Rapde-Redaktion - “Hoes, Flows und Meinungen” Journalistisch wertvolle Beiträge von den fabelhaften Menschen der rap.de-Redaktion.
23.03.2009
Werde Flers Bühnen Babe
Während in Bezug auf Fler den meisten momentan wohl eher die durchaus amüsante Beefgeschichte mit Selfmade Records in den Sinn kommt, hat der Gute aktuell ein wahnsinnig großartiges Projekt am Laufen und, Überraschung, es geht dabei um junges Gemüse (ha haha ha). Mit den einleitenden Worten "Du willst live bei FLER auf der Bühne sein? Du bist weiblich, sexy und stehst auf FLER?" werden Mädels dazu aufgerufen, sich als "Bühnen Babe" (am besten mit Ganzkörperfoto) zu bewerben, das zusätzlich zu der Möglichkeit, neben dem Künstler bei einem seiner Konzerte wie der letzte Vollhorst rum zustehen, auch noch einen "goldenen Backstagepass" gewinnen kann. Was man in diesem Zusammenhang von und mit Fler so alles erleben wird, kann man sich spätestens dann ungefähr ausmalen, wenn man die Teilnahmebedingungen (neben "weiblich und sexy") liest. Volljährig sollte man nämlich ebenfalls sein. Überrascht es einen also, wenn sich, auch aufgrund massiver MySpace-Werbung für diese Aktion, unter den Kommentaren des Aggroberliners hauptsächlich Bilder leicht bekleideter und ich möchte fast sagen ekelhaft-promiskuitiver Groupie-Ollen befinden? Ich denke nicht.
Andererseits ist es ein auch ein bisschen lustig und deshalb hier ein paar ausgesuchte Zitate der fünf in meinen Augen vielversprechendsten Kandidatinnen:
Nummer Eins: Leider erst 17 und deshalb nicht teilnahmeberechtigt, aber irgendwie süß. Könnte aufgrund der teilweise abstrusen Rechtschreibfehler auch ganz gut zu Fler passen, dessen Label nach eigener Aussage nicht will, dass Andere von seiner "Presents" profitieren. "Ich will nicht berühmt werden oder so ich will meine Stärken unter mein Beweis setzten was für mich gut ist und für dich !" sagt sie und was auch immer sie damit meint, ich finde es super.
Nummer Zwei: Sehr spitzes Gesicht, ernster Gesichtsausdruck - eigentlich würde man die 23-jährige Bayerin eher im Bereich des Indierock einordnen. Dem ganz freudlosen, ohne Liebe und Spaß. Ihr Grund, unbedingt mit auf die Bühne zu wollen ist außerdem etwas… sonderbar und an Flers Stelle hätte ich wahrscheinlich etwas Angst: "neben mir können nur gegner bestehen, keine opfer... that..s the bottom line."
Nummer Drei: Zwanzigjährige Extension-Blondine mit irgendwie tot aussehendem Accessoire-Hund. Möchte offensichtlich ein bisschen aussehen wie Paris Hilton, hat dafür aber zu viel Brust und zu wenig Wangenknochen. Ihre persönliche Nachricht an Fler: "Ich will nich nur deinen Pass sondern auch dein goldenen Stängel."
Nummer Vier: Rotbraune Haare, blasses, extrem kindlich aussehendes Gesicht und, geht man nach ihren Profilbildern, vor einer Schrankwand wohnhaft. Trotz schüchterner Ausstrahlung ist sie in Backstagekreisen jedoch keine Unbekannte und wenn man das Folgende liest, kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, wieso zwischen ihr und Mister Bobby Dick nicht mehr gelaufen ist: "Backstage Pass nachdem ich bei Bobby schon dabei war :) aber keine falschen Gedanken jetzt ;) bin auf em Konzert gewesen aber mehr war da nich :D"
Nummer Fünf: Offenkundig ein Fan von glitzernden Bildern, im Auftreten sonst aber eher unscheinbar. Musik ist ihr Leben, Fler findet sie "in mehr als einer Hinsicht" geil und eigentlich finde ich, dass genau solche Leute den "goldenen Backstagepass" verdient haben. Sie selbst sieht ihre Erfolgschancen eher zwiegespalten: "große komkorenz aber ich kann den druck stand halten"
Ich bin gespannt. Wirklich. Wer jetzt Lust hat, ebenfalls zum "Bühnen Babe" gekürt zu werden, der bewerbe sich bitte hier.
Der Körper einer Frau - wie sollte er geformt sein, was sollte er ausstrahlen, welche Partien erscheinen einem erotischer, welche weniger?
Im Zuge meines kürzlich begonnenen Praktikums in der Rap.de Redaktion, war ich vor aller redaktioneller Arbeit zunächst einmal mit meinen beiden wunderschönen und kurvigen Mitarbeiterinnen konfrontiert. Diese beiden Prachtexemplare von Frauen, brachten mich, als Hobby-Sexualforscherin, in die Versuchung weibliche Attribute in Bezug auf ihr subkulturelles Umfeld, in diesem Fall der Welt des Hip Hop, zu analysieren.
Allgemein bekannt, ist die Welt des Rap eher männlicher Natur und genau diesem Teil der Leserschaft möchte ich eine kleine Anekdote präsentieren, um die Perspektive einer Frau, die Hip Hop konsumiert und sich dieser Subkultur zugehörig fühlt, darzustellen.
Stellt euch ein 14-jähriges Mädchen vor. Vor einem halben Jahr begann sich ihr Körper zu verändern. Ihre Brust wuchs, ihre Hüfte ging in die Breite, ihre Schenkel wurden voller und ihr kurvenreicher Körper stand erst ganz am Anfang seiner verheißungsvollen Entwicklung. Das Problem - ein 14-jähriges Mädchen in Berlin-Deutschland, das durch Medien und Kultur bereits in ihren jungen Jahren mit dem schwachsinnigen Körperkult ihrer Gesellschaft konfrontiert ist, ergibt sich bedingungslos dem Schlankheitswahn. Für ihren gerade erst reifenden Körper bedeutet das Diät und für ihre Psyche ständig lastender Druck. Nun begibt es sich allerdings, durch einen glücklichen Zufall, dass dieses Mädchen ein altes "Royal Bunker" Tape von ihrem kiffenden 16jährigen Kumpel, oder eine Masta Ace CD von ihrem neuen Baggy-tragenden Schwarm geschenkt kriegt. Sie verfällt der Welt des Hip-Hop. Wie es pubertierende Schwämme nun mal an sich haben, saugt sie alles aus Internet, Konversation und Radio, um sich ihrer neuen Passion vollkommen hinzugeben. Um sich nicht nur auf wissender, sondern auch äußerlicher Ebene darzustellen, kauft sie von ihrem knapp bemessenen Taschengeld neue Sneaker und große Kreolen. Was aber viel wichtiger ist und damit Einfluss auf meine Analyse hat, ist, dass sie im Laufe ihrer Suche, Frauen über den Weg laufen wird, die so gar nicht dem neuen schlanken, ranken Modell Ideal der westlichen Frau entsprechen wollen. Ich rede, und das meine ich jetzt ganz plakativ, von Frauen wie Foxy Brown, Beyoncé, Ashanti, Jennifer Lopez, Alicia Keys, Mary J. Blige, Jill Scott, Ce'cile, Spice und natürlich auch den Tänzerinnen aus diversen Videos. Sie wird beginnen sich an diesen zu orientieren, wird deren Kurven, deren runde Schenkel, deren große Brüste und vor allen Dingen, deren weit heraus stehende pralle Hinterteile abspeichern als sexy, erotisch und GUT!!! Gut um den Jungs zu gefallen, nach denen sie Ausschau hält. Was bedeutet, dass sie ihren Körper lieben lernen wird und sich schnell diesem durch Populärmedien geprägten Körperideal entgegen stellt.
Dass Geschmäcker verschieden sind, möchte und brauche ich hier natürlich nicht zu betonen und ich will auch gar nicht behaupten, dass jeder Hip Hopper und jeder, der sich einem der vier Elemente dieser Szene verschworen hat, auf den pralllärschigen, vollbusigen, kurvigen, temperamentvollen Typ Frau steht. Was allerdings meine zahlreichen Mini-Feldforschungen in den Berliner und auch außereuropäischen Hip-Hop- und Dancehallclubs ergeben hat, ist, und das werdet ihr sicherlich bestätigen können, dass ein weiblicheres Körperideal, mehr als es vielleicht in anderen Szenen der Fall ist, im Hip-Hop und Reggae bevorzugt wird. Das darf man natürlich nur statistisch betrachten, wie gesagt, Ausnahmen bestätigen die Regel!
Dass zum Sexy- oder Interessant Sein natürlich mehr als nur Körperbau ein Rolle spielt, ist selbstverständlich. Dass ein schönes Gesicht und eine Wahnsinns-Persönlichkeit oder ein krasser Tanzstil erotischer sind als alles andere, sei auch geklärt. Aber was ich, und das auch im Namen einer großen Anzahl von Hip-Hop Ladys, sagen will ist: DANKE!!! Danke an die Hip-Hop Welt, die kurvige Frauen mit prallen Ärschen objektiv erotischer finden als abgemagerte Laufstegmodelle. Sie ist der Grund dafür, dass wir mit Spaß essen und wenn wir ein wenig zugenommen haben, in den Spiegel gucken und sagen können: "Wow, hab ick ne' Kiste jekriegt und damit kann ick wackeln im Club, geil!", sie ist der Grund dafür, dass wir unseren Charakter nicht mit obsessivem Schlankheitswahn und Diäten verderben, sondern unseren Fokus auf Persönlichkeitsentfaltung legen können, sie ist der Grund dafür, dass wir glücklich sein können, mit dem what our mamas gave us!!!!
Wo sind die normalen Männer? Es ist mal wieder, und ja traurigerweise muss man sagen, mal wieder, einer dieser Abende, an denen man zu hause hockt und eigentlich ist alles gut. Man hat liebende Eltern, eine Familie, die zu einem steht, tolle Freunde, eine wunderbare Mitbewohnerin, tolle Pläne, die Zukunft sieht gut aus, wir blicken optimistisch in die nächsten Jahre unseres Lebens, wenn da nicht diese kleine Kitsche in der Fläche wäre. So wie eine Fliege im Zimmer oder eine Mücke im Ohr, wenn man am Strand liegt und grade schlafen möchte oder so wie alles, das einfach nervt und leicht psychotische Reaktionen hervorruft.
Und denkt alle nix falsches, dies ist nicht einer dieser Pyjama-Gurken-Jungs-Geschichten-Haare-kämmen-wir-gucken-zusammen-den-Sex and the City-Film-mäßigen Abende. Es ist ein Dienstagabend zweier selbstbewusster junger Frauen, die eigentlich nichts anderes wollen, als einen normalen Mann zu kennen. Die Diskussionen über dieses Thema fingen bereits heute Morgen in der Redaktion an. Da ging es um Paare, die beim Essen in zwei unterschiedliche Richtungen schauen, die von jeder Frage, von jeder Antwort genervt sind, die wissen, dass der Partner um 11:15 kacken gehen wird und sich beim Klang der Badezimmertür am liebsten erhängen würden, weil es alles so vorhersehbar ist. Paare, die monatelang keinen Sex haben, aber denken es sei normal, dass der Mann jeden Abend vor dem Fernseher im Wohnzimmer einschläft und nicht mit ihrer Frau zusammen im Bett. Obwohl die Frau vielleicht im Bett liegt und auf ihn wartet, aber nichts sagt, weil es nie in der richtigen Tonlage passieren würde, weil man nicht die nervende Frau sein will und wenn man morgens früh aufsteht, kotzt einen der Partner an, weil er da liegt, so wie immer und so atmet und im T-Shirt vom gestrigen Abend von der Couch ins Bett gekrochen ist, als man schon die Tiefschlafphase erreicht hat. Das schlimmste ist, dass man so denkt bevor man überhaupt selber in dieser Lage war, und die Frage lautet, sind wir vorsichtig oder bloß die Reflektion unserer eigenen Projektion?
Warum all diese Gedanken?
Wir lernen jemanden kennen, der vorzugsweise gar nicht in der gleichen Stadt wohnt, weil hier ein Riesen-Inzuchtspektakel stattfindet. Jeder malt es sich aus der Distanz so aus, wie er es am liebsten hätte. Man meldet sich wenn man Bock hat, Frau macht sich den Gedanken "wird es diesmal was? Mache ich zuviel, spiele ich die Coole? Warum erreicht er mich immer wenn er will, ich ihn aber nicht, wenn mir danach ist?" Der eine Typ, um den es gerade geht, gibt sich ungefähr einen Monat lang Mühe und scheint dann wie ausgewechselt. Plötzlich hat er nicht mehr die gleiche Zeit, plötzlich erscheint jede Sms meinerseits wie ein verzweifelter Versuch jemandem näher zu kommen, mich jemandem zu öffnen, dem alles zuviel ist. Jeder Anruf ist von Gedanken geplagt, man fühlt sich wie ein obsessiver Stalker. Man denkt sich, Mann, Typ, wenn du nur ficken wolltest, dann sag es doch einfach. Wenn du Karriere anstrebst, dann betrachte mich doch nicht direkt wie unnötigen Ballast, wenn du merkst es könnte ernster werden. Oder halten sich Männer generell fern, wenn sie eine Frau ernsthaft mögen? Oder geben sie nur den Versuch auf, eben diese Frau zu ficken? Man weiß es nie und man wird es nie herausfinden, denn allein der Versuch es herauszufinden, macht einen zu eben diesem Stalker, der man nicht sein will. Und taddaaa, sagt hallo zu den Spielchen! Lasst die Spiele also beginnen. Man setzt sich genervt vor den Rechner, will ihn von Facebook, Myspace, Skype und sonst was löschen, um die Unerreichbare zu spielen, weil man eine Reaktion will. Man will, dass der andere bemerkt, dass er davor ist einen Verlust zu erleiden. Der andere ist aber meist nicht involviert und hält einen einfach nur für einen Psycho. Man könnte die Dinge ja auch so nehmen wie sie kommen und erst mal genießen, was es gibt. Das macht einen auf Dauer aber nur unglücklich. In der Zeit, in der man dann auf diese "Reaktion" wartet, die aber nicht kommt aus oben genannten Gründen, treibt man sich selbst zum Wahnsinn und schmeißt Porzellan gegen Panzerglas! Man rastet aus, man beruhigt sich wieder und der andere geht einfach seinen Weg und kriegt nichts mit.
Es fängt alles so süß an, man ruft sich an, man macht sich Komplimente, Geschenke, speichert jede Sms in einen separaten Ordner und plötzlich nimmt man sich vor die Nummer des eben noch Angehimmelten nicht mehr zu wählen. Und wenn er anruft, dann sollte man am besten auch nicht mehr rangehen, damit er seine Lektion lernt, aber dann denkt man sich wiederum.. wieso? Wieso nicht rangehen, wenn man sich doch freut? Muss man denn immer zwingend ein asoziales Stück Scheiße sein, damit man Anerkennung bekommt? Brauchen wir diese Spielchen um die in der Distanz entstandene Illusion aufrecht zu erhalten? Muss man den Menschen dann umtauschen, weil er nicht das beinhaltet, was man in seinen Gedanken geformt hat? So, als hätte man ein Iphone bestellt, aber ein Nokia 5210 bekommen? Was ist da nur los? Warum will der Mann nur ein weiterer abgehakter Punkt, in der Was-Ich-Schon-Mal-Nicht-Will-Liste sein? Dadurch wird man doch nur wählerischer oder man krallt sich den nächst besten, mit dem nichts klappt, weil man schon zu gestört ist. Und all das weil man Angst hat, in der Routine einer "normalen" Beziehung einzugehen, obwohl wir alle rumheulen, dass wir keine "normalen" Partner finden. Die Männer sind auch schon gestört, weil sie mal zu lieb waren und nicht mehr von Frauen mit falschen Intentionen verarscht werden wollen. Sie würden am liebsten in den Busch gehen und sich eine Wilde holen. So wie Eddie Murphy.