Rapde-Redaktion - “Hoes, Flows und Meinungen” Journalistisch wertvolle Beiträge von den fabelhaften Menschen der rap.de-Redaktion.
02.02.2009
Pornos gucken mit KIZ
Wir hatten redaktionsintern nach dem durchaus aufschlussreichen Interview mit B-Tight ein wahnsinnig ehrgeiziges Projekt. Man hätte den Pulitzerpreis, oder was auch immer man für derartige Forschungsergebnisse verliehen bekommt, an uns überreichen sowie uns alle zu Beckmann einladen müssen. Das Projekt trug den Namen "Unterschiedliche Wahrnehmung beim Pornogucken zwischen Mann und Frau" und "wir" waren in diesem Fall Andreea und ich. Weil wir aber beide weiblich sind, brauchten wir noch ein männliches Gegenstück. Freiwilligerweise dazu bereit erklärt hatte sich Sil-Yan B., seines Zeichens DJ der Rap-Gruppe K.I.Z. und nach Eigenaussage kein regelmäßiger Pornogucker. "Egal, hauptsache Mann", haben wir uns gedacht, und uns bei dem jungen Herrn in einer Kreuzberger Altbauwohnung getroffen.
Eigentlich wollten wir qualitativ hochwertige und zugleich auch frauenaffine (super Wort im übrigen) "Erotikfilme" angucken, um anhand dessen herauszufinden, wo denn hierbei der Unterschied zum handelsüblichen Porno liegt. Davon ausgehend hätte sich dann eine wunderbare Diskussion über Erotik und alles was damit im Zusammenhang steht entspinnen können. Uneigentlich haben Andreea und ich dann aber vergessen, DVDs mitzubringen und demzufolge haben wir uns irgendeinen amerikanischen 08/15 Schinken angeguckt. Sogleich wurde einstimmig festgestellt, dass die agierende Frau im Vergleich zur durchschnittlichen Akteurin ziemlich hübsch, der Mann hingegen eher weniger erotisch ist. Sil-Yan hat das nichts ausgemacht, denn der würde innerhalb kürzester Zeit "sowieso ausgeblendet" werden. Mann konzentriert sich also auf das Wesentliche, Frau hingegen fällt schon mal auf, dass das auch während des Geschlechtsakts angelassene Hawaii-Hemd wahnsinnig geschmacklos ist, diesbezüglich aber wiederum sehr mit der abgrundtief hässlichen Couch harmoniert.
Trotz wahnsinnig professioneller Arbeitseinstellung fällt es schwer, die journalistische Integrität zu wahren, wenn man sich dazu gezwungen sieht, minutenlang einen riesigen schwarzen Penis anzustarren. Allerdings ist es zumindest von meiner Seite aus keine erotische Faszination, viel mehr ein ungläubiges... Anglotzen. Nach mitunter unangenehm anmutender Stille, fällt mir wieder ein, was wir eigentlich wollten. Fragen stellen, Dingen auf den Grund gehen und so weiter. Ein bisschen so, als wären wir Kriegsberichtserstatter in Timbuktu oder sonst irgendwo, wo eigentlich noch nie jemand war, den man kennt. Auf was kommt es also dem männlichen Geschlecht an? Laut unserem Experten definitiv nicht auf eine hanebüche Rahmenhandlung, vielleicht auch deshalb, da er nicht sonderlich oft Pornos guckt und deshalb weniger schnell vom Geschehen gelangweilt ist.
Auch Musik und die Umgebung sind nicht wichtig, können aber erotisch sein, ebenso wie Rollenspiele. Auf den Einwand, dass dies meist eher unfreiwillig komisch denn sexuell stimulierend wirkt, hat der Herr eine Antwort parat, die vielleicht in diesem Fall etwas überraschend aber nichtsdestotrotz einleichtend wirkt: "Komische Szenen dürfen dabei sein, Lachen gehört ja zur Erotik absolut dazu." Des Weiteren sei es wichtig, dass die agierenden Frauen nicht dumm aussehen und DAS, liebe Leser, finde ich wahnsinnig super und eigentlich sollten Männer so etwas viel öfter sagen. Auch die "Unterwerfung" der Frau respektive der Versuch, sie mit dem eigenen Penis zu ersticken, ist nicht stimulierend. Andreea und ich sehen das genau so und als die Schwarzhaarige Porno-Akteurin halb nach Luft schnappend, halb würgend vor ihrem Filmpartner kniet und verzweifelt versucht, dabei auch noch lüstern in die Kamera zu gucken, tut sie uns eigentlich schon beinahe Leid.
Schlußendlich scheinen sich also sowohl Männer als auch Frauen nach einer gleichberechtigten und deshalb trotzdem nicht zwingend langweiligen und "lieben" Sexualität zu sehnen, sowohl im Film als auch in der Realität. Vielleicht sieht B-Tight das anders, vielleicht sehen das Personen, die in ihrem Alltag wenig durchsetzungsfähig sind und deshalb ihre eigene Dominanz auf andere Art und Weise ausdrücken müssen, das auch anders. Und ja, vielleicht wirken Silikonbrüste auf Video einfach besser als natürlich gewachsenes und je nach Alter unterschiedlich straffes Brustgewebe, aber vielleicht sind es auch gerade die Unperfektheiten, die etwas interessanter machen. Zweifelsohne gehen all diese Feststellungen etwas am angestrebten Thema vorbei, nichtsdestotrotz würde ich derartige Erkenntnisse als durchaus aufschlussreich bezeichnen. Außerdem haben wir es nur für euch getan!
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8:22 Uhr Ortszeit war es, als Ingrid van Bergen im australischen Busch die Hände faltete, zum Himmel blickte und dem Herrgott für die Ehre dankte, die ihr nun endlich zuteil geworden war. Von diesem Moment an war sie nämlich offiziell die vierte deutsche Dschungelkönigin. Und im selben Moment gingen zwei Wochen Fernsehunterhaltung voller Tränen, Freude, Angst und Niveau zu Ende. Was haben wir uns wieder ergötzt an "Promis", die sich von Straußen den Rücken blutig hacken lassen und sich für ein bisschen warmes Fleisch in Mehlwürmern und Kakerlaken suhlten. Es war fantastisch. Am 9. Januar war endlich der Tag gekommen, als unser aller Lieblingssender RTL mal wieder zehn gescheiterte Showbiz-Existenzen im australischen Dschungel aussetzte, damit wir uns an ihrem lächerlichen Auftreten aufgeilen konnten. Die Bildzeitung konnte wieder so vielsagende und informative Schlagzeilen wie "Lorielle / Busenquetschung nach Dschungelprüfung" in den Äther blasen und der Sender sich über außerirdische Quoten freuen. Und der Zuschauer konnte sich natürlich auch dieses Mal über die grandiosen Teilnehmer freuen. Nico, "Hintername" Schwanz, das nicht wirklich intelligente aber sehr sympathische Model aus Thüringen; Peter Bond, in die Jahre gekommener Ex-Pornodarsteller und -Glücksradmoderator, der sich nach außen als starker Mann gab, im Endeffekt aber alles verkackte, was er anfing; Günther Kaufmann, hochverschuldeter Nebenrollendarsteller in Bud Spencer-Filmen, welcher die meiste Zeit mit Herumliegen und am Gemächt-Kraulen verbrachte, Giulia Siegel, Tochter von Produzentenlegende Ralf Siegel, die sich ihre Brötchen als "DJane" auf peinlichen Promipartys im P1 verdient, Lorielle London, ehemals Lory Glory, ehemals Lorenzo, die selbsterklärte Supertranse mit Riesenmöpsen und abgeklebtem Pullermann, Ingrid van Bergen, Schauspielerin und verurteilte Mörderin im Affekt und noch ein paar weitere traurige Gestalten, von denen man eigentlich gar nicht mehr wusste, was sie überhaupt sind bzw. einmal waren. Und wie schön waren diese mutigen Menschen bitte wieder alle anzusehen, wenn sie sich mit Mühe und Not durch die haarsträubenden Dschungelprüfungen quälten, für welche mal wieder metertief ins Ekelsortiment gegriffen wurde. Wenn die Siegel die Nationalhymne summt, während sie, in einem Glaskasten eingeschlossen, mit Ratten, Kakerlaken, Ameisen und Spinnen überschüttet wird, wenn Lorielle London Tarzan-like mit vollem Körpereinsatz auf schwimmende Schaumgummisterne ins Wasser hechtete und Ingrid van Bergen auf Känguruhoden biss, dass man es nur so krachen hörte, hatte wie so oft mal wieder das letzte Stündlein für die Kultur in Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, geschlagen. Nicht zu vergessen natürlich auch die extravaganten Gesprächsthemen von Gundis Zambó und Mrs. London, die sich vom ersten Mal mit Zwölf berichteten, oder davon, wie genau die baldige Geschlechtsumwandlung vonstatten gehen soll und dass die "Umgestaltung" Lorielles Gesäßes erst zu drei Vierteln abgeschlossen ist. Noch interessanter war es da eigentlich nur noch, als die 78-jährige Ingrid vom Mord an ihrem Ehegatten erzählte und mit Günther Knasterfahrungen austauschte. Auch von großer Bedeutung war natürlich der große Brustvergleich zwischen Silikontittchen Lorielle, Mausi Lugner und Giulia inklusive Anfassen und Oberweitenzucken. Überhaupt Giulia Siegel / wer für diese Person jetzt noch so etwas wie Sympathie aufbringen kann, scheint mental nicht mehr ganz bei sich zu sein. Legendär ihre tagtägliche Wehwehchen-Aufzählung und ihre zahllosen Phobien: Wasser, Spinnen, Dunkelheit und so weiter. Wie durch ein Wunder waren all diese Probleme urplötzlich wie weggewischt, als es bei den Dschungelprüfungen darauf ankam, lecker Essen zu erspielen. Auch sehr belustigend der "Bananenkrieg" mit Ingrid van Bergen. Ingrid, welche als Vegetarierin statt Fleischrationen immer gesondert Obst bekam, wurde von Giulia dazu aufgefordert, ihre Banane mit ihr zu teilen, da sie ja aufgrund der Tatsache, dass sie nur Hühnchen-, Puten-, und MAXIMAL noch Rindfleisch isst, ebenfalls so etwas wie eine Vegetarierin sei. Dass alle anderen natürlich sich genauso das Possumfleisch runterwürgen mussten, welches sie verschmähte, spielt dabei natürlich keine Rolle. Die bedeutungslose Siegeltochter meinte wahrscheinlich auch, die Leute reißen sich darum, ihr etwas Gutes zu tun, wenn sie sich vor die versammelte Mannschaft stellt und fragt: "So, wer hat Lust, mir jetzt eine richtig lange und ausgiebige Rückenmassage zu verpassen?" / Keiner natürlich, und so weinte die kleine Giulia bitterlich im Dschungeltelefon. Dies tat sie dann übrigens so lange, bis RTL sie auch aufgrund ihrer starken "Rückenschmerzen" drei Tage vor dem Finale in die Freiheit entließ. Schade eigentlich, wer weiß, was alles noch hätte passieren können, wäre Prinzesschen noch für die letzten Stunden in der grünen Hölle gewesen. Hätte sie van Bergens letzte Reisreserven weggeputzt? Hätte sie Nico Schwanz darum gebeten, die Hornhaut von den Füßen zu hobeln? Man weiß es nicht. Schlussendlich sollte man natürlich auch dieses Mal nicht das Moderatorenteam bestehend Sonja Zietlow und Dirk Bach vergessen. Deren Performance schwankte zwischen gewollt bissig und wirklich witzig, ging aber im Großen und Ganzen schon klar, schon alleine weil Bachs entzückende Outfits an sich schon kleine Highlights waren. Selbst ein Christian Audigier hätte sie für die Idioten aus der Dorfdisse nicht hübscher designen können. Hier eine kleine Auswahl der schönsten Exemplare:
Zurück bleiben wieder einmal die besten Erinnerungen an diese unvergesslichen zwei Wochen, bei denen man stellenweise wirklich das Gefühl hatte, ein Teil der Buschfamily sein zu dürfen. Und obwohl einige Fragen für immer ungeklärt bleiben werden / Wer war für die vollgeschissene Klobrille in der Dschungeltoilette verantwortlich? Wieso konnte Günther Kaufmann nicht zum König gewählt werden? Und wer verdammt noch mal ist dieser Michael Meziani? / danken wir alle RTL auf Knien für diesen Gipfel der anspruchsvollen Unterhaltung im deutschen Privatfernsehen. Und bei knapp 8 Millionen Zuschauern ist es wohl durchaus berechtigt ein lautes "Auf ein neues!" auszustoßen und sich voller sadistischer Wollust auf Staffel Fünf zu freuen. Redaktionsinterne Teilnehmervorschläge: Reinhold Beckmann, um Interesse bei den verspulten mittfünfziger ZDF-Zuschauern zu wecken, Marc Terenzi als letzte Identifikationsfigur für langsam erwachsenwerdende Teenies und natürlich Eko Fresh, damit auch was für die HipHop-Fraktion dabei ist. Das wird ein Fest!
Zuerst einmal: Wir möchten uns dafür entschuldigen, dass wir es am heutigen Mittwoch nicht geschafft haben, die Seite mit neuen, spektakulären Artikeln zu überfluten. Was ihr aber nicht wisst, ist, dass die rap.de Redaktion heute umgezogen ist. Genau eine Etage tiefer, um noch näher an der Straße zu sein. Ha ha. Es war ein Wahnsinnsspaß, Rechner wie Kisten mit diversestem Zeug durch die Gegend zu schleppen und mehrmals hatte man das Gefühl, dass die Stimmung gleich eskalieren würde. Jetzt ist aber alles toll und neu und wir sind hochmotiviert und bald ist die Seite ebenfalls neu und toll und überhaupt ist alles neu und toll. Ihr wisst Bescheid.
Besonders neu und toll, und das ist das letzte mal, dass ich das jetzt schreibe, ist ein Artikel der Klatschwebsite Mediatakeout.com über die sexuelle Orientierung von Kanye West. Wer die amerikanische Website nicht kennt, stelle sich am besten Folgendes vor: Wir haben ein ganz normales Bild von, sagen wir mal, Beyonce Knowles. Man sieht den unteren Teil ihrer Rückansicht und irgendwie ist das Kleid etwas unvorteilhaft und ihr Hintern wirkt deformiert. Wie lautet dazu also die Überschrift von Mediatakeout? "DAMN!!!! Beyonce gets it from behind? Looks like her ass just ate Hovers penis!?!!" So ungefähr.
Aber zurück zu Herrn West. Der äußerte sich in einem Interview über die Inspirationsquellen bezüglich seines Kleidungsstils, unsere Lieblings-Website weiß allerdings, wie immer, mehr. "KANYE WEST CLAIMS HE GETS HIS STYLE FROM GAY FOLK … BUT IF YOU LOOK DEAD IN HIS EYES … IT LOOKS LIKE HE'S GETTING A WHOLE LOT MORE!!!!" lautet die Überschrift und zuerst einmal denkt man sich natürlich, das wäre ein weiterer absolut verrückter Versuch, aus absolut nichts eine Wahnsinnsstory zu machen. Dann schaut man sich allerdings das betreffende Video an und ja, irgendetwas scheint mit dem guten Kanye tatsächlich nicht zu stimmen.
Beängstigendes Augenrollen und offenkundige Wortfindungsschwierigkeiten sind definitiv vorhanden. "Drogen!" würde einem als 0815-Denker da in den Sinn kommen, aber nein! Es ist ganz anders: "Kanye talks openly about he influence of gay folk on fashion. Can’t hate on dude for telling the truth… But check out at how ‘Ye’s eyes are darting back and forth when he’s talking. Dude is definitely trying to keep something under wraps.Bruh ... why don't you stop hiding and come clean about your tendencies…"
Die wissenschaftlich fundierte und psychologisch ausgereifte Diagnose des Mediatakeout-Ärzteteams: Kanye ist schwul. Natürlich. Was auch sonst? Wir für unseren Teil halten diese sexuelle Ferndiagnose für eine wahnsinnig erfolgsversprechende Geschäftsidee und starten jetzt folgenden Aufruf: Ihr seid euch über eure erotischen Neigungen nicht im Klaren und wollt nicht länger mit der quälenden Ungewissheit leben? Schickt uns Euer Video und wir sagen euch, ob ihr homosexuell seid. Vorerst kostenfrei, demnächst wahrscheinlich unerschwinglich.
Ansonsten: checkt Mediatakeout.com für weitere spannende Nachrichten wie "Tyra Banks mit Frauenbart" oder "Wird New York von Flavor Of Love wirklich Wrestlerin?"