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Rapde-Redaktion - “Hoes, Flows und Meinungen”
Journalistisch wertvolle Beiträge von den fabelhaften Menschen der rap.de-Redaktion.
26.02.2009
Falschgeld vom Faschings Sido
Es gibt diese Feiertage, die an sich einfach unfassbar scheiße sind und deren exzessive Ausübung sich wie eine ekelhafte Krankheit durch das gesamte Land frisst. Zum Beispiel Fasching. Eigentlich fast nur Fasching und die in Berlin vorherrschende Ignoranz dieser Festivität ist ein Grund mehr, unsere Hauptstadt zu lieben. Ich habe ehrlich gesagt eine richtige Narren-Paranoia und wenn ich beim abendlichen Rumzappen durchs aktuell wieder extrem limitierte Fernsehprogramm absolut debil aussehende Menschen mittleren Alters mit komplett geisteskranken Verkleidungen erwische, wie sie "Hellau" schreien, dann möchte ich eine Schere in meine Augen stoßen und mir die Haut vom Fleisch kratzen. Oder dieser Tusch! Dieses nervige, trötende Geräusch, das nach jedem halbgaren, gereimten Witz ertönt, woraufhin sich alle volltrunkenen Vereinsmenschen noch ein bisschen mehr freuen. Schreck-lich. Aber gut, das tut hier nichts zur Sache. Ich habe heute etwas bei der Newssuche aufgetan, was ein bisschen witzig, in jedem Fall aber sehr abstrus ist. Folgende Situation:

Wir befinden uns in Bad Hildelang, was sich irgendwo in Schwaben befinden muss. Dort findet ein absolutes Highlight des lokalen Nachtlebens statt, ein Faschingsball / womöglich in einer Turnhalle. Alle machen sich schick, man munkelt, wer mit wem dort auftauchen und ob Herr Müller von nebenan wieder etwas zu tief ins Glas schauen wird. Dorfklatsch, man kennt das. Ein junger Mann fühlt sich offensichtlich der Hip Hop Kultur zugehörig, was sein gutes Recht ist, selbst in Bad Hildelang, und "verkleidet" sich dementsprechend also als Sido. Gerne würde ich euch ein Foto dieser Maskerade präsentieren, gibt es aber leider nicht und ich bin mindestens so traurig darüber wie ihr. Weil er besonders stilecht auflaufen und sämtliche Bitches mit seinem Swagger beeindrucken will, druckt er sich dann noch ein paar Fuffies auf dem Computer aus, um sie durch die Turnhalle zu werfen. (Wer jetzt das ideengebende Sido-Lied errät, bekommt nichts, kann sich aber freuen. Über sich selbst, oder so)

Super Idee, Respekt an dieser Stelle dafür. Man weiß nicht, wie die Mädels auf einen derartigen Auftritt reagiert haben, auf jeden Fall hebt aber ein findiger Besucher der Veranstaltung einen der Fünfzig Euro-Scheine auf und bezahlt an der Bar seine Getränke. Noch mal langsamer: Er bezahlt (!) mit einem gefälschten Fuffie (!!), der mittels eines 0815-Drucker (!!!) auf normalem Druckerpapier (!!!!) ausgedruckt wurde. Wie zur Hölle kann so etwas passieren? Was leben für Leute in Bad Hildelang? Irgendjemandem ist dann allerdings irgendwann mal aufgefallen, dass es sich da nicht um echte Banknoten handelt, zu diesem Zeitpunkt standen bereits mehrere Leute mit Papiergeld in den Händen am Tresen. Gegen den Wannabe-Sido wurde jetzt Anzeige wegen Inverkehrbringen von Falschgeld respektive Herstellen und Verbreiten einer papiergeldähnlichen Drucksache erstattet. Hellau und Tusch!


lisa

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23.02.2009
Videofundstück der besonderen Art
Manchmal lässt man sich einfach so treiben durch diese wunderbare Informationsflut namens Internet. Ab und an findet sich verschimmeltes Strandgut, oftmals aber auch ein… Delphin oder anderes lustiges Tier. Am vergangenen Sonntag saßen meine liebreizende Kollegin Andreea und ich vor ihrem Laptop und trieben uns auf Youtube herum, als wir ein bisher unbekanntes Video unseres amerikanischen Freundes Royce Da 5’9’’ entdeckten. Mit "Part Of Me" war das gute Stück betitelt und nach wenigen Sekunden war uns klar: Hierbei geht es um ein 0815-Abschleppszenario in einer verrauchten Bar. Gut erzählt, aber wenig spannend.

Andreea wollte es schon wegklicken, ich schlug aber vor, zumindest noch zum Refrain zu warten. Ein Glück, denn in welche Richtung sich dieses Video entwickelt, ist nahezu unfassbar. Absolute Begeisterung auf unserer Seite, nur die Männer innerhalb der Redaktion waren heute Morgen nicht so wahnsinnig begeistert. Royce, grandios, wirklich. Wenn du uns im Rahmen des D12-Konzerts hier in Berlin beehrst, werden wir dir lobend auf die Schulter klopfen.

Für alle, die dieses Kleinod noch nicht gesehen haben, hier das Video:




lisa


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14.02.2009
Notorious feiert Premiere
Zweiter Teil unserer Premierefeiern-Aufarbeitung der Berlinale.

Ich muss Kollegin Lisa zustimmen - man fühlt sich so langsam irgendwie wie ein Mitglied der "Exklusiv / das Starmagazin" Redaktion, wenn man sich mal überlegt, für was man sich dieser Tage so hingibt und welche Persönlichkeiten so mehr oder weniger nebenher trifft. So auch bei der großen Deutschlandpremiere von "Notorious". Der Film, über den sich bereits im Vorfeld so seriöse Journalisten großer Zeitschriften wie dem Stern bereits abfällig äußerten, stand also im Mittelpunkt allen Interesses - zumindest für die wenigen Rapinteressierten der deutschen Medienlandschaft und Rapper, die es sich nicht nehmen lassen wollten, in ihren feinsten Roben über den roten Teppich zu flanieren.
Während das Treiben aber schon in vollem Gange ist, sind die rap.de-Redakteure mal wieder... zu spät, und das sollte noch größere Probleme nach sich ziehen als man zunächst denken könnte, aber egal. Wichtig war: Irgendwann dann doch da sein und die wenigen verblieben Promis ganz Prosieben Sam/Taff-like abfangen und sinnvolle Sachen fragen. Die Aggroclique zeigte sich eigentlich in bester Laune und während Alpa Gun, Flizzi-Fler und B-Tiggidy aus’m Wiggidy brav auf die Fragen der Kollegin antworteten, war Sido, in Lederjacke und mit deutlich längerer Haarpracht als gewohnt eher weniger redselig. Frechheit. Die eigentliche Sensation war aber eh der 2Pac-Darsteller Anthony Mackie, der sich nicht zu schade war, ein paar Zeilen von dem uns allen bestens bekanntem "Ambitions Az A Rider" zu kicken, einer DER Pac Songs überhaupt. Dies konnte nur noch von König von rap.de überboten werden, der urplötzlich aus dem Kino auf den roten Teppich stürmte und eine halsbrecherische Tanzeinlage zwischen den Hollywoodstars (u.a. dem Biggie-Darsteller Jamal Woolard und Biggies Mutter Voletta Wallace) vollführte, um anschließend von den Securitys zurechtgewiesen zu werden. Ein Bild für die Götter. Doch damit nicht genug der Kinkerlitzchen. Denn wenig später, als die gesamte Action vorm Kino vorbei war und sich die restlichen Medienvertreter aus dem Staub gemacht hatten, rief der König seine Hoffnarren aus dem Kino an, um den Blick durch die Glasfront des Gebäudes auf ihn zu richten, denn er war bereits wieder am turnen. Irgendwann aber begann der Film, den das rap.de Fußvolk natürlich schon zwei Wochen bei einer Special-Pressevorführung sehen durfte, denn wir sind und bleiben nun mal V.I.P.

Dies zeigte sich übrigens auch auf der Aftershowparty nach der offiziellen Premiere, auf der nur die wirklich wichtigen Typen zugegen waren. Leider waren aber eben nicht nur die Darsteller aus dem Film sowie einige bekannte Nasen aus dem deutschen Rapspiel, sondern leider auch viele nervige Juppis mit zu viel Geld und nach hinten gegelten Haaren, von denen niemand weiß, wer sie sind, aber sich einbilden, dass man sie unbedingt kennen sollte. Wie ich diese Typen hasse! Aber vielleicht spricht aus mir da einfach nur der pure Neid auf das wunderbare Leben, das diese Menschen führen, während man selber in der Gosse haust. Und irgendwer muss ja schließlich das Beck's für 4,50 in diesem Schickimicki-Club am Brandenburger Tor zahlen können. Man fühlt sich zwischen diesen Personen jedenfalls ziemlich unwohl und möchte bei diesem Anblick eigentlich wahlweise sofort wieder gehen, einfach kotzen oder das beste draus machen und sich auf die Suche nach koksenden Menschen auf der Toilette begeben, um den Sittenverfall dieser dekadenten Schicht fotografisch festzuhalten. Man entscheidet sich für das einzig sinnvolle - letzteres -, leider aber ohne Erfolg. Scheiße. Nicht einmal auf die Kokser ist mehr Verlass.
Dann also eben verrückt tanzen um dieses ganze Elend zu vergessen, bevor es endlich wieder ans Arbeiten geht. Fotos machen. Das macht übrigens sehr viel Spaß, denn dann hat man endlich mal einen Grund, Leute wie Jimi Blue (der die Premiere laut eigener Aussage völlig verpennt hatte) oder Tony D anzusprechen, damit sie sich für DAS Bild das Abends cool in Szene setzen können.
Irgendwann tauchen dann auch tatsächlich unsere Homies Jamal Woolard und Anthony Mackie wieder auf und lassen sich auf den ein oder anderen netten Wortwechsel mit den lieben rap.de-Menschen ein, Fanfotoposing inklusive. Beeindruckend vor allem, wie Woolard unter Beweis stellt, dass er nicht nur im Film die typische Biggie-Mimik und -Gestik presentet, sondern dies wahrscheinlich so sehr in Fleisch und Blut übergangen ist, dass man permanent glaubt, man habe es hier mit dem wiederauferstandenen Christopher Wallace zu tun. Ebenfalls interessant anzusehen sind die Zusammenkünfte der unterschiedlichsten Künstlerpersönlichkeiten auf so einer Veranstaltung. Da kann es schon mal passieren, dass ein Jimi Blue Ochsenknecht mit Xatar ein paar Worte wechselt, während sie in der V.I.P.-Sektion der Aggroberliner chillen, in der auch Kitty Kat und Sidos Freundin Doreen zugegen ist, die im übrigen in Wirklichkeit genauso gut aussieht wie im Fernsehen.

Trotz all dieser interessanten Begebenheiten bewegen einen dann doch zwei nicht zu unterschätzende Faktoren dazu, diese ganze Veranstaltung irgendwann zu verlassen. Zum einen die größtenteils miserable DJ-Leistung, der die meiste Zeit Musik spielt, die auf einer "Notorious"-Filmparty unpassender nicht sein könnte und die Klassiker erst auspackt, wenn der Entschluss zu gehen bereits gefasst wurde. Zum anderen die bereits erwähnten horrenden Preise für diverse Alkoholika, was dazu führt, dass nach ca. 1-2 Stunden Aufenthalt wieder die vollkommene Nüchternheit eingetreten ist. Und spätestens dann klingeln bei dem gemeinen rap.de-Redakteur die Alarmglocken. Dazu kommt, dass man zum Schluss über einen Dancefloor läuft, der von einem Film aus angetrocknetem Alkohol und Glasscherben überzogen ist. Wahrscheinlich gehört es zum dekadenten Lifestyle des Publikums dort, die gebrauchten Gläser einfach auf den Boden fallen zu lassen und platt zu treten, denn wer will schon ein und das selbe Glas mehrmals benutzen? Das sorgt jedenfalls für noch mehr Missmut, denn man muss sich dann erst einmal an den Kanten der Treppenstufen die Schicht dieses Gemisches, welche an den Tretern klebt von den Sohlen schaben. Wunderbar.
Nichtsdestotrotz. Im Großen und Ganzen ein interessanter Abend. Hoffen wir auf eine baldige Fortsetzung. Mit kostenlosen Getränken und besserer Musik. Das wäre perfekt!
valetinsthomas

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