Es gibt Themen, die schlagen einem einfach ins Gesicht. Man MUSS zwingend darüber schreiben, es geht nicht anders. Franky Kubrick, Ex-Optik-Signing und jetzt mit seinem Backup-MC Jifusi irgendwie anderweitig unterwegs, kriecht nahezu auf Knien an und fleht darum, dass man sich über das "BASE"-Lied seines aktuellen Mixtapes "Wir Sind Die Besten" auslässt. Oder um es mit Kollegah zu sagen "Wenn eine Bitch darum bettelt, gefickt zu werden, dann macht man’s halt schnell." / wobei das natürlich im übertragenen Sinne zu sehen ist. Schließlich ist unser Freund Frank keine käufliche Frau, sondern ein vielleicht nicht mehr ganz so junger, aber dafür umso motivierterer Künstler. Soviel zu meinen Beweggründen für diesen Blog, kommen wir zum Anlass gebenden Track.
Goldjunge und Ex-Popstars-Jury-Mitglied sido macht bereits Werbung für einen Handyanbieter, womöglich ist das also ein Gradmesser des musikalischen Erfolgs. Dementsprechend hat sich Herr Kubrick aus Stuttgart wohl gedacht: "Ey, voll geil. Ich bin soooo glücklich mit meinem Tarif und meiner Telefonflatrate und so. Voll supi. Da mache ich doch jetzt einfach mal Werbung für meinen Anbieter. Die haben mich zwar nicht gefragt, aber was soll’s. Bestimmt freuen die sich voll doll und geben mir ein bisschen Geld. Oder Frei-SMS." Tja. Redaktionsintern stand außerdem die Überlegung im Raum, ob der Gute seine letzte Handyrechnung einfach nicht gezahlt hat und sich durch diesen Song Absolution erhofft. Aber diesbezügliche Spekulationen würden vielleicht auch zu weit führen. Mister Werker ist einfach wahnsinnig glücklich mit BASE. Auch all seine Freunde haben das. Er kann so lange telefonieren, wie er möchte, übrigens auch mit DEINER Freundin (du, der du da sitzt und diesen Text liest). Augenzwinkernd wird dem, der nicht schon nach den ersten zehn Sekunden abgeschaltet hat, verraten, dass er bloß aufpassen solle, wenn sein Telefon klingelt, schließlich könnte KUBRICK dran sein.
Schaudernd denke ich darüber nach, in Zukunft einfach nicht mehr dran zu gehen, wenn eine mir unbekannte Nummer angezeigt wird, bis mir einfällt, dass ich mich auf der sicheren Seite befinde. Gott. Sei. Dank. Habe ich Vodafone. Das macht mich in den Augen des Künstlers zwar zu einem dummen Menschen, der von ihm knallhart mit Freiminuten gefrontet wird, aber irgendwie denke ich, dass ich dieses Battle trotzdem überleben werde. Vielleicht nehme ich ihm einfach sein Handy weg. Was willst du dann tun, Franky? Hmmm? Ein bisschen habe ich aber auch Angst vor dem Telefonterroristen. Ein beinahe psychopathisches Bild skizziert der Stuttgarter hier von sich und in meinem Hinterkopf reift die Vorstellung von ihm im dreckigen weißen Nachthemd und mit schwarzer Langhaarperücke, wie er einem nach Hören des BASE-Songs anruft und "Sieben Tage." in den Hörer flüstert. Es mag mannigfaltige Vorteile haben, bei genau diesem Anbieter einen Vertrag abzuschließen. Nach diesem Track ruft die Erwähnung des Namens "BASE" aber ein körperlich sehr unangenehmes Gefühl bei mir hervor und voller Freude zahle ich weiterhin Unmengen von Geld für meine geführten Telefonate, nur um nicht von Karibik Kubrick angerufen zu werden.
P.S.: Es wäre so lustig, wenn BASE Franky wegen Rufschädigung oder zurückgehenden Vertragsabschlüssen verklagen würde. Frank, One Love und so und das ist jetzt nichts gegen dich, aber es wäre wirklich unsagbar witzig.
Schon vergangene Woche wollte ich einen etwas gehässigen Blog darüber schreiben, dass Sabrina Setlur jetzt den finalen Schritt zur öffentlichen Selbstvernichtung getan hat. Sie nimmt an einer ProSieben-Kuppelshow teil, deren Intention es ist, "Promi-Frauen" mit willigen und im Idealfall auch nicht komplett verwachsen aussehenden Männern zusammen zu bringen und sie somit von ihrem unfassbar leidvollen und düsteren Single-Alltag in der frisch renovierten Loft-Wohnung zu erlösen. All das wollte ich genussvoll ausschlachten und meine Finger schwebten bereits über der Tastatur, als ich mich plötzlich Zweifel befielen. Ist das nicht eigentlich eine wahnsinnig traurige Geschichte, geradezu ein Sinnbild für den bedeutungstechnischen Absturz einer Person, die früher keine Unbekannte in der deutschen Black Music (ein diskriminierender Ausdruck übrigens. Man denkt irgendwie immer an eklig eingeölte tanzende Menschen, die sich in braunem Zucker wälzen und ekstatisch ihre Körper zu lauer R’n’B-Mucke bewegen) Szene war?
Schwester S. Wir erinnern uns. Die Leiter, auf der Xavier Naidoo, den irgendwie jeder mag und der mir somit ein bisschen unheimlich ist, in Richtung Musikhimmel aka Kollaboration mit RZA emporstieg. Die erste Frau, die vergleichsweise harten Rap machte, und mit Unterstützung des mittlerweile vom Großteil der jüngeren Raphörer eher belächelten Moses Pelham auch kommerziell durchaus erfolgreich war. Nicht zu vergessen ihre Ausflüge in die Schlagzeilen hiesiger Boulevard-Blätter. Zum einen natürlich ihre Kurzzeit-Beziehung zu Tennis-Bobbele (meine Lieblingstextzeile in diesem Zusammenhang "Selbst meine Klitoris is'n Schmecker, bitte frag Boris Becker"), zum anderen ihre Affäre mit einer Zahnärztin, bei der irgendwie auch jede Menge Geld im Spiel war. Das kann ich euch jetzt leider nicht genau aufschlüsseln, weil ich ehrlich gesagt einfach zu faul bin, das an dieser Stelle nachzuprüfen. Ist eigentlich auch egal. Wer sich dazu berufen fühlt, das alles aufzudecken: Die Kommentarfunktion ist euer Freund.
In jedem Fall hatte die Frankfurterin durchaus ihre Hochzeiten (Hoch-Zeiten. Nicht Hochzeiten. Also, vielleicht hat sie zwischendrin mal geheiratet. Ich weiß es nicht. Wie auch immer.), sieht sich nun aber offenkundig dazu gezwungen, einen Lebensabschnittspartner kennen zu lernen. Ist ja auch nicht mehr blutjung die Gute, man bekommt Panik, im Alter allein zu sein / so weit ist das alles verständlich. Wie groß die Wahrscheinlichkeit allerdings ist, per Kuppelshow bei Prosieben die Liebe des Lebens zu finden, kann bezweifelt werden. Mit Sicherheit werde ich mir das Ganze angucken, darüber lachen und es peinlich finden, aber aktuell überwiegt ein Gefühl der tiefen Trauer. Eine Schweigeminute für unsere Schwester Sabrina, hoffen wir, dass die Verzweiflung uns nie so weit treibt.