwas sehr anziehendes. Mos Def schien das genau so empfunden zu haben und nahm ihn Anfang des Jahres mit auf Tour.
Ihn, will ich euch etwas näher vorstellen. Er soll Gehör finden, weil er es verdient. Natürlich kann man jetzt sagen, dass so Einige es verdienten, aber er ist etwas Besonderes.
Stalley sticht aus der Masse heraus. Wie genau er das tut und warum, wie es dazu kam, dass er zusammen mit Mos Def auf Tour ging, werdet ihr im Interview mit ihm erfahren, wenn unsere Seite relauncht ist und wir Newcomern eine größere Plattform auf unserer Seite bieten können. Ich bin wirklich stolz auf das Interview, das ich während einer Studio-Session mit ihm bei Heavy Roc Music machen konnte. Haltet während der Feiertage auf jeden Fall schon mal Ausschau nach ihm auf rap.de "Sound & Video", wo wir ihn kurz vorstellen werden inklusive download link. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:

Stalley und Blu, der im ersten Teil vorgestellt wurde, schwimmen in dieser Strömung der Hoffnungsträger jedoch nicht nur zu zweit. Brooklyn, Mutter der besten Rapper, bringt noch ein weiteres Genie hervor. Sein Name: Theophilus London. Seine Musik: Spektakulär. Nicht zuletzt deshalb, weil sein Name tatsächlich Theophilus London III ist. Checkt hier einen seiner Freestyles:

Diese drei rappenden Musketiere werden bei ihrem Triumphzug durch die Musikindustrie, treu von ihrem singenden Companion Jesse Boykins, ebenfalls the III begleitet und unterliegen dem Schutz der GFC New York-Truppe. Jesse könntet ihr aber auch bereits von Mickey Factz-Kollabo "You Remind Me" kennen. Ich hatte das Privileg eines Pre-Listenings der Stalley/Boykins Kollabo, auf die ihr noch bis voraussichtlich Februar 2009 warten müsst.

Theophilus London
& Jesse Boykins III haben gemeinsam, unter anderem, folgendes Meisterwerk geschaffen:

Rap ist zu seiner originalen Form zurückgekehrt, nur hat es diese auf eine neue Ebene gebracht. Was ich damit genau meine, erkläre ich euch im nächsten Teil.

Danke für’s lesen,

Andreea

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19.12.2008
Anti-antiautoritär
Dem Verfassen dieses Blogs liegt eine weitere aberwitzige Geschichte des Königs von rap.de zugrunde. Es ging um einen Interrail-Trip, der ihn vor langer, langer Zeit in das gelobte Land Portugal führte. Es ging um eine Hippie-Gemeinde, die auf einem staubigen Parkplatz an einem nahezu ausgetrockneten See lebte, von dem es hieß, er dufte nach Rosenblüten. Es ging darum, dass die Reisegruppe nach stunden-, wenn nicht tagelanger Fahrt endlich an dem sagenumwobenen Ort aufschlug und sie kaum mehr als diesen dreckigen Parkplatz mitten in der Einöde sah. Es ging darum, dass die Kinder dieser Hippie-Siedler dort einfach hinkackten. Mitten auf dem Parkplatz.

Worum soll es aber jetzt und hier, in diesem Blog gehen, wird der ein oder andere sich jetzt fragen. Es geht um anti-autoritäre Erziehung. Und auch ich wurde Zeuge einer Situation, in der sich mir das gesamte Ausmaß dieser schrecklichen Art und Weise, seine Nachkommen großzuziehen, darbot. Natürlich weit weniger spektakulär als in der eingangs erwähnten Story, aber ausreichend aufregend um mich eindeutig GEGEN dieses Prinzip der Kindererziehung auszusprechen.

Es geschah an einem vergangenen Sonntag auf der Zugfahrt von meiner schönen Heimat Leipzig in die nicht ganz so schöne Hauptstadt Berlin. Da ich aufgrund meines geringen (respektive nicht vorhandenen) Einkommens dazu gezwungen bin, so günstig wie möglich von A nach B zu kommen, war ich im InterConnex unterwegs. Die Zugfahrt für 20 Euro, in nicht mal anderthalb Stunde bis nach Berlin, ein gutes Angebot. Das denke aber nicht nur ich, sondern / gerade am Wochenende / auch ungefähr eintausend andere Menschen. Und die wollen alle in diesen Zug. Um so glücklicher war ich, relativ schnell einen freien Platz zu erwischen. Er war am Ende des Waggons in einer Art Durchgangsbereich mit Blickrichtung auf die gegenüberliegende Sitzreihe. Wie es der Zufall wollte, betraten eine Frau mittleren Alters und ihre Tochter, die nicht älter als vier und fünf gewesen muss, den Zug. Vielleicht war die Frau auch jünger und wirkte aufgrund ihres Auftretens wie Mitte 40, wichtig ist das sie schon verdächtig aussah. Ja, ich bin ein Mensch mit Vorurteilen! Ja, ich bin da wirklich ein bisschen wie Cartman in Southpark: Diese Ökofritzen gehen mir einfach auf den Sack. Und genau so sah diese Frau aus. Sie hatte nicht sonderlich gepflegt wirkendes, rotes Haar, eine große, randlose Brille und trug ein weites, schwarzes, wallendes Gewand, dass wie irgendeine komische Mischung aus Poncho und Kleid aussah. Um den Hals trug sie eine Art afrikanisches Amulett, wahrscheinlich sollte das irgendein Kraft-Stein oder so was sein. Ihre Tochter hatte blonde Haare und war eigentlich ein süßes Geschöpf, wie mir später aber auffiel, waren ihre Klamotten schmutzig und die Haare für so ein kleines Mädchen auch schon ziemlich strähnig. Nichtsdestotrotz bin ich ja von Haus aus immer erst mal ein netter Kerl und konnte zu diesem Zeitpunkt sowieso noch nicht erahnen, welchen Hass ich auf die Mutter in ca. 80 Minuten Zugfahrt entwickeln würde.
Rechts neben mir war ein Platz frei, einen Platz weiter saß ein bereits ein Typ, neben dem wiederum ein freier Platz war. Die Frau fragte freundlich, ob er doch einfach an mich ranrücken könnte, damit sie zwei Sitze nebeneinander für sich und ihre Tochter hat. Kein Problem. Doch kaum saßen die beiden, bemerkte Mama, dass gegenüber eine ähnliche Platzsituation vorherrschte. Sie stand auf, fragte meinen Gegenüber: "Entschuldigung, könnten sie bitte zusammenrutschen, damit ich mich mit meiner Tochter dahin setzen?" Und wechselte auf die andere Seite. Währenddessen murmelte sie irgendwas zu ihrem Kind von wegen "ist doch besser hier". Okay, auch nicht weiter schlimm. Die Situation stellte sich aber nun so dar, dass zur Linken des kleinen Mädchens zwei weitere Plätze frei waren unter denen sich aber eine Reisetasche befand. Daneben saß ein weiterer Mitfahrer einsam und verlassen in einer Ecke, der wahrscheinlich in diesem frühen Stadium bereits ordentlich angefressen von der Frau war. Und spätestens als sie nun offenbar ein drittes Mal die Absicht hatte, den Platz zu wechseln, indem sie ihn fragte: "Entschuldigung, wissen, ob die Plätze alle beide besetzt sind?" platzte er. "Keine Ahnung, Weiß ich doch nicht, Mann. Ist doch auch völlig egal. Bleiben sie doch jetzt einfach, wo sie sind."
Ich fand das irgendwie noch voll belustigend, kuckte rüber zu dem Typ, der das aber nur mit einem genervten Kopfschütteln entgegnete. Die Frau und ihre Tochter blieben auf ihren Plätzen. Als sich also alle auf ihren Sitzen eingefunden hatten und der Zug fuhr, begann die Dame damit, ihrer Tochter die Schuhe und Socken auszuziehen und garnierte dies mit einem köstlichen "Oh, du hast aber ganz schön geschwitzt an den Füßchen. Ganz nass, deine Socken." Sie selber trug übrigens geschätzte 1 cm dicke graue Baumwollsocken, die zwischen ihrem schwarzen Gewand und ihren ebenfalls schwarzen halbhohen Oasics hervorblitzten. Ich habe gebetet, dass sie sich dieser bitte nicht entledigt. Meine Gebete wurden erhört. Versteht mich nicht falsch, es ist nichts Schlimmes, einem Kind im Zug die Schuhe und so auszuziehen, ich will jetzt auch nicht pingelig sein oder so. Aber spätestens, wenn dann die Tochter anfängt, von ihrem Platz aufzustehen, quer durch den Waggon auf und abläuft, sich auf den Boden setzt (alles BARFUSS!) und sich dann auch noch hinlegt, in den Gang zwischen den Leuten die da sitzen, dann ist das einfach etwas eklig und man meint einfach, die Mutter sollte mal einschreiten. Was macht sie stattdessen? Sie lächelt, guckt auf den Boden zu ihrem barfüßigen Kind und freut sich, wie viel Spaß sie hat. Überlegt euch das bitte. In diesem Zug sind tagtäglich mehrere hundert Leute. Die standen vorher am Bahnhof. Sie liefen durch Hundescheiße und Pisse. In diesen Gängen sitzen manchmal auch Punker. Sie trinken Bier, billigen Wein oder Sekt. Sie verschütten das. Durch den Zug laufen Hunde, verlieren Haare und verteilen Schmutz. Sichtbaren Schmutz! Dieses Kind suhlte sich darin. Die Mutter lachte. Ich wollte kotzen. Dieses Kind kann nichts dafür!

Doch es ging weiter. Als das Mädchen genug hatte vom Rumtollen im Dreck, wollte es fotografieren. Sie entnahm die Digitalkamera aus dem Rucksack der Mutter und begann, damit alles und JEDEN zu fotografieren. Wie es in der kindlichen Natur eines so jungen Geschöpfes liegt, fragte sie die Personen, die sie frontal knipste natürlich nicht nach einer Erlaubnis dies tun zu dürfen, nein, und auch die liebe Frau Mutter hielt es keineswegs für nötig, ihr Kind darauf hinzuweisen, dass man die Leute vielleicht danach fragen solle, ob man sie auf das Speichermedium des Fotoapparates bannen dürfe. So fotografierte das Mädchen munter alle anwesenden Personen, teilweise auch mehrfach. Viele hielten bereits demonstrativ das Buch oder die Zeitschrift, welche sie gerade lasen, vor ihr Gesicht, andere drehten sich einfach weg, genervt davon, dass die Kleine den Spaß auslebte, andere Leute zu belästigen. Dieses Kind kann nichts dafür!

Als nächstes wollte sie kuscheln. Sie hatte dafür eine Stoffwindel, die sie zu einem Knäuel zusammenwickelte und sich damit an die Schulter der Mutter kuschelte, tat dies aber nicht lange! Dieses Teil schliff natürlich auch mehrmals durch den Dreck und sah mit den ganzen Flecken auch danach aus, als würde es das regelmäßig tun. Diesen Fetzen band sie auch mehrmals um Arme und Beine des Typen auf dem benachbarten Sitzplatz, was dieser anfangs noch lustig fand, später aber anscheinend wohl auch eher nervig. Sie schlug die Windel um sein Bein und zog ständig daran. Statt dass die Mutter vielleicht mal sagte "Lass mal jetzt den Onkel in Ruhe und ärgere ihn nicht weiter" oder irgendetwas ähnlich geistreiches tat sie... nichts. Die Kleine lachte und schrie rum. Mittlerweile bis kurz vor der Ankunft in Berlin. Es nervte einfach. Mein iPod lief auf voller Lautstärke. Es half nichts. Dieses Kind kann nichts dafür!

Irgendwann dann beruhigte sich die Situation für einen Moment und Mutter und Tochter sahen sich gemeinsam Handyfotos oder so an. Währenddessen lutschte das Kind übrigens an dem afrikanischen Kraftstein, dem die Mutter um den Hals trug, was auch irgendwie eklig war, aber die Mutter natürlich nicht störte. Als diese qualvolle Horrorfahrt schon beinahe beendet schien und der Connex bereits im Berliner Stadtgebiet verkehrte ertönte die Kinderstimme von gegenüber wieder: "Mama, muss kackern." Hach ja, so sind die Kinder eben. Immer in den unpassendsten Momenten. Es half nix. "Oh, na gut, dann schnell" und beide verschwanden auf der Toilette. Es ging sehr schnell. Verdächtig schnell. Beide kamen nach bestimmt nicht ganz einer Minute vom Topf zurück und ich möchte gar nicht wissen, ob diese Hippietante ihr Kind überhaupt ordentlich "gesäubert" hatte. Dann die ekligste Aktion des Tages. Das Kind rannte völlig aufgekratzt aus der Toilette, rannte von Person zu Person und wischte seine Hände an den Ärmeln der Leute ab. Unter anderem an dem Typen, der sich schon gleich zu Beginn über die Mutter aufgeregt hatte. Daraufhin schüttelte er sich angewidert seine Ärmel trocken, blieb dieses mal aber leider still. Diese Aktion war übrigens die Erste(!!), auf die die Mutter auch mal reagierte, in dem sie die Tochter wegzog und sie ausnahmsweise auch mal ermahnte. Aber wie gesagt. Das Kind kann halt nichts dafür!

Was ich damit also sagen will: Das Ganze hört sich vielleicht für viele nicht weiter schlimm an oder mag vielleicht die Aufregung meinerseits nicht wert sein, aber Leute bitte, erzieht eure Kinder! Das ist auch bei weitem nicht so schlimm, wie Kinder die in der Einöde auf Parkplätze scheißen und dafür nicht die Ohren lang gezogen bekommen, aber es ist nervig. Dieses Kind nervte und machte Mist und wurde dafür nicht ermahnt! Gebt euren Kindern Freiraum wie ihr wollt, aber bringt ihnen bitte bei, dass sie fremde Leute nicht einfach so belästigen sollen! Unterstützt sie dabei, reinliche Menschen zu werden! Fick die antiautoritäre Beziehung!

(Die Meinung des Verfassers dieses Textes deckt sich nicht zwangsläufig mit der der Chefredaktion)
thomas

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17.12.2008
Rap goes Christmas

Leute, in einer Woche ist Weihnachten und wie jedes Jahr, so kurz vor diesem doch eigentlich schönen Fest, kotzt es einen einfach nur an. Man nahm sich vor, in diesem Jahr alle Geschenke EXTRA früh zu besorgen, um sich dann den Stress nicht geben zu müssen und man hat bis jetzt... nichts! Und es nervt einfach nur, sich durch diese Menschenmassen zu pressen, auf der Jagd und der ätzenden Suche nach einer beschissenen DVD oder irgendwelchen Standartkram, weil man einfach zu lustlos ist, sich irgendetwas Kreatives einfallen zu lassen.
Was hilft uns in dieser stressigen, traurigen Zeit so kurz vor dem schönsten Fest im Jahr? / Richtig! Alkohol, der uns Gehirn und Leber zersetzt, bis wir das ganze Leid, welches auf uns herabprasselt, einfach nicht mehr spüren. Und natürlich Musik. Man nutzt sie entweder, um seine Gefühle und Gedanken irgendwie passend zu untermalen oder eben um vor ihnen zu fliehen. Zu beidem eignet sich die Mucke, die derzeit von Leuten wie Snoop Dogg oder Juelz Santana veröffentlicht wird. Letztens berichtete ich euch in einer News, welche leider mit wenig Anerkennung eurerseits abgestraft wurde, von einem Snoop Dogg-Weihnachtsalbum. Und bitte, Leute, tut mir und euch diesen Gefallen und hört euch die Auskopplung "X-mas" an, dieses unglaublich unweihnachtliche, unpassende und gerade deswegen so wahnsinnige California-Sunshine-Ding. Nun wäre es natürlich völlig vermessen, ernsthaft zu glauben, dass Snoopy der einzige Rapper wäre, der ein Album "passend" zur Weihnachtszeit droppen würde. Nein, auch die Ostküste ist im Weihnachtsfieber und ausgerechnet einer, der in den letzten Monaten mit Abwesenheit glänzte, hat sich zum Ziel gesetzt uns in Weihnachtsstimmung zu versetzen: Juelz Santana! Und das Beste: Er hat auch ein Video gedreht. Und ich plädiere dafür, dieses Video für unserer kommendes Voting (seid gespannt..!) nachträglich für die Kategorie "Bestes Video" zu nominieren. Sehr einfach selbst:


Darüber hinaus bin ich dafür, dass Juelz einen Preis bei den nächsten MTV Video Music Awards für dieses Meisterwerk bekommt. Diese wunderschöne Bluebox-Aufnahme mit Santana und ääh... dieser RnB-"Queen" Starr, die sich in hautenger Lederhose präsentiert, er gechillt am weißen Bentley mit roter Schleife und Kunstschnee auf der Motorhaube, alles aufgeklebt auf diese bildschöne Winterlandschaft.
Dann natürlich diese sehr realistische, kuschelige Szene unterm Weihnachtsbaum: Juelz schmust mit seinen Bitches vor dem Kamin, packt Geschenke aus und liest Märchen vor. Er sieht fast aus wie ein Großvater, der seinen sexy Enkeln ein paar Geschichten von früher erzählen würde, wie er so da sitzt in seinem rotkarierten Bademantel und seiner trendigen Bommelmütze. Dazu andächtige Lyrics wie: "All white Diamonds shinin’ on me / You ain’t got to tell me, I got a lot of ‘em / But Diamond’s a girls best friend / so for Christmas I went out and got her some”. Das ganze wird sich übrigens auf dem Album "Bad Santa” befinden, welches Mr. No Homo gemeinsam mit seiner derzeitigen (haha) Crew, der Skull Gang aufgenommen hat. Es ist einfach wunderschön und ich stelle mir bereits vor, wie der vorweihnachtliche Stress endlich vorüber ist und ich mich zu diesen sanften Klängen mit dem Rest der Familie im warmen Wohnzimmer zusammenrotte. Es wird ein schönes Weihnachtsfest!

thomas

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